Nicolas Scheerbarth

 4.5 Sterne bei 10 Bewertungen

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Wendland - Helena im Paradies

Wendland - Helena im Paradies

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Erschienen am 10.03.2012
Ausgesperrt

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Erschienen am 10.03.2012
Die nackte Zeit

Die nackte Zeit

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Erschienen am 10.03.2012
Lustlesebuch I: 4 Stories in einem Band

Lustlesebuch I: 4 Stories in einem Band

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Erschienen am 29.11.2012
Chaser

Chaser

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Erschienen am 01.10.2012

Neue Rezensionen zu Nicolas Scheerbarth

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I

Rezension zu "Die nackte Zeit" von Nicolas Scheerbarth

Viel Spaß beim Lesen ...
ich_lese_also_bin_ichvor einem Jahr

Eine exzellente und erheiternde Geschichte. Ein wahrer Lesegenuss. Die Story beschreibt in der Ich-Perspektive die phantastische Begebenheit eines Naturforschers, der 1852 das Licht der Welt erblickt hat. Dieser Mann, Ripold, ist bei einer Polarexpedition verunglückt und wurde in einer Gletscherspalte für 127 Jahre lang konserviert, um dann, 2012 entdeckt und ins Leben zurückgeholt zu werden.
Natürlich haben sich die Zeiten extrem geändert und so beschreibt er seine Verwunderung über Mägde, die führende militärische Positionen innehaben und die Geschicke eines Landes leiten. Und natürlich überrascht ihn auch die Selbstverständlichkeit der Frauen ebenso wie deren Freizügigkeit, die er mit Erschrecken aber auch mit Freude wahrnimmt. In seiner eisigen Ruhezeit hat sich vieles geändert. Verständlich also, dass die deutsche Betreuerin, die ihm in der Botschaft in Buenos Aires zur Seite gestellt wird, auf seine absolute Verwunderung trifft, denn was heutzutage völlig normal ist versetzt den Protagonisten in Erstaunen. Die Dame ist von gazellenhafter Statur und ihre dunkelbraune Hautfarbe erinnert ihn ans seine Besuche bei Naturvölkern. Dieses lässt ihn allerdings nach kurzer Verwirrung keineswegs davon abhalten diese junge Frau mit all ihren Vorzügen zu genießen.
Immer wieder macht sich das alte Ich bemerkbar, welches ihn zu Zucht und Ordnung rufen möchte, doch auf wenn ihm vieles an der neuen Zeit nicht gefällt oder gar widerstrebt, die moderne Freizügigkeit und Haltung des weiblichen Geschlechts sagt ihn grundlegend zu. Gerne übt er sich darin die Neuzeit zu erlernen, auch wenn er sich dabei plötzlich in der Gegenwart von mehr als einer willigen Gespielin wiederfindet. Wunderschön ist der Schreibsteil dieses Werkes. So denkt der Ripold über Frauen häufig ehrfürchtig als Mägde, er beschreibt in schönster, leicht altertümlicher Wortwahl seine erotischen Erfahrungen und zaubert so dem Leser / der Leserin regelmäßig ein grinsen aufs Gesicht. Für meinen Geschmack eine hinreißende Geschichte, die einen die Pforten der Lust aus einem anderen Blickwinkel sehen lässt. Die Lektüre ist absolut empfehlenswert.

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EvyHearts avatar

Rezension zu "Chaser" von Nicolas Scheerbarth

Schach. Schachmatt?
EvyHeartvor 2 Jahren

Kurze Erotik-Geschichten können schief gehen - oft schaffen es Autoren inmitten des Tatendrangs nicht, die Geschichte auszufüllen oder es fehlt eine interessante Komponente. Scheerbarth geht einen anderen Weg - er legt den Schwerpunkt nicht auf Gefühle, sondern auf die Gesellschaft.

Im Jahre 2096 bezahlen nackte Frauen, um sich von (angezogenen) Männern durch ein Gebiet "jagen" zu lassen und später Sex zu haben. Damit werden zwei Klischees widerlegt: dass sich Frauen gern von Männern benutzen lassen und dass Männer sich überlegen fühlen, indem sie für Frauen bezahlen. Denn eine "Chase" läuft annähernd gewaltfrei, das Fangen der Beute wird nur verbal angezeigt. Scheerbarth lässt seinen Ich-Erzähler beschreiben, welche Probleme Mann bei dieser Jagd haben kann.

Die Atmosphäre ist sehr dicht und der kommentierende Erzähler zieht den Leser ins Geschehen. Er wirkt kumpelhaft, aber nicht übertrieben. Ausgenommen eine Vorausdeutung bei einer Teil-Geschichte.

