Nigel Barley

 4 Sterne bei 60 Bewertungen
Autor von Traumatische Tropen, Die Raupenplage und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Nigel Barley

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Nigel BarleyTraumatische Tropen
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Traumatische Tropen
Traumatische Tropen
 (25)
Erschienen am 01.11.1997
Nigel BarleyDie Raupenplage
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Die Raupenplage
Die Raupenplage
 (13)
Erschienen am 01.12.1996
Nigel BarleyTanz ums Grab
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Tanz ums Grab
Tanz ums Grab
 (7)
Erschienen am 01.01.2000
Nigel BarleyHallo Mister Puttyman
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Hallo Mister Puttyman
Hallo Mister Puttyman
 (5)
Erschienen am 01.01.1994
Nigel BarleyTraurige Insulaner
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Traurige Insulaner
Traurige Insulaner
 (5)
Erschienen am 01.01.1993
Nigel BarleyAuf den Spuren von Mr. Spock
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Auf den Spuren von Mr. Spock
Auf den Spuren von Mr. Spock
 (1)
Erschienen am 30.10.2015
Nigel BarleyDer Löwe von Singapur
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Der Löwe von Singapur
Der Löwe von Singapur
 (2)
Erschienen am 01.01.1996
Nigel BarleyBali - Das letzte Paradies: Roman
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Bali - Das letzte Paradies: Roman
Bali - Das letzte Paradies: Roman
 (1)
Erschienen am 22.08.2015

Neue Rezensionen zu Nigel Barley

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MilaWs avatar

Rezension zu "Traumatische Tropen" von Nigel Barley

Ungeschminkte Ethnologie
MilaWvor einem Jahr

Inhalt:

Um als Ethnologe ernst genommen zu werden, muss man schon irgendeine Feldforschung, und sei sie auch noch so unnütz, vorzuweisen haben. Auch die Vorlesung lässt sich mit einem Vorrat an Anekdoten aus der Praxis viel besser bestreiten. Nigel Barley macht sich also frohen Mutes auf zu einem kleinen Stamm in Kamerun, den Dowayos, die gemeinhin als eine Horde unbelehrbarer und arbeitsscheuer Wilde beschrieben werden. Seine Gelassenheit wird durch die zähe Bürokratie, unerfreuliche Krankheiten, Sprachprobleme, Heimweh, unverständliche Rituale, widerspenstige Einheimische und ähnliches stark erschüttert. Und aus Abwehr gegen die Akademiker, die behaupten, alles zu wissen und „ihr“ untersuchtes Volk komplett zu verstehen, beschließt er, genau das zu beschreiben.

 

Meine Meinung:

Nigel Barley bemüht sich vor allem von den Dingen zu erzählen, die in normalen ethnologischen Berichten ausgespart werden. Somit kriegt so ziemlich jeder sein Fett weg. Vom allwissenden Forscher über den schlitzohrigen Regenmacher bis zum störrischen Bürokraten. Auch Selbstironie ist dem Autoren nicht fremd, wenn er beschreibt, wie ihn die Dowayos gerne in die Irre führen und Scherze mit ihm treiben oder ihm seine Naivität immer wieder ein Bein stellt.

Man merkt, dass Barley die Dowayos sehr ans Herz gewachsen sind, denn sie werden sehr liebevoll beschrieben und mit kulturellem Hintergrundwissen ergeben ihre scheinbar kruden Ansichten auch tatsächlich Sinn. Man merkt schon, dass das Buch sehr alt ist, an vielen Stellen ist es nicht „politisch korrekt“, aber Barley gelingt es auch, sich von vielen gängigen Klischees zu distanzieren. Er kritisiert vor allem die Europäer, die meinen, alles zu wissen und die „Wilden“ zivilisieren und zu effizienter Arbeit bringen zu müssen, spricht aber auch an, dass althergebrachte Traditionen nicht unbedingt „gut“ sein müssen und es Rassismus und Unterdrückung nicht nur zwischen „schwarzen“ und „weißen“ gibt.

Ein wenig trocken ist der Bericht dann schon, wenn allzu ausschweifend Rituale beschrieben werden, die sicher für Ethnologen interessant, für Normalsterbliche aber eher ermüdend sind. Trotzdem lernt man nebenher einiges über die Wissenschaft und ihre Grenzen. Ein vergnüglicher Forschungsbericht, der dafür plädiert die ehrwürdig daherkommende ethnologische Forschung nicht immer zu ernst zu nehmen. Obwohl das Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es in Zeiten, in denen viel mit „Entwicklung hin zur Zivilisation“ argumentiert wird, immer noch aktuell.

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Saralondes avatar

Rezension zu "Traumatische Tropen" von Nigel Barley

Traumatische Tropen
Saralondevor 3 Jahren

Als junger Ethnologe unterrichtet Nigel Barley an einer britischen Universität, bis ihm ein Kollege die entscheidende Frage stellt: “Warum machst Du dann nicht Feldforschung”? Schließlich sind die Feldforscher doch die Obergurus der Ethnologie! Kaum ist die Entscheidung gefällt und das zu untersuchende Volk, die Dowayo im nördlichen Kamerun, ausgewählt, holt die Bürokratie Barley wieder auf den Boden der Tatsachen und jegliche Ethnologenromantik ist schnell dahin. Wie wird es ihm in Afrika ergehen?

Bei der Lektüre dieses humorvollen Buches stellte ich mir schon des Öfteren die Frage, ob Nigel Barley sich damit nicht unter manchen Kollegen unbeliebt gemacht hat. Sein grundehrlicher Bericht entzaubert die Vorstellungen, die Fachfremde von der Feldforschung haben mögen – und sorgt beim Leser für viele Lacher. Etwa bei der Schilderung seines Abschieds von den Dorfbewohnern:

“Es war mir eine gewisse Genugtuung, daß, als ich von den Dowayos wieder Abschied nahm, der Häuptling des Dorfes, in dem ich mich aufgehalten hatte, erklärte, er würde mich liebend gern zu meinem Dorf in England zurückbegleiten, wenn er nicht Angst vor einem Land hätte, in dem es immer kalt sei, in dem reißende Tiere von der Art der europäischen Hunde in der Missionsstation lebten und in dem es, wie bekannt, Menschenfresser gebe.” (Seite 20)

Auch Sprachschwierigkeiten sorgen für viele komische Situationen.

Barley schildert episodenhaft – mit offensichtlichem Erzähltalent – seinen ersten Aufenthalt bei den Dowayos, samt aller haarsträubenden Erlebnisse. Dabei geht er jedoch gegenüber allen Beteiligten auch sehr fair vor, so räumt er bei aller Kritik an der Missionstätigkeit der Kirchen beispielsweise ein, dass viele auch wirklich Gutes leisten, das nichts mit dem Versuch einer religiösen Bekehrung zu tun hat.

Aufgefallen ist mir, dass dem Lektorat ein paar Fehler entgangen sind, einen davon erkannte ich als typischen “Satzumbaufehler”, der häufig beim Übersetzen entsteht. Es sind jedoch wirklich nur ganz wenige Vorkommnisse, die man verschmerzen kann.

Eine vergnügliche, ansprechende Lektüre, die ich gerne weiterempfehle.

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S

Rezension zu "Tanz ums Grab" von Nigel Barley

Barley Tanz ums Grab
sethos01vor 4 Jahren

der Ethnologe Barley beschreibt sehr humorvoll die Riten rund um den Tod, ein Thema, das im deutschsprachigen Raum entweder ernst oder gar nicht abgehandelt wird, für Liebhaber des Skurrilen sehr geeignet

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