Nicolas Scheerbarth Puppenland: Lesbische Abenteuer in einer rätselhaften Welt

(1)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(1)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Puppenland: Lesbische Abenteuer in einer rätselhaften Welt“ von Nicolas Scheerbarth

"Nackt wurdest du geboren" stand in großen, altertümlichen Lettern an der Mauer neben dem Eingang, und Leonie fragte sich, warum... Ein traumhaftes Land, in dem sich Leonie wiederfindet. Überall zu essen, freier Wohnraum, Luxus. In diesem mythischen Paradies leben ausschließlich nackte Frauen, die umherstreifen auf der Suche nach einem unklaren Ziel, verschwommen in einer entfernten Erinnerung. Auf ihrer Suche genießen sie die Lust des Moments, geben sich einander hin, baden in Leidenschaft und lesbischem Sex. Die Tage verstreichen in einem endlosen Reigen aus Erregung und Enstpannung. Aber Leonie will weiter, sie sucht das Ziel, den Palast! Gemeinsam mit ihren Freundinnen streift sie durch das Märchenland und findet nach langer, erotischer Wanderung das, was sie sucht. Doch hier erwartet sie und die Leser des Buches eine unglaubliche Überraschung! "Hey, ihr habt ohne mich angefangen! Das ist aber nicht nett!" "Das war keine Absicht!" erwiderte Jeçya geistesgegenwärtig. "Es hat uns einfach so mitgerissen. Aber jetzt komm her, Süße, leg dich zu mir!" Das ließ Francesca sich nicht zweimal sagen. Sie glitt neben Jeçya auf das zerwühlte Laken, schmiegte sich an sie, senkte ihre Lippen auf die der Farbigen ... und streckte gleichzeitig die Hand nach Leonies Brüsten aus.

Nass und nachdenklich

— EvyHeart
EvyHeart
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Nass und nachdenklich

    Puppenland: Lesbische Abenteuer in einer rätselhaften Welt
    EvyHeart

    EvyHeart

    19. December 2015 um 11:39

    "Wo fang ich an, wo hör ich auf?" - wenn man Scheerbarths Buch gelesen hat, weiß man, dass die Antwort ganz einfach ist. Und dass es viel zu erleben gibt, zwischen Anfang und Ende. Leonie fängt an mit Laufen, mit Lieben, und je weiter sie läuft, desto selbstverstänlicher tut sie es. Gedanken über die Welt und ihren Sinn kommen und gehen, doch ihr Ziel lässt sie nicht los. Auf dem Weg durch diese Landschaft, in der es keine Kleidung und keinen Hunger gibt, begegnet sie Frauen, die sich mit ihr und anderen lieben. Leonie entwickelt Beziehungen, die immer tiefer werden. Aber irgendwas ist immer. Irgendetwas treibt sie voran, weg von den anderen und hin zu sich. Man könnte das Buch als eine Orgie betrachten. Eine seitenlange Schilderung von Fingern und Zungen, die in Körperöffnungen stecken, nur darauf ausgelegt, den Leser zu beglücken. Aber das ist es nicht. Wie so oft in Scheerbarths Büchern schimmern Traurigkeit und Zweifel durch jedes Gelage. Und auch als Frau fragt man sich nach 227 Seiten geballter Weiblichkeit: Was ist meine Rolle? Möchte ich mich in schöner Landschaft meiner Leidenschaft hingeben? Möchte ich lieber die Welt erkunden? Möchte ich für meine Wünsche gegen den Strom schwimmen oder nutze ich ihn aus, weil ich auch so an mein Ziel komme? Man kann ihrer überdrüssig werden. Man kann sich aber auch daran erfreuen, wie die Spannung mit jedem Akt steigt :-) Erfreulich ist, dass Scheerbarth wieder viele Figurentypen verwendet, die man aus anderen Werken kennt - es gibt burschikose, drahtige, füllige Frauen, devote, dominante und Figuren, die dazwischen liegen. Gut gefällt mir außerdem, dass BDSM angedeutet, es aber nicht grausam wird. Spannende Momente gibt es trotzdem. Während die Geschichte gemütlich anläuft und der Leser sich hineinfinden kann, zieht der Autor relativ zügig die Zügel an und lässt sie locker, aber nie los. Er versteht es, zwischen ruhigen und spannenden Phasen zu pendeln und sich zu steigern. Das Ende knallt. Es knallt leise, aber das tut der Botschaft keinen Abbruch. Als Leser bleibt man erschöpft, erfreut und nachdenklich zurück.

    Mehr