Nicole Steyer Die Hexe von Nassau

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Inhaltsangabe zu „Die Hexe von Nassau“ von Nicole Steyer

Das Herzogtum Nassau im Jahr 1676: Hier lebt
die junge Katharina mit ihrer Mutter in der Nähe der Stadt Idstein. Als Graf Johannes seine grausamen Hexenverfolgungen beginnt, geraten die beiden
Frauen in Gefahr. Katharinas Mutter wird hinge-
richtet. Und auch das Mädchen bleibt von Verdächtigungen nicht verschont, denn sie ist in das Visier des skrupellosen Henkers Leonhard Busch geraten. Dieser schreckt vor nichts zurück, um Katharina in seine Gewalt zu bringen.

Die über 600 Seiten sind leider mit Normalität und Oberflächlichkeit gefüllt. Ich hätte mich über mehr Spannung gefreut ...

— Lit-Trip

Fesselnder Mix aus historischen Fakten und Fiktion!

— Blackfairy71

Spannender und ergreifender Roman,

— Sophie-Lisa

Eindimensionale Charaktere und eine Geschichte voller Klischees.

— MichaelSterzik

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    Die Hexe von Nassau

    Lit-Trip

    19. June 2016 um 14:00

    1676: Der Teufel soll in Nassau sein Unwesen treiben und die Frauen zur Hexerei verführen. Graf Johannes initiiert eine Hexenverfolgung, um dem Einhalt zu gebieten. Der Henker Leonhard Busch, dem es sichtlich Freude bereitet, Menschen zu quälen, steht ihm mit seinen Folterdiensten zur Seite. Er hat es besonders auf Katharina Heinemann abgesehen, deren Mutter er schon zu einem Geständnis und schließlich auf den Scheiterhaufen gebracht hat. Katharina macht es ihm allerdings sehr schwer, was den skrupellosen Henker noch fanatischer werden lässt. Kein Preis ist ihm zu hoch, sie brennen zu sehen ...Der Roman basiert auf wahren historischen Begebenheiten bezüglich der Hexenverfolgung und der kleinen Stadt Idstein. Am Ende des Buches beschreibt die Autorin die Daten und Fakten zu einigen der Hauptfiguren. Dieses Wissen macht neugierig auf die Geschichte, doch sollte man nicht zu viel erwarten - besonders als erfahrener und anspruchsvoller Leser historischer Romane. Drei Figuren ragen besonders heraus und dienen als Konfliktträger der Handlung: Graf Johannes, Henker Leonhard Busch und Katharina. Auch wenn der Graf die Erlaubnis zur Hexenjagd erteilt hat, tat er dies mit der Einschränkung, dass nur Frauen ab einem Alter von vierzig Jahren einberufen werden durften. Busch ist nicht einverstanden und widersetzt sich in vielerlei Hinsicht seinem Herrn, indem er die junge Katharina zu sich holen lässt. Eigensinn, Verrat, Misstrauen und eine gebrochene Loyalität zur Obrigkeit zeichnen die Beziehung zwischen dem Grafen und dem Henker aus. Hass, Wahnsinn und ein verletztes Ego stehen zwischen dem Henker und Katharina. Die Konstruktion dieses Figuren- bzw. Konfliktdreiecks mag interessant und spannungserzeugend wirken, doch die Umsetzung ist leider nur mäßig gelungen.Angefangen bei den Charakteren, die zu gesichtslos gestaltet sind. Leonhard Busch verkörpert ganz offensichtlich das Böse, Katharina das Gute und Graf Johannes den Schlichter. Darüber hinaus gibt es jedoch nicht viel über die Persönlichkeit der Figuren zu erfahren. Katharina und ihre Freundin Maria hätten aufgrund des Mangels an spezifisch beschriebenen Eigenheiten im Charakter durchaus dieselbe Figur sein können. Dem Henker und dem Grafen fehlen ebenfalls die nötige Tiefgründigkeit, um eine Verbindung zwischen dem Leser und den Figuren zu schaffen.Wird die Erzählung aus einer historischen Perspektive betrachtet, dann fehlt es dem Buch in manchen Punkten an Authentizität, besonders in Bezug auf Leonhard Busch. Henker waren im 17. Jahrhundert allgemein geächtet. Sie hatten kein Ansehen, lebten oftmals außerhalb der Stadt und galten als unsozial. Dem gegensätzlich ist Leonhard Busch eine Figur, die sogar ein vergleichbar gutes Sozialleben zu haben scheint. Er ist zwar gefürchtet, doch er hat Freunde, Menschen, die ihm Folge leisten und sogar dem Grafen sind seine Ratschläge stets willkommen. Der einfache Schreibstil ist eher modern, als historisch anmutend. Eine Atmosphäre von vergangenen Zeiten, einer anderen Welt und anderen Sitten kann nicht aufkommen. Auch im Punkt Stil spiegelt sich die Oberflächlichkeit wieder. Aufgrund der auktorialen Erzählperspektive wechselt in manchen Passagen innerhalb weniger Sätze die Perspektive. Wertvolle Informationen oder tiefgründige Einblicke werden durch diese Wechsel allerdings nicht vermittelt. Spannung kommt immer mal wieder auf, kann sich aber nicht vollends entwickeln. Daher hält sie nicht lang genug an, um zum Höhepunkt zu gelangen und den Leser fest einzuspannen.Letztendlich hat die Autorin auf einer ursprünglich interessanten, spannenden und sogar wahren Basis eine eher profane Geschichte gebaut, die sich durch Oberflächlichkeit und Normalität auszeichnet. 

