„Der Klang meiner Erde“ von Nicole Nau und Luis Pereyra erzählt die Geschichte des Tango Argentino. Beide sind begnadete Tänzer.
Nicole Nau hat nach vielen Engagements als Tänzerin mit ihrem Mann den Schritt nach Argentinien gewagt. Dort übernahm das Paar für einige Jahre die künstlerische Leitung in den Tangohäusern Café de los Angelitos, Viejo Almaćen und im Aqui Folklore.
Luis Feryra begann sein Tanzstudium mit 4 Jahren und hat sich seither dem Tango verschrieben. Er wirkte weltweit bei zahlreichen Tango-Produktionen als Solotänzer und als Choreograf mit. 1996 gründete Luis Feryra seine eigene Kompanie. 2012 und 2015 wurde er mit dem argentinischen Kulturpreis ausgezeichnet.
Wer könnt also de Tango-Interessierten die Geschichte des Tanzes näherbringen als Nicole Nau und Luis Pereyra.
Auf eine gut verständliche Art erzählen die Autorin/der Autor die Geschichte des Tangos. Angefangen bei der Erstehung
Gleich am Anfang stellen die beiden Autoren klar, dass der Tang nicht wie Mythen behaupten ein Ritual am Hafen zwischen Matrosen und leichten Mädchen war.
Mitte des 19. Jahrhunderts leiteten die Ureinwohner Argentiniens unter Armut und unter der Einwanderung westlicher Europäer. Für die Ureinwohner wurde der Platz immer enger. Sie bekriegten sich selbst und dabei spielte der Tango eine Rolle. Es war ein Tanz ohne Musik in dem sich 2 Männer gegenüberstanden und endete meist mit dem Tod.
Nach und nach erfahren die Leser*innen die Entwicklung des Tangos bis in die heutige Zeit. Die Geschichte des Tangos ist wie bei keinem anderen Tanz sehr interessant und liegt weit zurück.
Der Tango war ein wilder Tanz der Wut und Verzweiflung ausdrückt. Noch heute ist es ein wilder aber durchaus eleganter Tanz.
Nicole Nau und Luis Pereyra Haben großartige Recherchearbeit geleistet und für ihre Leser*innen die lange zurückliegende Entstehung des Tangos ausgegraben.
Viele Fotos und Illustrationen untermauern das Erzählte.
Die Schreibweise von Nicole Nau und Luis Pereyra drückt sehr viel Liebe und Leidenschaft für den Tanz aus. Die Worte sind poetisch zu nennen.
„Der Klang meiner Erde“ hat mir viel über den Tango vermittelt, was ich vorher nicht gewusst habe. Es ist ein interessantes Buch, dass die Geschichte eines der wohl berühmtesten Tänze der Welt erzählt. Ich habe das Lesen sehr genossen.
Nicole Nau

Lebenslauf
Nicole Nau wurde in Düsseldorf geboren, studierte Grafikdesign und ließ sich in Argentinien zur Tänzerin ausbilden. Es folgten Engagements erst in Kanada, dann Argentinien, auch am Opernhaus Teatro Colón, Buenos Aires. Seit 2001 tanzt Nicole Nau mit ihrem Ehemann Luis Pereyra. Das Paar führt eine eigene Company und bildet Tänzer im Tango Argentino und der argentinischen Folklore aus. 2006 übernahmen sie die künstlerische Leitung im Café de los Angelitos und Viejo Almacén. Ihre Eigenproduktion VIDA! wurde im Folies Bergére Paris, World Forum Den Haag, Admiralspalast Berlin, KKL Luzern, Teatro Astral Buenos Aires, etc. mit Standing Ovations gefeiert. Die argentinische Post widmete ihr zwei Briefmarken. Ihr Buch "Tanze Tango mit dem Leben" erschien 2013 im Bastei Lübbe Verlag. Ihr Buch "Der Klang meiner Erde" schrieb sie zusammen mit ihrem Tanzpartner Luis Pereyra, es erscheint 2025 im PalmArtPress Verlag Berlin. Nicole Nau & Luis Pereyra lieben die argentinische Kultur. Die originalen Wurzeln liegen beiden sehr am Herzen. Als Botschafter des Tango Argentino ist es Nicole Nau und Luis Pereyra deshalb ein tiefes Anliegen, diesem Tanz den Mythos zu nehmen.
