Die Kunst des Teufels

von Nicole Steyer 
4,3 Sterne bei19 Bewertungen
Die Kunst des Teufels
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P

Spannender historischer Roman mit einem Hang zum Krimi

LadyFelidaes avatar

Eine spannende historische Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen.

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Inhaltsangabe zu "Die Kunst des Teufels"

"Teufel hilf mir, Leib und Seel‘ geb‘ ich dir." Ein Spruch auf Zetteln, die im Jahre 1620 unter Landsknechten in der Nähe von Passau kursieren, verspricht Unverwundbarkeit für einen Tag. Stirbt man doch, so gehört die Seele dem Teufel. Auch Rupert, der Bruder der jungen Holzschnitzerin Teresa lässt sich auf den Handel ein und verliert Leben und Seele. Teresa bleibt in tiefer Trauer allein zurück. Ihr Weg führt sie nach Passau, wo sie sich in den Studenten Christian verliebt. Sie ahnt nichts von seiner dunklen Seite …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426434611
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:528 Seiten
Verlag:Knaur eBook
Erscheinungsdatum:25.04.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    wampys avatar
    wampyvor 2 Jahren
    Eine leidende Heldin

    Buchmeinung zu Nicole Steyer – Die Kunst des Teufels


    „Die Kunst des Teufels“ ist ein historischer Roman von Nicole Steyer, der 2016 bei Knaur TB erschienen ist.


    Autor:


    Nicole Steyer wurde 1978 geboren und wuchs in Rosenheim auf. Doch dann ging sie der Liebe wegen nach Idstein im Taunus. Die Idsteiner Stadtgeschichte faszinierte sie, und sie begann zu recherchieren. Das Ergebnis dieser Recherchen war ihr erster historischer Roman "Die Hexe von Nassau", dem „Das Pestkind" und „Der Fluch der Sommervögel" folgten.



    Klappentext:


    "Teufel hilf mir, Leib und Seel‘ geb‘ ich dir."

    Ein Spruch auf Zetteln, die im Jahre 1620 unter Landsknechten in der Nähe von Passau kursieren, verspricht Unverwundbarkeit für einen Tag. Stirbt man doch, so gehört die Seele dem Teufel. Auch Rupert, der Bruder der jungen Holzschnitzerin Teresa lässt sich auf den Handel ein und verliert Leben und Seele. Teresa bleibt in tiefer Trauer allein zurück. Ihr Weg führt sie nach Passau, wo sie sich in den Studenten Christian verliebt. Sie ahnt nichts von seiner dunklen Seite …



    Meine Meinung:

    Das Cover ähnelt dem ihrer anderen Bücher – eine Teilansicht einer historisch gekleideten jungen Frau vor einem mittelalterlich wirkenden Hintergrund. Der Wiedererkennungswert ist auf jeden Fall gegeben.

    Das Buch hat mich von Anfang an gepackt. Ich bin Teresa auf ihrem Weg gefolgt und habe mit ihr mitgefiebert. Aber war es doch nicht ein bisschen viel, was ihr von der Autorin zugemutet wurde. Fast jede Person, die mit ihr eine positive Beziehung aufgebaut hat, ist kurze Zeit später meist einen gewaltsamen Tod gestorben. Das habe ich in der Zuschauerrolle kaum ausgehalten, wie soll es da der Protagonistin erst gegangen sein.

    Das Buch liest sich leicht und flüssig. Der historische Hintergrund wird überzeugend dargestellt. Das Leben im 30-jährigen Krieg war gefährlich und diese Gefahr wird spürbar. Auch die Verzweiflung, die Teresa nach einem Verlust ergreift, wirkt sehr eindringlich. Halt erfährt sie von ihrer Schnitzkunst. Diese darf sie aber offiziell nicht ausüben, weil sie eine Frau ist. Es finden sich aber immer wieder Personen, die Teresa die Ausübung ihrer Leidenschaft ermöglichen.

    Eine große Stärke des Romans ist die Beschreibung des alltäglichen Lebens in Passau zu dieser Zeit. Es ist wie ein Ruhehort in einer aus den Fugen geratenen Welt. Man spürt die Härte des täglichen Lebens und die Ausweglosigkeit, die alle betrifft, die nicht der Norm entsprechen. Besonders erschütternd fand ich die persönlichen Einschränkungen, die das Dienstpersonal betrafen, z. B. Heirat nur mit Zustimmung des Hausherren.

