Die Farben der Erinnerung

von Nicole C. Vosseler 
3,9 Sterne bei20 Bewertungen
Die Farben der Erinnerung
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Positiv (14):
elisalorenzs avatar

Ein Buch bei dem das Kunsthistorische gut verarbeitet wird – und die Familie, Gegenwart und Vergangenheit vereint werden.

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L

Zu Beginn hat mir das Rätsel um die “Dame im Grün“ noch Spaß gemacht, aber im weiteren Verlauf wurde mir die Handlung zu klischeehaft.

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Inhaltsangabe zu "Die Farben der Erinnerung"

Als Kind verlor Gemma ihre Eltern bei einem Brand – ein tragisches Unglück, das sie auch als Erwachsene noch verfolgt. Ihr zurückgezogenes Leben in New York gerät jäh aus dem Gleichgewicht, als sie anonyme Post erhält: einen Umschlag mit Zeilen eines viktorianischen Gedichts und einem antiken Schmuckstück. Mit Hilfe des charismatischen Oxford-Professors Sisley Ryland-Bancroft begibt sich Gemma auf eine Spurensuche nach dem Absender, die sie über zwei Kontinente führt und großer Gefahr aussetzt. Denn ohne es zu ahnen, ist sie dabei, ein Geheimnis aufzudecken, das seit Jahrhunderten gehütet wird und der Schlüssel zu ihrer eigenen Vergangenheit sein könnte …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442483945
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:500 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:18.12.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    elisalorenzs avatar
    elisalorenzvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch bei dem das Kunsthistorische gut verarbeitet wird – und die Familie, Gegenwart und Vergangenheit vereint werden.
    Das Geheimnis um "Die Dame in Grün"

    Ich kannte die Autorin bis jetzt noch gar nicht. Umso gespannter war ich, was mich hinter dem vielversprechenden Cover und dem interessanten Klappentext erwartet.


    Die Geschichte dreht sich um Gemma, die als Kind ihre Eltern bei einem Brand verloren hat. Seither leidet sie unter Zwangsstörungen, womit sie aber in New York gut mit leben kann. Bis zu dem Tag, als sie ein Schmuckstück und rätselhafte E-Mails bekommt. Schnell sieht sie Verbindungen zu kunsthistorischen Forschungsergebnissen ihres Vaters, doch was hat das alles zu bedeuten? Sie muss es herausfinden. Als sie sich dem Professor Sisley anvertraut, ist dieser ebenfalls drauf und dran, das Rätsel um das Gemälde zu lösen. Mit ihm bereist sie 2 Kontinente, von Stadt zu Stadt. Sind sie dabei, ein großes Geheimnis zu lüften? Und, was hat „Die Dame in Grün“ für Auswirkungen auf Gemma?

    Man liest in 3 Zeitebenen, die nach und nach zusammenführen. Im Vordergrund steht natürlich Gemma, die mit Sisley auf der Suche nach der Wahrheit ist. Gefallen hat mir, dass die 2 Hauptcharaktere von Grund auf ähnlich sind. Somit konnte man ihre gemeinsame Entwicklung gut miterleben und nachvollziehen. Aber auch so fand ich die Charaktere sehr sympathisch.

    Die 2 Nebenebenen haben mir gut gefallen, da es dem Grundgeschehen mehr Tiefe gegeben hat. So hatte man immer Hintergrundinformationen, die sich später wunderbar in das Puzzle eingefügt haben.
    Der Schreibstil gefiel mir ebenfalls super, er hat sich sehr flüssig und problemlos lesen lassen. Vor allem, da die Autorin an manchen Stellen unnötige Details wegließ. Zum Beispiel der Wechsel zwischen den verschiedenen Städten auf der Reise. Neues Kapitel – neue Stadt. Ohne viel drum herum – und es war genau richtig so.

    Die Handlung hat sich langsam aufgebaut, bis sie dann in der Mitte an Spannung erlang und man unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Vom Ende bin ich überrascht worden, so hätte ich es anfangs nicht gedacht. Aber es war spannend und total passend.