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  • Ein gelungener Debüt Roman . Sehr gut Historisch recherchiert und flüssig und spannend geschrieben.

    Die Hexe von Nassau

    Arietta

    Katharina und Ihre Freunde muss man einfach ins Herz schließen. Man weint und lacht mit Katharina , die viel Leid erfahren muss. Allein die Hexenverfolgungen gehen einem unter die Haut.Nicht nur körperlich nein auch Physisch voltert man die Menschen. Eine düstere Vergangenheit Exzellent und Einfühlsam erzählt. Ein Grandioser Historischer Roman , der zu Herzen geht. Ein Buch das man nur noch zum Schlafen aus der Hand legt. Ich freue mich jetzt schon auf ihr neues Buch " Das Pestkind "

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    • 2

    joleta

    29. March 2014 um 17:35
  • Die Hexe hat mich absolute gefesselt !

    Die Hexe von Nassau

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    04. November 2013 um 19:47

    Das Buch spielt im Jahr 1676 in der Nähe der Stadtt Idstein und wir erleben die Geschichte der jungen Katharina Heinemann und ihrer Mutter Eva, die aufgrund eines irrsinnigen Verdachtes als Hexen verurteilt werden. Es folgen zahlreiche Hexenverbrennungen durch den skrupellosen Henker Leonhard Busch,der sich immer weiter in seinen Irrsinn hineinsteigert und auf den man, beim lesen, eine große Wut bekommt. Das Buch hält durch die ganzen 630 Seiten seine Spannung, mich hat es , wie schon lange kein Buch mehr, gefesselt und sehr berührt. Die Geschichte ist sehr gut recherchiert, sehr flüssig geschrieben und der Leser erfährt im Nachwort noch eine Menge über die tatsächlichen Opfer. Ich kann es nur empfehlen, es ist toll geschrieben und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Dieses Buch bleibt noch lange im Kopf und in den Gedanken . Vielen Dank Nicole Steyer für diesen tollen Roman!!

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  • Eindrucksvoller historischer Roman

    Die Hexe von Nassau

    LiebezuBuechern

    06. June 2013 um 20:33

    In der Nähe der Stadt Idstein im Herzogtum Nassau lebt die junge Katharina zusammen mit ihrer Mutter. Die beiden Frauen verdienen sich ihr Geld als Näherinnen. Katharinas Mutter ist zusätzlich als Hebamme recht bewandert. Als Graf Johannes mit den Hexenverfolgungen beginnt, ändert sich das Leben der beiden Frauen grundlegend. Katharinas Mutter wird hingerichtet, aber auch Katharina selbst muss um ihr Leben bangen. Sie ist in das Visier des skrupellosen Henkers Leonhard Busch gerückt, der Katharina um jeden Preis brennen sehen will. Für sie beginnt ein Kampf ums Überleben. Gleich zu Beginn wird der Leser in diesem Buch in eine spannende Handlung verfrachtet, deren Sog man nur schwer entkommen kann. Obwohl dieses Buch mit fast 650 Seiten doch einen großen Umfang hat, fliegen diese hier nur so dahin. Debütautorin Nicole Steyer schafft es mit diesem Buch mühelos Fans von Historischen Romanen zu begeistern. In "Die Hexe von Nassau" werden fiktive Elemente mit wahren geschichtlichen Begebenheiten vermischt und machen das Buch genau deshalb umso interessanter. Ich persönlich finde es wahnsinnig spannend über die Hexenverfolgung und die damit auch sehr grausame und barbarische Zeit zu lesen. Weshalb die Hexenverfolgung sich im 15. bis 17. Jahrhundert so großer Beliebtheit erfreute, ist bis dato noch nicht geklärt. Fakt ist jedoch, dass die Menschen die Schuld an Missständen und Krankheiten gerne irgendjemandem in die Schuhe schieben wollten. Nichts kam daher gelegener als eine bedeutungslose Frau, die schnell zur Hexe degradiert wurde. Weil die grauenhafte Folter sowieso keine Frau überstand, gestand am Ende jeder ein mit dem Teufel im Bunde zu sein. Ob es nun der Wahrheit entsprach oder nicht. Katharina ist eine junge Frau, die mit ihrer Mutter Eva zusammen auf dem elterlichen Hof wohnt. Der Vater verstarb vor langer Zeit, deshalb müssen sich die beiden Frauen selbst über die Runden bringen. Als im Herzogtum Nassau so einiges schief läuft, müssen Schuldige gefunden werden. Graf Johannes beruft deswegen eine Hexenverfolgung ein, derer einige Frauen zum Opfer fallen. Bedienung ist jedoch, dass nur Frauen ab 40 Jahren der Hexerei angeklagt werden. Diese sind in den seltensten Fällen noch gebärfähig und verhindern somit den Geburtenrückgang im Reich. Doch der skrupellose Henker Leonhard Busch hat es vom ersten Moment an auf Katharina abgesehen. Er will sie brennen sehen und würde dafür alles tun, ob es erlaubt ist oder nicht. Nicole Steyer ist mit Katharina eine beeindruckende und starke Persönlichkeit gelungen, die mir sofort sympathisch war und im Lauf der Handlung sehr ans Herz gewachsen ist. Es gibt wenige Menschen, die solche Schicksalsschläge so gut ertragen würden wie sie es tut. Auch in den schlimmsten Minuten kann ihr Wille nicht gebrochen werden. Aber auch die anderen Protagonisten, wie Katharinas beste Freundin Maria nahmen ihren Platz in der Handlung ein und vervollständigten die Geschichte. In solchen Romanen kommt ja meist eine ausschweifende Liebesgeschichte nicht zu kurz. Auch in diesem Buch wird der Liebe eine Chance gegeben, aber wer schlimmsten Kitsch und Romantik befürchtet, wird leider enttäuscht werden.  Die Autorin hat neben dem flüssigen Schreibstil auch das Talent die Geschehnisse bildhaft und detailgetreu darzustellen. So fühlt man sich als Leser mitten im Geschehen und kann das rege Treiben an einem gut besuchten Markttag oder aber auch die Verzweiflung der inhaftierten Katharina nachvollziehen und miterleben. Man fühlt förmlich den Schmerz oder riecht die ekelhaften Gerüche von Unrat und Ungeziefer auf den Straßen. Genau so muss ein Historischer Roman für mich sein.  Ebenfalls sollte man auch keinesfalls das interessante Nachwort der Autorin außer Acht lassen. Hier wird genau erklärt an welchen Punkten sich wahre geschichtliche Ereignisse mit Fiktion vermischen und wie die Geschichte zu Stande kam. Fazit: Die Autorin Nicole Steyer schreibt hier einen spannenden und mitreißenden historischen Debütroman, der mit einem Mix aus Fiktion und historisch belegten Fakten aufwarten kann. Eindrucksvoll, bildhaft, schockierend und für Fans des historischen Romans ein absolutes Muss.