    Abstriche muss ich auch bei der Figurenzeichnung machen. Die Guten sind halt gut und Teresa ragt da noch mal deutlich heraus, während die Bösen auch richtig böse. Allein der Betreiber eines Kräutergartens fällt aus diesem Raster. Zu guter letzt darf auch ein Happyend nicht fehlen.

    Fazit:

    Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn bei der Figurenzeichnung noch deutlich Platz nach oben ist. Auch ein paar Tote weniger hätten dem Buch nicht geschadet. Insgesamt habe ich mich aber gut unterhalten gefühlt und vergebe vier von fünf Sternen oder 80 / 100 Punkten.

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    schafswolkes avatar
    schafswolkevor 2 Jahren
    "Teufel hilf mir, Leib und Seel‘ geb‘ ich dir"

    Das Leben meint es nicht gut mit Teresa, nach vielen Schicksalsschlägen führt sie ihr langer Weg nach Passau. Dort findet sie bei dem Messerer Thomas Standler eine Anstellung und kann dort sogar ihrer Leidenschaft des Schnitzens nachgehen. In dem Studenten Christian trifft sie auf einen Menschen, dem sie endlich wieder vertraut und ihr Herz öffnet.
    Doch immer wieder hat das Schicksal neue Hürden für Teresa parat.

    Mich hat das Buch schnell gefangen genommen. Es war mal wieder eines dieser Bücher, die ich nur schwer weglegen konnte. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen. Die Geschichte selbst lässt einen kaum Zeit zum Luftholen und doch war für mich alles stimmig und rund. Die Figuren haben Ecken und Kanten und gerade das macht sie liebens-
    oder auch manchmal hassenswert. Auch die Landschaftsbeschreibung trägt dazu bei, sich ein gutes Bild von der  Umgebung zu machen.

    Nicole Steyer versetzt einen in eine ganz andere Zeit, in der es viel
    Armut und Aberglauben gibt und der Alltag von Kriegen überschattet wird.
    "Die Kunst des Teufels" kann ich nur jedem empfehlen, der gerne einen historischen Roman liest.

    Ich vergebe hier 5 Sterne und wünsche viel Spaß beim Selberlesen.

    Kommentare: 1
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    P
    Peonzavor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Spannender historischer Roman mit einem Hang zum Krimi
    Historischer Roman von Nicole Steyer

    Teresa hat das Talent zum Holzschnitzen von ihrem Vater geerbt und als dieser stirbt, zieht es sie mit ihrem Bruder Rupert auf eine Reise zu ihrem Oheim nach Nürnberg. Im Jahre 1620 ist das Reisen aber sehr gefährlich und Rupert ist kein Kämpfer. In seinem Wunsch seine Schwester zu beschützen kauft er sich einen Zettel der ihm einen Tag Unverwundbarkeit bescheinigt, ihm aber nur den Tod bringt. Die Holzschnitzerin ist nun auf sich allein gestellt und der Weg verschlägt sie nach Passau, wo sie eine Anstellung bei dem bekannten Wolfsklingenhersteller Thomas Standler bekommt. Sie verliebt sich in den Studenten Christian. Die stregen Bestimmungen Passaus geben aber keine Hoffnung auf ein glückliches Ende und sie versuchen trotzdem einen Ausweg zu finden. Das Schicksal meint es mit Teresa nicht einfach und sie erlebt viel Glück und Trauer ...

    Nicole Steyer hat es in ihrem historischen Roman geschafft, dass Teresa einem gleich symphatisch ist und ihre Geschichte einen fasziniert. Eine Frau als Holzschnitzerin, die ihren Weg im Leben finden muss, ist eine interessante Abwechlung im Genre Geschichte und Mittelalter. Der Roman ist hervorragend recherchiert, Passau gut dargestellt und die geschichtlichen Hintergründe sind großartig in die Handlung eingefloßen.

    Im Laufe des Plots gibt es viele Wendungen mit Überraschungscharakter, die das Lesen erfrischend gestalten. Auch die Figuren sind plastisch dargestellt und lassen den Leser mitfiebern. Dies gilt nicht nur für die Hauptfigur Teresa, sondern auch für den Knecht Josef und die Hebamme Vroni. Das einzige Manko sind die übertriebene Anzahl an Toten in diesem Roman. Es gibt den Anschein eines Krimis an einigen Stellen und ist übertrieben. Aber der Gesamteindruck ist sehr gut und verdient seine vier Sterne.