Botschaft an meine Leser
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Wir leben in Buenos Aires und seit 50 Jahren den Tango Argentino. Als Profitänzer & Künstler liegt uns das Echte am Herzen. Wir geben jenen eine Stimme, deren Vorfahren jenen Tanz erfanden, der heute die Herzen der Menschen berührt. Der Tango war ein Ruf im Schmerz. Die Indigenen Argentiniens – Afrikaner, Gauchos, Kreolen – gaben ihm Rhythmus & Takt, seine mit der Erde verbundene Kraft. Tango Argentino ist Folklore. Er ist die Poesie eines Volkes, das die Freiheit liebt und die Sklaverei ertrug. Wer hinsieht, hinhört, wer seine Schritte selbstsicher setzt, der spürt den Zauber dieser Folklore.
Alle Bücher von Nicole Nau
Der Klang meiner Erde
Tanze Tango mit dem Leben
Neue Rezensionen zu Nicole Nau
Wer selbst gerne tanzt oder sich in sonst einer Form gerne mit dem Tanzen beschäftigt weiß, es gibt zu vielen Tänzen, wie auch dem Tango, um den es in diesem Buch geht, Partys, Kurse und meist sogar auch Wettbewerbe.
Auch der Tango wird als Show- und Turniertanz getanzt, doch ist er so viel mehr als das. Und genau das kann man in diesem Buch wunderbar nachverfolgen und miterleben, in dem man Einblicke in die Entstehung des Tangos und dessen Symbolik bekommt aber auch den ein oder anderen Einblick in das Leben der beiden Profitänzer, die diesem Tanz eine besondere Bedeutung und einen festen Platz in ihrem Leben gegeben haben.
Für alle Tanzbegeisterten eine absolute Leseempfehlung! 😍💃🏻
Buchinhalt und Meinung:
Mit „Der Klang meiner Erde“ gelingt Nicole Nau und Luis Pereyra ein leidenschaftliches Manifest für alle, die nicht nur mit dem Körper, sondern vor allem mit dem Herzen und der Seele tanzen. Ein Buch, das bewegt, begeistert und Mut macht, sich nicht nur vorgegeben Rahmen anzupassen, sondern den eigenen inneren Tanz zu finden- frei, wild und ganz bei sich selbst.
Bereits die ersten Seiten lesen sich wie eine Liebeserklärung, nicht nur an den Tango selbst, sondern auch insbesondere an dessen Ursprung, dessen Geschichte und an das Lebensgefühl, das die Geschichte dieses Tanzes vermittelt.
Und genau diese Auseinandersetzung mit dem Ursprung des Tanzes, ist es, die dem Buch eine besondere Tiefe verleiht. Die beiden Autoren nehmen uns mit auf eine bewegende Reise durch Zeit und Kulturen und zeigen, dass Tanz seit jeher ein natürlicher Ausdruck menschlicher Emotionen, Rituale und Gemeinschaft war. Diese Rückschau gibt dem Buch eine faszinierende Tiefe und zeigt, wie tief verwurzelt das Tanzen in unserer Menschlichkeit ist. Denn die Entstehungsgeschichte des Tanzes ist nicht bloß ein Hintergrund, sondern ein lebendiger Teil des Tanzes selbst. Tango tanzen bedeutet, diese Vergangenheit in jedem Schritt mitzunehmen und ihr mit Respekt und Empathie Ausdruck zu verleihen.
Ebenfalls gibt das Buch natürlich auch Einblicke in die Theorie des Tanzes selbst.
Es werden die 9 Elemente des Tangos beschrieben und was z.B. der Ursprung des jeweiligen Elementes ist, was dessen Bedeutung für den Tanz ist und welche Schritte von wem ausgeführt werden, welche Varianten es davon gibt und auch, was bei der Ausführung dieser Elemente gefühlt wird.
