Nicole Steyer Der Gaukler und die Tänzerin

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Inhaltsangabe zu „Der Gaukler und die Tänzerin“ von Nicole Steyer

Ein praller historischer Roman über eine Frau, die sich im Hessen des 18. Jahrhunderts ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen muss, von der Erfolgsautorin Nicole Steyer und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Diskriminierung. Einst trug die Zigeunerin Suni einen anderen Namen. Einst wohnte sie in einem Schloss und nicht in Zelten. Aber das war in einem anderen Leben, vor jener Nacht, in der der dunkelhäutige Mathis, den man den "Schokoladen-Jungen" nennt, dem kleinen Mädchen das Leben rettete und die Freunde getrennt wurden. Als Suni Jahre später nach Darmstadt zurückkehrt, weckt die vertraute Umgebung verdrängte Erinnerungen. Damit wird Suni erneut zur Gefahr für die Frau, die ihr schon einmal nach dem Leben trachtete … Wird ihr Lebensretter von einst ihr noch einmal helfen können?

Ein bildgewaltiger historischer Roman über das Thema Andersartigkeit und Diskriminierung. Toll recherchiert, aber mit kleinen Schwächen.

— tinstamp
tinstamp

Ein sehr gut recherchierter, historischer Roman, der einem die Welt der Roma näherbringt und ein Zeichen gegen Diskrimierung! LESEN!!

— Hopeandlive
Hopeandlive

Toller historischer Roman mit einer wichtigen Message

— zessi79
zessi79

Schöner historischer Roman mit kleinen Schwächer, aber trotzdem wegen des flüssigen Schreibstils zu empfehlen.

— Odenwaldwurm
Odenwaldwurm

Die Schicksale der einzelnen Beteiligten haben mich zum Teil sehr berührt. Dem Roman als Ganzes ist das leider nicht durchgängig gelungen.

— hasirasi2
hasirasi2

mittelmäßiger historischer Roman mit stellenweiser unrealistischer Handlung und etwas farblosen Protagonisten,

— Engel1974
Engel1974

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  • Leserunde zu "Der Gaukler und die Tänzerin" von Nicole Steyer

    Der Gaukler und die Tänzerin
    nicole_steyer

    nicole_steyer

    Hallo Ihr Lieben,heute möchte ich Euch gerne ins 18. Jahrhundert entführen. Genauer gesagt in das Jahr 1737 in die Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, die damals von dem Grafen Ernst-Ludwig regiert wurde. Begleitet mich in die Welt der Zigeuner, wo ihr Suni kennenlernen werdet, die einst Magdalene hieß.  Lernt Mathis, den Schokoladenmohr und die eigentümlichen Bewohner von Lorenz' Wandertheater kennen, in dem Licht und Schatten eng beeinander liegen. Ich würde mich freuen, wenn ich Euch auf die spannende Reise mitnehmen kann und ihr Suni/Magdalene... manchmal heißt sie auch Pusomori, genauso lieben lernt, wie ich sie liebe.... und was ein Pusomori ist, erfahrt ihr aus dem Buch...Hier der offizielle KlappentextEin praller historischer Roman über eine Frau, die sich im Hessen des 18. Jahrhunderts ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen muss, von der Erfolgsautorin Nicole Steyer und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Diskriminierung.Einst trug die Zigeunerin Suni einen anderen Namen. Einst wohnte sie in einem Schloss und nicht in Zelten. Aber das war in einem anderen Leben, vor jener Nacht, in der der dunkelhäutige Mathis, den man den "Schokoladen-Jungen" nennt, dem kleinen Mädchen das Leben rettete und die Freunde getrennt wurden. Als Suni Jahre später nach Darmstadt zurückkehrt, weckt die vertraute Umgebung verdrängte Erinnerungen. Damit wird Suni erneut zur Gefahr für die Frau, die ihr schon einmal nach dem Leben trachtete … Wird ihr Lebensretter von einst ihr noch einmal helfen können? Wer ein Exemplar gewinnt, verpflichtet sich dazu, es innerhalb der nächsten 4 Wochen nach Erhalt zu lesen, sich aktiv in der Leserunde zu beteiligen und das Buch anschließend zu rezensieren. Mindestens hier bei Lovelybooks, gerne aber auch noch woanders. Um euch zu bewerben, solltet ihr schon mindestens eine aussagekräftige Rezension hier auf Lovelybooks veröffentlicht haben.

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  • Der Gaukler und die Tänzerin

    Der Gaukler und die Tänzerin
    jackdeck

    jackdeck

    21. July 2017 um 16:05

    Sommerurlaub und ein gutes Buch, mittlerweile ersehne ich schon vorm Ferienbeginn einen neuen, historischen Roman von Nicole Steyer. So auch hier, das Buch verschönerte mir den Urlaub auf spannende Art und Weise. In ihrem neuen Roman „ Der Gaukler und die Tänzerin“ erzählt die Autorin Nicole Steyer die Geschichte des Zigeunermädchens Suni und ihrem Jugendfreund Mathis, einem dunkelhäutigen „Schokoladenjungen“. Magdalene wächst behütet im Hause ihres Vaters dem Landgrafen von Hessen Darmstadt auf. Als 6-jährige musste sie den Mord an ihrer Mutter durch die zukünftige Ehefrau des Landgrafen, Luise von Spiegel, mitansehen und vor Angst flüchtet sie. Magdalene landet bei einer Zigeunergruppe und findet hier eine neue Heimat, wird Tänzerin und bekommt sogar den neuen Namen Suni. Mathis, der Schokoladenmohr aus Kindheitstagen, rettet sie, muss aber auch mit seinen Geistern der Vergangenheit kämpfen. In Magdalenes Leben treten immer wieder Menschen, die ihr helfen aber sie ist auch immer wieder in Gefahr durch Lorenz, der aus Liebe zu Luise von Spiegel, immer perfidere Aufträge annimmt und so Suni/Magdalene durchs Land verfolgt. Im Laufe der Geschichte wird aus dem unsicheren jungen Mädchen eine mutige, selbstsichere Frau, die ihre Zukunft selbst in die Hand nimmtDer Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen. Die Geschichte ist durchgängig spannend und hat keine Längen. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte weiter geht.Die Charaktere Suni / Magdalene und Mathis haben mir sehr gut gefallen. Die beiden Protagonisten aber auch sämtliche Nebencharaktere waren sehr gut ausgearbeitet und ich konnte mir alle bildlich vorstellen.Die sehr gute Recherchearbeit der Autorin, die ihrem Roman durch reale Vorbilder Authentizität eingehaucht hat, macht die Geschichte besonders. Besonders möchte ich die Vielfalt der historischen Charaktere hervorheben die in Nicoles Büchern immer wieder zu Wort kommen. Diesmal hat mich der Hintergrund der Sinti/Zigeuner besonders interessiert, davon habe ich bis dato nicht viel gelesen.  So gefiel mir fast am meisten der Part der alten Geschichte, wie aus den Sinti ein ruheloses Volk wurde. Dies ist aber nur eine Impression eines wirklich empfehlenswerten Buches, was ich mit Freude und Interesse gelesen habe. Nicole Steyer versteht ihr Handwerk und ist für mich eine feste Größe geworden.

