Die Geschichte der Liebe

von Nicole Krauss 
4,1 Sterne bei156 Bewertungen
Die Geschichte der Liebe
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Positiv (124):
sarah_elises avatar

Mein Lieblingsbuch.

Kritisch (9):
Meenamas avatar

Eine Geschichte die durchaus potential hat aber sehr verwirrend geschrieben ist. Das Ende ist auch nicht zufriedenstellend.

Alle 156 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Geschichte der Liebe"

Die vierzehnjährige Alma wurde nach der Hauptfigur eines Romans benannt. Leo Gursky hatte den Text als junger Mann in Polen geschrieben, für seine große Liebe Alma. Nun lebt er als einsamer alter Mann in New York. Er weiß nicht, dass das Buch den Holocaust überstanden hat. Bis die junge Alma sich auf die Suche nach ihm macht.

'Bezaubernd, zärtlich und sehr originell.' (J.M. Coetzee)
'Ein großartiger Roman.' (Spiegel)
'Dies ist ein gewaltiges Buch, das unser müdes Herz erfrischt. Nicole Krauss sei gepriesen dafür.' (Colum McCann)
'Einfach anfangen zu lesen. Es ist wunderbar.' (Stern)
'Ein außergewöhnlicher Roman, lebensprall, klug und poetisch, von eigenwilligem Charme, staunenswerter Anschaulichkeit und gesegnet mit einem zärtlichen Humor.' (FAZ)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499254734
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.08.2010
Das aktuelle Hörbuch ist am 20.10.2005 bei Argon Verlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    SteffiWausLs avatar
    SteffiWausLvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine schöne Geschichte über Liebe, das Leben, Alleinsein, Trauern, Jung sein und alt werden
    Die Geschichte der Liebe

    Alma und ihr Bruder Bird trauern um ihren Vater, jeder auf seine spezielle Art und Weise. 
    Alma beispielsweise klammert sich an die Vorstellung, ihre Mutter wieder glücklich machen zu können, in dem sie mehr über das Buch "Die Geschichte der Liebe", das ihre Mutter gerade übersetzt und das ihr damals von ihrem Vater geschenkt wurde, herausfindet.
    Leopold Gursky ist ein alter Mann, der in seinem Leben viel erlebt und verloren hat. Vor allem seine große Liebe Alma.
    Über Alma und seine Liebe zu ihr hat er einst ein Buch geschrieben. Sein Manuskript gab er einem Freund zur Aufbewahrung, bevor er vor dem Holocaust fliehen musste. Sein Freund verwahrte es lange, bevor er es, in einem schwachen Moment, und in dem Glauben, Leopold sei tot, unter seinem Namen veröffentlichte.
    Und so findet das Buch "Die Geschichte der Liebe" seinen Weg zu den verschiedenen Charakteren in diesem Buch, und schafft es, diese Menschen gleichermaßen zu berühren, wie auch zu verändern.

    Die Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird, wechseln ständig. Die verschiedenen Charaktere kommen sehr glaubhaft rüber und waren mir auf Anhieb sympathisch.
    Die Geschichte regt zum Nachdenken an: über die Vielfältigkeit der Liebe, über die Einsamkeit, über das Jung sein und das Alt werden, über verpasste Chancen und über den Verlust eines geliebten Menschen.

    Grundsätzlich hat mir die Geschichte gut gefallen. Manchmal war mir das Gefühlsleben der Charaktere aber ein wenig zu wirr, als dass ich es hätte verstehen oder im großen Zusammenhang des Buches einordnen können. 
    Die Abschnitte, in denen aus "Die Geschichte der Liebe" zitiert wird, haben mir nicht so gut gefallen, weil ich sie nicht wirklich verstanden habe.
     

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    Tialdas avatar
    Tialdavor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte, deren Aufbau für Verwirrung sorgt – doch das Ende hinterlässt trotz allem eine Gänsehaut und zeigt: Liebe hat viele Formen.
    Wirre Handlungsstränge, aber tolle Charaktere

    Rezension:

    “Die Geschichte der Liebe” von Nicole Krauss wartete in meinem Regal schon sehr lange darauf, endlich gelesen zu werden und nun, da ich es getan habe, weiß ich gar nicht so genau, was ich nun eigentlich von der Geschichte halten soll.