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    LadyFelidaes avatar
    LadyFelidaevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eine spannende historische Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen.
    Lass dich mit dem Teufel ein...

    ... Und du wirst verloren sein. Dieser Satz trifft auf die Hauptprotagonistin Teresa bereits von Anfang an absolut zu. In den düsteren Zeiten des Dreißigjährigen Krieges kann und sollte man nur sich und den engsten Freunden vertrauen, jedoch fällt Teresas Bruder Rupert auf eine List herein und bezahlt dafür einen sehr teueren Preis... . Nun muss Teresa alleine überleben und macht sich auf den Weg nach Passau. Ursprünglich wollte sie mit ihrem Bruder nach Nürnberg zu ihrem Oheim, jedoch kann das junge Mädchen mit dem ungewöhnlichen Talent zum Schnitzen nicht wählerisch sein. Ihre Begabung ist es letztendlich, die sie zu dem bekannten Thomas Stantler, einem Klingenschmied, führt. Sie bekommt dort eine Anstellung und darf die Griffe der berühmten Wolfsklingen verzieren. Endlich scheint ihr Leben wieder geordnet abzulaufen, doch dann trifft sie Christian, einen Studenten aus reichem Hause und verliebt sich. Ihre Zuneigung lässt sie jedoch nicht nur die Standesschranken übersehen ... . Das Buch ist gut geschrieben und die Geschichte spannend. Als historischer Roman ist sie gut recherchiert und empfehlenswert, obwohl ich stellenweise die Dramatik zu übertrieben fand, in der Hinsicht, dass sich viel zu viele Ereignisse überschlagen haben.

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    jackdecks avatar
    jackdeckvor 2 Jahren
    Die Kunst des Teufels

    Der neue Roman von Nicole Steyer trägt den Titel „ Die Kunst des Teufels“ da brauche ich als Fan von historischen Romane nicht lange zögern und  greife zu dem Buch mit einem sehr einladenden Cover. Teresa, die Tochter eines Holzschnitzers aus Berchtesgaden, ist nach dem Tod des Vaters mit ihrem Bruder Rupert auf dem Weg nach Nürnberg zu ihrem Oheim. In der Nähe von Passau begegnen sie einer Truppe von Landsknechten, die einen Streit mit ihrem Bruder anfangen. Rupert hat zuvor einen Zettel gekauft, der ihm Unanfechtbarkeit für einen Tag garantiert, ansonsten würde seine Seele dem Teufel gehören. Rupert stirbt. Teressa bleibt allein zurück, ihr Weg führt sie nach Passau, wo sie bei einem Messerschmied (Thomas Sattler) Bleibe und Anstellung. Hier darf sie auch die von ihrem Vater erlernte Kunst des Schnitzens ausführen. Die weitere Handlung will ich nicht vorweg nehmen um der Leserschaft den Genuss und die Spannung nicht zu nehmen. Ich kann nur so viel verraten es wird düster. Das Buch ist der mittlerweile 4. Historische Roman den ich von Nicole Steyer lesen darf und ich muss sagen sie avanciert mittlerweile zu meine Lieblingsautorinnen im historischen Bereich. Detailgetreu wird die Kulisse dieser Zeit dem Leser vor Augen gebracht und die fundierte Recherche merkt man in jeder Zeile. Ich kann nur hoffen die Autorin sitz bereits wieder am Schreibtisch oder ist auf Recherche-Reise, damit ich bald wieder etwas von Nicole Steyer lesen darf und empfehle bis dato ihre Bücher sehr gerne weiter. 

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    tinstamps avatar
    tinstampvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der in der dunklen Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt. Spannend geschrieben!
    Teufel hilf mir...

    Darum geht's:
    Teresa und ihr Bruder Rupert kommen aus einer Holzschnitzerfamilie. Während der eigentliche Erbe und Nachfolger Rupert so gar keine Ambitionen hat das Schnitzhandwerk zu erlernen, liebt Teresa das Arbeiten mit dem Holz. Ihre kleinen Holzspielzeuge verkaufen sich auch hervorragend. Doch als Frau ist es ihr untersagt diesen Beruf auszuüben. Als der Vater stirbt, brechen die Geschwister zu ihrem Oheim nach Nürnberg auf. Auf dem Weg kauft der abergläubische Rupert einen Zettel mit einem Spruch, der ihm für einen Tag Unverwundbarkeit prophezeit. Stirbt er trotzdem, gehört seine Seele dem Teufel. Rupert glaubt fest daran, als er noch am selben Tag Teresa gegen einem anderen Mann verteidigt. Doch er stirbt noch an Ort und Stelle und Teresa gibt sich die Schuld an seinem Tod und flüchetet nach Passau. Dort erhält sie einen Platz beim Messerschmied Thomas Stantler, der für seine berühmten Messer, die Passauer Wolfsklingen, einen Griffeschnitzer sucht. Und bald hat Teresa den Messerschmied von ihrer Kunst überzeugt, doch offiziell darf sie auch bei ihm nicht als Schnitzerin arbeiten.....

