Niels Werber Erster Weltkrieg

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Inhaltsangabe zu „Erster Weltkrieg“ von Niels Werber

Im Sommer 2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal – mit einer großen Resonanz dieses Ereignisses in Wissenschaft und Feuilleton ist zu rechnen. Dieser Weltkrieg mit seiner Entfesselung einer industriellen Kriegsführung, mit Millionen von militärischen und zivilen Opfern und der Destabilisierung von politischen und soziokulturellen Gewissheiten war das zentrale Ereignis für den Erfahrungszusammenhang der deutschen Gesellschaft in den ersten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts. Im Ersten Weltkrieg, in seiner Vor- und Nachgeschichte bündeln sich einerseits radikale Modernisierungs- wie auch Krisenerfahrungen, andererseits bleiben manche kulturelle Deutungsmuster und Sinnstiftungsstrategien überraschender Weise relativ unbeeindruckt von der Destruktionsgewalt des Krieges. – In interdisziplinärer Perspektive rekonstruiert dieses Handbuch zentrale Themen, Diskurse, Mythen und Praktiken rund um die Jahre 1914 bis 1918. Es setzt mit der Vorkriegszeit ein und gibt Ausblicke auf Wilhelminismus, koloniale Phantasien, Sprach- und Denkkrisen etc. Die Bei-träge verfolgen die Entwicklungen und Veränderungen in Politik, Gesellschaft, Mentalitäten, Kultur, Technik sowie Kunst und Literatur über die Kriegsjahre hinweg bis in die 1920er Jahre hinein. Themen sind u.a. Körper- und Nervenkrisen, Männerbünde, Kriegsaffirmation, industrialisierter Krieg, Stellungskrieg und Nahkampf, emotionale Mobilmachung, Erinnerungskultur etc. Der Schwerpunkt des Handbuchs liegt auf der kulturellen, literarischen und ästhetischen Resonanz und Produktivität des Weltkriegs. Verkaufsargumente - 2014 ist mit zahlreichen Veranstaltungen und einem starken Echo in den Feuilletons zu rechnen. - Der Erste Weltkrieg wird als Zäsur und Modernisierungsphänomen dargestellt und auf Resonanz-, Wahrnehmungs- und Deutungsaspekte hin analysiert - Moderner, interdisziplinärer Blick auf den Ersten Weltkrieg, der Exemplarität mit kulturhistorischer Breite verbindet – in dieser Herangehensweise konkurrenzlos.

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  • Fundierte Betrachtungen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive

    Erster Weltkrieg
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    05. May 2014 um 12:03

    Fundierte Betrachtungen aus kulturwissenschaftlicher Perspektive Der erste Weltkrieg war nicht nur eine sich langsam anbahnende Katastrophe, sondern auch ein Ausdruck der Sicht der Zeit, der Atmosphäre der Menschen, der Perspektiven auf das „große Ganze“ Europas. Nicht nur eine Verschiebung der Machtstrukturen in seinem Ergebnis, sondern auch ein nationales Trauma in Deutschland, ein Wissen „danach“ um die unbarmherzige, moderne „Maschinen-Kriegsführung“, ein Vertrauensverlust und ein Abbruch von Traditionen, sondern in all dem auch eine Änderung der Kultur, der Auflösung bis dato festgefügter Regeln und Grenzen. Die aber nicht „vom Himmel fielen“, sondern in der Entwicklung in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg in Teilen zu verorten sind. Mithin sind die kulturwissenschaftlichen Bedeutungen der Entwicklung zum ersten Weltkrieg hin, die Änderungen innerer Perspektiven und Gewissheiten in seinem Verlauf und die sich ganz anders (und schwelend) darstellende Welt danach mannigfaltig und mit vielen kulturellen Fäden versehen. Als „zentrales Ereignis für den Erfahrungszusammenhang der deutschen Gesellschaft“ ist der Erste Weltkrieg daher ohne Frage ein wichtiges und wesentliches Untersuchungsobjekt der Kulturwissenschaften. Dem dieses Buch in großer Breite, sehr fundiert, in nachvollziehbarer Struktur und notwendiger Tiefe nachkommt. Bis dahin, den ersten Weltkrieg auch als kollektive Katharsis zu betrachten und in seiner Bedeutung für die Literatur auszuwerten. Gerade in dieser Hinsicht waren die Jahre zuvor europäisch vom Gedanken der Einigung getragen (Zweig, Rolland) und erlebten nun einen massiven kulturellen Abbruch und damit eine starke Veränderung der literarischen Inhalte. Auch, dass „nach dem Krieg vor dem Krieg“ bedeutete und dies zunächst und vor allem in Form eines „Ideenkrieges“ (nicht nur in Deutschland) sichtbar wurde, wird in diesem Handbuch thematisiert und unter der passenden Überschrift „Sinnstiftungen des Sinnlosen“ differenziert betrachtet. Ein kulturell „unruhiges Zeitalter“, das im Krieg einmündete, das konkrete Medienformen erst durch das „Umfeld des Krieges“ entwickelte und stark entfaltete und geistesgeschichtliche Spuren durch das gesamte Jahrhundert hindurch hinterließ, all diese, teils auch kleinteilig verfolgte, Themen finden sich ausführlich in den einzelnen Teilen des Buches wieder. So finden die verschiedenen Autoren klare und nachvollziehbare Antworten auf die spezielle Fragestellung dieses Handbuches, dem“ Ersten Weltkrieg im Blick auf den „kulturellen Ermöglichungszusammenhang““ nachzugehen. Wie stellten sich die kommunikativen und symbolisch-kulturellen Rahmungen im Vorfeld und durch den Krieg hindurch dar? Welche Entwicklungen sind in dieser Hinsicht abzulesen? Welche Resonanz hallt in diesem Krieg nach von sozialen, ökonomischen und technologischen Entwicklungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts und welche Resonanzen sind durch den Ersten Weltkrieg in seiner Folge stark geprägt worden? Neben den offenkundigen Veränderungen in den Systemen, Revolutionen und Reparationen? So steht am Ende der vielen Perspektiven dieses Handbuches und der Vielfalt der Betrachtungen in den Hauptteilen „Das unruhige Zeitalter“, „Der Krieg“ und „Nachkrieg“ ein hoher Informationsgewinn für den Leser in Bezug auf die Bedeutung des Ersten Weltkrieges (in Kulturwissenschaft und Kulturtheorie im Buch untersuchte) für die kulturelle Dynamik in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts im Raum, der die (teilweise auch anstrengende) Lektüre eindeutig lohnt. Ein Ereignis, dass in seiner fast unmittelbar danach folgenden Deutung erstmalig in der Kulturgeschichte mit einem Begriff (Ur-Katastrophe) versehen wurde, welcher bis dato nur für Zerstörungsgewalten von Naturkatastrophen genutzt wurde. Wie also eine unvermeidliche, dem Zugriff des Menschen entzogene Katastrophe zog dieser Krieg seine Bahn, legte „den Samen“ für den zweiten Weltkrieg und hat nachhaltig das poltische und kulturelle Weltbild der Moderne verändert und geprägt. Was in diesem Handbuch vielfach mitklingt und je nach eigenen Schwerpunkten des Interesses hin nachzulesen ist. Das Handbuch stellt einen wichtigen, in dieser kulturwissenschaftlich konzentrierten Form wichtige Sichtweisen und Untersuchungen vor, derer es Bedarf, um die Bedeutung des ersten Weltkriegs umfassend (neben den vielen historischen Einlassungen an anderen Orten) zu verstehen.

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