Nicole Knörr

 3.2 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Magere Jahre.

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Nicole KnörrMagere Jahre
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Magere Jahre
Magere Jahre
 (5)
Erschienen am 18.09.2017

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Katis-Buecherwelts avatar

Rezension zu "Magere Jahre" von Nicole Knörr

~ langatmig ~ schockierende Umstände ~ hochwertige Ausgabe, jedoch ohne Lektorat/Korrektorat.
Katis-Buecherweltvor 3 Monaten

Klappentext:
Mit 13 Jahren beginnt Nicole Knörr, immer weniger zu essen. Sind es zunächst immer dünner werdende Brotkrumen oder einzelne Löffel Joghurt, nimmt sie mit Fortschreiten ihrer Magersucht täglich nur noch 300 ml fettfreie Bouillon zu sich. Damit kann man nicht überleben. Als ihre Körpertemperatur auf unter 34 Grad sinkt und sie nichts mehr spürt als innere Knochenkälte, wird sie notfallmäßig in eine Klinik eingeliefert. Ein Tag später hätte zu spät sein können. Doch die heute Zwanzigjährige ist eine Kämpferin. Sie überwindet ihre Krankheit und mehrere Rückschläge und will heute Psychiaterin werden, um anderen Betroffenen zu helfen. In unter die Haut gehenden Szenen und Erzählpassagen vermittelt sie dem Leser, was im Kopf einer Magersüchtigen vor sich geht und warum es so schwer ist, "einfach wieder zu essen". Die Psychologin Sylke Aust ergänzt die Texte mit fundierten Expertentipps für Betroffene und Angehörige

Zum Buch:
Die Kappbroschüre zeigt die Autorin selbst und der Titel macht deutlich, um was es sich hier handelt. Im Inneren entdeckte ich Fotos von Nicole Knörr, die ich erschreckend und gleichzeitig mutig empfand, dass sie diese offen zeigt.
Das Papier ist fest und hochwertig. Leider ist der Buchrücken Leserillen anfällig, was ich schade finde.


Erster Satz:
"Schwach lächelnd mühe ich mich damit ab, die kleine, gläserne Schale mit Melonenschnitzen über den Tisch zu meiner Mutter zu schieben, was mich mit meinen zerknitternden, knochigen Fingern ungeheuer viel Kraft kostet. "

Meine Meinung:
Auf "Magere Jahre" von Nicole Knörr bin ich durch eine Empfehlung gestoßen und war gespannt, auf die biografische Geschichte der Schriftstellerin. Leider habe ich mehr von dem Buch erwartet, als wie ich vorgefunden hatte.

Nicole Knörr ist 13 Jahre alt, als bei ihr die Essstörung "Magersucht" diagnostiziert wird. Zu diesem Zeitpunkt ist ihr BMI in einem lebensbedrohlichen Bereich gerutscht, als endlich die Familie und Ärzte reagieren und sie in eine Klinik einweisen.
Doch auch wenn es aussieht, als wäre Nicole auf dem richtigen Weg, schlägt die Krankheit immer wieder zu und sie rutscht weiter in die Bulimie und Chew and Spit Störung. Wie sie aus dem Teufelskreis entkommen ist, und Tag für Tag aufs Neue ankämpft, erzählt sie in ihrer Geschichte.

Der Schreibstil von Nicole Knörr ist flüssig zu lesen und in der Ich-Perspektive geschrieben. Sie berichtet hautnah über ihre Essstörungen von Beginn an bis heute. Dabei lernte ich sie, als eine zielstrebige Persönlichkeit kennen, aber auch, wie sie sich selbst und ihre Familie und Freunde belügt. Sie macht sich vieles vor, und redet sich alles schön und alle glauben ihr gesagtes Wort oder Handeln - das hat mich unheimlich wütend gemacht.