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  • Roma...Tanzen... Schokolade! Und alles in Hessen!!

    Der Gaukler und die Tänzerin
    Hopeandlive

    Hopeandlive

    20. July 2017 um 15:17

    Darmstadt und Umgebung im 18. Jahrhundert:Die kleine Magdalene wächst als tanzbegeistertes Töchterchen der Lieblingsmätresse des Landgrafen in dessen Schloss auf. Mit ihrem Kinderfreund Mathis, der als Schokoladenmohr auch auf dem Schloss lebt, teilt sie alle Geheimnisse und schon als Kinder spürt der Leser die tiefe, geheimnisvolle Bindung der beiden.Durch ein fürchterliches, traumatisches Erlebnis und eine mörderische Intrige muss Magdalene in einer bitterkalten Winternacht aus dem Schloss fliehen. Zuflucht findet sie bei umherziehenden Zigeunern, die sie durchgefroren finden und in ihrem Clan aufnehmen. Dort wird sie zu Suni, der Zigeunerin, die tanzend die Menschen auf den Märkten bezaubert und mit den Zigeunern Jahr um Jahr durch die Lande zieht, immer auf der Flucht vor den Häschern des Landgrafen, der die "böse Rotte" vogelfrei erklärt hat. Nach Jahren kehrt Suni mit ihrem Clan wieder nach Darmstadt zurück und die vertraute Umgebung weckt verdrängte Erinnerungen an erlittenes Leid und erneut wird sie zur Gefahr für die Frau, die ihr schon einmal nach dem Leben trachtete.....Auch Mathis musste in der Nacht fliehen und fand Zuflucht bei Lorenz, dem grausamen Leiter einer Gauklergruppe. Er ist auch der Liebhaber der Frau, die bis zuletzt versucht, Suni ein für alle Mal aus dem Weg zu räumen.Suni alias Magdalene und Mathis stehen auf verschiedenen Seiten und doch zieht es sie wie magnetisch immer wieder zueinander. Wird es ihnen gelingen, die Intrige aufzuklären?Nicole Steyer ist wirklich ein außergewöhnlich gut recherchierter, flüssig zu lesender, historischer Roman über das Leber der Roma gelungen und setzt ein deutlichese Zeichen der Wertschätzung für dieses Volk!Auch ich bin noch mit solchen Sätzen wie....."hol schnell die Wäsche rein, die Zigeuner kommen" aufgewachsen, die mich unbewusst geprägt haben und die ich als Kind nicht einschätzen konnte.Es lohnt sich, auch mal auf die eigene Geschichte zu schauen und mit solchen negativen Sätzen aufzuräumen.Die Protagonisten Magdalene und Mathis fand ich schon sehr symphatisch und ihre Entwicklung während des Romans gefällt mir sehr gut. Doch mein Herz hab ich eindeutig an Dora verloren, eine Zwergin, die mit Mathis in der Gauklergruppe gelebt hat. Sie hat eine innere Größe gezeigt, die ich oftmals bei "normal" großen Menschen vermisse.Auch Johann, der Buchhändler, den Suni bei ihren zahlreichen Fluchten trifft, mochte ich sehr. Er liebt Bücher und hat das Herz auf dem rechten Fleck.Einige Zitate gefallen mir sehr gut, geben sie doch dem Roman eine Tiefe, die bei so flüssig zu lesenden Büchern nicht selbstverständlich ist. Ich kann jetzt nur die Empfehlung aussprechen:LESEN!!

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  • Der Gaukler und die Tänzerin

    Der Gaukler und die Tänzerin
    StephanieP

    StephanieP

    19. July 2017 um 16:34

    Suni ist eine junge Frau, welche von Zigeunern aufgezogen wurde. Als sie mit ihrer Gruppe nach Darmstadt reist kommen in ihr Erinnerungen an die Vergangenheit hoch. Suni hieß eigentlich Magdalene und war die Tochter des Landgrafen. Eines Tages hat sie die Ermordung ihrer Mutter beobachtet und ist ebenfalls ins Visier der Täterin geraten. Nur mit der Hilfe ihres damaligen Freundes Mathis gelang ihr die Flucht zu den Zigeunern. Allerdings wurde sie von Mathis getrennt. Jahre später begegnet Suni erneut der Mörderin ihrer Mutter und gerät in große Schwierigkeiten. Nicole Steyer hat einen bildlichen und flüssigen Schreibstil, womit es ihr gelungen ist einen gelungenen historischen Roman zu verfassen. Es wechseln sich immer wieder die Geschichten um Suni, Mathis und Lorenz ab, wobei die einzelnen Handlungsstränge geschickt miteinander verknüpft weden. Die Spannung wird schnell aufgebaut und das gesamte Buch hindurch gehalten. Zudem machen die bildlichen Beschreibungen der Autorin beim Lesen besonders viel Spaß, da man sich die Orte und Charaktere sehr gut vorstellen kann. Die einzelnen Kapitel sind logisch aufgebaut, wodurch unnötige Längen und Wiederholungen vermieden werden können. Als Leser kann man sofort in die Handlung einsteigen und ihr ohne Probleme bis zum Ende folgen. Die Handlung ist gut durchdacht, aber teilweise passiert auf wenigen Seiten zu viel. Die Zufälle im Buch waren zum Teil auch zu viel und ließen die Handlung manchmal etwas unglaubwürdig erscheinen. Die Charaktere sind sehr authentisch und bildlich beschrieben. Als Leser kann man sich somit schnell ein Bild der einzelnen Protagonisten machen und Sympathie/Antipathie entwickeln. Vor allem Suni, Mathis und Dora waren mir sofort sympathisch, was zur Folge hatte, dass ich das ganze Buch mit ihnen mitgefiebert habe. „Der Gaukler und die Tänzerin“ wirkt geschichtlich sehr gut recherchiert, was die Handlung besonders authentisch macht. Sowohl das Nachwort als auch das Kapitel über die Hintergründe/Persönlichkeiten belegen, dass sich Nicole Steyer mit den geschichtlichen Fakten sehr gut beschäftigt und viel recherchiert hat. FAZIT: „Der Gaukler und die Tänzerin“ kann durch eine bildliche und fesselnde Schreibweise wirklich überzeugen. Aufgrund kleiner Schwächen in der Handlung vergebe ich 4 Sterne!