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  • Guter Mix aus historischen Fakten und Fiktion

    Die Hexe von Nassau

    Blackfairy71

    02. June 2013 um 18:24

    Nicole Steyer erzählt in ihrem Roman über ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte. Allein in Idstein wurden damals 43 Menschen im Zuge der Hexenverfolgung hingerichtet. Ihr Buch beruht auf Tatsachen, die sie geschickt mit Fiktion verwoben hat. Wie man im Nachtrag lesen kann, gab es sowohl den Grafen Johannes wie auch den Henker Leonhard Busch wirklich. Und die Geschichte zeigt, wie leicht die damalige, teilweise ungebildete Bevölkerung sich beeinflussen ließ. Was die Obrigkeit sagte, war Gesetz. Die Welt der jungen Katharina bricht zusammen, als die Hexenverfolgungen beginnen. Zuerst holt man die Mutter ihrer besten Freundin Maria und unterzieht sie den damals sogenannten peinlichen Verhören und bei der anschließenden Folter gesteht sie schließlich alles und beschuldigt auch weitere Frauen, darunter auch Katharinas Mutter. Bei deren Einholung setzt sich die mutige junge Frau zur Wehr, was sie ins Visier des Henkers rückt. Denn niemand, und schon gar nicht die Brut einer als Hexe verurteilten Frau, darf es wagen, sich ihm zu widersetzen. Allerdings hat der Graf die Regel erlassen, dass nur Frauen ab Vierzig als Hexe beschuldigt und hingerichtet dürfen, denn junge Frauen können schließlich noch Kinder bekommen und damit dafür sorgen, dass die Bevölkerung seines Landes nicht ausstirbt. Aber Der Henker ist so von Hass zerfressen, dass es ihm egal ist, ob er sich gegen seinen Herrn wendet. Und es interessiert ihn auch nicht, wenn er andere in seinen Rachefeldzug hineinzieht. Wer würde sich schon gegen den sadistischen, brutalen Scharfrichter wehren? Schließlich landet Katharina doch noch in seiner Zelle und muss unvorstellbare Qualen erleiden. Wird noch rechtzeitig Hilfe kommen? Kann der Priester Andreas, den sie seit Kindertragen kennt und den sie liebt, noch etwas für sie tun?  Die Geschichte ist wunderbar erzählt, aufwühlend, emotional und mit viel Herz. Katharina war mir gleich sympathisch, ebenso ihre Freundin Maria. Nach dem Tod ihrer Mütter haben die beiden nur noch einander. Und obwohl Katharina selbst genug Probleme hat, kümmert sie sich noch um andere Menschen, wie z.B. ihre Magd.  Oft war ich wütend auf den brutalen Henker Leonhard Busch, der damals offensichtlich schalten und walten konnte, wie er wollte und niemand hat ihm Einhalt geboten. Die Frauen waren ihm hilflos ausgeliefert. Sobald er sie einmal geholt hatte, war ihr Tod sicher. Die einzige Chance war noch ein Tod ohne vorherige Folter, wenn sie vorher gestanden, mit dem Teufel im Bunde zu sein.   Wen ich auch mochte, war die junge Zigeunerin Katinka, die später noch auftaucht. Genau wie Katharina muss sie mit Vorurteilen und Anfeindungen umgehen.  Ich kann diesen historischen Roman wirklich jedem empfehlen. Die 630 Seiten fliegen nur so dahin, es ist keine Sekunde langweilig und der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gefiel mir sehr gut.

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  • Interessant

    Die Hexe von Nassau

    Sunni

    08. April 2013 um 17:29

    Zuallererst muss ich sagen, dass historische Romane eigentlich nicht mein Fall sind. "Die Hexe von Nassau" hat mich aber sehr begeistert. Das Buch ist sehr gut geschrieben, der Schreibstil hat mir gut gefallen. Es lässt sich flüssig lesen. Die Geschichte ist sehr interessant. Es ist zwar kein Sachbuch, aber man bekommt eine Vorstellung, wie es damals war. Eine falsche Bewegung/Aussage und man wurde als Hexe verfolgt. Unvorstellbar.