Ihre Mutter und Schwester handelten für mich unbegreiflich. Ich konnte es nicht verstehen, wie sie ihrer Tochter/Schwester nicht helfen konnten. Sie haben zugesehen, wie sie "verhungert" oder als sie um Hilfe bat, reagierten sie nicht. Selbst die Ärzte und Lehrer, haben anfangs nicht gehandelt, obwohl jeder wusste, dass die krank ist.
Das Nachwort von Nicole Knörr konnte mich ein wenig im Bezug auf ihre Mutter besänftigen, doch trotz alledem blieb die Wut in mir, bei dem Gedanken, dass die Mutter "hilflos" zugesehen hat. Die Mutter hatte es durch die Scheidung nicht einfach, doch ich fand, dass es schlicht und einfach eine Ausrede war, um den eigenen Fehler nicht zugeben zu müssen.

Immer wieder hatte ich das Gefühl das Gleiche zu lesen. Manche Situationen oder Gedankengänge wurden einfach zu oft angesprochen und durchgekaut. Dadurch las es sich langatmig, obwohl mich die Thematik interessierte. Neue Informationen oder Fakten hätten mich mehr gefesselt.

Im Innenteil sind hochwertige Fotografien von Nicole Knörr abgebildet, wie sie zur schlimmsten Zeit ausgesehen hat und nach ihrer Zunahme. Ich fand das mutig von ihr.
Obwohl das Buch in der Aufmachung hochwertig ist, fand ich einige Fehler im Text. Hier wurde wohl am Lektorat/Korrektorat gespart. Bei dem Buchpreis hätte ich das erwartet.
Am Ende des Buches gibt es noch Tipps und Erklärungen zur Erkrankung von der Psychotherapeutin Sylke Aust.

Ich wünsche mir für Nicole, dass sie ihren Weg weiterhin zielstrebig angeht und sich ihren Berufswunsch erfüllen kann. Sie hat einen schweren Weg bezwungen und immer noch vor sich und ich ziehe meinen Hut, dass sie so mutig und stark ist.

Fazit:
In "Magere Jahre" berichtet die Schriftstellerin Nicole Knörr über ihre Essstörung und ihrem Kampf aus dem Teufelskreis zu entkommen. Leider habe ich mehr von der Erzählung erwartet, als wie ich schlussendlich gefunden habe. ~ langatmig ~ schockierende Umstände ~ hochwertige Ausgabe, jedoch ohne Lektorat/Korrektorat.

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Elizzys avatar

Rezension zu "Magere Jahre" von Nicole Knörr

Magere Jahre
Elizzyvor 4 Monaten

Rezension, kurz zusammengefasst

Das noch sehr junge Mädchen, flüchtet sich in eine Essstörung ohne Recht zu wissen wie ihr geschieht. Obwohl sie sich selbst nie verzerrt bzw. zu dick sieht gerät sie immer mehr in den Strudel von Lügen, Kalorien zählen, tägliches wiegen und obsessivem Sport treiben. Wir begleiten sie mit diesem Buch in ihren Weg in die Essstörung, sowie auch durch ihren Kampf aus dieser und am Ende auch durch die Heilung ihrer Krankheit.

„Ich bin schwer krank, lebensbedrohlich krank – und dieses Essen ist der erste Schritt meines Genesungsweges.“ S. 11

Darüber Gedanken gemacht

Vor diesem Buch habe ich mich schon einige Male mit dem Thema Essstörung beschäftigt. Sei es durch andere Geschichten, Filme oder Gespräche. Somit war mir der Inhalt nicht fremd und doch finde ich diese Krankheit immer wieder aufs neue schockierend.

Nicole Knörr erzählt uns auf eine distanzierte Art und Weise, wie ihr halbes Leben ausgesehen hat. Ich schreibe bewusst distanziert, obwohl es sich um eine Biografie handelt. Denn bei vielen Stellen im Buch, fühlt man wie sie sich bereits von der Vergangenheit gelöst hat und die Tatsachen nur sachlich zusammenfasst. Dies gibt dem Leser zwar einen etwas kalten Eindruck, was jedoch bleibt ist der Schock über das geschilderte.