    Meine Meinung:
     Das ist mein zweiter historischer Roman von Nicole Steyer und langsam werde ich ein richtiger Fan der Autorin. Vor kurzem habe ich ein weiteres Buch der Schriftstellerin unter ihrem Pseudonym Linda Winterberg gelesen, das mich ebenfalls begeistert hat.

    In diesem historischen Roman wird auf den mehr als 500 Seiten mehr gemordet, als in einem blutigen Thriller, die ich ebenfalls sehr gerne lese. Das habe ich schon bei meinem ersten Buch der Autorin "Der Fluch der Sommervögel" feststellen müssen und auch hier ist es nicht anders. So schnappt man doch das eine oder andere Mal nach Luft, wenn jemand stirbt, den man gerade liebgewonnen hat. Auf der anderen Seite erhöht es die Spannung, da man bei der Autorin nie sicher sein kann, wer nun als Nächster das Zeitliche segnet ;)

    Teresa, unsere Hauptprotagonistin, ist eine sehr liebenswerte junge Frau, mit der es das Schicksal wirklich alles andere als gut meint. Sehr früh verliert sie ihre Eltern und dann noch ihren geliebten Bruder Rupert. Das Schnitzen, ihre große Leidenschaft, darf sie nur heimlich ausüben, da es Frauen von der Zunft verboten ist, diesem Handwerk nachzugehen. Sie dürfen höchstens als Mägde oder Hebammen arbeiten, nicht zu vergessen als Hübschlerinnen in den diversen Häusern. Deshalb hat Teresa auch bald einige Neider auf dem Hals, wie den jungen Leopold, der sich als Thomas Stantlers Nachfolger sieht, aber keinerlei Talent zum Schnitzen hat. Aber auch die Mägde im Haus wollen sie nicht in der Schnitzstube sehen, sondern in der Küche. Mit der jungen, aber etwas ungestühmen Magda, freundet sich Teresa bald an und lernt durch sie den Studenten Christian kennen, der ihre große Liebe wird. Doch der hilfsbereite und lebenslustige junge Mann hat ein Geheimnis....

    In "Die Kunst des Teufels" befasst sich die Autorin vorallem mit dem Aberglauben dieser Zeit, der Gottesfurcht und dem Handel. Sie beschreibt den goldenen Steig, den historischen Salzhandelsweg von Passau nach Prachatitz, man erfährt etwas über die Herstellung der bekannten Passauer Wolfsklingen, die Thomas Stattler in seinem Betrieb schmiedet, den wertvollen Ilzer Perlen und im letzten Drittel erleben wir den Bau der Wahlfahrtskirche " Maria Hilf "mit. Nicole Steyer hat großartig recherchiert und diese historischen Ereignisse wunderbar in die Geschichte integriert. Auch von den Lebensbedingungen der Einwohner erfahren wir hier einiges. So ist es Bediensteten verboten zu heiraten und wird schwer geahndet. Der Glaube und das Seelenheil spielen eine große Rolle. Andersgläubige wurden als Ketzer bezeichnet und verfolgt. Auch der Aberglaube hat Hochsaison. So wird auch aus jedem Hochwasser, das die Stadt gefährdet, eine Bedrohung des Teufels. Dadurch wirkt die Stimmung im Roman manchmal etwas düster....genauso wie die damalige Zeit eben war.

    Schreibstil:
    Der Schreibstil ist sehr bildhaft und lässt sich wunderbar lesen. Man ist schon nach den ersten Seiten mitten im Geschehen und die Spannung, wie es mit Teresa weitergehen wird, bleibt bis zum Schluss erhalten. Man kann das Buch kaum aus der Hand legen. Die Gefühlswelt von Teresa wird sehr emotional und einnehmend beschrieben. Der historische Hintergrund wurde hervorragend recherchiert.
    Am Beginn des Buches gibt es eine Karte der damaligen Zeit von der Region Passau bis weit nach Böhmen und am Ende einige Fakten zum geschichtlichen Hintergrund.