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  • Lesung "Die Hexe von Nassau"

    Die Hexe von Nassau

    nicole_steyer

    30. January 2013 um 13:46

    Meine Lesereise geht nächste Woche weiter. Ich werde mit meinem Buch
    "Die Hexe von Nassau" in Liederbach, in der Buchhandlung Kolibri zu Gast sein.
    Wer sich für das Thema Hexenverfolgung interessiert, ist herzlich dazu eingeladen.


  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    Lesegenuss

    26. January 2013 um 11:03

    feierte das Martinsfest, als Katherine mit ihrem Mann über den Marktplatz schlendert. Von überall waren Leute gekommen, um zu feiern. Es roch nach warmen Apfelwein, frischem Brot, doch die Kälte drang durch die Sachen. Ein großer Haufen Holz wurde entzündet, und spendete Wärme. Explosionsartig wurde Katherina von Erinnerungen der Vergangenheit überschüttet. Das Feuer - Die Hitze - und am allerschlimmsten der Geruch von brennendem Fleisch - Menschenfleisch - "Verbrennt die Hexen". Die junge Katherine lebt mit ihrer Mutter in der Nähe von Idstein. Schon sehr früh hatten sie den Mann bzw. den Vater verloren. Der derzeitig regierende Graf Johann tat alles dafür, um im jetzigen Leben und auch danach Gott zu gefallen. Sein Glaube war unerschütterlich. Diese "Schwäche" machte sich der Henker nütze, denn er tat alles, um seinem Gönner zu gefallen. Ein unbedacht gesprochenes Wort, eine verkehrte Haarfarbe, eine Heilerin, die ihr Handwerk versteht, sehr zum Missfallen des Scharfrichters und auch Wundheilers. Zum besseren Verständnis: Zur damaligen Zeit war die Person des Henkers nicht nur der Scharfrichter, sondern auch der Folterer und Wund(er)heiler in einer Person (S. 633). Durch diese Machtstellung kam dieser zu einem gewissen Wohlstand. Katharina und Marie verlieren ihre Mütter, diese werden als Hexen verbrannt. Auslöser war ein arglos gesungenes Lied der Hebamme, Mutter von Marie. Je intensiver man in die Geschichte "Die Hexe von Nassau" eintaucht, die Grausamkeiten der damaligen Zeiten liest, förmlich spürt, sowohl die Folterungen als auch die Geschehnisse rundum, umso mehr hat man das Bedürfnis, laut zu schreien, um dem Irrsinn ein Ende zu gebieten. In ihrem Nachwort zeigt die Autorin auf, wie intensiv ihre Recherchen um die damalige Zeit, der Hexenverfolgung, waren. Ja, es hat ihn wirklich gegeben, diesen Scharfrichter. Sehr authentisch, fast bildhaft vorstellbar, beschreibt Nicole Steyer in ihrem historischen Debütroman eine düstere Zeit des Mittelalters, die man sich so heute nicht vorstellen mag oder möchte. Doch es ist ja noch nicht allzu lange her mit dieser dumpf-düsteren Zeit in Deutschland. Recherchen und das Schreiben einer Geschichte über ein derart komplexes Thema ziehen sich oft über Monate, manchmal auch Jahre hin. In Kontakt trat ich vor gut drei Jahren mit der Autorin. Bereits damals erfuhr ich, dass sie an einem historischen Roman arbeitet, einem Thema, welches sich in ihrer Heimat im Mittelalter bewegt. Und nun habe ich das Endprodukt gelesen! Den Namen der Autorin sollte man sich merken. Da kommt bestimmt noch etlich Gutes hinterher. Der Schreibstil von der Autorin hat mir sehr gut gefallen, vor allem, wie sie anhand ihrer Recherchen bezüglich der Hexenverbrennungen u. a. eine lesenswerte Geschichte entwickelt und geschrieben hat. Ihre Charaktere sind überschaubar. Sie spart nicht mit detaillierten Schilderungen qualvoller Szenen der Folter. Fazit: Man muss an seine Träume glauben, dann werden sie auch wahr." Mit ihrem historischen Debütroman hat sich die Autorin Nicole Steyer sicherlich einen ihrer Träume verwirklicht

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  • Leserunde zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    nicole_steyer

    Habt Ihr Lust, mir in eine andere, düstere Zeit zu folgen? In die Zeit der Hexenverfolgungen. In meiner Leserunde möchte ich Euch ins 17. Jahrhundert einladen. In eine Zeit, in der keine Frau mehr sicher war, denn Aberglauben steuerte das Denken der Menschen. Oftmals hieß es : "Denn die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen". Ich entführe Euch in den kleinen Ort Idstein, ins Herzogtum Nassau, der idyllisch zwischen Wäldern und Hügeln liegt. Doch im Untergrund brodelt es und bald ist keiner mehr vor Verleumdungen sicher. Ich freue mich schon sehr auf den Austausch mit Euch. Und darum geht es: Das Herzogtum Nassau im Jahr 1676: Hier lebt die junge Katharina mit ihrer Mutter in der Nähe der Stadt Idstein. Als Graf Johannes seine grausamen Hexen­verfolgungen beginnt, geraten die beiden Frauen in Gefahr. Katharinas Mutter wird hinge- richtet. Und auch das Mädchen bleibt von Verdächtigungen nicht verschont, denn sie ist in das Visier des skrupellosen Henkers Leonhard Busch geraten. Dieser schreckt vor nichts zurück, um Katharina in seine Gewalt zu bringen. Bis zum 03.11.12 könnt Ihr Euch für eines der 15 Freiexemplare bewerben, die der Verlag freundlicherweise zur Verfügung stellt. Am 10. November beginnt dann die Leserunde. Die Gewinner sind automatisch dabei. Wer das Buch schon hat oder sich anderweitig besorgen möchte - Ihr seid selbstverständlich auch herzlich willkommen! Und natürlich bin ich schon jetzt auf Eure Rezensionen gespannt! Wer gerne mehr über mich und meine Bücher erfahren möchte, kann mich auch auf meiner Facebookseite besuchen. Dort erfährt man alles rund um das Buch, Lesungstermine uvm. Ich wünsche Euch und uns allen eine schöne Leserunde.

