Auf dem Weg zu einem Freund – Nils Fredrik Dahl
Wenn ich an dieses Buch denke, möchte ich so gut wie jedem dieses Buch ans Herz legen. Ich möchte das Buch verschenken, ich möchte, dass jeder dieses Buch gelesen hat.
Dieses Buch ist in der Sprache sehr reduziert beschrieben, aber die Geschichte ist so krass.
Es geht um Vilgot, der ohne Liebe bei Eltern aufwächst, die ihm eigentlich fremd sind. Und auch die fremden Eltern erkennen ihren Sohn nicht. Da ist überhaupt gar keine Beziehung.
Dieser arme Junge ist so alleine. Er streift so oft durch Oslo, durch die Gassen. Und es ist immer grau und kalt. Und er sagt oft, er geht zu einem Freund, aber er hat gar keinen Freund.
Er ist so einsam. Ich habe noch nie so eine einsame Figur kennengelernt.
Und ein Elefant spielt auch eine Rolle, aber ganz anders, als man das zunächst denkt. Das ist auch schlecht zu beschreiben, ohne zu spoilern.
Man möchte Vilgot da rausholen. Man möchte ihn in den Arm nehmen und sagen: Du wirst Freunde finden, alles wird gut.
Und dann findet er einen Freund, als er sagt, er ist auf dem Weg zu einem Freund. Aber dieser Freund ist an einem Abend mit seinen eigenen Sorgen beschäftigt und lässt ihn nicht rein.
Und dann geschieht Vilgot auf dem Weg zu einem Freund etwas super Schreckliches. Etwas, was sein ganzes Leben extrem verändert und beeinflusst.
Der Elefant wächst, der Elefant wird böse. Der Elefant ist verzweifelt. Und Vilgot kämpft.
Und in Vilgot ist so viel Liebe. Und das wird zurückgegeben.
Was Nils Fredrik Dahl da erschaffen hat, das ist ein kleines Büchlein, in dem mehr drinsteckt als in vielen tausend Seiten Büchern.
Und mich hat noch nie ein Roman so sehr berührt, der so reduziert geschrieben war.
Ich habe viele Romane gelesen und auch Autobiografien, die alles andere als einfach waren. Aber dieses kleine Buch hat mich auf eine Weise berührt, die ich so noch nie erlebt habe.
Ich möchte es wirklich jedem ans Herz legen.