Dennoch wird immer wieder deutlich, dass das Buch kein pures Werk über Schritte und Bewegungen ist und darüber hinaus auch nicht nur über die Tanzleidenschaft an sich, sondern vielmehr ein tief empfundenes Zeugnis zweier Menschen, die dem Tanz nicht nur einen Platz in ihrem Leben sondern Raum in ihrem Herzen geben.
Wie ein roter Faden zieht sich ebenfalls die Botschaft, dass der Tango selbst nicht in zu enge Regeln gepresst werden sollte. Beide Autoren plädieren immer wieder dafür, den Tanz als freie und lebendige Ausdrucksform zu bewahren. Eine Verbindung auf Augenhöhe, ein respektvolles Miteinander im Moment.
Eigentlich ist es genau diese stille Übereinkunft im Tanz, die zum Sinnbild gelungener menschlicher Begegnung w werden sollte, geprägt von Respekt, Vertrauen und Offenheit.
„Der Klang meiner Erde“ entführt uns in eine faszinierende Welt des Tango Argentino – weit mehr als eine einfache Tanzanleitung. Nicole Nau und Luis Pereyra zeichnen in diesem Buch ein vielschichtiges Porträt eines Tanzes, der aus der Verschmelzung indigener Wurzeln, europäischer Einflüsse und afrikanischer Klänge erwachsen ist. Die Leser:innen erleben nicht nur die technische Seite des Tangos, sondern tauchen ein in eine bewegende Geschichte, die von Schmerz, Stolz, Sehnsucht und Hoffnung erzählt.
Was mich besonders beeindruckt hat, ist die einfühlsame Darstellung des Tangos als Ausdruck kollektiver Erfahrungen. Die Autoren lassen uns spüren, wie der Tanz ursprünglich als rauer, kämpferischer Ausdruck männlicher Konkurrenz auf staubigen Straßen entstand und sich über Jahrhunderte zu einem Symbol kultureller Identität entwickelte. Luis Pereyra, als Enkel einer Indianerin, verleiht der Geschichte eine ganz persönliche Note, die dem Gesamtbild eine authentische und emotionale Tiefe verleiht.
Die kunstvolle Verknüpfung von historischen Fakten und poetischer Sprache macht das Buch zu einer regelrechten Entdeckungsreise. Die farbigen Abbildungen tragen dazu bei, dass der Leser die lebendige Ästhetik und Leidenschaft des Tangos beinahe fühlen kann. Man spürt regelrecht, wie jeder Tanzschritt, jede Bewegung, und jede Erinnerung einen Teil der Geschichte Argentiniens widerspiegelt.
Dieses Buch ist eine Hommage an den Tango – seine Ursprünge, seine kulturelle Bedeutung und seine unsterbliche Kraft, Menschen miteinander zu verbinden. Es richtet sich nicht nur an passionierte Tänzer:innen, sondern an alle, die sich von einer tiefgreifenden Verbindung zwischen Kunst und Leben inspirieren lassen wollen.
Gespräche aus der Community
Von der wahren Geschichte eines Tanzes, der die Welt berührt.
Einfühlsam und bewegend erzählen Nicole Nau und Luis Pereyra von dem Ursprung des Tango Argentino. Mit kraftvollen Bildern und einem Zeitbogen von 180 Jahren zeigen sie, dass dieser Tanz einst den Indigenen Argentiniens gehörte – und bis heute Folklore ist.
Eine beeindruckende Reise durch die Tanzgeschichte.
Die neun Elemente des Tango sind wahnsinnig spannend und hier auch sehr gut erklärt. Die grafischen Darstellungen haben mir beim Verständnis geholfen und die Art wie die Autoren ihre Sprache ausdrücken vermittelt ihre Liebe zum Tango. Tango lernt man nicht nach strengen Regeln, man muss ihn fühlen und leben - das hab ich aus diesem Abschnitt mitgenommen.
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