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    • 498

    Smilla507

    15. January 2013 um 17:54
    nicole_steyer schreibt Leider wird es noch ein bisschen dauern, bis der neue Roman erscheint. Ab Herbst 2013 ist er erst einmal nur bei Weltbild zu haben und ab März 2014 wird er auch als Knaur-Taschenuch erscheinen. ...

    Für mich genau richtig! Ich hoffe, dass unser zweiter Heuler dann gross genug ist, dass ich wieder Zeit zum Lesen und zum Teilnehmen an Leserunden habe.

  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    mecedora

    07. January 2013 um 22:13

    Das Herzogtum Nassau im späten 17. Jahrhundert: Katharina lebt mit ihrer Mutter ein zufriedenes Leben. Der Vater ist schon seit einigen Jahren verstorben, doch die beiden Frauen meistern ihr Leben in bescheidenem Wohlstand, sind wohlgelitten und fromm. Als dann auch noch Katharinas Jugendfreund Andreas wieder nach Idstein kommt und eine Stellung als Pfarrer antritt, scheint das Glück perfekt, verlieben die beiden jungen Leute sich doch ineinander. Aber das Schicksal meint es anders mit ihnen. Graf Johannes beginnt auf Anraten seines fanatischen Henkers Leonhard Busch Hexenverfolgungen in seinen Landen und die beiden Frauen geraten in tödliche Gefahr, Katharinas Mutter wird sogar als Hexe hingerichtet. Katharina flieht - aber auch außerhalb des direkten Zugriffs des Henkers lässt dieser nicht von ihr ab und setzt alles daran, auch sie als Hexe zu diffamieren und hinzurichten. Eine spannende Jagd auf Leben und Tod beginnt. Hinter dem recht klassisch gehaltenen Cover versteckt sich auf über 600 Seiten ein spannendes Abenteuer um eine starke Frau. Nicole Steyer erzählt ihren Erstling solide und fesselnd, führt so einige charismatische Figuren ein, die plastisch und authentisch auftreten, wenngleich mir hier ein wenig zu sehr schwarz-weiß gemalt wird. Besonders habe ich beim Lesen einige Nebenfiguren wie die Zigeunertruppe gefallen, die sich ein wenig von dieser dualen Unterscheidung entfernen und so in ihrer Darstellung noch realistischer wirken. Der Roman weist einige spannende Wendungen auf und genug Höhepunkte, um einige kurzweilige Lesestunden zu bieten. Ein sehr solides, innerhalb des Genres klassisches, aber wirklich gut lesbares und unterhaltsames Buch, auch wenn mich einzelne Passagen und Figuren nicht zu 100 Prozent überzeugt haben. Ich freue mich auf Nicole Steyers weitere Bücher - denn dass ich weitere lesen werde, das ist gewiss. Vier Sterne von mir für Nicole Steyers Debüt "Die Hexe von Nassau".

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  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    anushka

    27. December 2012 um 22:36

    Fesselnder historischer Roman über die Hexenverfolgung Nassau im 17. Jahrhundert: Die Menschen verlieren ihre Gottesfurcht und fröhnen Alkohol und Frauen. Das ist dem örtlichen Pfarrer ein Dorn im Auge. Und auch der Graf möchte vor seinem Tod noch etwas für sein Seelenheil tun. Und so stoßen Gerüchte, Katharina Heinemanns Nachbarin sei eine Hexe, auf fruchtbaren Boden. Der Henker, der die Befragungen durchführt, leistet ganze Arbeit, sodass keine abgeführte Hexe Hoffnung auf Freiheit haben darf. Auch Katharinas Mutter wird abgeführt und hingerichtet. Katharina selbst hat bereits die Aufmerksamkeit des Henkers auf sich gezogen, der fest entschlossen ist, Katharina als Hexe ihrer "gerechten" Strafe zuzuführen ... "Die Hexe von Nassau" ist ein ziemlicher Wälzer mit seinen 630 Seiten und zwischendurch gibt es eigentlich schon eine Lösung, sodass man bei ca. der Hälfte des Buches denkt, dass die Geschichte nun zuende ist und man sich fragt, was jetzt noch kommen kann. Doch der Autorin gelingt es gut, durchweg einen Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Katharinas Geschichte fesselt den Leser durchweg und man bekommt einen Eindruck davon, dass sie nirgends sicher ist, solange der fanatische Henker lebt. Zunächst fand ich das übertrieben, andererseits vermittelt es einen guten Eindruck davon, wie abergläubisch die Menschen gewesen sein müssen, um andere Menschen dafür in den Tod zu schicken. Es wird deutlich, dass die Menschen damals mit dem Verdacht auf Hexerei bereits vor einer Verurteilung ihr Leben und ihr Menschsein verwirkt hatten. Der Schreibstil ist einfach und lässt sich flüssig lesen. Genervt hat mich jedoch beim Lesen, dass bestimmte Formulierungen immer wieder und vor allem immer wieder in der gleichen Form auftauchen. Das Bild mit der Sonne, die Flecke, Kreise und sonstige Muster auf alle möglichen Dinge malt, hatte ich recht bald über. Teilweise fand ich die Charaktere auch etwas überzeichnet und die Beschreibung von deren Gestik und Mimik erinnerten mich an Soap-Darsteller. Auch die niemals endende Unglücksserie fand ich, wie bereits erwähnt, etwas unrealistisch. Daher gibt es von mir "nur" 4 von 5 Sternen. Ansonsten reiht sich dieses Debüt nahtlos in die historischen Romane ein, die derzeit im Handel erhältlich sind, und kann sich durchaus mit denen von etablierten Autoren messen. Die Geschichte basiert auf realem Geschehen und überzeugt durch gute Recherche. Die Autorin kann dem Leser eine längst vergangene Zeit bildhaft nahe bringen und den Leser über das Buch hinweg fesseln.