    Fazit
    Für mich absolut ein Buch zum Weiterempfehlen. Ein Buch bei dem das Kunsthistorische gut verarbeitet wird – und die Familie, Gegenwart und Vergangenheit vereint werden. Das war definitiv nicht das letzte Buch der Autorin. :)

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    Eliza08s avatar
    Eliza08vor 6 Monaten
    Reise in die Vergangenheit

    Der neue Roman von Nicole C. Vosseler hat mich überrascht und dies im äußerst positiven Sinne. Denn er hat nicht viel gemeinsam mehr mit ihren Romanen, die sie noch bei Bastei-Lübbe geschrieben hat. Dieser Roman nimmt einen gefangen und entführt in eine ganz eigene Welt. Das Cover ist sehr stimmungsvoll, die Farben sind gut gewählt, insgesamt kommt das Cover eher schlicht daher.

    Der Klappentext macht neugierig und verspricht schon Spannung pur auf der Reise in die Vergangenheit. In diesem Roman geht es nicht nur um die Vergangenheit im Allgemeinen, sondern vor allen Dingen um ihre Bewältigung und das Annehmen des eigenen Schicksals.

    Gemma und Sisley sind zwei Figuren, die ich direkt ins Herz geschlossen hatte, sie sind so wunderbar authentisch, in dem wie sie sich verhalten, mit ihren Ticks und Zwängen. Zwei Menschen denen man glaubt wirklich zu begegnen. Ich denke jeder Mensch hat irgendeinen Tick und wird sich genau deshalb mit Gemma oder Sisley identifizieren können. Einfach wunderbar zwei Menschen begleiten zu können, die so überzeugend dargestellt werden.

    Das Geheimnis der Vergangenheit lastet schwer auf Gemma, sie will endlich wissen, was damals bei dem Hausbrand wirklich passiert ist. Denn dieses Ereignis hat sie schwer geprägt, da sie das Ganze als Kleinkind miterleben musste und ihre Eltern bei dem Feuer ums Leben kamen.

    Der Roman wir insgesamt auf drei Zeitebenen erzählt, dies verlangt vom Leser schon eine gewisse Aufmerksamkeit, doch genau dies macht meiner Meinung nach den Reiz des Romans aus. Ich möchte nicht erzählen warum und weshalb drei Zeitebenen, denn dies würde viel Spannung nehmen, nur so viel sei verraten, es wir literarisch.  ;-)

    Die Autorin schafft es sehr gut ihre Leser mit auf diese Reise zu nehmen, ohne sie durch Zeit und Raum zu verlieren. Denn wir bereisen sowohl den amerikanischen Kontinent, als auch Europa zu unterschiedlichen Zeiten. Von mir gibt es für diesen kunstvoll gewebten, literarisch und künstlerischen Roman, ja auch die Malerei spielt eine Rolle, eine ganz klare Lese- und Kaufempfehlung.

    Ich bedanke mich sehr bei der Verlagsgruppe Random House und dem Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

     

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    Curins avatar
    Curinvor 7 Monaten
    Spannend und wunderbar erzählt

    Seitdem Gemma bei einem Feuer als kleines Mädchen ihre Eltern verlor, lebt sie zurückgezogen in New York und hat einige Zwangsstörungen entwickelt. Als sie an ihrem Arbeitsplatz, der ,,New York Public Library" Zeilen eines alten Gedichts und dazu ein merkwürdiges Schmuckstück erhält, holt sie sich Rat in England bei Professor Sisley. Er begleitet Gemma bei ihrer weiteren Spurensuche, die mehr aus ihrer Vergangenheit hervorbringen wird, als beide ahnen... .
    Mich hat Nicole C. Vosseler mit diesem vielschichtigen und spannenden Roman von Anfang an mitgenommen und konnte mich bis zum Ende begeistern und gut unterhalten.
    Besonders gut gefallen hat mir, dass die Handlung nicht nur in der Gegenwart, sondern auch in der Vergangenheit spielt. So macht man als Leserin eine kleine Zeitreise nach Ferrara im 16. Jhd zu der unglücklich verheirateten Lucrezia und im 19 Jhd. zu dem Dichter Robert Browning, der das viktorianische Gedicht, welches Gemma anonym erhält, verfasst hat.
    Gemma ist eine sehr sympatische Protagonistin, die am Anfang mit ihren Kontrollbedürfnissen auf mich etwas merkwürdig wirkte. Erst wenn man sie besser kennenlernt und mehr über ihre Geschichte erfährt, kann man verstehen, warum sie so zurückgezogen lebt und eigentlich lieber den Kontakt zu anderen Menschen meidet. Umso schöner ist es, beim lesen mitzuerleben, wie sie aus ihrer Wohlfühlzone heraustritt und dabei immer stärker wird. Zur Seite steht ihr dabei Sisley, ein sehr intelligenter Mann, der ebenfalls wie Gemma etwas merkwürdig und befangen vor Fremden ist. Er entwickelt sich zu einem tatkräftigen Helfer, der sie nicht nur bei den Recherchen unterstützt.
    Nicole C. Vosseler hat einen sehr gut lesbaren und auch poetischen Schreibstil. Was ihr gut gelingt, ist während der Zeitsprünge den einzelnen Figuren jeweils eine eigene Erzählstimme zu geben und somit auch die verschiedenen Situationen sehr authentisch und glaubwürdig darzustellen. Die Handlung selbst hat sie unglaublich spannend und abwechslungsreich gestaltet und mich wieder überrascht. Auch logisch ist alles gut durchdacht und hat mich überzeugt.
    Insgesamt ist ,,Die Farben der Erinnerung" ein toller und unterhaltsamer Roman, der sehr poetisch erzählt wird. Gerne empfehle ich das Buch hier weiter.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Monaten
    Überzeugende Unterhaltung!

