Traumatische Tropen

von Nigel Barley 
4,0 Sterne bei25 Bewertungen
Traumatische Tropen
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sofajunkies avatar

Für alle ethnologisch Interessierten.. und ganz besonders für diejenigen, die sich sonst mit teilweise sehr trockenen ethnol. Texten abmühen...

berkas avatar

außergewöhnlich, witzig geschrieben

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Inhaltsangabe zu "Traumatische Tropen"

Feldforschung mit Komplikationen...
Mit Ironie und absoluter Ehrlichkeit erzählt Barley von seiner zweijährigen Feldfoschung in Kamerun und der großen Kluft zwischen der ethnologischen Fachliteratur und der afrikanischen Wirklichkeit. »Die witzigste Abrechnung mit der ethnologischen Euphorie der letzten Jahre.« (FAZ)

»Der lustigste Text, den jemals ein Ethnologe verfasst hat.«›Der Tagesspiegel‹

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783423123990
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:dtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum:01.11.1997

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    MilaWs avatar
    MilaWvor einem Jahr
    Ungeschminkte Ethnologie

    Inhalt:

    Um als Ethnologe ernst genommen zu werden, muss man schon irgendeine Feldforschung, und sei sie auch noch so unnütz, vorzuweisen haben. Auch die Vorlesung lässt sich mit einem Vorrat an Anekdoten aus der Praxis viel besser bestreiten. Nigel Barley macht sich also frohen Mutes auf zu einem kleinen Stamm in Kamerun, den Dowayos, die gemeinhin als eine Horde unbelehrbarer und arbeitsscheuer Wilde beschrieben werden. Seine Gelassenheit wird durch die zähe Bürokratie, unerfreuliche Krankheiten, Sprachprobleme, Heimweh, unverständliche Rituale, widerspenstige Einheimische und ähnliches stark erschüttert. Und aus Abwehr gegen die Akademiker, die behaupten, alles zu wissen und „ihr“ untersuchtes Volk komplett zu verstehen, beschließt er, genau das zu beschreiben.

     

    Meine Meinung:

    Nigel Barley bemüht sich vor allem von den Dingen zu erzählen, die in normalen ethnologischen Berichten ausgespart werden. Somit kriegt so ziemlich jeder sein Fett weg. Vom allwissenden Forscher über den schlitzohrigen Regenmacher bis zum störrischen Bürokraten. Auch Selbstironie ist dem Autoren nicht fremd, wenn er beschreibt, wie ihn die Dowayos gerne in die Irre führen und Scherze mit ihm treiben oder ihm seine Naivität immer wieder ein Bein stellt.

    Man merkt, dass Barley die Dowayos sehr ans Herz gewachsen sind, denn sie werden sehr liebevoll beschrieben und mit kulturellem Hintergrundwissen ergeben ihre scheinbar kruden Ansichten auch tatsächlich Sinn. Man merkt schon, dass das Buch sehr alt ist, an vielen Stellen ist es nicht „politisch korrekt“, aber Barley gelingt es auch, sich von vielen gängigen Klischees zu distanzieren. Er kritisiert vor allem die Europäer, die meinen, alles zu wissen und die „Wilden“ zivilisieren und zu effizienter Arbeit bringen zu müssen, spricht aber auch an, dass althergebrachte Traditionen nicht unbedingt „gut“ sein müssen und es Rassismus und Unterdrückung nicht nur zwischen „schwarzen“ und „weißen“ gibt.

    Ein wenig trocken ist der Bericht dann schon, wenn allzu ausschweifend Rituale beschrieben werden, die sicher für Ethnologen interessant, für Normalsterbliche aber eher ermüdend sind. Trotzdem lernt man nebenher einiges über die Wissenschaft und ihre Grenzen. Ein vergnüglicher Forschungsbericht, der dafür plädiert die ehrwürdig daherkommende ethnologische Forschung nicht immer zu ernst zu nehmen. Obwohl das Buch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist es in Zeiten, in denen viel mit „Entwicklung hin zur Zivilisation“ argumentiert wird, immer noch aktuell.

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    Saralondes avatar
    Saralondevor 3 Jahren
    Traumatische Tropen

    Als junger Ethnologe unterrichtet Nigel Barley an einer britischen Universität, bis ihm ein Kollege die entscheidende Frage stellt: “Warum machst Du dann nicht Feldforschung”? Schließlich sind die Feldforscher doch die Obergurus der Ethnologie! Kaum ist die Entscheidung gefällt und das zu untersuchende Volk, die Dowayo im nördlichen Kamerun, ausgewählt, holt die Bürokratie Barley wieder auf den Boden der Tatsachen und jegliche Ethnologenromantik ist schnell dahin. Wie wird es ihm in Afrika ergehen?

    Bei der Lektüre dieses humorvollen Buches stellte ich mir schon des Öfteren die Frage, ob Nigel Barley sich damit nicht unter manchen Kollegen unbeliebt gemacht hat. Sein grundehrlicher Bericht entzaubert die Vorstellungen, die Fachfremde von der Feldforschung haben mögen – und sorgt beim Leser für viele Lacher. Etwa bei der Schilderung seines Abschieds von den Dorfbewohnern:

    “Es war mir eine gewisse Genugtuung, daß, als ich von den Dowayos wieder Abschied nahm, der Häuptling des Dorfes, in dem ich mich aufgehalten hatte, erklärte, er würde mich liebend gern zu meinem Dorf in England zurückbegleiten, wenn er nicht Angst vor einem Land hätte, in dem es immer kalt sei, in dem reißende Tiere von der Art der europäischen Hunde in der Missionsstation lebten und in dem es, wie bekannt, Menschenfresser gebe.” (Seite 20)

    Auch Sprachschwierigkeiten sorgen für viele komische Situationen.

    Barley schildert episodenhaft – mit offensichtlichem Erzähltalent – seinen ersten Aufenthalt bei den Dowayos, samt aller haarsträubenden Erlebnisse. Dabei geht er jedoch gegenüber allen Beteiligten auch sehr fair vor, so räumt er bei aller Kritik an der Missionstätigkeit der Kirchen beispielsweise ein, dass viele auch wirklich Gutes leisten, das nichts mit dem Versuch einer religiösen Bekehrung zu tun hat.

    Aufgefallen ist mir, dass dem Lektorat ein paar Fehler entgangen sind, einen davon erkannte ich als typischen “Satzumbaufehler”, der häufig beim Übersetzen entsteht. Es sind jedoch wirklich nur ganz wenige Vorkommnisse, die man verschmerzen kann.

    Eine vergnügliche, ansprechende Lektüre, die ich gerne weiterempfehle.

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    sofajunkies avatar
    sofajunkievor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Für alle ethnologisch Interessierten.. und ganz besonders für diejenigen, die sich sonst mit teilweise sehr trockenen ethnol. Texten abmühen...
    berkas avatar
    berkavor 10 Jahren
    Kurzmeinung: außergewöhnlich, witzig geschrieben
    bilchs avatar
    bilch
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    asita
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    SV
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    beedaddyvor 3 Jahren
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    BertieWoostervor 4 Jahren

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