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  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    LeseMaus

    15. December 2012 um 11:42

    Der erste Satz: "Dicke weiße Schneeflocken fielen wie Watte vom Himmel, tanzten durch die Luft und schwebten langsam und sacht herab." Das Äußere: Das Taschenbuch ist mit seinen mehr als 600 Seiten zunächst einmal ein richtiger Wälzer - wie dafür gemacht, für einige Zeit in den Tiefen des 17. Jahrhunderts zu versinken. Das Cover zeigt eine Frau vor einer eher antik wirkenden Stadtansicht. Damit hat das Buch direkt eine historische Anmutung, ohne zu aufdringlich das Motiv als solches in den Vordergrund zu lenken - gefällt mir gut! Das Innere: Die junge Katharina lebt mit ihrer Mutter im Städtchen Idstein im Herzogtum Nassau. Die beiden Frauen sorgen selbst für ihren Lebensunterhalt und sind als Näherinnen tätig. Ein Zubrot verdient sich Katharina bei der Pferdepflege auf einem nahegelegenen Bauernhof. Doch mit dem unbeschwerten Leben ist es vorbei, als der Graf sich dazu entschließt, der Hexenverfolgung nachzugehen. Prompt springt die halbe Bevölkerung auf das Thema an, so dass in kurzer Zeit Gewalt und Ungerechtigkeit an der Tagesordnung sind. Als auch Katharina und ihre Mutter auf einmal in den Fokus des Henkers Leonhard Busch geraten, nimmt das Unglück seinen Lauf... Das Wesentliche: Katharina wächst dem Leser sehr schnell ans Herz. Die junge Frau steht an der Schwelle zum Erwachsenwerden und erlebt zu Beginn des Buches ihre erste Liebe, als Andreas, der Freund aus Kindertagen, als angehender Pfarrer zurück ins Dorf kommt. Undenkbar, dass man ihr nicht von Herzen alles Gute wünscht. Auch Marie, Katharinas beste Freundin, ist eine sympathische Figur. Auch sie lebt ihr Leben, mit Mutter, Großvater und Tochter in direkter Nachbarschaft zu Katharina. Als das Unglück nacheinander über beide Familien hereinbricht, will man es kaum glauben. Besonders schockiert hat mich, dass die Hexenverfolger ganz bewusst und damit "strategisch" vor Frauen jünger als 40 Jahre halt gemacht haben - einfach damit keine Frauen im gebährfähigen Alter hingerichtet werden. Welche Willkür damals geherrscht haben muss, ist mir erst dabei so richtig klar geworden. Auch hat mir das Buch erst bewusst gemacht, dass letztlich jeder der verantwortlichen Beteiligten die Geschehnisse zu seinem eigenen Zweck missbraucht hat - vom Grafen selbst bis hin zum Henker. Der Henker selbst ist als der furchtbare Mensch geschildert, der er wohl auch war. Er war kein Mann, der "einfach nur" seinen Lebensunterhalt verdient hat - nein, scheinbar hat er das alles auch noch genossen. Oftmals musste ich mich während der Lektüre förmlich schütteln, so eindringlich hat Nicole Steyer den Henker und seine Gefolgsleute beschrieben. Überhaupt habe ich in diesem Buch vieles über die Foltermethoden im Rahmen der Hexenverfolgung gelernt (leider). Vieles davon habe ich lieber nicht wissen wollen - es ist unbeschreiblich, wie sehr die Frauen (und auch Männer - auch das habe ich erst durch das Buch erfahren) leiden mussten. Am Anfang des Buches habe ich gedacht, dass der Schreibstil mit seinen eher kurzen, klaren Sätzen sehr einfach gehalten ist. Erst im Laufe der Lektüre ist mir mehr und mehr klar geworden, dass die Autorin diese Schreibweise ganz bewusst einsetzt, um die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Protagonisten in ihrer Zeit zu verdeutlichen. Insofern nutzt Nicole Steyer auf eine für mich doch transparente Weise die Sprache als gestalterisches Element, um dem Leser die Denkweise ihrer Figuren zu veranschaulichen. Hiermit ist der Spagat zwischen der tatsächlichen damaligen Sprechweise und heutigem Leseverständnis gelungen. Die Protagonistin Katharina wächst im Laufe des Romans mehr als einmal über sich hinaus. Trotz allem, was sie erlebt hat, lässt sie sich nicht unterkriegen. Insofern macht das Buch bei aller Schrecklichkeit der Geschehnisse auch Mut, das Leben immer wieder siegen zu lassen. Ich werde sicher nach weiteren Büchern von Nicole Steyer Ausschau halten - wie es aussieht, haben wir die Autorin im Laufe der Leserunde zu einer Fortsetzung überreden können ;-) Das Fazit: Nicole Steyer hat mit ihrem Roman in meinen Augen ein beeindruckendes Debüt vorgelegt. Sie schafft es, auf eine einerseits ruhige und doch intensive und eindringliche Weise das Schicksal Ihrer Protagonistinnen in der Zeit der Hexenverfolgung darzustellen. Ihre Schilderungen stehen immer in Kontext der gesellschaftlichen Verhältnisse in eben dieser Zeit - auf eine Art und Weise, die lange nachwirkt. Die Bewertung: Fünf von fünf Sternen

