Nigel Barley

 4 Sterne bei 64 Bewertungen
Autor von Traumatische Tropen, Die Raupenplage und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Nigel Barley

Nigel Barley, geboren 1947 im Süden von London. Als Ethnologe arbeitete er u. a. in West-Afrika. Im Anschluss leitete er für viele Jahre die ethnologische Abteilung im British Museum. In dieser Zeit entdeckte er seine Liebe zum asiatischen Kulturraum, vor allem zu Indonesien, wo er seit einigen Jahren lebt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nigel Barley

Cover des Buches Traumatische Tropen (ISBN: 9783423123990)

Traumatische Tropen

 (27)
Erschienen am 01.11.1997
Cover des Buches Tanz ums Grab (ISBN: 9783423127950)

Tanz ums Grab

 (7)
Erschienen am 01.01.2000
Cover des Buches Hallo Mister Puttyman (ISBN: 9783608959741)

Hallo Mister Puttyman

 (5)
Erschienen am 01.01.1994
Cover des Buches Traurige Insulaner (ISBN: 9783608931891)

Traurige Insulaner

 (5)
Erschienen am 01.01.1993
Cover des Buches Der Löwe von Singapur (ISBN: 9783608931860)

Der Löwe von Singapur

 (2)
Erschienen am 01.01.1996
Cover des Buches Auf den Spuren von Mr. Spock (ISBN: 9783608948974)

Auf den Spuren von Mr. Spock

 (1)
Erschienen am 17.08.2015
Cover des Buches Bali - Das letzte Paradies (ISBN: 9783608980288)

Bali - Das letzte Paradies

 (2)
Erschienen am 22.08.2015
Cover des Buches Bali - Das letzte Paradies: Roman (ISBN: 9783608108118)

Bali - Das letzte Paradies: Roman

 (1)
Erschienen am 22.08.2015

Neue Rezensionen zu Nigel Barley

Cover des Buches Die Raupenplage (ISBN: 9783293405950)E

Rezension zu "Die Raupenplage" von Nigel Barley

auf nach Kamerum
efellvor 2 Jahren

Ein sehr interessanter Reisebericht durch die Tiefen Afrikas mit seinen vielfältigen Eigenschaften, die ein Weißer kaum nachvollziehen kann.
Aber dem Autor Nigel Barley gelingt es sehr gut mit viel Humor und doch etwas persönlichem Abstand Situationen, Personen, Rituale, Gedanken eines afrikanischen Dorfes in Kamerum zu schildern und so eine sehr spannende Lesereise zu gestalten.
Man fiebert mit dem Forscher mit, dass er sein Projekt erreicht, das Beschneidungsritual der jungen Burschen aus der Umgebung zu dokumentieren. Die jungen Männer sind auch schon mit den Vorbereitungen beschäftigt. Aber die Regenzeit kommt und dann wird dieses Fest nicht mehr durchgeführt. Was ist los? Eine Raupenplage hat die Hirseernte vernichtet, sodass für das Fest kein Bier gebraut werden kann und die Zeremonie wird auf unbestimmte Zeit, etwa 2 Jahre, verschoben.
So muss der Forscher zwar mit vielen neuen Eindrücken wieder nach Hause fahren, aber sein eigentliches Projet kann er nicht dokumentieren.

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Cover des Buches Traumatische Tropen (ISBN: 9783423123990)E

Rezension zu "Traumatische Tropen" von Nigel Barley

Trauma und Neugier - Abenteuer Feldforschung in Kamerun
evaczykvor 3 Jahren

Zugegeben, so ga nz taufrisch ist Nigel Barleys Buch “Traumatische Tropen. Notizen aus meiner Lehmhütte” über die Feldforschungs-Erlebnisse eines jungen britischen Ethnologen im Norden Kameruns nicht. Ursprünglich 1986 veröffentlicht, erschien im vergangenenen Jahr eine neue Auflage, in der noch nicht mal die DM-Angaben in Euro umgerechnet wurden – möglicherweise, weil die Lektoren es lieber gar nicht erst darauf ankommen lassen wollten, sich auf die Entwicklung von Inflation und Kaufkraft in Kamerun und den passenden Relationen in Euro oder Pfund einzulassen.


Das ist aber auch völlig egal, denn den Kulturschock, auf den sich Nigel Barley eingelassen hat, dürfte n Feldforscher in so ausgesprochen ländlichen Regionen Afrikas auch im 21. Jahrhundert überall dort erleben,wo sie sich weitab städtischer Gegenden mit Mobilnetz und Fernsehempfang bewegen. Und so manches Abenteuer des Autors mit Behördenwillkür, Nepotismus, Korruption und einer Mischung aus Fatalismus und überhöhten Erwartungen dürfte sich auch heute noch so oder ähnlich ereignen. Mir kam jedenfalls vieles sehr vertraut vor – auch ohne irgendeine Kenntnis der Dawoyos., jenes kleinen und zumindest damals noch sehr unsprünglich lebenden Volkes, unter dem Barley seine Lehmhütte baute – beziehungsweise bauen ließ.