    Charaktere:
    Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet. Jeder von ihnen ist nicht nur Gutmensch, sondern hat auch einige schlechte Seiten, so wie es auch im richtigen Leben ist. So wirken die Perseonen sehr authentisch und lebensecht. Teresa ist eine eher zurückhaltende junge Frau, die Ruhe und Geborgenheit im Schnitzen findet. Aber auch Mut und Hoffnung findet sie in diesem Handwerk wieder, dessen Liebe sie vom Vater mitbekommen hat. Und so erinnert es sie auch immer an ihren verstorbenen Vater, genauso wie der Duft von Holz. Aber auch mit den vielen anderen Charakteren, die dem Leser in diesem Roman begleiten, wie Teresas Freundin Magda oder Josef, der ihr zum zweiten Vater wird, sowie Burgi, die Köchin, deren rauhen Schale ein doch weiches Herz verbirgt, freundet man sich schnell an.  

    Fazit:
    Ein hervorragend recherchierter historischer Roman, der in der dunklen Zeit des Dreißigjährigen Krieges spielt. Aberglaube und das menschliche Seelenheil spielen eine große Rolle. Von Beginn an fesselt der spannende Schreibstil den Leser ans Buch. Eine Empfehlung für jeden Historienfan!

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    tweedledees avatar
    tweedledeevor 2 Jahren
    eine Frau geht ihren Weg

    Teresa und ihr Bruder Rupert sind Waisen, ihre Mutter ist schon länger tot, der Vater vor kurzem gestorben. Mittellos sind sie mit einem Handelszug unterwegs nach Nürnberg, um dort beim Onkel ein  neues Zuhause zu finden. Doch die Zeiten sind unruhig, der Krieg tobt und Landsknechte überfallen immer wieder Dörfer und plündern sie. Bei einem dieser Überfälle wird Rupert getötet, und das, obwohl er sich auf einen Schutzzauber verlassen hat, der ihm Unverwundbarkeit verleihen sollte. Von einem Händler hatte er gegen gutes Geld ein kleines Zettelchen erstanden, das Unverwundbarkeit für einen Tag versprach. Falls doch der Tod eintreten sollte, sollte die Seele nun dem Teufel gehören.

    Teresa kann entkommen, sie findet eine Anstellung in Passau bei dem Klingenschmied Stantler, wo sie das machen kann, was sie der Vater gelehrt hat: Schnitzen. Eigentlich ein Handwerk, das damals den Männern vorbehalten war, doch Teresa hat das Talent des Vaters geerbt und dieser hatte ihre Ausbildung vorangetrieben. Die Wochen vergehen, Teresa findet in der Magd Magda eine Freundin und lernt den Studenten Christian kennen, die beiden verlieben sich. Doch das Schicksal hat anderes mit Teresa vor.

    "Die Kunst des Teufels" ist das zweite Buch das ich von der Autorin Nicole Steyer gelesen habe, im Vergleich zu "Der Fluch der Sommervögel" ist das Buch ungleich düsterer. Sie entführt ihre Leser ins Jahr 1620 in die Region Passau, wo sie die Stadt zur damaligen Zeit vor dem Inneren Auge aufleben lässt. Die Zeiten waren für eine Frau gefährlich, zu viele Männer betrachteten sie als Freiwild, eine Frau war sowieso nicht viel wert. Die Menschen waren streng gläubig, Andersgläubige wurden als Ketzer bezeichnet und mussten mit Verfolgung rechnen. Teresas bisher friedliches Leben ändert sich mit dem Tod des Vaters und Bruders schlagartig, sie ist auf sich allein gestellt und muss sich als Magd verdingen. Als eine Dienstmagd, die wenig Rechte hatte. Nur der Gutmütigkeit Thomas Stantlers hat sie es zu verdanken, dass sie Messergriffe schnitzen darf anstatt im Haushalt zu helfen.

    Nicole Steyer beschreibt das Leben der einfachen Menschen sehr anschaulich, es wird wieder einmal deutlich wie hart das damalige Leben war. Außer der Arbeit gab es kaum Vergnügungen, die Mägde und Knechte waren ihrem Dienstherrn ausgeliefert, durften ohne Genehmigung nicht einmal heiraten. Durch die schlechten Lebensbedingungen und die mangelnde medizinische Versorgung waren die Menschen anfällig für Krankheiten, wurden dahingerafft. Im Verlauf müssen viele lieb gewonnene Figuren ihr Leben lassen, sei es durch Gewalt oder Krankheit.

