Nicole Zepter

 4.1 Sterne bei 12 Bewertungen

Alle Bücher von Nicole Zepter

Kunst hassen

Kunst hassen

 (11)
Erschienen am 09.12.2017
Der Tag, an dem ich meine Mutter wurde

Der Tag, an dem ich meine Mutter wurde

 (1)
Erschienen am 23.04.2018

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Rezension zu "Der Tag, an dem ich meine Mutter wurde" von Nicole Zepter

Das Buch konfrontiert Töchter auch mit der eigenen Lebensgeschichte.
AnnetteTraksvor 5 Monaten

Die Autorin Nicole Zepter (*1976) geht in diesem Buch der Frage nach, wie es geschehen konnte, dass sie beziehungsmäßig das Leben ihrer Mutter wiederholt hat:

Nachdem diese sich 1974 verliebt hatte, wurde sie schwanger und brachte ihre Tochter zur Welt. Doch nach ca. einem Jahr trennte sich das Paar und brach den Kontakt total ab.

Bis zu ihrem 18. Lebensjahr weiß Nicole nichts von ihrem leiblichen Vater, sie hält den Stiefvater dafür. Auf die Frage, warum sie ihren Erzeuger bis dahin verschwiegen habe, antwortet ihr die Mutter nicht. Sie wird für die 18-Jährige, die das Haus verlässt, zu einer Fremden, die sie belogen und in ihren Augen als Mutter versagt hat. 15 Jahre lang haben beide daraufhin keinen Kontakt mehr zueinander.

Im Jahr 2010 verliebt sich die Autorin, wird schwanger und bringt einen Sohn zur Welt. Auch sie trennt sich von ihrem Partner, obwohl sie einst glaubte, mit ihm die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Beide haben aber noch ein sehr distanziertes Verhältnis zueinander.

Nicole Zepter erkennt, dass sie diese Phase ihres Lebens nahezu identisch wie ihre Mutter erlebt hat. Sie möchte verstehen, worin die Ursachen dafür liegen und sucht eine Praxis für systemische Therapie auf: Hier wird der Schwerpunkt der Analyse auf die Interaktion der einzelnen Familienmitglieder gelegt, wobei man auch in die Vergangenheit zurückgeht.

Die Erkenntnisse schildert sie in diesem Buch, ebenso wie allgemeine Forschungsergebnisse zum Mutter-Tochter-Verhältnis.

Resümee:
Nicole Zepter will vor allem die Frage klären, ob es Schicksal ist, dass sie in einem bestimmten Lebensabschnitt das Gleiche wie ihre Mutter erlebt hat. Mütter und Töchter haben ja angeblich eine besondere Beziehung zueinander, die oft zwischen den Polen intensiver Zu- und Abneigung pendelt. Letztere ist oft dann besonders ausgeprägt, wenn sich die Tochter in ihrer Mutter wiedererkennt, denn: "Ich wollte nie so sein wie du!" (Pos. 60, E-Reader).

• Doch wie kommt es, dass man dies trotz der festen Absicht, vieles besser machen zu wollen, häufig nicht verhindern kann?

• Wie lernt man eigentlich lieben?

• Wer ist Nicole Zepters Mutter, wer ist ihr Vater?

• Welche Bedeutung haben beide Elternteile allgemein?

• Welchen Anteil haben sie jeweils an der emotionalen Entwicklung

ihres Kindes?

• Hat das Verhältnis, das man als Kind zu seinen Eltern hat,

Einfluss auf die Partnerwahl?

Dies sind nur ein paar Fragen, auf die in dem Buch nach Antworten gesucht wird.
Es folgt dabei einer klaren, logischen Kapitelfolge:
Liebe - Bindung - Trennung - Distanz - Schuld - Nähe.
Dadurch kommt es notgedrungen zu einigen inhaltlichen Wiederholungen, die aber für das Verständnis notwendig sind.

Eine Quintessenz kristallisiert sich vor allem heraus:
Das soziale Familiengefüge ist das Bezugssystem für die Kinder und prägt deren Leben, ob sie es wollen oder nicht. Sie stehen diesbezüglich quasi in einem - auch emotionalen - Abhängigkeitsverhältnis. Bei Unabhängigkeitsbestrebungen müssen sie erst lernen, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und sich nicht mehr an gelernten Inhalten und internalisierten Vorbildern zu orientieren, um selbstständig individuelle Entscheidungen treffen zu können. Die Abnabelung von dem familiären Bezugssystem ist oft ein harter Weg, den viele aus Unsicherheit und Angst nicht beschreiten.

Fazit: Dies ist mit Sicherheit - vor allem für Töchter - kein leichtes Buch.
Denn obwohl die Autorin ihre eigene Geschichte beschreibt und verarbeitet, wird man als Leserin immer wieder mit Parallelen zur eigenen Entwicklung konfrontiert.

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Flickercats avatar

Rezension zu "Kunst hassen" von Nicole Zepter

"Kunst hassen"
Flickercatvor 3 Jahren

Ich bin kein besonders großer Kunstkenner: Ein paar nicht zusammenhängende Kunst-Vorlesungen an der Uni, gerne mal ein Ausstellungsbesuch, hier und da ein Buch zum Thema – aber kein Expertenwissen. So viel vorweg. ^^

Vor diesem Hintergrund fand ich das Buch interessant. Es lädt dazu ein, sein eigenes Kunstverständnis und die Wahrnehmung von Museen/Ausstellungshallen zu hinterfragen. Was ist Kunst, was will sie erreichen? Und wer bestimmt darüber, welche Werke wie der Öffentlichkeit präsentiert werden und welche nicht?

Den Aufbau des Buches fand ich nicht immer ganz eingängig und an manchen Stellen ist mir auch nicht richtig klar geworden, was die Autorin jetzt eigentlich wirklich stört. Das Buch heißt „Kunst hassen“, sie beschwert sich aber hauptsächlich über die Auswahl und Darbietung von Kunstwerken, ausgehend von einigen wenigen Personen, in den großen Galerien. Dabei haben mir teilweise die Vorstellung von alternativen Ideen, wie es besser laufen könnte, und tatsächlich konkrete Aussagen zu manchen Themen gefehlt. Ganz davon abgesehen, dass auch die Kunstwelt schließlich nicht nur aus den großen „Mainstream“-Künstlern und Galerien besteht und die beschriebene typische Atmosphäre daher sicherlich nicht überall vorherrscht. So gesehen ist die Betrachtung vielleicht auch etwas einseitig...
Und die Erkenntnis, dass man sich ruhig selbst zutrauen sollte zu entscheiden, ob einem ein Kunstwerk gefällt oder nicht, hätte ich jetzt eigentlich als selbstverständlich vorausgesetzt. Hm.
Gut gefallen haben mir die Interviews mit Personen aus der Kunstszene, die in das Buch mit eingeflossen sind.

Inhaltlich bin ich also nicht komplett überzeugt und einer Meinung mit der Autorin, aber als Gedankenanstoß hat mir „Kunst hassen“ gut gefallen.

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