Im Originaltitel “The innocent anthropplogist” klingt ein bißchen was von Mark Twains Klassiker “Innocents abroad” mit, und so wie einst amerikanische Touristen mit Europa fremdelten, durchlebt auch der junge Feldforscher seinen Kulturschock. Das ist höchst vergnüglich zu lesen, spart Nigel Barley doch auch nicht mit angelsächsischer Selbstironie und nimmt vorgefertigte Meinungen über Kolonialismus und afrikanische Kultur ebenso auf die Schippe wie die doch eher spezielle afrikanische Ausprägung von Bürokratie und Beamtenwillkür und unwillige Diplomaten, die taube Ohren angesichts der Nöte ihres forschenden Landsmanns haben..


Feldforschung, das wird dem Leser schnell klar, ist Afrika auf die harte Tour. Da gibt es nicht Strand oder Safari mit kühlen Drinks bei schöner Aussicht, sondern allerhöchsten Hirsebier und eher eintönige, wiederum hirselastige Kost. Während sich der Forscher bemüht, die Kultur der Dawoyos zu begreifen, ist er für seine Gastgeber nicht weniger ein – mitunter lächerlich erscheinendes Studienobjekt. Zwischen haarsträubenden Unfällen, Hepatitis und Malaria kann niemand behaupten, dass es der Ethologe an Einsatz fehlen lässt.


Zugegeben, es sind schon ganz besondere Erfahrungen, die Barley als Ethnologe macht. Denn das Leben der Dowayos ist noch einmal anders als das von Dorfbewohnern, die zwar weder Elektrizität noch eine großartige Infrastruktur haben, deren Lebensweise aber nicht so grundlegend anders ist als die europäischer Bauern Anfang des letzten Jahrhunderts. Als sogenannter primitiver Volksstamm sind sie auch unter den Kamerunern ein Völkchen für sich, mit Regenzauberern und Riten, die sich der Forscher mühsam zu erschließen versucht. Mit touristischen Besuchen in Massai-Dörfern oder im Omo Valley, die bei manchen Touristen so beliebt sind, hat das nichts, aber auch gar nichts zu tun.


Die ethnologischen Abenteuer haben jedenfalls hohen Unterhaltungswert. Barley beschreibt die Dowayos weder respektlos oder übergeblich, noch durch die rosarot verfärbte Brille als “edle Wilde”. Menschlich, allzu menschlich ist es eben allerorten – ob nun im afrikanischen Großstadttrubel oder im Busch.




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Cover des Buches Traumatische Tropen (ISBN: 9783423123990)P

Rezension zu "Traumatische Tropen" von Nigel Barley

Ungeschminkte Ethnologie
Pantoffeltiervor 4 Jahren

Inhalt:

Um als Ethnologe ernst genommen zu werden, muss man schon irgendeine Feldforschung, und sei sie auch noch so unnütz, vorzuweisen haben. Auch die Vorlesung lässt sich mit einem Vorrat an Anekdoten aus der Praxis viel besser bestreiten. Nigel Barley macht sich also frohen Mutes auf zu einem kleinen Stamm in Kamerun, den Dowayos, die gemeinhin als eine Horde unbelehrbarer und arbeitsscheuer Wilde beschrieben werden. Seine Gelassenheit wird durch die zähe Bürokratie, unerfreuliche Krankheiten, Sprachprobleme, Heimweh, unverständliche Rituale, widerspenstige Einheimische und ähnliches stark erschüttert. Und aus Abwehr gegen die Akademiker, die behaupten, alles zu wissen und „ihr“ untersuchtes Volk komplett zu verstehen, beschließt er, genau das zu beschreiben.

 

Meine Meinung:

Nigel Barley bemüht sich vor allem von den Dingen zu erzählen, die in normalen ethnologischen Berichten ausgespart werden. Somit kriegt so ziemlich jeder sein Fett weg. Vom allwissenden Forscher über den schlitzohrigen Regenmacher bis zum störrischen Bürokraten. Auch Selbstironie ist dem Autoren nicht fremd, wenn er beschreibt, wie ihn die Dowayos gerne in die Irre führen und Scherze mit ihm treiben oder ihm seine Naivität immer wieder ein Bein stellt.

Man merkt, dass Barley die Dowayos sehr ans Herz gewachsen sind, denn sie werden sehr liebevoll beschrieben und mit kulturellem Hintergrundwissen ergeben ihre scheinbar kruden Ansichten auch tatsächlich Sinn. Man merkt schon, dass das Buch sehr alt ist, an vielen Stellen ist es nicht „politisch korrekt“, aber Barley gelingt es auch, sich von vielen gängigen Klischees zu distanzieren. Er kritisiert vor allem die Europäer, die meinen, alles zu wissen und die „Wilden“ zivilisieren und zu effizienter Arbeit bringen zu müssen, spricht aber auch an, dass althergebrachte Traditionen nicht unbedingt „gut“ sein müssen und es Rassismus und Unterdrückung nicht nur zwischen „schwarzen“ und „weißen“ gibt.

Ein wenig trocken ist der Bericht dann schon, wenn allzu ausschweifend Rituale beschrieben werden, die sicher für Ethnologen interessant, für Normalsterbliche aber eher ermüdend sind. Trotzdem lernt man nebenher einiges über die Wissenschaft und ihre Grenzen. Ein vergnüglicher Forschungsbericht, der dafür plädiert die ehrwürdig daherkommende ethnologische Forschung nicht immer zu ernst zu nehmen. Obwohl das Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es in Zeiten, in denen viel mit „Entwicklung hin zur Zivilisation“ argumentiert wird, immer noch aktuell.

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