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  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    Ani

    03. December 2012 um 22:28

    Herzogtum Nassau im Jahre 1676 Katharina lebt mit ihrer Mutter in Idstein. Der Vater ist bereits vor langer Zeit gestorben, doch die beiden Frauen führen ein gottgefälliges Leben und haben als Näherinnen ein recht gutes Auskommen. Als Katharina nach vielen Jahren ihren Jugendfreund Andreas wiedersieht, ist es gleich um sie geschehen. Ihm scheint es nicht anders zu ergehen, sodass Katharina voller Freude in die Zukunft blickt. Doch das Schicksal schlägt mit aller Härte zu, als Graf Johannes zu Ohren kommt, dass in seinem Land Hexen ihr Unwesen treiben, die Mensch und Tier mit Schadenzauber belegen. Er fordert seine Untergebenen auf, Verdächtige zu melden, damit sie eingeholt und befragt werden können. Leonard Busch, der Henker des Grafen, führt die Befragungen der eingeholten Hexen mit allergrößter Grausamkeit aus. Auch Katharinas Mutter gerät ins Visier des Henkers. Mit seinen brutalen Foltermethoden bringt der Henker die gottesfürchtige Frau dazu, ihre Buhlschaft mit dem Teufel zu gestehen und so endet sie schließlich auf dem Scheiterhaufen. Damit ist der Albtraum für Katharina noch lange nicht beendet, denn der Henker hat es sich zum Ziel gesetzt, die junge Frau ebenfalls auf den Scheiterhaufen zu bringen..... Meine Meinung Dieser historische Roman beginnt mit einem Prolog, in dem man eine junge Frau dabei beobachtet, die beim Anblick des Feuers, das zu Ehren des Martinsfestes entzündet wird, von ihren Erinnerungen eingeholt wird. Bereits der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, da Nicole Steyer Handlungsorte und Protagonisten so lebendig beschreibt, dass man sich gut in die jeweiligen Situationen hineinversetzen kann. Man folgt ihr in die dunkle Zeit der Hexenverfolgung und beobachtet entsetzt, und doch fasziniert, das Geschehen. Gemeinsam mit Katharina stellt man fest, wie wankelmütig das Schicksal sein kann. In einem Moment erscheint die Zukunft in rosigen Farben, doch eine unbedachte Äußerung oder ein harmloses Lied, können dafür sorgen, dass man ins Visier der Hexenverfolgung gerät. Dann gibt es kein Entrinnen mehr, nur unerträgliches Leid und Folterungen, die schließlich im Feuertod enden. Eine hochromatische Liebesgeschichte, die lediglich eine historische Kulisse hat, braucht man hier nicht zu befürchten. Denn beim Lesen wird schnell klar, dass die Autorin die Hintergründe der Idsteiner Hexenverfolgung gründlich recherchiert und spannend in die Handlung eingeflochten hat. Im lesenswerten Nachwort erfährt man dann genau, in welchem Maße sich historisch belegte Fakten und Fiktion mischen. Nicole Steyer gelingt es , eine durchgehend fesselnde Geschichte zu erzählen, bei der man sich keinen Moment langweilt. Gemeinsam mit der Hauptprotagonistin durchlebt man die unterschiedlichsten Gefühle und kann diese glaubhaft nachvollziehen. Der historische Hintergrund wirkt ebenso realistisch. Man kann den Trubel des Markttages um sich herum genauso spüren, wie die Sensationslust bei den Hexenverbrennungen. Das blanke Entsetzen bei den Folterungen, das Gefühl, dem Henker auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein und die unmenschlichen Haftbedingungen, bei denen man mit üblen Gerüchen und Ungeziefern aller Art konfrontiert wird, sorgen dafür, dass man diesen Roman, und den wahren Hintergrund der Erzählung, nicht so schnell vergessen wird.

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  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    Bathory