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  • Der Mohr hat seine Schuld getan

    Der Gaukler und die Tänzerin
    tinstamp

    tinstamp

    18. July 2017 um 15:00

    Der neue historische Roman von Nicole Steyer entführt den Leser diesmal in die Welt der Roma. Doch bevor unsere Hauptprotagonistin Magdalene ihr Leben in einem Zeltlager verbringt, lebt sie gemeinsam mit ihrer Mutter wohlbehütet und geliebt als uneheliche Tochter des hessischen Landgrafen in seiner Villa. Als sie mit sechs Jahren Zeuge am Mord ihrer Mutter wird, flieht sie bei Sturm und Schnee kopflos hinaus in die Kälte. Dort wird sie von einer Zigeunerin aufgelesen und mit ins Zeltlager genommen, wo sie eine neue Familie findet.1737. Als Suni lebt Magdalene nun schon zehn Jahre bei den Roma, wo sie als Tänzerin auftritt. Ihre Roma Mutter Rosina und ihre kleinen Schwester Cikni, die kurz vor der Hochzeit steht, sind ihr sehr ans Herz gewachsen. An ihre frühere Kindheit erinnert sich Suni kaum noch. Als sie eines Tages mit Sorlo einen Ausflug in ein Jagdschlösschen im Wald macht, sieht sie ein Bild von ihrem Vater und ihr als kleines Mädchen an der Wand hängen und es kommen einige Erinnerungen wieder. Kurz darauf trifft sie auch noch auf die Frau, die ihre Mutter ermordet hat, und erkennt die Gefahr in der sie, und alle die bei ihr leben, schwebt. Als ihr Clan überfallen und alle ermordet werden, rettet sie Mathis, der Schokoladenmohr aus Kindheitstagen. Beide wissen, dass nur eine Frau bzw. ihr Handlanger hinter den Überfall stecken kann.Ab nun heißt es Flucht.....Das Leben bei den Roma und die Ausgrenzung, die diese Menschen erleben, hat die Autorin wunderbar beschrieben. Auch das "Kuriosenkabinett" von Lorenz, bei dem Mathis Zuflucht gefunden hat, kann man sich bildhaft vorstellen. Er behandelt die armen Menschen, die teilweise sogar von ihren eigenen Familien ausgestoßen wurden, weil sie kleinwüchsig oder als siamesische Zwillinge geboren wurden, schlimmer als Tiere und zeigt wie grausam Menschen gegenüber andersartig aussehenden Menschen waren. Das hat sich sicher nicht bis heute geändert, doch war diese Zurschaustellung und Erniedrigung damals noch viel schlimmer. Auch der Aberglaube hatte einen fixen Platz in dieser Zeit und so wird der Mohr Mathis immer wieder mit dem Teufel und der Hölle in Verbindung gebracht.Gut beschrieben wird auch das Leben der Antoniter - der Unterschied zwischen den geldgierigen Kirchenmännern, die selbst noch Kranken das letzte Hemd ausziehen, und dem freundlichen Laienbruder Adam, der seinen Glauben so lebt, wie es sein sollte - durch Nächstenliebe. Er ist es auch, der Suni und Mathis immer wieder hilft und unter die Arme greift.Leider war der Handlungsablauf diesmal an vielen Stellen sehr ähnlich. Magdalene ist auf der Flucht, es gibt einen Unfall oder einen Überfall und sie entkommt gerade noch. Dies wiederholt sich des öfteren und wirkt beim x-ten Male etwas unglaubwürdig. Die Zufälle häufen sich, was aber nicht zu Lasten der Spannung geht. Die tiefe Freundschaft zwischen Suni und Mathis wirkte für mich allerdings manchmal etwas unglaubwürdig. Zu dieser Zeit wäre eine Liebe zwischen Schwarz und Weiß nie möglich gewesen.Die Zerissenheit von Magdalene, die die ersten sechs Jahre als Adelige aufgezogen wurde, aber danach die Freiheit der Roma erlebt, wird von der Autorin hingegen sehr eingehend und überzeugend beschrieben. Ist sie Suni oder Magdalene? Diese Frage wird sich die junge Frau bis zum Ende stellen...Die historischen Romane der Autorin sind immer ein absolutes Muss für mich, denn Nicole Steyer bringt in ihren Büchern immer wieder andere Themen zur Sprache, die absolut fasznierend sind. Hier sind es die Roma oder die Andersartigkeit der Menschen. In "Der Fluch der Sommervögel" widmete sie sich der Zeichenkunst und dem Studium der Schmetterlinge. Auch Aberglaube spielt in ihren Romanen immer eine große Rolle.Schreibstil:Der Schreibstil von Nicole Steyer ist sehr einnehmend, lässt sich sehr gut lesen und lässt Bilder im Kopf entstehen. Die Autorin hat großartig recherchiert und ein bleibendes Bild der Roma mit ihren Eigenheiten gemalt. Im Nachwort gibt es noch einen kleinen Einblick zur Recherche über die Roma, ebenso gibt es noch eine Aufzählung historischer Persönlichkeiten und Hintergründe zum Buch.Fazit:Ein bildgewaltiger historischer Roman über das Thema Andersartigkeit und Diskriminierung von Menschen, verpackt in einer Geschichte voller Intrigen, Mord, Aberglaube, Zerrissenheit, aber auch Hoffnung und Freundschaft. Toll recherchiert, aber mit kleinen Schwächen.