    Nicole Krauss hat einen sehr angenehmen Schreibstil – soviel lässt sich sicher sagen. Ihre Art sich auszudrücken ist leicht zu verstehen und sorgt dafür, dass man ihr an den imaginären Lippen hängt und das Buch nur ungern weglegt.

    Allerdings hatte ich ein gravierendes Problem mit dem Buch: Die verschiedenen Handlungsstränge. Es geht darum, dass der jüdische Protagonist Leo Gursky als junger Mann ein Buch für seine Geliebte, Alma, verfasste – “Die Geschichte der Liebe”. In Zeiten des Holocaust gab Leo das Manuskript jemanden zur Verwahrung, der es dann irgendwann veröffentlichte – allerdings nicht unter dem Namen des wahren Autors. Der nächste Strang handelt von der 14-jährigen Alma, die nach der Protagonistin in “Die Geschichte der Liebe” benannt wurde. Almas Vater hatte das Buch ihrer Mutter geschenkt. Er ist mittlerweile tot und das Mädchen möchte einen Weg finden, ihre Mutter wieder glücklich zu machen. Dann gibt es noch weitere kleinere Handlungsstränge, wie z.B. was eigentlich in “Die Geschichte der Liebe” steht, wie Leos und Almas Liebe tragisch endete, was mit demjenigen ist, dem er das Manuskript des Werkes gab und außerdem geht es auch noch um den Sohn, den Leo und Alma zeugten.

    Da die verschiedenen Handlungsstränge keinem logischen Muster folgen, sondern sich wild durcheinandergewürfelt abwechseln, fand ich die Geschichte wahnsinnig verwirrend. Bis zu einem Punkt, der bereits über der Hälfte der Geschichte lag, konnte ich nicht einmal genau identifizieren, was nun wirklich passiert und was nur aus Leo Gurskys Buch stammt.

    Trotzdem fand ich den kauzigen, einsamen Leo, dessen größte Angst es ist, von der Welt vergessen zu sterben und auch die junge Alma sehr sympathisch, so dass ich einfach nicht aufhören konnte zu lesen. Leo versucht sich verzweifelt mit absichtlich verursachten Peinlichkeiten in das Gedächtnis seiner Mitmenschen zu fressen und Alma ist in meinen Augen ohnehin die Heldin der Geschichte. Ihre Mutter, die unter dem Verlust des Vaters leidet, kam mir vor wie ein Schatten, doch dafür hat Alma ihre Augen überall – vor allem auf ihrem kleinen Bruder ‘Bird’, der sich für den Messias hält.

    Während das Buch für mich wegen des Aufbaus die ganze Geschichte über zwischen 2 und 3 (von 5) Sternen schwankte, überzeugte mich das Ende dann hin zur besseren Wertung. Während des Lesens schlichen sich die Charaktere der Story still und heimlich in mein Herz und als sich am Ende die Handlungsstränge endlich ordnen und zwei der wichtigsten Personen aufeinandertreffen, hatte ich eine regelrechte Gänsehaut, da der Titel des Buches der unausgesprochenen aber doch vorhandenen ‘Moral der Geschicht’ alle Ehre macht.

    Fazit:

    Eine Geschichte, deren Aufbau für Verwirrung sorgt – doch das Ende hinterlässt trotz allem eine Gänsehaut und zeigt: Liebe hat viele Formen.

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    AnikaFischers avatar
    AnikaFischervor 5 Jahren
    Ein Buch voller Hoffnung!

    Warum habe ich das denn nicht schon früher gelesen? 