„Mein Atem geht nur noch schwer, (…) Meine Brust und mein Herz schmerzen. (…) Mein Körper ist nicht mehr imstande, Wunden zu heilen. (…) meine Körpertemperatur beträgt nur noch 32 Grad. (…) Und trotzdem. Hungere ich weiter. (…)“ S. 44

Gefiel mir sehr

Die Einblicke in den Klinikalltag waren interessant und erschreckend zugleich. Es  ist  wichtig, dass sie hier kein Blatt vor dem Mund genommen hat und so vielleicht jemandem helfen kann sich, bevor es zu einem stationären Aufenthalt kommt, bei seiner Familie oder Freunden anzuvertrauen.

Die Expertentipps am Ende des Buches, können für betroffene einer Essstörung und deren Angehörige sicherlich hilfreich sein. Doch ein Heilmittel, welches für alle wirkt gibt es nicht. Der Weg raus aus der Magersucht oder Bulimie ist holprig und kann nur von der betroffenen Person allein gemeistert werden. Und meistens ist es schwieriger die inneren, psychischen Probleme zu lösen, als die Äusseren.

„Kalorien, Sport, Ernährung und Gewicht. Dies verdrängte alles andere. Alles andere war unwichtig. Auch meine Probleme, die ich vergessen wollte.“ S. 111

Gefiel mir nicht

Ich bin mir nicht sicher, ob das Buch für Menschen, die unter einer Essstörung leiden, nicht gefährlich sein kann. Das es sie vielleicht „reizt“ und sie zurück in alte Muster fallen, da es in diesem Buch doch sehr viele, hoffentlich ungewollte (!), Tipps dazu hat, wie man besonders schnell ungesund viel abnimmt.

Schreibstil & Cover

Beim Schreibstil muss ich leider die vielen Wort sowie Satz Wiederholungen bemängeln. Vieles las ich mehrmals und mir kam es vor, als versuchte man so das Buch noch etwas in die Länge zu ziehen. Dabei wäre dies gar nicht nötig gewesen. Bei diesem Thema kommt es nicht auf die dicke des Buches an, sondern auf den Schock, den die Worte und das Geschehene einem vermitteln.

Das Cover gefällt mir sehr gut, da man die heutige gesunde Nicole Knörr darauf sieht, eine wunderschöne Frau, die sehr viel Kraft und Mut bewiesen hat.

Fazit

Für mich war Magere Jahre ein interessantes Buch, das dem Thema auf jeden Fall den nötigen Schock und die richtige Warnung vermittelt. Menschen mit einer Essstörung sollten auf jeden Fall wissen, dass sie da nicht allein durch müssen und vor allem; das Leben sollte nie weggeworfen werden! Es gibt immer einen Weg aus der Krankheit, man muss nur Rechtzeitig die Notbremse ziehen.

Bewertung
Buchlänge ♥♥♥♥♥ (5/5)
Schreibstil ♥♥♥ (3/5)
Botschaft ♥♥♥♥ (4/5)
Lesevergnügen ♥♥♥ (3/5)

Hier geht es zur Leseprobe
Hier könnt ihr das Buch kaufen.*


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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Magere Jahre" von Nicole Knörr

"Meine eigene Einbildung, mir würde es gut gehen, täuschte oft auch mein Umfeld, …"
R_Mantheyvor einem Jahr

Immerhin konnte Nicole noch joggen und lächeln. Allerdings hätte jeder halbwegs aufmerksame Mensch sehen müssen, dass diese dünne Mädchen bereits auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod balancierte. Aber noch nicht einmal Ärzte begriffen den Ernst der Lage. Und das obwohl Nicole bereits einen Body-Maß-Index besaß, mit dem man eigentlich nicht lange leben kann.