Der Nachteil ist, dass man auf der ersten Seite von den Begriffen überwältigt wird und sich erst langsam hineinfindet. Scheerbarth entwirft sehr durchdacht, wie sich die Jagden entwickelten und keine Information ist zuviel.

Schwerpunkt der Geschichte ist eine Jagd, die anders ausgeht, als es die Chaser vermuten. Sie wird im Rückblick geschildert und nimmt ca. die Hälfte der Geschichte ein. Ich merkte, dass es besonders am Anfang um die Fascetten einer Jagd geht, während später der emotionale Aspekt angetastet wird.

Emotionen habe ich in diesem Buch nur wenig gespürt. Besonders am Ende merkte ich, dass das eine Grenze ist, die nicht überschritten wird, die mir aber fehlte. Aber es gibt Bewunderung. Das trifft auf viele Figuren in Scheerbarths Werken zu: Sie celebrieren das weibliche Geschlecht, genießen es/sie in allen Formen und Farben, sind ihnen manchmal sogar ein Stück ausgeliefert. Aber sie ergreifen selten die Initiative. Wenn ich mich als Leserin in die Figuren fallen lassen, fühle ich mich oft als Beobachter.

Ich finde es schade, dass Männer sich an den Frauen erfreuen, aber nicht erklärt wird, wie sehr die Frauen die Männer genießen. Auch wenn das in dieser Geschichte angedeutet wird.

Bezüge zu anderen Werken gibt es auch - das SenseNet aus "Taken by Berlin" und "Dreamer" wird erwähnt, außerdem gibt es weibliche und androgyne Frauen, einige Hauttöne und Mastrubationsszenen.

Fazit: Ich habe mich in dieser Geschichte sehr wohlgefühlt, weil sie klar ausgerichtet ist. Die Welt ist interessant und der Akt füllt nur die sehr deutliche Konturen aus. Auch wenn die Akte ausführlich geschildert werden, eignet sich diese Geschichte eher für die Straßenbahn als die Bettdecke. Spaß hat man damit trotzdem :-)

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EvyHearts avatar

Rezension zu "Puppenland: Lesbische Abenteuer in einer rätselhaften Welt" von Nicolas Scheerbarth

Nass und nachdenklich
EvyHeartvor 3 Jahren

"Wo fang ich an, wo hör ich auf?" - wenn man Scheerbarths Buch gelesen hat, weiß man, dass die Antwort ganz einfach ist. Und dass es viel zu erleben gibt, zwischen Anfang und Ende.

Leonie fängt an mit Laufen, mit Lieben, und je weiter sie läuft, desto selbstverstänlicher tut sie es. Gedanken über die Welt und ihren Sinn kommen und gehen, doch ihr Ziel lässt sie nicht los.

Auf dem Weg durch diese Landschaft, in der es keine Kleidung und keinen Hunger gibt, begegnet sie Frauen, die sich mit ihr und anderen lieben.

Leonie entwickelt Beziehungen, die immer tiefer werden. Aber irgendwas ist immer. Irgendetwas treibt sie voran, weg von den anderen und hin zu sich.

Man könnte das Buch als eine Orgie betrachten. Eine seitenlange Schilderung von Fingern und Zungen, die in Körperöffnungen stecken, nur darauf ausgelegt, den Leser zu beglücken. Aber das ist es nicht. Wie so oft in Scheerbarths Büchern schimmern Traurigkeit und Zweifel durch jedes Gelage. Und auch als Frau fragt man sich nach 227 Seiten geballter Weiblichkeit: Was ist meine Rolle? Möchte ich mich in schöner Landschaft meiner Leidenschaft hingeben? Möchte ich lieber die Welt erkunden? Möchte ich für meine Wünsche gegen den Strom schwimmen oder nutze ich ihn aus, weil ich auch so an mein Ziel komme?

Man kann ihrer überdrüssig werden. Man kann sich aber auch daran erfreuen, wie die Spannung mit jedem Akt steigt :-)

Erfreulich ist, dass Scheerbarth wieder viele Figurentypen verwendet, die man aus anderen Werken kennt - es gibt burschikose, drahtige, füllige Frauen, devote, dominante und Figuren, die dazwischen liegen.

Gut gefällt mir außerdem, dass BDSM angedeutet, es aber nicht grausam wird.

Spannende Momente gibt es trotzdem. Während die Geschichte gemütlich anläuft und der Leser sich hineinfinden kann, zieht der Autor relativ zügig die Zügel an und lässt sie locker, aber nie los. Er versteht es, zwischen ruhigen und spannenden Phasen zu pendeln und sich zu steigern.

Das Ende knallt. Es knallt leise, aber das tut der Botschaft keinen Abbruch. Als Leser bleibt man erschöpft, erfreut und nachdenklich
zurück.

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