    Inhalt:
    Leo Gursky, ein recht alter Mann, lebt ziemlich einsam und allein in New York, einzig einen Freund hat er, den er manchmal sieht. Er ist Schriftsteller, hat aber bis jetzt noch kein Buch veröffentlicht, glaubt er! Doch sein verloren geglaubtes Manuskript, das er für seine große Liebe Alma geschrieben hat, ist veröffentlicht worden. Zwar ist es nicht berühmt, aber es hat dennoch Leben beeinflusst. Die vierzehnjährige Alma wurde einer seiner Figuren benannt und ist jetzt auf der Suche nach dem Autor des Buches: Die Geschichte der Liebe.
    Ein Buch über verlorene Liebe, die niemals ganz erloschen ist und über unterdrückte Gefühle, weil nicht der Mut bestand sie zu offenbaren!

    Cover:
    (Ich habe eine Ausgabe mit einem etwas anderen Cover)
    Die Frau, die einen aus ihren verträumten Augen direkt anzuschauen scheint, verwirklicht den Inhalt des Buches allein durch ihren Blick: nachdenklich, verträumt, sehnsüchtig. Ich finde es wunderschön, wenn das Cover das Buch so repräsentiert und mich stört es überhaupt nicht, dass das Cover so schlicht gehalten wurde. Ganz im Gegenteil, denn mehr als den Blick braucht das Cover gar nicht!

    Meine Meinung:
    Der Anfang der Geschichte scheint für den Leser wie das Ende eines ereignisreichen und auch sehr tragischen Lebens. Zu hören, was Leo von seinem Leben erzählt, hat mich wirklich berührt und traurig gestimmt. Die Geschichte eines Mannes, der sich sein Leben lang versteckt hat und deshalb selbst fast glaubt verschwunden zu sein!
    Die Gefühle sind so ausführlich beschrieben, dass die Autorin sich sicherlich viel Zeit genommen hat diese zu entwickeln und nieder zu schreiben. Und deshalb geht dieser Roman auch direkt ins Herz von der ersten bis zur letzten Seite.
    Auch Almas Gefühle kommen gut zum Ausdruck! Ein vierzehnjähriges Mädchen, das absolut kein Kind mehr ist und auch schon viel mitgemacht hat.
    Die Autorin berichtet von zwei Leben, von zwei so unterschiedlichen Personen und es ist sehr schön, wie diese mit der Zeit immer und immer mehr verwoben werden.

    Trotz der Schicksalsschläge, die die Charaktere erlitten haben, ist das Buch manchmal wirklich zum Lachen und ich liebe es zu sehen, wie die Autorin aus einer traurigen Situation eine lustige macht.
    Die Charaktere haben alle so viel Tiefgründigkeit, auch nach mehrmaligem Hinsehen lösen sie sich nicht zwischen den Seiten in Luft auf, nein, sie werden nur noch lebendiger.
    Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Verschiedene Perspektiven werden dargestellt und verschiedene Arten der Erzählung werden genutzt: Die Ich-Perspektive, Listen oder Tagebucheinträge bereichern das Buch ungemein.
    Dieses Buch erzählt über das wahrhaftige Leben mit Höhen, Tiefen, Enttäuschungen und, ganz wichtig, der Hoffnung.
    Das Ende des Buches ist wunderschön. Während der Geschichte sieht man schon, wie sich das tragische Lebensende verändert, doch hier am Ende ist dieser Vorgang abgeschlossen, das tragische Ende entwickelt sich zu einem neuen Anfang und vermittelt die Hoffnung, dass es niemals zu spät ist!

    Fazit:
    Die Schönheit dieses Buches lässt sich nicht in Worte fassen. Ich kann euch nur raten es zu lesen und euch verzaubern und berühren zu lassen. Eins ist allerdings sicher, dieses Buch ist voller Hoffnung!

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    Bibliomanias avatar
    Bibliomaniavor 5 Jahren
    Und doch.

    Band 14 aus der Brigitte-Reihe der Liebesromane war Nicole Krauss’ „Die Geschichte der Liebe“.

    Ein wenig konfus im Verlauf geht es einerseits um Leo Gurksy. Ein Mann, der sich im Kindesalter in ein Mädchen verliebt und ihr eine Geschichte geschrieben hat. Das Mädchen muss fliehen und geht nach New York, wo er sie nach ein paar Jahren wiedertrifft, aber von seiner großen Liebe abgelehnt wird. Alma Singer ist die Tochter der großen Liebe von Leo. Das Manuskript hat über Umwege den zweiten Weltkrieg überlebt und gelangt von Polen nach Amerika. Dort findet Alma das Büchlein und macht sich auf die Suche nach dem Mann, der dieses Buch geschrieben hat.