    01. December 2012 um 09:29

    Der Wahn der Hexenjagd! „Denn die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.“ Das COVER wirkt düster, mit der Stadt auf dem pechschwarzen Hintergrund - auf den Stich ist die Stadt Idstein dargestellt. Und die mittelalterlich gekleidete Frau bringt mit dem roten Kleid etwas Farbe ins Bild. Die Schrift finde ich passend gelegt. Insgesamt gefällt mir das Cover sehr gut! INHALT: Das Herzogtum Nassau im Jahr 1676: Katharina lebt mit ihrer Mutter in der Nähe der Stadt Idstein. Als Graf Johannes seine grausamen Hexenverfolgungen beginnt, geraten die beiden in höchste Gefahr. Katharinas Mutter wird hingerichtet, und auch das Mädchen bleibt von üblen Verdächtigungen nicht verschont, denn es ist in das Visier des skrupellosen Henkers Leonhard Busch geraten... Der Erzählstil liest sich flüssig, wenn auch zu Beginn noch ein wenig anstrengend. Der Autorin gelingt es, die Atmosphäre der damaligen Zeit lebendig einzufangen, indem sie die Umgebung, Menschen und Kleidung bildhaft beschreibt. Die Charakterzüge der Protagonisten kommen gut zur Geltung. Die Hauptperson Katharina, die mitansehen muss, wie ihre Mutter auf den Scheiterhaufen brennt, ist am Anfang noch recht unschuldig, muss aber schnell Verantwortung übernehmen. Maria, ihre beste Freundin, soll in die Fußstapfen ihrer Mutter als Heilerin treten. Auch ihre Mutter wird als Hexe verurteilt. Der Graf glaubt, dass eine Hexe für alles Schlimme im Land verantwortlich ist. Zum großen Teil auch durch den Rat vom Henker Leonhard, setzt er eine Hexenjagd in Gange. Durch Folter gestehen die Frauen irrationale Anschuldigungen. Da diese Folter auch teilweise sehr genau beschrieben ist, ist das Buch eher nicht für Leser mit schwachen Nerven zu empfehlen. Es ist interessant beschrieben, wie der Henker Kleinigkeiten für seine Sache nutzt und ein Irrglaube aufleben kann. Die Charaktere sind sympathisch und unsympathisch in ihren Rollen und wirken authentisch. Besonders interessant fand ich die Gedankengänge des Henkers. Beispielsweise die Überzeugung, wenn sich eine Krankheit nicht heilen lies, sei sie Hexenwerk und dagegen sei jeder machtlos. Leonhard ist besessen davon Katharina zu fangen und die Autorin fängt diesen Wahnsinn gut ein. Katharina muss bald fliehen und findet nicht nur in Andreas Unterstützung. Die Liebe zwischen Katharina und dem angehenden Pfarrer Andreas, entwickelt sich eher langsam und bleibt realitätsnah. Nebencharaktere fließen gut in die Story mit ein und tragen ihren Teil zur Handlung bei. Die Geschichte ist spannend geschrieben bis zum Schluss, der keinen Cliffhanger darstellt, eine Fortsetzung aber nicht rundweg ausschließt. FAZIT: Ein gut aufgebauter, historischer Roman über die Grausamkeiten der Hexenjagd. Lebendig und bildhaft erzählt.

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  • Rezension zu "Die Hexe von Nassau" von Nicole Steyer

    Die Hexe von Nassau

    Nele75

    30. November 2012 um 21:59

    Die junge Katharina Heinemann lebt mit ihrer Mutter in einem kleine Dorf in der Nähe der Stadt Idstein, es ist das 17. Jahrhundert. Der Vater ist gestorben und die beiden Frauen verdienen sich mit Näharbeiten und Marktbesuchen ihr tägliches Brot. Trotz allem sind die beiden Frauen froh,einander zu haben. Katharina hat auch noch ihre beste Freundin und Vertraute Maria, die gleich nebenan auf einem Hof wohnt. Doch es ist auch eine düstere, teilweise sehr grausame Zeit. Der in die Jahre gekommene Graf Johannes beginnt eine Hexenverfolgung, eine der Verurteilten ist Katharinas geliebte Mutter Eva, ebenso wie Marias Mutter. Leonhard Busch ist Henker, der scheinbar ohne Gewissen handelt und die verurteilten Frauen grausam foltert, um ein Geständnis zu erzwingen. Leider hat der Henker seit der ersten zufälligen Begegnung mit Katharina in den dunklen Gassen Idsteins nur einen Gedanken - sie ist für ihn eine Hexe, und diese muss verurteilt und bestraft werden - egal wie........ "Die Hexe von Nassau" entführt den Leser in eine dunkle Epoche. Der Autorin Nicole Steyer ist es gelungen, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Man hat das Gefühl, mitten in Idstein zu sein, den Markt zu sehen, das Feuer zu spüren und zu riechen, die Gerüche wahrzunehmen und die bedrohliche Atmosphäre ist spürbar. Dies liegt an den detaillierten Beschreibungen der Autorin, man hatte beim Lesen ein klares Bild der Geschehnisse vor Augen, was mir sehr gut gefallen hat. So konnte man noch besser in die Geschichte eintauchen, allerdings musste ich dadurch auch das ein oder andere Mal das Buch kurz aus der Hand legen, denn es ist eben auch eine grausame Zeit und die Ereignisse sind zum Teil furchtbar - so furchtbar wie der Henker Leonhard, man sieht ihn geradezu bildlich vor sich, die kalten Augen, den Hass und die Bosheit, die von diesem Mann ausgeht. Allerdings spürt man auch die Stärke Katharinas, die immer wieder weiterkämpft, auch wenn die Situation ausgweglos erscheint. Die Geschichte beruht teilweise auf wahren Begebenheiten. Diese kann man nochmal im Nachwort der Autorin nachlesen, was mir ebenfalls eine Gänsehaut beschert hat. Unvorstellbar, welche Qualen diese unschuldigen Frauen leiden mussten. Das Cover macht neugierig. Der Hintergrund in schwarz lässt schon auf die "dunklen Zeiten" schliessen, im Vordergrund am Rand sieht man eine Frau, allerdings nur halb, in einem aufwändigen Kleid, das Gesicht lässt sich nur erahnen. Sie befindet sich vor einer Stadt, die leicht im Hintergrund gehalten ist, darauf zu sehen die Stadt Idstein. Der historische Roman ist im Knaur-Verlag erschienen und hat 634 Seiten.

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