Aus den verschiedensten Gründen ist dies ein verstörendes Buch. Es schildert die Magersucht der jungen Autorin und die ganze Hilflosigkeit ihres Umfeldes, von den Eltern bis hin zu medizinischem Fachpersonal. Immerhin jedoch versagte dieses Umfeld nicht völlig, und wenigstens einer dieser Ärzte begriff den Ernst der Lage.

Wenn man vielleicht gedacht haben sollte, eine Magersucht sucht nur Mädchen heim, die mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, so wird man hier eines Besseren belehrt. Nicole Knörr hatte solche Probleme nicht. Warum allerdings ihre Magersucht begann, erfährt der Leser nicht. Es ist lediglich von einem traumatischen Erlebnis als auslösendem Moment die Rede. Sicher ist jedoch, dass die Probleme in dieser Familie oft beim gemeinsamen Essen eskalierend besprochen wurden, woraus sich nach Ansicht einer Psychotherapeutin, die das Nachwort zu diesem Buch verfasst hat, eine solche Störung manifestieren kann, weil sich im Kopf von Nicole Essen mit Entwicklungen verband, die sie nicht haben wollte.

Eine Eßstörung ist dementsprechend keine Krankheit der Verdauungsorgane, sondern eine der Psyche, die sich zu einem selbstzerstörerischen Wahn steigern kann. Auch wenn man hier das auslösende Ereignis nicht kennt, so kann man doch den ganzen Irrsinn dieser Geisteskrankheit in Nicole Knörrs Bericht im Detail verfolgen. Wie oft bei psychischen Störungen fiel es auch hier dem unmittelbaren Umfeld (also den im Scheidungskrieg gefangenen Eltern) nicht auf, wie ihre Tochter langsam begann abzudriften. Die Geschwindigkeit der Verhaltensänderungen blieb anscheinend so gering, dass man sich an sie gewöhnen konnte, zumal Nicole zwar immer dünner wurde und fast nichts mehr aß, jedoch gleichzeitig noch in erheblichem Umfang joggte. Also konnte sie nicht krank sein. Obendrein verstehen es Menschen, die sich im Geiste von der Normalität entfernen, oft sehr geschickt, ihren eigentlichen Zustand zu tarnen, was bei einem sowieso schon abgelenkten und problembeladenen Umfeld umso leichter ist.

Mit welcher Raffinesse Nicole das sogar in der Psychiatrie gelang, ist durchaus bemerkenswert. Dort kam sie wieder einigermaßen ins Lot und wurde (scheinbar geheilt) entlassen. Doch der Rückfall ließ nicht lange auf sich warten. Am Ende – so steht es jedenfalls in diesem Buch – half sie sich selbst. Wirklich nachvollziehen lässt sich das allerdings nicht. Und genau das ist die Crux dieses Textes. Was man wirklich vorgeführt bekommt, sind die aberwitzigen Auswüchse des Gehirns bei einer Eßstörung. Nur sie werden von der Autorin so geschildert, wie sie offenbar wirklich abgelaufen sind und sie zu ihrem Verhalten zwangen. Alles andere bleibt mehr oder weniger im Dunklen, insbesondere der Anfang und das bisherige Ende dieser Störung. Ich muss zugeben, dass mir das tatsächliche Ausmaß dieser psychischen Störung bis zu diesem Buch ebenso wenig klar war, wie die Tatsache, dass sie auch Menschen treffen kann, die nicht dem Schlankheitswahn der völlig überschätzten Modebranche erlegen sind, sondern auch völlig normale junge Frauen, die eigentlich mit ihrem Körper im Reinen sind. Der Untertitel dieses Buches trifft jedoch nicht wirklich den Inhalt. So wirklich nachvollziehen konnte ich Nicole Knörrs letztlichen Erfolg nämlich nicht. Dazu fehlt einfach ein Stück der ganzen Wahrheit.

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