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  • Ein Leben bei den Roma

    Der Gaukler und die Tänzerin
    flieder

    flieder

    17. July 2017 um 21:17

    Die kleine Magdalene, eine Tochter der Mätresse des Landgrafen Ernst- Ludwig, bangt um das Leben ihrer Mutter, die sehr geschwächt auf die Geburt ihres 2. Kindes wartet. Als die Tage vergehen, beschließt sie sich heimlich in das Schlafzimmer ihrer Mutter zu schleichen. Was sie dort sieht wird ihr ganzes Leben ändern, denn ihre Mutter wird gerade von Luise von Spiegel, die selbst gerne mit dem Landgrafen verheiratet wäre, umgebracht. Voller Angst flieht sie in die eisige Winternacht und findet Schutz unter einem Zigeunerwagen. Der Klan nimmt sie liebevoll auf und sie bekommt den Namen Suni. Jahre später, Suni ist mittlerweile eine hervorragende Tänzerin, läuft ihr die ehemalige Konkurrentin ihrer Mutter wieder über den Weg und es beginnt eine lebensgefährliche Jagd auf Leben und Tod.Es gibt Autoren, wo man die Bücher unbesehen kaufen kann. Nicole Steyer gehört für mich da definitiv dazu. Ihr toller Schreibstil, die stets hochgehaltene Spannung und die bildhaften Beschreibungen lassen die Seiten nur so dahinfliegen. Man möchte das Buch eigentlich gar nicht mehr aus der Hand legen. Auch wenn es in Der Gaukler und die Tänzerin einige Längen gab, so hat es für mich den Lesegenuss nicht wesentlich geschmälert. Ein gut gelungener Roman rund um die damalige schwierige Zeit der Roma, den man guten Gewissens weiterempfehlen kann

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  • Zwei Herzen schlagen in einer Brust

    Der Gaukler und die Tänzerin
    Dreamworx

    Dreamworx

    15. July 2017 um 16:26

    1737 Landgrafschaft Hessen Darmstadt. Magdalene ist der uneheliche Bastard des Landgrafen von Hessen Darmstadt und wächst behütet im Hause ihres Vaters auf. Als 6-jährige musse sie den Mord an ihrer Mutter durch die zukünftige Ehefrau des Landgrafen, Luise von Spiegel, mitansehen und vor Angst flüchtet sie. Magdalene landet bei einer Zigeunergruppe und findet hier eine neue Heimat, wird Tänzerin und bekommt sogar den neuen Namen Suni, während sie nach und nach das schlimme Ereignis verdrängt. Doch nach und nach kommen die Erinnerungen durch Ausflüge und Begegnungen zurück und machen ihr die Gefahr bewusst, in der sie schwebt, besonders, als sie zufällig Luise von Spiegel gegenüber steht, der Mörderin ihrer Mutter. Den Schokoladenmohr Mathis, ihr Freund aus Jugendtagen, hat es ebenfalls schlecht getroffen. Er ist Teil des Kuriositätenkabinetts von Lorenz, dem Liebhaber Luises, und muss dessen Befehlen gehorchen. Lorenz, der sich bei Luise lieb Kind machen will, setzt Mathis darauf an, Magdalene aufzuspüren, denn er will sie töten. Doch Mathis macht da nicht mit und versucht, Magdalenes Leben und auch seins zu retten. Ob es den beiden gelingen wird, endlich Frieden und Sicherheit zu finden?Nicole Steyer hat mit ihrem Buch „Der Gaukler und die Tänzerin“ einen sehr fesselnden und unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist flüssig, schnell wird der Leser in ein anderes Zeitalter entführt und nimmt als stiller Beobachter an den Geschehnissen im 18. Jahrhundert teil. Der Spannungsbogen wurde schnell hoch angelegt und steigert sich noch während der Geschichte immer weiter in die Höhe durch die ständigen Verfolgungen und Unglücksfälle, die dem Leser oftmals die Luft anhalten lassen. Sehr detailliert beschreibt die Autorin die Jagd auf Magdalene, hier hätte man sich vielleicht etwas kürzer fassen können. Auch gab es einige Zufälle zu viel, doch dies tut der spannenden Handlung keinen Abbruch. Die sehr gute Recherchearbeit der Autorin, die ihrem Roman durch reale Vorbilder Authentizität eingehaucht hat, macht die Geschichte besonders. Das Thema „menschliche Andersartigkeit“ kommt hier besonders zum Ausdruck, denn die meisten Charaktere sind entweder Zigeuner oder Kleinwüchsige oder Farbige, und diese Menschen wurden zur damaligen Zeit ausgegrenzt, verachtet oder zur Schau gestellt, damit sich das gemeine Volk darüber amüsieren konnte. Ebenfalls gibt die Autorin Einblick in die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit und kann dem Leser so ein reales Bild vermitteln.Die Charaktere wurden von der Autorin sehr schön ausgestaltet und platziert. Sie wirken wirklichkeitsgetreu, individuell und sehr authentisch und gerade deswegen wachsen einige von ihnen dem Leser besonders ans Herz. Magdalene ist eine mutige und starke junge Frau, die bereits einiges in ihrem Leben meistern musste. Der Mord an ihrer Mutter hat sie geprägt und sie bisher zu einem Leben im „Untergrund“ und auf der Flucht verdammt. Bei den Zigeunern fühlt sich Magdalene heimisch und verstanden. Sie sind ihr eine neue Familie geworden, die sie schützt. Aber leider kann sie sich nie sicher fühlen. Mathis ist ein lieber Kerl, der durch seine Hautfarbe zu leiden hat. Er dient als Amüsement der Obrigkeit und wird in einer Truppe von Andersartigen mit zur Schau gestellt, um den Menschen eine Gänsehaut zu bescheren. Mathis ist ein ehrlicher und hilfsbereiter Mann, der sich gegen Unrecht wehrt und seinen Freunden jederzeit Hilfe angedeihen lässt. Louise ist eine hartherzige Frau, die nur an sich selbst denkt und durch Lügen, Betrügen und Morden ihre Ziele verfolgt. Lorenz ist ein eiskalter Mann, der über Leichen geht, um seine Ziele zu erreichen. Auch die übrigen Protagonisten wissen durch ihr Auftreten und ihre Handlungen zu überzeugen und verhelfen der Geschichte zu weiterer Spannung und Lebhaftigkeit.„Der Gaukler und die Tänzerin“ ist ein spannender historischer Roman, der Intrigen, Geheimnisse, Mord, Liebe und Freundschaft in sich vereint. Absolute Leseempfehlung für ein sehr unterhaltsames Buch, das ein wunderbares Kopfkino entstehen lässt!  

