Nicole Knörr Magere Jahre

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Inhaltsangabe zu „Magere Jahre“ von Nicole Knörr

Mit 13 Jahren beginnt Nicole Knörr, immer weniger zu essen. Sind es zunächst immer dünner werdende Brotkrumen oder einzelne Löffel Joghurt, nimmt sie mit Fortschreiten ihrer Magersucht täglich nur noch 300 ml fettfreie Bouillon zu sich. Damit kann man nicht überleben. Als ihre Körpertemperatur auf unter 34 Grad sinkt und sie nichts mehr spürt als innere Knochenkälte, wird sie notfallmäßig in eine Klinik eingeliefert. Ein Tag später hätte zu spät sein können. Doch die heute Zwanzigjährige ist eine Kämpferin. Sie überwindet ihre Krankheit und mehrere Rückschläge und will heute Psychiaterin werden, um anderen Betroffenen zu helfen. In unter die Haut gehenden Szenen und Erzählpassagen vermittelt sie dem Leser, was im Kopf einer Magersüchtigen vor sich geht und warum es so schwer ist, »einfach wieder zu essen«. Die Psychologin Sylke Aust ergänzt die Texte mit fundierten Expertentipps für Betroffene und Angehörige

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  • "Meine eigene Einbildung, mir würde es gut gehen, täuschte oft auch mein Umfeld, …"

    Magere Jahre
    R_Manthey

    R_Manthey

    23. September 2017 um 18:31

    Immerhin konnte Nicole noch joggen und lächeln. Allerdings hätte jeder halbwegs aufmerksame Mensch sehen müssen, dass diese dünne Mädchen bereits auf dem schmalen Grat zwischen Leben und Tod balancierte. Aber noch nicht einmal Ärzte begriffen den Ernst der Lage. Und das obwohl Nicole bereits einen Body-Maß-Index besaß, mit dem man eigentlich nicht lange leben kann.Aus den verschiedensten Gründen ist dies ein verstörendes Buch. Es schildert die Magersucht der jungen Autorin und die ganze Hilflosigkeit ihres Umfeldes, von den Eltern bis hin zu medizinischem Fachpersonal. Immerhin jedoch versagte dieses Umfeld nicht völlig, und wenigstens einer dieser Ärzte begriff den Ernst der Lage.Wenn man vielleicht gedacht haben sollte, eine Magersucht sucht nur Mädchen heim, die mit ihrem Körper nicht zufrieden sind, so wird man hier eines Besseren belehrt. Nicole Knörr hatte solche Probleme nicht. Warum allerdings ihre Magersucht begann, erfährt der Leser nicht. Es ist lediglich von einem traumatischen Erlebnis als auslösendem Moment die Rede. Sicher ist jedoch, dass die Probleme in dieser Familie oft beim gemeinsamen Essen eskalierend besprochen wurden, woraus sich nach Ansicht einer Psychotherapeutin, die das Nachwort zu diesem Buch verfasst hat, eine solche Störung manifestieren kann, weil sich im Kopf von Nicole Essen mit Entwicklungen verband, die sie nicht haben wollte.Eine Eßstörung ist dementsprechend keine Krankheit der Verdauungsorgane, sondern eine der Psyche, die sich zu einem selbstzerstörerischen Wahn steigern kann. Auch wenn man hier das auslösende Ereignis nicht kennt, so kann man doch den ganzen Irrsinn dieser Geisteskrankheit in Nicole Knörrs Bericht im Detail verfolgen. Wie oft bei psychischen Störungen fiel es auch hier dem unmittelbaren Umfeld (also den im Scheidungskrieg gefangenen Eltern) nicht auf, wie ihre Tochter langsam begann abzudriften. Die Geschwindigkeit der Verhaltensänderungen blieb anscheinend so gering, dass man sich an sie gewöhnen konnte, zumal Nicole zwar immer dünner wurde und fast nichts mehr aß, jedoch gleichzeitig noch in erheblichem Umfang joggte. Also konnte sie nicht krank sein. Obendrein verstehen es Menschen, die sich im Geiste von der Normalität entfernen, oft sehr geschickt, ihren eigentlichen Zustand zu tarnen, was bei einem sowieso schon abgelenkten und problembeladenen Umfeld umso leichter ist.Mit welcher Raffinesse Nicole das sogar in der Psychiatrie gelang, ist durchaus bemerkenswert. Dort kam sie wieder einigermaßen ins Lot und wurde (scheinbar geheilt) entlassen. Doch der Rückfall ließ nicht lange auf sich warten. Am Ende – so steht es jedenfalls in diesem Buch – half sie sich selbst. Wirklich nachvollziehen lässt sich das allerdings nicht. Und genau das ist die Crux dieses Textes. Was man wirklich vorgeführt bekommt, sind die aberwitzigen Auswüchse des Gehirns bei einer Eßstörung. Nur sie werden von der Autorin so geschildert, wie sie offenbar wirklich abgelaufen sind und sie zu ihrem Verhalten zwangen. Alles andere bleibt mehr oder weniger im Dunklen, insbesondere der Anfang und das bisherige Ende dieser Störung. Ich muss zugeben, dass mir das tatsächliche Ausmaß dieser psychischen Störung bis zu diesem Buch ebenso wenig klar war, wie die Tatsache, dass sie auch Menschen treffen kann, die nicht dem Schlankheitswahn der völlig überschätzten Modebranche erlegen sind, sondern auch völlig normale junge Frauen, die eigentlich mit ihrem Körper im Reinen sind. Der Untertitel dieses Buches trifft jedoch nicht wirklich den Inhalt. So wirklich nachvollziehen konnte ich Nicole Knörrs letztlichen Erfolg nämlich nicht. Dazu fehlt einfach ein Stück der ganzen Wahrheit.

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