    Die Charaktere sind schön gezeichnet, allen voran Teresa, mit der ich mitfühlen konnte. Bei Theresa merkt man auch eine Entwicklung, von dem unsicheren Mädchen mausert sie sich zu einer willensstarken Frau, die für ihre Ziele kämpft, aber auch Rückschläge einstecken muss. Zum Glück hat sie den alten Knecht Josef zur Seite, der in ihr die Tochter sieht, die er nie hatte.

    Die Handlung wirkt authentisch, der Plot ist dicht und teilweise sehr spannend, fast schon ein historischer Krimi. Der bildhafte und detaireiche Schreibstil lässt die damalige Zeit aufleben, ich konnte beim lesen ganz tief in die Geschichte eintauchen. Auf über 500 Seiten bietet das Buch perfekte Leseunterhaltung für Fans des Genres und bietet nebenbei noch allerhand interessante  Informationen. Man merkt, dass die Autorin auch hier wieder sehr genau recherchiert hat.

    Fazit: Spannender historischer Roman um eine starke Frau, die ihren Weg geht.

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    xine48s avatar
    xine48vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Grandioser abenteuerlicher mittelalter Roman!
    Teresa, eine junge Frau, mit einer besonderen Fähigkeit

    Teresa ist mit ihrem Bruder auf dem Weg nach Nürnberg zu ihrem Oheim, doch leider kommt es nicht so wie sie es sich vorgestellt hat. 
    Teresa hat ein besonderes Talent, sie kann wunderbar schnitzen. Für die kleinen Holzpferdchen war ihr Vater weit bekannt, von dem sie auch ihr Talent geerbt hat.  Nach den Tod der Eltern, sucht Teresa nun woanders ihr Glück, doch bis sie dies findet wird sie noch mit vielen Widrigkeiten des Lebens konfrontiert. Der Tod eines geliebten Menschen, die erste große Liebe, das Schicksal das als Frau ihr Talent immer versteckt bleiben muss. Doch Teresa ist stark und auch in ihren dunkelsten Momenten, schafft sie es immer wieder sich aufzuraffen, um für sich und ihren Traum zu kämpfen.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Gerade am Anfang ging es hoch her und es passierte viel auf einmal, aber dann kam immer mal wieder ein ruhigeres Kapitel was einem die Möglichkeit zum durchatmen gab. Man konnte der Geschichte immer gut folgen und auch wenn man einige Sachen als Leser vorausahnen konnte, gab es doch ein paar Überraschungen, die man nicht kommen sah.
    Die Protagonistin Teresa schließt man schnell ins Herz und wünscht ihr nur alles Gute. Und immer dann wenn wieder etwas schlimmes passierte, stöhnte man innerlich auf und fühlte mit ihr mit. Man wollte sie am liebsten persönlich beschützen, zum Glück gab es auch im Roman ein paar Personen, die ihr wohlgewonnen gesonnen waren und auf sie aufgepasst haben. Auch gab es richtig schön unsympathische Antagonisten, über deren kurzes Leben man kein Tränchen verdrücken wollte, wenn überhaupt ein Freudentränchen.
    Zum Ende hin, was auch die 4 Sterne erklärt, waren mir die vielen Toten vielleicht ein bisschen zu viel. Ich verstehe ja, dass die Geschichte im Mittelalter spielt und das es da anders zu ging, aber ein paar weniger hätten auch gereicht.
    Der Hauptteil der Geschichte spielt ja in Passau, und dank der detaillierten Beschreibung der Autorin, konnte man sich sehr gut eine Karte der Stadt in seinen Kopf vorstellen. Ich würde am liebsten selbst einmal den Dom besuchen, der in Teresa so viel Ehrfurcht ausgelöst oder einfach mal durch die engen Gassen schlendern. Heutzutage würde das bestimmt auch viel mehr Spaß machen, da wir nun ein funktionierendes Abwassersystem besitzen.

    Der Roman ist sehr empfehlenswert für alle die sowieso schon historische Romane mögen, ihr werdet auf keinen Fall enttäuscht, eher das Gegenteil. Aber er ist auch etwas für diejenigen, die mal in das Genre reinschnuppern wollen, ein toller Einstieg ins Mittelalter und seine Gewohnheiten. 