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  • Toller historischer Roman mit einer wichtigen Message

    Der Gaukler und die Tänzerin
    zessi79

    zessi79

    13. July 2017 um 07:59

    Inhaltsangabe: Ein praller historischer Roman über eine Frau, die sich im Hessen des 18. Jahrhunderts ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen muss, von der Erfolgsautorin Nicole Steyer und ein leidenschaftliches Plädoyer gegen Diskriminierung. Einst trug die Zigeunerin Suni einen anderen Namen. Einst wohnte sie in einem Schloss und nicht in Zelten. Aber das war in einem anderen Leben, vor jener Nacht, in der der dunkelhäutige Mathis, den man den "Schokoladen-Jungen" nennt, dem kleinen Mädchen das Leben rettete und die Freunde getrennt wurden. Als Suni Jahre später nach Darmstadt zurückkehrt, weckt die vertraute Umgebung verdrängte Erinnerungen. Damit wird Suni erneut zur Gefahr für die Frau, die ihr schon einmal nach dem Leben trachtete… Wird ihr Lebensretter von einst ihr noch einmal helfen können?   Meinung: Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich bisher eigentlich keine historischen Romane gelesen habe, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass das etwas für mich ist. Bei diesem Buch hat mich aber die Inhaltsangabe sofort angesprochen und ich wusste, dass ich dieses Buch lesen muss. Und ich muss sagen, dass mir dieses Buch richtig, richtig gut gefallen hat. Ich wurde absolut nicht enttäuscht. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, das Buch lässt sich flüssig und schnell lesen. Die Geschichte ist durchgängig spannend und hat keine Längen. Ich wollte unbedingt wissen, wie die Geschichte weiter geht. Die Charaktere Suni / Magdalene und Mathis haben mir sehr gut gefallen. Die beiden Protagonisten aber auch sämtliche Nebencharaktere waren sehr gut ausgearbeitet und ich konnte mir alle bildlich vorstellen. Besonders gefallen hat mir die Message des Buches, dass jeder Mensch gleich ist, egal ob schwarz oder weiss, dick oder dünn, groß oder klein. Mit Diskriminierung zu kämpfen musste im Laufe des Buches sowohl Suni, da sie eine Zigeunerin ist, als auch Mathis, da er dunkelhäutig ist. Wie auch heute noch, gab es Leute, die das überhaupt nicht interessiert hat, andere haben sich geweigert, mit "so jemandem" im gleichen Raum zu sein. Auch der geschichtliche Hintergrund und die Erklärungen dazu im Buch fand ich sehr interessant und auch informativ. Hat mir gut gefallen. Dieses Buch konnte mich auf jeden Fall für das Genre "Historischer Roman" begeistern und ich werde in Zukunft auf jeden Fall weitere historische Romane lesen.   Fazit: Toller historischer Roman mit einer wichtigen Message gegen Diskriminierung. Kann ich absolut weiterempfehlen!

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  • Guter Einblick in das Leben der Roma im 18. Jahrhundert

    Der Gaukler und die Tänzerin
    FlotterAnton

    FlotterAnton

    08. July 2017 um 09:50

    Sie wurde als Tochter des Landgrafen Ernst-Ludwig von Hessen-Darmstadt geboren, wächst aufgrund besonderer Vorkommnisse aber bei Zigeunern auf. Diese betrachtet sie als ihre Familie bis sie auf ihre Vergangenheit trifft und die Erinnerungen an ein anderes Leben nach und nach wiederkommen. In einem sehr bildhaften und detailreichen Schreibstil nimmt uns die Autorin mit in das 18. Jahrhundert und bringt uns die Lebensweise und Kultur der Roma anhand der Geschichte Sunis näher. Das Volk der Roma wurde zu allen Zeiten bei der Bevölkerung nicht gerne gesehen und die Mitglieder als Diebe und Gesindel bezeichnet. Ihnen wurde sogar unterstellt, Kinder zu rauben. Mit dieser Geschichte bekommt man einen Einblick wie beschwerlich das Leben der Roma war (und wahrscheinlich noch immer ist), wie sie ihren Lebensunterhalt bestreiten und dass ihnen Familie über alles geht. Einen kleinen Einblick bekommt man auch in das Leben der besseren Gesellschaft. Hier sind Abendgesellschaften, Jagdausflüge, Liebhaber und Mätressen nichts Ungewöhnliches. Sehr gut ist auch Sunis Konflikt beschrieben, die sich als Romni fühlt, aber keine ist. Eine Zeit lang fühlt sie sich in beiden Kulturen nicht zuhause. Die Charaktere und ihre Entwicklung im Verlauf des Geschehens sind sehr gut dargestellt und durchaus realistisch. Trotz zwischenzeitlicher kleiner Längen fand ich die Geschichte sehr unterhaltsam und überwiegend spannend.