    Eine wirklich bezaubernde und gleichzeitig traurige Geschichte. Man fiebert regelrecht mit den Charakteren mit. Jeder möchte jedem helfen, allen liegt etwas an der Familie und doch haben irgendwie alle Probleme mit Freunden und sind einsam. Besonders die Redewendung „und doch“ kommt häufig in den Abschnitten von Leo Gursky vor. So passend, wenn auch traurig. Hoffnungen werden zerstört, oder erfüllt. Allein die schafft es den gesamten Ton umzukehren. In schöner Sprache erzählt Nicole Krauss von Leo, Bruno, Alma, Bird und Charlotte, ihren Irrwegen und von ihrem Leben. Wirklich eine nette Lektüre.

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    Golondrinas avatar
    Golondrinavor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Geschichte der Liebe" von Nicole Krauss

    Leo Gursky, Überlebender des Holocaust lebt seine alten Tage allein in New York, lediglich sein alter Freund Bruno ist ihm geblieben. Seine große Jugenliebe Alma, die vor den Nazis nach Amerika floh, hat er nicht gefunden. Ein Buch jedoch hat er über sie geschrieben, das als verschollen gilt.
    Alma Singer, ein junges Mädchen sucht ihre Namenspatronin.
    Wie Buch, Autor und das junge Mädchen Alma zusammenfinden, davon handelt der Roman von Nicole Krauss.
    Ich hab mich das ganze Buch hindurch schwer getan, die vielen ineinander verwobenen Handlungsstränge zu verfolgen. Einzig die Kapitel über Leo Gursky boten einen wohltuenden Ruhepol im Lesefluss. Ich finde, hier hat die Autorin etwas übertrieben.
    Daneben gelingt es hier hervorragend, die Parallelen im Leben der beiden Haupthelden aufzuzeigen, warmherzig und nie kitschig.

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Geschichte der Liebe" von Nicole Krauss

    Inhalt des Buches:
    In diesem Buch geht es um den Roman " Die Geschichte der Liebe", welcher Leo Gursky vor dem Holocaust geschrieben hat. Gewidmet hat er dieses Buch seiner großen Liebe Alma. Alma kann mit der finanziellen Unterstützung ihres Vaters fliehen und emigriert nach Amerika. Als sie in Amerika ankommt bemerkt sie, dass sie ein Kind von Leo Gursky erwartet. Als die Nazis Leo Gurskys Dorf in Polen den Erdboden gleich gemacht haben und die meisten Dorfbewohner erschossen wurden, bricht der Kontakt ab. Alma schlußfolgert, dass ihre Liebe gestorben sei und wendet sich einem anderen Mann zu....
    Auf der anderen Seite geht es auch um die 14 - jährige Alma, die nach der Protagonistin der Geschichte der Liebe benannt wurde. Ihr Vater ist gestorben als sie ca. 10 Jahre alt war und ihre Mutter wird damit nicht fertig und versinkt in Depressionen....

    Eigene Meinung:
    Ich habe mich mit dem Einstieg de Buches sehr leicht getan. Die Geschichte vom 80- jährigen Leo Gursky, der täglich auf seinen Tod wartet, hat mir sehr gut gefallen. Sie wurde teilweise sehr humorvoll dargestellt, obwohl dieser Mensch sehr einsam und traurig ist. Als dann die Alma und ihre Familie vorgestellt wurde, hatte ich so meine Probleme damit. Ich konnte damit nichts anfangen und fand diesen Teil eigentlich nur überflüssig. Aus diesem Grund las ich sehr schnell diesen Abschnitt durch in der Hoffnung etwas mehr von Leo Gursky zu erfahren.
    Dies änderte sich ab Mitte des Buches. Ich konnte verstehen, was die Autorin mit der Geschichte von Alma und ihrer Familie mir sagen will.