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    Blausterns avatar
    Blausternvor 2 Jahren
    Die Kunst des Teufels

    Teresa hat das Handwerk Schnitzen von ihrem Vater gelernt und ist richtig gut darin. So finanzieren sie den Anschluss an den Handelszügen, denn allein zu reisen, ist während dieser Kriegszeit sehr gefährlich. Vor den Toren Passaus erwirbt Rupert einen der Zauberzettel, die dort im Umlauf sind, um mit der Angst und dem Aberglauben der Leute Geschäfte zu machen. Dieser verspricht ihm Schutz und Unverwundbarkeit für einen Tag. Damit will er seine Schwester beschützen, erhält aber den Tod, und seine Seele bekommt der Teufel. Nun ist Teresa ganz allein und schlägt sich nach Passau durch. Die Trauer und Selbstvorwürfe bringen sie fast um. Zum Glück kommt sie bei einem Messerschmied unter, bei dem sie auch schnitzen darf, was ihr Ruhe und Frieden verschafft und leider als Frau in einem Männerberuf sonst unmöglich ist. Sie lernt auch Christian kennen, die beide voneinander sehr angetan sind. Doch der hat ein dunkles Geheimnis von dem sie noch nichts ahnt.
    Wir begleiten Teresa nach Passau und erleben eine mittelalterliche Stadt hautnah und sehr real. Die Lebensumstände der einfachen Bevölkerungsschicht werden hier äußerst deutlich. Das Leben war hart, noch dazu in Zeiten des Krieges. Andersgläubige wurden als Ketzer gejagt und ermordet, die Wirtschaft lag am Boden, Hochwasser drohte. Für Dienstboten gab es keine Möglichkeit zu heiraten. All das wurde von der Autorin gut recherchiert und die Geschichte darin verwoben. Teresa verliert ihren Bruder, sie selbst ist als Frau nichts wert, ihr Handwerk darf nicht ausgeführt werden, geschweige denn bekannt werden. Sie muss sich nun allein durchs Leben kämpfen und verzweifelt oft daran. Doch genauso oft rappelt sie sich wieder auf, da es ja irgendwie weitergehen muss. Eine sehr authentische Person, die man voll verstehen kann und mit ihr fühlt. Auch die anderen Charaktere sind wunderbar ausgereift und ergeben ein großes Ganzes. Die Spannung steigert sich mit jeder Seite, wobei zwischendurch aber auch immer wieder kurzfristig etwas Ruhe eintritt. Der Text ist gut verständlich, und man kann ihm schnell folgen.

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 2 Jahren
    Das Leben in Teufels Hand

    Teresa und ihr Bruder Rupert kommen aus einer Holzschnitzerfamilie und machen sich nach dem Tod ihres Vaters auf den Weg nach Nürnberg zu ihrem Onkel, um dort neu anzufangen. Unterwegs schließen sie sich verschiedenen Handelszügen an, um sicherer zu reisen. Kurz vor Erreichen der Stadt Passau lässt sich der abergläubische Rupert auf den Kauf eines Zettels ein, der ihm Unbesiegbarkeit für einen Tag verspricht, sonst wäre seine Seele des Teufels. Doch leider wirkt der Zauber nicht, denn im Versuch, seine Schwester Teresa zu beschützen, kommt er zu Tode und Teresa flieht und landet so in Passau, wo sie in ihrer Verzweiflung von einer Brücke springen will. Doch sie wird von dem jungen Jesuitenschüler Christian gerettet. In Passau findet Teresa eine Anstellung als Magd bei dem Messerschmied Thomas Standler und darf sogar ihre Schnitzkunst für die Messergriffe einsetzen. Langsam fasst Teresa Fuß in Passau, findet neue Freunde und trifft auch Christian wieder, in den sie sich verliebt. Doch das Schicksal schlägt wieder zu und lässt Teresa immer verzweifelter zurück. Wird es ihr beschieden sein, doch noch ihr Glück zu finden?