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  • Die Welt der Roma

    Der Gaukler und die Tänzerin
    pallas

    pallas

    06. July 2017 um 10:53

    In diesem Roman "Der Gaukler und die Tänzerin " von Nicole Steyer spielt die Geschichte im Umfeld von Zigeunern, die über ihr Leben von der übrigen Gesellschaft ausgeschlossen sind. Diese soziale Mauer dient einem jungen Mädchen genannt Suni als Versteck. Sie hatte in ihrem früheren Leben einen ganz anderen Namen und eine völlig andere soziale Stellung. Sie ist eigentlich die Tochter eines Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen - Darmstadt und heißt Magdalene. Als sie eines Tages beobachten muss, wie die intrigante Luise von Spiegel ihre Mutter aus Habsucht ermordet, ist sie gezwungen aus dem Palais zu fliehen. Mathis, der Schokoladenmohr und Freund aus Kindertagen, folgt ihr zunächst, jedoch müssen sich auch ihre Wege trennen. Magdalene wird schließlich von einem Roma Klan aufgenommen, die notgedrungen und fortan ihre Familie sein muß. Viele Jahre kann sie ihr früheres Leben verdrängen und den schrecklichen Mord nahezu vergessen. Eines Tages jedoch stiehlt sich Suni mit Sorlo, einem Zigeunerjungen, in das Jadschloss ihres Vaters. Die Begegnung mit fast völlig verblaßten Erinnerungen lässt ihr altes Leben wie einem Puzzle gleich in ihrem Bewußtsein Stück für Stück immer vollständiger aufleuchten. Gerade als Suni sich heimlich in den Räumlichkeiten des alten Palais aufhält, trifft sie unerwartet auf die Mörderin Luise von Spiegel, die sie sogleich als die seit langem vermißte Magdalene wieder erkennt. Magdalene muss nun um ihr Leben fürchten, denn Luise schickt sofort Lorenz, ihren Geliebten aus um sie aus den Weg zu schaffen. Wie wird sich das Schicksal um die verlorene Magdalene und das der Mörderin ihrer Mutter entfalten? Auch Mathis erfährt davon und ist um seine Freundin aus den Kindertagen sehr besorgt. Er macht sich auf die Suche nach ihr. Der Autorin gelang es mit diesem Roman eine sehr spannende Geschichte um ein faszinierendes Leben von Magdalene zu erzählen. Sie beleuchtet die Kultur und Lebensweise der Roma, die von der übrigen Gesellschaft als "Rotte" bezeichnet und als Diebesgesindel beschimpft wurde. Nur wenige wußten, wie lieb und herzlich sie miteinander umgingen und einer für den anderen da war. Die soziale Mauer zwischen der übrigen Gesellschaft und den Roma schütze Magdalene vor der mörderischen Gegenspielerin ihrer Mutter. So bietet der Roman "Der Gaukler und die Tänzerin" einen eindrucksvollen und sehr interessanten Einblick in die sozialen Gefüge dieser Stände. Die sorgfältige historische Recherchearbeit der Autorin rundet den sehr angenehmen Gesamteindruck und das höchst lebendige Leseerlebnis ganz vorzüglich ab.So kann ich nur herzlich "Danke" für diesen lehrreichen und spannenden Roman sagen.

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  • Zeitreise ins 18. Jahrhundert

    Der Gaukler und die Tänzerin
    Franziska_Kirchner

    Franziska_Kirchner

    01. July 2017 um 12:06

    Nachdem Magdalene als kleines Mädchen den Mord an ihrer Mutter beobachtet hat und weggelaufen ist, lebte sie als Suni bei einem Zigeunerclan. Ihr damaliger Freund und Vertrauter, der Schokoladenjunge Mathis, ebenfalls Mitwisser um die Geschehnisse, lief auf seiner Flucht Lorenz über den Weg, dem hinterlistigen und tyrannischen Direktor eines Wanderzirkus. In seinen Shows zeigt er andersartige Menschen, die er mit Gewalt und Angst an sich gebunden hat. Ein Mohr, wie Mathis einer ist, passt da hervorragend in seine Sammlung.Jahre später kreuzen sich die Wege von Magdalene/Suni und Mathis erneut: Lorenz verdient sich gerne Geld bei der Zigeunerjagd und auch die Tatsache, dass seine Geliebte Luise von Spiegel, die Frau ist, die Magdalenes Mutter getötet hat und nun auch Magdalene und damit die Gefahr für sich ausschalten möchte, spielt eine große Rolle in der Geschichte.Über Monate und Wochen hinweg verfolgt der Leser die sehr – stellenweise zu – detaillierten Schilderungen der Jagd von Lorenz nach Magdalene, die in Mathis einen treuen Freund wiederfindet, der bald mehr als das für sie wird.Die Geschichte ist sehr ausführlich erzählt und zeugt von hervorragender Recherchearbeit. Viele der authentisch gestalteten Charaktere basieren auf einem realen Vorbild. Die anderen wurden entsprechend der historischen Realität kreiert. Magdalene und Mathis sind Personen, bei denen es einem leicht fällt mit ihnen zu fühlen und ähnliches gilt bei den meisten Nebencharakteren. Lorenz dagegen ist in seiner Boshaftigkeit gut charakterisiert worden. Dennoch – und das gefällt mir persönlich sehr gut – erfährt der Leser auch etwas über seine Vergangenheit und welche Gründe ihn zu dem Menschen gemacht haben, der er ist. Einige Stellen kamen mir in Bezug auf ihn etwas unrealistisch vor, da er es aus jeder Notsituation vollkommen unbeschadet herausschaffte, doch irgendwo gehört das natürlich zu einem guten Bösewicht dazu ;)Auch sonst erfährt man viel über das Wesen der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Hessen-Darmstadt und über das Leben von Zigeunern und Gauklern sowie darüber, was es heißt anders zu sein als sein Umfeld und die Suche nach der eigenen Persönlichkeit und Heimat. Durch die vielen Details fällt es sehr leicht in diese Zeit abzutauchen und erhält eine umfassende Vorstellung wie das Leben damals ausgesehen hat. Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, da ich diese Art der Zeitreisen liebe. Einige Passagen haben sich etwas gezogen, da ein Unglück auf das nächste folgte, doch zum Glück gab es immer wieder kurze Atempausen. Klasse umgesetzt war zudem der Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen und Vorurteilen.

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  • Grafentochter oder Zigeunerin?