    Gemma arbeitet in der New York Public Library. Schon sehr früh hat die 34jährige ihre Eltern bei einem Brand in Italien verloren - ein Trauma, dass Gemma noch heute stark belastet und ihr nicht unwesentliche Zwänge beschert hat. Kein Wunder also, dass die junge Frau sehr zurückgezogen in ihrer Wohnung am Washington Square lebt.
    Doch dann gerät ihr sorgsam getaktetes Leben ins Schwanken: jemand schickt ihr einen Umschlag mit einem ungewöhnlichen Schmuckstück und einem viktorianischen Gedicht, das sie an die Arbeit ihres Vaters erinnert...
    Gemma nimmt all ihren Mut zusammen und begibt sich nach Großbritannien. Gemeinsam mit dem Oxford-Professor Sisley Ryland-Bancroft versucht sie das Rätsel zu lösen - unwissend, dass sie nicht nur den Absender einer ungewöhnlichen Sendung sucht, sondern einem weitaus größeren Geheimnis auf der Spur ist. Doch ihre Recherchen führen nicht nur in unterschiedliche Länder und durch zwei Kontinente, nein, sie scheinen auch Gemmas Vergangenheit erleuchten zu können...

    Nicole C. Vosseler ist für mich eine Autorin, die ich einfach lesen muss - ganz egal, was für ein Genre sie sich mit ihrem aktuellsten Roman gerade vorgenommen hat. Mit "Die Farben der Erinnerung" hat sie zwei Außenseiter in den Fokus gerückt, die sie sehr liebenswert und charismatisch ausstattet und die manchmal vielleicht eigentümliche Macken haben, aber deshalb niemals ihre Glaubhaftigkeit verlieren.
    Was mich bei Nicole C. Vosseler aber wirklich noch jedes Mal überzeugt hat, ist die Tatsache, dass sie mit Sprache umzugehen weiß. Sehr einfühlsam beschreibt sie ihre Figuren, schildert mit einer Detailtreue, die die gründliche Recherche verdeutlicht und die mir niemals zuviel wird, die jeweilige Szenerie und bewahrt dabei stets das Gefühl für einen gelungenen Erzählbogen. 

    Diesen Roman habe ich nicht nur wegen seiner Hautfiguren sehr gerne gelesen, mich hat auch die Atomsphäre der einzelnen Zeitebenen überzeugt. Dass sich diese dann nach und nach gekonnt ineinander fügen, ist ein weiteres Argument für einen tollen Roman!

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    MelEs avatar
    MelEvor 8 Monaten
    Wahrheitsfindung