    Fazit:
    Ein durch und durch gelungender Roman, der mich ab der Mitte des Buches komplett gefesselt hat. Es wird sehr gut der Einfluß des Holocaust auf die 3. Generation dargestellt. Auch wie Menschen damit umgehen als einziger in der Familie den Holocaust überlebt zu haben und in einem "fremden" Land wieder Fuß zu fassen. Ein Buch, welches ich bestimmt nochmal durchlesen werde.

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    Buecherbaers avatar
    Buecherbaervor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Geschichte der Liebe" von Nicole Krauss

    Auch ich kann mich euren positiven Rezensionen nur anschließen.

    Nicole Krauss versteht es ihre Leser zu verzaubern. Sie hat einen sehr schönen und angenehmen Schreibstil. Auch die Protagonisten sind sehr liebevoll und symphatisch beschrieben. Vor allem Alma und ihren kleinen Bruder Bird habe ich sehr ins Herz geschlossen.

    Teilweise kam ich etwas durcheinander mit den Handlungen und Personen. Das lag aber wahrscheinlich viel mehr daran, dass ich leider zu wenig Zeit hatte und immer wieder nur wenige Kapitel über einen langen Zeitraum gelesen habe.

    Fazit: Ein sehr empfehlenswertes und liebevolles Buch. Volle Punktzahl!

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    The iron butterflys avatar
    The iron butterflyvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Geschichte der Liebe" von Nicole Krauss

    Nicole Krauss liebt ihre Charaktere ganz besonders. Nicht dass sie sie zu sehr verwöhnen würde und ihnen nur Glück beschert, nein, ganz im Gegenteil, "Die Geschichte der Liebe" ist eine Geschichte über sehr realitätsnahe Personen, so fehlbar, so menschlich, dass es mir ans Herz geht. Personen, die man sich als Nachbar, Freund, Schwester vorstellen kann. Es ist kein Liebesroman, wie der Titel eventuell vermuten lässt, aber es geht um Liebe, um die Liebe zu verlorenen Personen, um die Liebe zu Personen, die zwar neben einem leben, die man aber oft nicht so erreicht, wie man es gerne würde.
    ...ich erzähle ihr, wie mein Vater, David Singer, "Die Geschichte der Liebe" im Schaufenster eines Buchladens in Buenos Aires entdeckte, als er, zweiundzwanzig Jahre alt, allein mit einer topographischen Karte, einem Kompass, einem Schweizer Armeemesser und einem spanisch-hebräischen Wörterbuch auf Reisen war. Ich erzähle ihr auch von meiner Mutter und ihrer Wand aus Wörterbüchern, und von Emanuel Chaim, im Namen seiner Freiheit Bird genannt, und wie er den Versuch zu fliegen mit einer bleibenden Narbe am Kopf überlebte...
    hier spricht Alma...Alma ist vierzehn und nach einer Romanfigur benannt, der großen Liebe von Leo Gursky. Vor beinahe 70 Jahren hat Leo für seine große Liebe, damals noch in Polen, Geschichten geschrieben. Geschichten über die Liebe, von der Liebe, so zärtlich und traurig, wie nur die Liebe sein kann. Und dann hat er alles verloren, Alma, sein Manuskript und noch viel mehr. Auch die vierzehnjährige Alma hat einen Verlust erlitten und macht sich eines Tages auf die Suche. Erstaunlich spannend entwickelt sich dieses zarte Buch und ich habe es auch beim zweiten Mal lesen kaum aus den Händen legen wollen. Dies liegt aber auch an der besonderen Fähigkeit von Nicole Krauss, diese Geschichte so zart zu weben. Langsam aber sicher löst sich vieles auf, die Schleier der Ungewissheit werden gelüftet und doch bleibt es immer wie im echten Leben, manches bleibt unwiederbringlich verloren, aber eine Umarmung kann helfen. Ein absolutes Lieblingsbuch!