    Der Gaukler und die Tänzerin
    Lujoma

    Lujoma

    30. June 2017 um 21:49

    Hessen-Darmstadt um 1737, die junge Suni lebt bei einem Zigeunerklan und ist eine begabte Tänzerin. Sie weiß, dass sie anders ist, doch die Erinnerungen an ihre ersten sechs Lebensjahre sind verschüttet. Durch eine unbedachte und eher zufällige Begegnung kehrt ihre Erinnerung langsam und Stück für Stück zurück… die Erinnerung an den Mord an ihrer Mutter, an das Leben im Schloss in Darmstadt und an den Schokoladenmohr Mathis…. Durch die wiederkehrende Erinnerung wird sie zur Gefahr für die Mörderin und jetzige Frau ihres Vaters. Diese schickt ihren Geliebten Lorenz los um Suni (oder Magdalene, wie ihr eigentlicher Name ist) zu töten. Es beginnt eine gnadenlose Jagd…. Wohin soll sie gehen? Wem kann sie vertrauen? Wo gehört sie hin? Der Roman „Der Gaukler und die Tänzerin“ lässt sich gut und zügig lesen. Schon im Prolog wird Spannung aufgebaut und man möchte unbedingt erfahren was mit den 6-jährigen Magdalene passiert. Magdalene oder Suni, wie die Zigeuner sie nennen, ist sehr gut beschrieben… ihr Leben bei den Roma, die langsam zurückkehrende Erinnerung an das, was früher war und die Fragen wohin sie gehört. Das unstete Leben der Roma ist ihr vertraut, aber es ist nicht sicher, denn Zigeuner sind nicht gern gesehen und in Hessen-Darmstadt vogelfrei. Nach dem ihre Roma-Familie umgebracht wurde, ist Magdalene auf der Flucht. Mathis, der Schokoladenmohr aus Kindheitstagen, rettet sie, muss sich dann aber seinem eigenen Leben stellen. In Magdalenes Leben treten immer wieder Menschen, die ihr helfen und sie beschützen, doch sie gerät auch immer wieder in Gefahr durch Lorenz, aber auch durch Räuber und Unfälle. Im Laufe der Geschichte wird aus dem unsicheren jungen Mädchen eine mutige, selbstbewusste Frau, die ihre eigene Entscheidung trifft. Auch Mathis macht eine Entwicklung durch. Die Zuneigung zu Magdalene lässt ihn mutig werden, so dass er sich gegen Lorenz zur Wehr setzt und beginnt eigene Wege zu gehen. Gut gefiel mir Mathis‘ Verantwortungsgefühl gegenüber Dora, die wie er zu der Gauklergruppe von Lorenz gehört. Die Bösen in dem Roman sind auch sehr gut beschrieben, ihre Machtgier, ihre Skrupellosigkeit, ihre Brutalität... Es sind Personen, denen man nicht begegnen möchte. Gut gefallen haben mir die Beschreibungen vom Leben der Roma und die Geschichten, die die Zigeuner sich erzählten. Leider war der Handlungsablauf an vielen Stellen immer wieder sehr ähnlich. Magdalene gerät ins Gefahr und im allerletzten Moment bekommt sie Hilfe. Da hätte ich mir mehr Abwechslung gewünscht. Fazit: Trotz einiger Schwächen ein interessanter Roman, der sich gut lesen lässt und der von mir 3,5 Sterne bekommt.

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  • Schöner historischer Roman in und um Darmstadt

    Der Gaukler und die Tänzerin
    Odenwaldwurm

    Odenwaldwurm

    27. June 2017 um 08:06

    Die Geschichte handelt im 18. Jahrhundert. Genauer in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt 1737, die von dem Grafen Ernst-Ludwig regiert wurde. Hier lebte Magdalene 6 Jahre alt, die uneheliche Tochter des hessischen Landgrafen. Magdalene beobachtete wie Luise von Spiegel ihre Mutter, die Konkurrentin, ermordet. Aus Angst flieht Magdalene zu den Zigeuner und lebt viele Jahre als Suni, die Tänzerin, bei ihnen. An ihr altes Leben kann sie sich nicht mehr erinnern, bis sie durch einen Zufall die Vergangenheit sie wieder einholt und sie die Mörderin ihrer Mutter wieder trifft. Die Gefahr ist wieder da. Wo kann sich Suni / Magdalene verstecken? Wirt sie von der Mörderin ihrer Mutter gefunden? Kann sie sich wieder an das alte Leben und an den Schokoladenmohr erinnern? Muss die Mörderin für ihre Tat büßen?Die Geschichte ist gut und flüssig geschrieben, kleine Abschnitte könnten vielleicht etwas kurzer gefasst werden. Sie waren auch nicht so wichtig für die Geschichte. Aber trotzdem hat mir das Buch gut gefallen. Die Spannung war durch die viele Abenteuer die Suni bestehen muss von Anfang bis Ende da.Die Charaktere waren toll beschrieben und man meinte man kenne die Personen sehr gut. Besonders Suni / Magdalene in der ihrer Brust 2 Seelen wohnen. Das Leben der Zigeuner und ihr altes Lebens, als Tochter des Landgrafen. Aber auch der Schokoladenjungen Mathis ist gut geschrieben. Er ist Magdalenes der Freund aus Kindertagen und jetzt ihr Helfer und Retter. Aber es muss auch noch ein oder zwei Böse Personen geben. Eine davon ist Lorenz brutal, gemein und nur auf seinem Vorteil bedacht. Das sind ein paar der wichtigsten Person, aber es gibt noch einige andere gut beschriebene Person in der Geschichte.Ein paar einzelne Szenen haben mich sehr berührt. Besonders das Ende hat mir sehr gut gefallen, ob wohl da einige kleine Zeitsprünge in der Geschichte waren, die nicht erklärt wurden.Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen und ich kann es weiter empfehlen.