    In "Die Farben der Erinnerung" werden mehrere Erzählstränge gekonnt miteinander verwoben. Dieses erzeugt eine gewisse Spannung und eine hohe Erwartungshaltung an mich als Leserin. Gemma die Protagonistin erscheint anfänglich etwas blass und kann sich im weiteren Verlauf so weiterentwickeln, dass sie zur Sympathieträgerin wird. Ich gestehe, dass mich das Ende des Romans sehr schockiert hat, denn die Wahrheiten die Gemma aufdeckt sind sehr verletzend und wirken auf mich geradezu abscheulich. Ich kann kein Verständnis aufbringen sein Kind gewissen Lügen auszusetzen und zu hoffen Vergebung zu bekommen. Ich fand es hart erzählt und knacke auch nach einigen Tagen immer noch daran, wie ich dieses bewerten soll. Diese Lüge zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und ist nicht offensichtlich genug und wirkt daher letztendlich sehr überraschend."Die Farben der Erinnerung" brilliert durch einen wunderbaren Schreibstil, der keine Langeweile aufkommen lässt, auch wenn ich lange nicht wusste, weshalb so viele unterschiedliche Perspektiven genutzt werden. Sie dienen dazu mich ratlos zu machen, Rätsel aufzudecken und letztendlich dem Roman einen faszinierenden Unterton zu vermitteln. Letztendlich kann ich nur mit großer Begeisterung eine Leseempfehlung aussprechen, da ich mich überrascht und übermannt von Emotionen einem Roman hingegeben habe, der ganz anders war als ich vermutete als  Klappentext oder Cover vermittelt haben. Ich empfand das Ende als hochdramatisch und kann dies kaum in Worte fassen. Auch wenn das Ende mir nicht gefallen will, so ist es doch das, was Gemma sucht: Die Wahrheit. Ob sie tatsächlich glücklich ist sie aufgedeckt zu haben? "Die Farben der Erinnerung" ist ein sehr intensives Buch, welches keine schnöde Liebesgeschichte erzählt und daher ein Lesen lohnenswert macht.

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    SABOs avatar
    SABOvor 8 Monaten
    Herzogin der Farben

    Nicole C. Vosseler - Die Farben der Erinnerung

    New York/ Florenz
    Als Gemma 4 Jahre alt war, verliert sie in einer einzigen Nacht ihr Zuhause und ihre Eltern. Die Brandursache blieb wegen fehlenden Verdachts ungeklärt, die italienischen Behörden legten den Fall ad acta.
    30 Jahre später:
    New York City, der Pool der "Stadtneurotiker" lässt Gemmas Trauma nicht verhungern und ein Psychiater füttert ihre Neurosen. Wie perfekt für einen Woody Allen, doch das Drama reicht weit über die Stadtgrenzen hinaus und ist so tief und unergründlich wie der East-River.
    Gemmas Leben muß in geregelten Bahnen verlaufen und sprüht nicht gerade soziale Funken, ihre Beziehungschronik nicht erwähnenswert. So pendelt sie zwischen zwei sicheren Rückzugsorten, ihrer Wohnung und ihrem Arbeitsplatz, einer großen Bibliothek, der Publik Library.  Ein Schild aus Stille und Frieden. Doch gibt es das?

    Eines Tages bekommt Gemma seltsame E-Mails, es sind Gedichte.

    "Ihr Herz war - wie soll ich´s sagen - zu leicht zu erfreuen,
    zu leicht beeindruckt;
    sie liebte, worauf ihr Auge fiel
    und ihr Blick schweifte weit umher."

    Der Name des Absenders ist ihr wohlbekannt, sie selbst hat ihn vor 30 Jahren abgelegt. Da muss sich jemand einen sehr schlechten Scherz erlauben, ist es doch der Name ihre toten Vaters.
    Nachdem Gemma die Replik eines uralten Perlenohrrings in ihrer Post findet, kontaktiert sie einen Literatur-Professor in Oxford.
    Es muss ewas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Ihre Neugier und nie gestillte Sehnsucht nach Familie, wiegt noch mehr, als die Panik, die eine gute Bekannte ist. Sie nimmt all ihren Mut zusammen, und nimmt den nächsten Flug nach London. In Professor Ryland-Bancroft spiegeln sich verwandte Ängste, die beiden verstehen einander nach wenigen Worten.
    Die Dichter-Zeilen entstammen der "Last Duchess" von Robert Browning, welcher ein bekannter Poet der viktorianischen Epoche war. Ein Gemälde der "Dame in Grün", der ungeküssten Braut aus dem 16.Jahrhundert inspirierte ihn dazu.
    Von besagter Dame geht eine surreale Faszination aus, sie ist der rote Faden, ist Seele und Gewissen des Romans.
    Lucrezia ist für mich der Ausgangs- und Angelpunkt, die Brücke zwischen den Welten, ihr Geist befeuert das Buch und es lenkt seine Leser. Es ist, als hätte sie immer gewusst, dass ihr eines Tages Gerechtigkeit widerfährt. (Als das Buch zu Ende war, die Hand die letzte Seite umschlug, da war es gleich einem letzten  Atemzug.)

    Zwei Fremde gehen auf eine atemberaubende Spurensuche, die bis zu den Medici und ins viktorianische Zeitalter führt. Sie bereisen Europa und Amerika, nicht ahnend das sie verfolgt werden.