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    Claris avatar
    Clarivor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Geschichte der Liebe" von Nicole Krauss

    Es ist ein seltsames, irrwitziges und merkwürdiges Buch, das Nicole Krauss hier geschrieben hat. Aber am seltsamsten und sehr überraschend ist, dass hier eine erst 29 Jährige Schriftstellerin so lebensnah und echt das Leben eines über 80 Jährigen Mannes auf seinen Wegen und in seiner armseligen Altersexistenz zu beschreiben vermochte.
    Leo Gursky hat es als polnischen Juden während des Krieges in jungen Jahren nach Amerika, NY, verschlagen. In seiner Heimat und in seiner Jugend liebte er ein Mädchen mit Namen Alma. Sie ist es, an der sein Herz hängt und um die sich in allerlei verwirrenden Formen die ganze Geschichte der Liebe dreht, denn er hat sie aufgeschrieben, seine und Almas Geschichte.
    Mal ist diese Geschichte in der Geschichte ganz verloren gegangen, dann taucht sie wieder auf, als ein früher Jugendfreund von Leo sie im argentinischen Exil als sein Buch ausgibt.
    Ein auch sehr seltsames Mädchen mit Namen Alma, die von ihren Eltern nach der Alma im Buch der Geschichte benannt wurde, sucht der Geschichte auf den Grund zu kommen. Ihr früh verstorbener Vater hat das Buch „ Die Geschichte der Liebe“ ihrer Mutter geschenkt, die wiederum einer Tages mit der Übersetzung des Textes aus dem Spanischen betraut wurde. Von wem? Einem Mann Namens Jacob Marcus. Auch dieser aber hat eine fremde Identität, die nichts mit dem Namen J.M. zu tun hat.
    Es sind viele Geschichten in diesem Buch, die sich immer wieder überschneiden und in einander greifen.
    Das Erzählte ist verwirrend und verschachtelt und schlingert von einem Geheimnis zum nächsten. Die Spannung aber bleibt.
    Die kurzen, überschaubaren und fast lakonischen Sätze geben dem Ganzen zu Zeiten eine gewisse Komik und auch Tragik.

    Am Ende ist es eine Geschichte von Liebe und Finsternis, von Träumen, Verrat, Suche und Einsamkeit,--eine einfach ganz wunderbare Geschichte, wie es sie über viele jüdische Schicksale mit der Endstation Amerika gibt.

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    Thailas avatar
    Thailavor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Geschichte der Liebe" von Nicole Krauss

    Das Buch und die Autorin wurden in einer Sendung über New Yorker Schriftsteller vorgestellt, ansonsten wäre ich auf Grund des Titels wahrscheinlich nie auf das Buch gestossen. Der Roman ist eigentlich keine Liebesgeschichte, oder wenn nur nebenbei. "Die Geschichte der Liebe" ist ein geheimnisvolles Mauskript, dass ein junger polnischer Jude während des 2. Weltkrieges verfasst und seiner Freundin schickt, die nach New York immigriert ist. Plötzlich taucht die selbe Geschichte in Chile in spanischer Sprache als gedruckte Fassung auf. Der Roman ist aus der Sicht von ganz unterschiedlichen Personen erzählt, die alle irgendetwas mit dem Manuskript zu tun haben: Leo Gursky, der Autor, der als alter, einsamer Mann in New York lebt, die 13-jährige Alma Singer, die nach der Hauptperson der Geschichte benannt ist, Bird, ihr kleiner Bruder, der sich für den Messias hält, Roas, die Frau eines chilenischen Autors. Sehr geschickt sind die einzelnen Erzählstränge miteinander verflochten.
    Alle Personen betrauern den Verlust einer oder mehrerer geliebter Personen und entwickeln ganz unterschiedliche Strategien damit umzugehen. Das Buch ist auch eine Geschichten über die langen Folgen des Holocausts und sehr einfühlsam werden die Narben der Überlebenden gezeigt. Daneben lebt die Geschichte aber auch von ihrem Lebensmut und manchmal grimmigen Humor. Ich mußte beim Lesen häufig loslachen. Nicht nur weil es um New Yorker Juden geht, mußte ich häufig an die Geschichten von Lilly Brett denken.
    Ein ganz wunderbares Buch!

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