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  • Auf der Flucht

    Der Gaukler und die Tänzerin
    Aspasia

    Aspasia

    26. June 2017 um 13:12

    Darmstadt im 18. Jahrhundert:Magdalene, die aufgeweckte 6 jährige Tochter des Landgrafen zu Darmstadt-Hessen und seiner wunderschönen langjährigen Mätresse ,wird zufällig Zeugin, wie die eifersüchtige Geliebte ihres Vaters Luise von Spiegel ihre im nach einer Fehlgeburt im Kindbett liegende Mutter tötet. Aus Angst vor der Rache dieser Frau, die nichts zu verlieren hat, da die Schwangerschaft von ihrem langjährigen Geliebten, dem Wanderzirkusbetreiber Lorenzo, bald sichtbar sein wird, und somit ihre Chance den Grafen dazu zu bringen sie zu einer ehrbaren, sprich verheirateten, Frau und das ungeborene Kind  zu seinem zu machen, mit jedem Tag geringer wird, läuft das Mädchen aus der Stadt. Der Graf lässt nach der geliebten Tochter suchen, gibt aber bald auf, als Frau von Spiegel das Gerücht streut, Romi hätten die Kleine entführt. Dies führt dazu, dass der Graf alle Roma auf seinem Herrschaftsgebiet zum Abschuss frei gibt, ein Kopfgeld auslobt, an jeden zu zahlen, der einen Angehörigen dieser eh schon ungeliebten Minderheit tötet. Bei einer kleinen Gruppe genau dieser herumziehenden Heimatlosen findet Magdalene nun Unterschlupf und liebevolle Aufnahme. Sie wird zu Suni und tritt mit ihnen als Tänzerin auf Märkten auf. Ihre Erinnerung an ihr früheres Leben verblassen mit der Zeit, zurück bleibt ein unbestimmbares Sehnen. Erst als sie den 2 Jahre älteren, ehemaligen Schokoladenjungen aus dem Haushalt ihres Vaters, Mathis, wieder trifft, mit dem sie einst eine innige  Kinderfreundschaft verband, kehren diese langsam zurück. Mathis war damals auch aus dem Haus geflüchtet, aber direkt dem skrupellosen Lorenzo in die Arme gelaufen, der durch Zwang und Schläge allerlei exotische Menschen um sich versammelt hat, die er in seinem Zirkus für sich recht einträglich ausstellt. Seine Beziehung zu Frau von Spiegel hält über die Jahre an und eines Tages, nach einem unerwarteten Aufeinandertreffen mit der nun fast erwachsenen Magdalene, gesteht sie dem ihr hörigen Geliebten ihre einstige Tat, und bittet ihn die junge Frau, die ihr immer noch gefährlich werden kann, zu finden und zu töten.Von dieser Suche nach Suni handeln nun die weiteren gefühlten 390 Seiten von 400. Endlos wiederholt sich das Aufspüren durch den grausamen Lorenzo, Sunis abenteuerliche Flucht in letzter Minute, gefolgt von einer freundlichen Aufnahme bei gutherzigen Menschen. Aufspüren, Flucht, Aufnahme, immer nach dem selben Prinzip Zufall, also "hyperkonstruiert". Ein ewiger, einlullender Kreislauf bis zum Happy End. Währenddessen kämpft die junge Frau mit ihren zwei Identitäten, diesen belastenden, inneren Konflikt zwischen Roma und deutschem Adel wird die Erzählerstimme nicht müde ein weiteres und noch ein weiteres Mal zu erwähnen. Der auch für den unsensibelsten Leser überaus deutlich mit den zwei Mädchennamen ausgedrückt wird.Alles in allem wirkt der aktuelle historische Roman "Der Gaukler und die Tänzerin" von Nicole Steyr leider uninspiriert auf mich, der Plot zu unelegant konstruiert, der Weg vom Beginn zum Ende der Geschichte mir zu oft nach zäher Füllmasse, um auf die Seitenzahl zu kommen. Sprachlich hingegen fehlt mir die Opulenz, die Üppigkeit der Beschreibungen von Raum, Zeit und Figuren, die ich an diesem Genre liebe.

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  • Zwei Leben

    Der Gaukler und die Tänzerin
    hasirasi2

    hasirasi2

    25. June 2017 um 15:56

    ... hat Suni schon geführt. Bis zu ihrem 6. Lebensjahr war sie Magdalene, die uneheliche aber geliebte Tochter des hessischen Landgrafen. Als ihre Mutter von einer Konkurrentin ermordet wird, flieht sie und wird von Zigeunern aufgenommen. Diese sind fortan ihre Familie, sie vergisst (verdrängt) sogar ihr früheres Leben. Mit 16 lernt sie Sorlo kennen. Dieser gehört einem anderen Roma-Stamm an und will sie beeindrucken. Also führt er sie zu einem ungenutzten Jagdschloss und zeigt ihr dort ein Gemälde – darauf sind Magdalene und ihr Vater. Suni erinnert sich an ihr altes Leben und den Mord an ihrer Mutter – und ausgerechnet da taucht die Mörderin wieder auf und erkennt sie.   Zu Magdalenes altem Leben gehörte auch der Schokoladenmohr Mathis. Sie wuchsen fast wie Geschwister auf, waren sich sehr nah. Auch er musste damals fliehen, aber anders als sie landete er bei Lorenz Gauklertruppe. Lorenz verdient nebenher Geld als Zigeunerjäger und so beginnt ein Wettlauf, wer sie zuerst findet.   „Reiß die Brücken hinter dir nicht ab, du musst wieder über sie zurückgehen!“ (S. 265)   Sunis / Magdalenes Geschichte hat mich von Beginn an mitgerissen. 2 Seelen wohnen in ihrer Brust. Sie liebt das Zigeunerleben, zumindest kennt sie es am besten. Aber tief in ihr drin kommen auch die Erinnerungen an die Zeit davor immer wieder hoch – und sie gefallen ihr. Auch Mathis steht ihr sofort wieder nah, als sie sich endlich wiederfinden. Aber vorerst wird ihr Leben von der dauernden abenteuerlichen Flucht beherrscht. Ich habe mich beim Lesen oft gefragt, ob sie wohl je an einem Ort und in ihrem Leben ankommt, sich für einen Version davon entscheiden kann – Magdalene oder Suni.   Mathis war für mich ein schwer zu fassender Charakter. Er lässt sich jahrelang von Lorenz leiten (unterdrücken) und bekommt erst durch Magdalene wieder eigenen Antrieb und einen eigenen Willen. Dann lehnt er sich auch endlich gegen Lorenz auf. Etwas untergegangen ist leider seine Andersartigkeit. Es gibt zwar ein paar Stellen im Buch, an denen explizit darauf hingewiesen wird, dass er als Mohr damals für so viel Entsetzen sorgte wie der Teufel persönlich, aber meistens geht das leider unter, er bleibt etwas farblos (blödes Wortspiel, ich weiß).   Lorenz hingegen ist eine extrem dominante Persönlichkeit, die dem Leser Schauer über den Rücken jagt: sadistisch, brutal und gefühllos. Er geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen und erfüllt seiner verheirateten Geliebten jeden Wunsch – er mordet ohne Reue für sie!   Diese (ihr Name wird hier natürlich nicht verraten) ist ein berechnendes Aas. Sie will die unbedingte Macht und Kontrolle und schiebt ihrem Mann sogar 2 Kuckuckskinder unter. Erst, als man ihre grauenvolle Vorgeschichte erfährt, kommt so etwas wie Mitleid für sie auf.   Die Schicksale der einzelnen Beteiligten haben mich zum Teil sehr berührt. Dem Roman als Ganzes ist das leider nicht durchgängig gelungen. Ein paar Stellen waren zu langatmig bzw. zu konstruiert. Außerdem gab es gerade am Ende zu viele Zufälle. Ich weiß, dass diese für die Geschichte notwendig waren, aber das hätte man m.E. eleganter lösen können. 3,5 von 5 Sternen

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