    Gemmas Psyche ist wie ein verlassener Bahnhof, die Abteile verstaubt, die Geleise ins Nichts führend. Doch die geheimnisvolle Post ändert alles und Gemma wächst über sich hinaus.Auch Sisley hat zu kämpfen, denn der Professor fühlt sich außerhalb der altehrwürdigen College-Mauern höchst unwohl. Die Begegnung der beiden Phobiker ist schicksalsträchtig und liefert humorvolle Szenen. (Siehe, die zwei gebuchten Einzelzimmer, die sich als ein Doppelzimmer herausstellen..)

    Ein kleiner Stein wird zum großen Fels. Es ist zum Mitfiebern und man wünscht den Gefährten viel Erfolg und ein gutes "Schuhwerk": Die beiden sind wie Ritter, denen der Panzer, der sie schützen soll, im Weg ist. Es ist ein wunderbares Leseerlebnis, wie die "Rüstung" von Tag zu Tag leichter wird.

    Spannend wie ein Krimi, gefühlvoll wie ein Liebesroman und poetisch wie ein klassisches Drama. Dieser Roman wurde mit viel Liebe zum Detail geschrieben,
    gut recherchiert und fiktioniert.
    Mit Herzblut geschrieben - weitergereicht an Leser - die noch träumen und schwelgen können.
    Nicole Vosseler steht für genussvolles Lesen.


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    SigiLovesBookss avatar
    SigiLovesBooksvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Anspruchsvoller historischer/-Liebes- und Literaturroman, der etwas Geduld braucht & spannend zu lesen ist! 4*
    Literarisches Vexierbild

    Gemma, die Hauptprotagonistin, durchlebt als kleines Mädchen den Brand ihres Elternhauses; der Vater, ein Wissenschaftler, der für ein Jahr in Italien lebte, rettete seine Tochter aus den Flammen - und kehrt nicht mehr zurück, als er die Mutter Gemmas ebenfalls retten will...

    30 Jahre später: So verwundert es nicht, dass Gemma, die bei der Großmutter aufwuchs, ihren Job in der Map Division der Public Library in New York, einer der feuersichersten Orte der Welt, sehr mag. Eines Tages erhält sie eine E-Mail mit dem Namen ihres Vaters und Zeilen aus einem Gedicht von Robert Browning: Es folgen weitere: Was hat es mit diesen Zeilen auf sich und wer ist der Absender? Hilfesuchend wendet Gemma sich an Sisley, einen Professor für Geschichte mit dem Schwerpunkt italienische Renaissance. Sie macht sich, aus ihrer sicheren Komfortzone heraus, in der alles ihrer strengen Kontrolle unterliegt, auf den Weg nach Oxford...

    Sisley, seinerseits ein hochbegabter, genialer Wissenschaftler, ist an der Enthüllung der Gedichtzeilen sehr interessiert - und auch an Gemma und ihrer Geschichte: Langsam öffnen sich zwei Menschen, die eher "Solitäre" sind und "nicht gut in Beziehungen" und reisen, sich in ihren Eigenheiten und Eigenwilligkeiten sehr gut ergänzend bzw. ausgleichend, nach Deutschland, um im Städel Museum das Bild der "Dame in Grün" in Augenschein zu nehmen; an den Ort des Brandes in Italien und an weitere Stationen dieser literarischen Schnitzeljagd, die immer wieder auf das Bildnis des unbekannten Malers der Dame in Grün hinweist - und schließlich am Ende des Romans schlüssige Informationen zu den Hintergründen liefert. Die sehr spannend zu lesende Reise der beiden Hauptprotagonisten liefert reichlich Spannung, die sich langsam zuspitzt: So führt ihr Weg auch in die USA, nach Texas und San Francisco sowie nach Hawaii. Doch auf derselben Fährte ist noch eine weitere Person, die sich seit Langem an Gemmas Fersen geheftet hat....