    Nicole Steyer hat mit ihrem Buch „Die Kunst des Teufels“ einen sehr spannenden und unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig und zieht den Leser sofort in die Geschichte hinein. So wandet man an der Seite von Teresa in einem vergangenen Jahrhundert, lernt die damaligen Lebensumstände der Menschen und die Zeit der Glaubenskriege kennen, muss Kriegszeiten miterleben und das Hochwasser. Der Hintergrund des Romans wurde akribisch recherchiert und der erzählten Handlung sehr schön unterlegt. Auch die Landschaftsbeschreibungen sind sehr bildhaft geschildet, man hat als Leser das Gefühl, im alten Passau umherzuwandern und sich alles anzusehen. Der Spannungsbogen wird schon gleich zu Beginn angelegt und schraubt sich mit jedem Kapitel im weiter in die Höhe, wo er in einem sehr spannenden Finale mündet.

    Die Charaktere wurden von der Autorin liebevoll ausgestaltet, dabei haben sie Ecken und Kanten und wirken gerade deshalb glaubwürdig, lebensecht und authentisch. Teresa ist eine eher zurückhaltende junge Frau, die ein Talent für ein männliches Handwerk besitzt: die Schnitzerei. Wenn sie schnitzt, dann spendet es ihr Trost, gibt ihr Wärme und Hoffnung. Teresa ist seit dem Tod ihres Bruders schutzlos und auf sich allein gestellt, oftmals verliert sie ihren Mut, doch genauso oft sammelt sie alle ihre Kräfte erneut, um nach vorn zu sehen. Burgi, die Köchin, ist eine resolute Person mit dem Herz am rechten Fleck. Sie hat schon viele Schicksalsschläge ertragen müssen, wirkt oft burschikos und hart, aber im Grunde ist sie ein mitfühlender Mensch, der sich Sorgen um andere macht und helfen will. Josef ist ein alter Messerschmied, der Teresa ins Herz geschlossen hat wie ein eigenes Kind und so wie ihr Schatten über sie wacht, damit ihr keiner was Böses antun kann, auch wenn es nicht immer gelingt. Christian ist ein gutaussehender, sympathisch wirkender junger Mann, der seine Studien nicht so ernst nimmt, dafür ein guter Schauspieler ist. Er verliebt sich in Teresa und will mit ihr eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Auch die anderen Protagonisten sind so gut ausgeformt, dass sie mit ihren kleinen Nebengeschichten die Haupthandlung noch bereichern.

    „Die Kunst des Teufels“ ist ein wunderschöner historischer Roman, in dem der Aberglaube, die Liebe, der Krieg, der Glaube und vor allem der Tod eine große Rolle spielen. Alle Liebhaber vergangener Geschichten werden von diesem Buch begeistert sein und sich in der schön erzählten Handlung verlieren. Absolute Leseempfehlung!

     

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    nicole_steyers avatar
    Heute ist mein neuer Roman "Die Kunst des Teufels" erschienen.  In diesem Roman entführe ich Euch in den wunderschönen Bayerischen Wald, genauer gesagt nach Passau und Umgebung. Meine Mutter stammt aus dieser wunderschönen Region Deutschlands und sie bedeutet für mich vor allen Dingen Kindheitserinnerungen. Es hat mir sehr große Freude gemacht, mich mit diesem Roman ein wenig auf die Suche nach meinen Wurzeln zu begeben und die Region von einer ganz neuen Seite kennenzulernen.

    Und darum geht es:
    "Teufel hilf mir, Leib und Seel‘ geb‘ ich dir."

    Ein Spruch auf Zetteln, die im Jahre 1620 unter Landsknechten in der Nähe von Passau kursieren, verspricht Unverwundbarkeit für einen Tag. Stirbt man doch, so gehört die Seele dem Teufel. Auch Rupert, der Bruder der jungen Holzschnitzerin Teresa lässt sich auf den Handel ein und verliert Leben und Seele. Teresa bleibt in tiefer Trauer allein zurück. Ihr Weg führt sie nach Passau, wo sie sich in den Studenten Christian verliebt. Sie ahnt nichts von seiner dunklen Seite …

    Ich freue mich auf die Leserunde mit Euch.

    Wer ein Exemplar gewinnt, verpflichtet sich dazu, es innerhalb der nächsten 4 Wochen nach Erhalt zu lesen, sich aktiv in der Leserunde zu beteiligen und das Buch anschließend zu rezensieren. Mindestens hier bei Lovelybooks, gerne aber auch noch woanders.

    Um euch zu bewerben, solltet ihr schon mindestens eine aussagekräftige Rezension hier auf Lovelybooks veröffentlicht haben.

    schafswolkes avatar
    Letzter Beitrag von  schafswolkevor 2 Jahren
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