    Der Roman ist anspruchsvoll, da hier drei verschiedene Erzählstränge miteinander verwoben sind und damit drei Zeitebenen: Es ist von der Serenissima zu lesen, die an einen machthungrigen Herzog zwangsverheiratet wurde und nicht nur unglücklich ist (16. Jhd.); von dem Dichterpaar Robert Browning und Elizabeth Barrett-Browning (19. Jhd.) und schließlich von Gemma und Sisley in der Gegenwart, die ein altes Familiengeheimnis aufdecken und eine lebensgefährliche Reise unternehmen. Bringt die Autorin schon durch die sich stets abwechselnden Erzählperspektiven dieser drei Ebenen viel Spannung in den Roman ein, dessen Hintergründe und Verflechtungen jedoch "erlesen" werden müssen und dem Leser etwas Geduld abverlangen, so ist der Showdown vor sturmumtoster, düsterer Kulisse schon einen Vergleich mit Dan Brown wert: Der über sich selbst hinauswachsende Sisley wird mir hier in sehr positiver Erinnerung bleiben, wie mir persönlich die literarische Schnitzeljagd mit Gemma und Sisley am meisten Lesevergnügen bereitete.

    Nach der Reise der beiden in die Vergangenheit, ins Dichterleben von Robert Browning und die Spurensuche um die unglückliche Serenissima haben  "die alten Landkarten des Lebens" keine Gültigkeit mehr für Gemma, sie müssen vergrößert und neu angelegt werden: Die Darstellung der Besonderheiten und Eigenwilligkeiten der beiden Charaktere (Gemma und Sisley) fand ich vollends gelungen und könnte mir durchaus vorstellen, dass die beiden noch mehr ungelöste Rätsel miteinander lösen. Ein Roman, der sehr spannend ist, teils mit historischen Fakten in die Zeit der Medicis und ins 19. Jhd. aufwartet und auf drei Zeitebenen spielt; daher den geneigten Leser wirklich herausfordert.
    Mir hat er gut gefallen und ich vergebe gerne 4 Sterne und eine Leseempfehlung!



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    Klusis avatar
    Klusivor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein wundervolles Buch mit vielen Facetten, die sich erst auf den zweiten oder dritten Blick offenbaren.
    Die Farben der Erinnerung

    Gemma war noch ein kleines Mädchen, als sie ihre Eltern bei einem verheerenden Brand verlor. Die traumatischen Erlebnisse von damals verfolgen sie auch drei Jahrzehnte später noch bis in ihre Träume. Ihr Vater, Professor für italienische Renaissance, hatte damals wohl etwas sehr Wichtiges entdeckt, das ihm und seiner Familie zum Verhängnis wurde.
    Plötzlich erhält Gemma mehrere rätselhafte Mails, mit Bruchstücken von Gedichten aus Robert Brownings Feder. Auch ein Schmuckstück erreicht sie von einem anonymen Absender, und so beschließt sie, den versteckten und in gewisser Weise beunruhigenden Hinweisen nachzugehen.
    Bei ihrer Suche nach dem Sinn der anonymen Botschaften wendet sie sich an den Oxford-Professor Sisley Ryland-Bancroft. Nach kurzem Zögern beschließt dieser, ihr zu helfen, denn irgend etwas an der verletzlichen jungen Frau und ihrer Geschichte berührt ihn zutiefst.
    Gemeinsam machen sie sich auf eine lange Reise, die ungeahnte Gefahren und so manche Überraschung mit sich bringt.
    Der Roman spielt auf drei Zeitebenen. Die Rahmenhandlung bildet dabei Gemmas Geschichte, die passenderweise im Präsens erzählt wird. Dazwischen findet man Abschnitte, die ins 19. Jahrhundert, zu dem Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning, entführen. Weitere Passagen erzählen die anrührende Geschichte von Lucrezia di Cosimo de’ Medici. Diese sind aus der Ich-Perspektive der jungen Lucrezia geschrieben. Bei den beiden historischen Handlungssträngen hat man anfangs den Eindruck, sie hätten recht wenig mit dem aktuellen Geschehen um Gemma zu tun. Es lohnt sich jedoch, hier ein wenig Geduld aufzubringen und sich darauf einzulassen, denn erst nach und nach fügt sich eines zum anderen, bis sich zuletzt alle Puzzleteile passgenau zusammensetzen und ein fertiges Gesamtbild ergeben. Es sind so viele Details in der Geschichte versteckt, die sich erst auf den zweiten oder gar dritten Blick erschließen!

    Mit Gemma und Sisley hat der Roman zwei außergewöhnliche, interessante Charaktere, die einerseits so verschieden wirken und doch die selbe Sprache sprechen. Es sind zwei richtige „Anti-Helden“, die im Lauf ihrer Reise in Situationen geraten, die sie an ihre Grenzen bringen, die sie aber gerade miteinander bestehen können, weil sie gegenseitig ein tiefes Verständnis aufbringen.

    Bildhaft und wunderschön ist die Sprache der Autorin, und die Protagonisten sind so farbig und lebendig dargestellt, dass es ein Leichtes ist, sie und ihre Beweggründe zu verstehen und mit ihnen zu fühlen. Überhaupt spielen Bilder und Farben in der Handlung eine tiefgreifende Rolle, und es hat mir viel Freude gemacht, ein Gemälde bis in seine Details zu erschließen.
    Dies ist ein Buch, das sich lohnt, mehrfach zu lesen, denn erst nach und nach wird man alle Facetten und Zusammenhänge erkennen und so manche Metapher entdecken.
    Darüber hinaus zeichnet sich der Roman durch plastische, farbenprächtige Schilderungen der besuchten Schauplätze aus, was das Lesen zum Genuss macht. 

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    kessis avatar
    kessivor 9 Monaten
    Ist Grün die Farbe der Erinnerung?

    " Die Farben der Erinnerung" von Nicole C. Vosseler ist eine spannende Jagd in die Vergangenheit die ein wenig an Dan Browns Bücher erinnern. Also sehr vielversprechend in der Handlung.Gemma hat vor fast dreißig Jahren ihre Eltern auf tragische Weise verloren. Seit dem ist ihr Leben von Zwängen geprägt. Nur durch einen durch strukturierten  Tagesablauf schafft sie es ihren Alltag zu bewältigen. Als sie  von einem unbekannten Absender mehrere E-Mails bekommt, in denen es um versteckte Hinweise geht, gerät ihr Leben aus den Fugen.Nachdem sie  Dr. Sisley Ryland-Bancroftvon in Oxford kontaktiert hat und dieser sich bereit erklärt, ihr zu helfen, beginnt für beiden eine Cach-Tour. Es geht quer durch Europa und weiter bis nach Amerika. Stück für Stück versuchen sie das Puzzle zusammen zu fügen.  Durch drei unterschiedliche Zeitebenen kommen sie des Rätsels Lösung immer näher. Doch wer hat Gemma die Hinweise geschickt? Gemmas Vater,  Clifford Bernstein, Professor für Geschichte am Vassar College mit Schwerpunkt auf der italienischen Renaissance, ist vor  dreißig Jahren bei seinen Nachforschungen auf etwas gestoßen. Um was es sich handelt können Gemma und Sisley lange Zeit nur erahnen. Erschwerend kommt hinzu, dass es noch jemanden gibt,  der auf der Fährte nach dem Verlorenem ist und so bleibt es nicht aus, dass ihre Reise immer gefährlicher wird.
    Meine Meinung:Dies war mein erstes Buch von Nicole C. Vosseler und ich bin sehr erstaunt über den anspruchsvollen Schreibstil gewesen.  Es ist zu merken mit wieviel Leidenschaft die Autorin die Geschichte von Gemma und Sisley zu Papier gebracht hat. Die beiden Hauptprotagonisten sind zwei Aussenseiter, die gerade wegen ihres " anders sein", mehr und mehr zueinander finden.  Jeder hat für den anderen mehr Verständnis als sie aus ihrem normalen Umfeld bekommen würden. Dadurch können sie sich in vielen Bereichen ergänzen. Und genau das hat sie mir so sympathisch gemacht. Die eine,  der anderen beiden Zeitebenen führt den Leser in die Zeit des Dichterehepaar Elizabeth Barrett und Robert Browning im 19. Jahrhunderts.  Und in der anderen geht es um Lucrezia, die Dame in grün.Für mich ein gelungener Roman mit vielen Überraschungen und sehr gut recherchierten historischen Hintergrundwissen, welches mich oft hat staunen lassen.

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 9 Monaten
    Grün ist die Hoffnung

    Gemma arbeitet in der New York Library. Bei einem Aufenthalt in Italien, wo ihr Vater als Professor für italienische Renaissance forschte, hat sie als kleines Kind ihre Eltern verloren und wurde von ihrer Großmutter aufgezogen. Seit dem schlimmen Schicksalsschlag leidet Gemma noch heute unter Alpträumen und lebt aufgrund ihrer Ticks sehr zurückgezogen. Eines Tages erhält sie einen anonymen Brief, der einen handgemachten Ohrring und einige Gedichtzeilen enthält, die von Robert Browing stammen. Aufgrund dieser Zeilen setzt sich Gemma mit dem englischen Spezialisten für Browning in Verbindung, Professor Sisley Bancroft. Gemma reist nach England, um sich mit ihm zu treffen. Sisley bietet Gemma an, gemeinsam Nachforschungen anzustellen. Die Reise führt die beiden von Frankfurt über Florenz über Waco in den USA nach Hawaii – überall erhalten sie neue Hinweise auf ein Geheimnis, das es zu ergründen gilt und das mit der „Frau in Grün“ zusammenhängt, einem Gemälde im Frankfurter Museum. Doch jemand ist ihnen bereits auf den Fersen, der die gleichen Spuren verfolgt. Werden Gemma und Sisley das Geheimnis ergründen?

    Nicole C. Vosseler hat mit ihrem Buch „Die Farben der Erinnerung“ einen sehr fesselnden teils historischen Roman vorgelegt, in dem es nicht nur um gut gehütete Geheimnisse, sondern auch um eine familiäre Tragödie geht. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildgewaltig und packend. Schnell taucht der Leser ein in die spannende Welt der Literatur und Kunst, die hier von der Autorin auf meisterliche Weise miteinander verbunden werden. Die Geschichte wird anhand von drei Zeitebenen erzählt, die jeweils eine andere Perspektive bieten. Der Hauptteil der Handlung berichtet von Gemma und der gegenwärtigen Suche, eine Zeitebene gibt dem Leser Einblick in das Leben des Schriftstellerehepaars Robert und Elizabeth Barrett Brownings, eine andere erzählt vom kurzen Leben und Schicksal der jungen Lucrezia di Cosimo de‘ Medici. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven erhält der Leser einen Rundumblick der Geschichte, dabei lässt die Autorin ihm genügend Raum für eigene Spekulationen und Schlussfolgerungen, um auf die Spur des Geheimnisses zu kommen. Durch geschickte Wendungen wird der Leser immer wieder überrascht und zum Umdenken animiert. Gleichzeitig malt die Autorin während der Handlung mit ihren Worten wunderbare Bilder, die gleich einem Kinofilm vor dem inneren Auge des Lesers ablaufen und es wirken lassen, als wäre er mit den Protagonisten gemeinsam auf der Jagd nach dem Unbekannten.

    Die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Sie ergänzen sich durch ihre individuellen Eigenheiten auf wunderbare Weise und geben einem das Gefühl, sie persönlich kennenlernen zu wollen. Gemma ist eine Frau, die schon als kleines Kind einen sehr harten Schicksalsschlag verkraften musste. Seitdem lebt sie sehr zurückgezogen, denn sie hat über die Jahre Eigenheiten und Ängste entwickelt, die es ihr schwer machen, anderen Menschen näher zu kommen. Sie hat ihrem Leben eine gewisse Struktur gegeben, um im Alltag zu bestehen, was für Außenstehende eher als seltsam eingestuft wird. Gemma ist überaus misstrauisch, aber auch eine mutige und sympathische Protagonistin, der man gerne folgt und die man im Verlauf der Geschichte immer besser versteht. Sisley ist ein ebenso ein besonderer Mensch. Er hat den Ruf eines Genies und ist bei seinen Studenten sehr beliebt. Gleichzeitig hat auch er Schwierigkeiten, die Menschen näher an sich heranzulassen. Er wirkt eher schüchtern, doch wenn es um sein Fachgebiet geht, kommt er aus sich heraus. Sisley ist hilfsbereit und besitzt ein sehr ausgeprägtes Einfühlungsvermögen, gleichzeitig hat er das Herz am rechten Fleck. Auch die anderen Protagonisten lassen das Leserherz mit ihren „Auftritten“ höher schlagen, steigern sie doch die Spannung in der Suche um das Geheimnis zusätzlich.

    „Die Farben der Erinnerung“ ist eine geheimnisvolle Jagd, bei dem der Leser nicht nur dazu aufgefordert wird, an der Entschlüsselung eines Geheimnisses mitzuwirken, sondern auch die Entwicklung der Charaktere hautnah miterleben darf. Durch die regelrechte Schnitzeljagd über mehrere Kontinente bekommt der Leser nicht nur eine Einführung der Gemäldeinterpretation, sondern erfährt viele kleine Details über das Leben der Brownings. Dieser Roman ist ein absolutes Highlight und wird viele begeistern, die Geheimnisse und Spannung lieben und auch die Verbindung zur Vergangenheit schätzen. Nicole C. Vosseler hat hier ein Meisterwerk abgeliefert, wie es besser nicht geht – Chapeau! Absolute Leseempfehlung für ein Highlight, das man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann!

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