Nigel Slater Einfach genießen

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Inhaltsangabe zu „Einfach genießen“ von Nigel Slater

Tomatensoße, Hühnerbrühe, Risotto, Schokoladenkuchen – Nigel Slater beschreibt in diesem wunderbaren Praxiskochbuch ausführlich über 100 Basisrezepte. Nicht nur der Anfängerkoch wird von Slaters klaren und sinnlichen Texten inspiriert, seinem Bauchgefühl in der Küche zu folgen und das Wesentliche eines Rezepts zu verstehen: »Die Wahrheit ist, gutes Essen hat mit nichts anderem als dem einfachen Kochen von guten Zutaten zu tun«. Auch im umfangreichen Kapitel zu Zutaten, Kochtechniken, Vorrats-haltung und der Kunst des Abwaschens geht es um die Freude vor, während und nach dem Kochen. »Folge deinem Appetit und lass dich nicht von Rezepten und Kochregeln unter Druck setzen« ist Slaters Philosophie, die in dieser Neuausgabe des Klassikers ›Einfach genießen‹ (Dorling Kindersley, 2006) in jeder Zeile zu spüren ist.

"Dem eigenen Appetit folgen, nicht starren Regeln oder aufwendigen Rezepten" - Nigel Slater

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  • "Dem eigenen Appetit folgen, nicht starren Regeln oder aufwendigen Rezepten" - Nigel Slater

    Einfach genießen
    LekkerLebenSchoenerWohnen

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    18. January 2016 um 12:06

    Der DUMONT Verlag hat im August 2015 das Buch "Einfach genießen" von einem der besten Food-Journalisten der Welt, Nigel Slater, herausgebracht bzw. neu aufgelegt, denn das Buch erschien in der englischen Originalfassung schon 2000 und 2006 folgte die deutsche Erstausgabe. Neu aufgelegt und mit ansprechendem Cover geht dieses Buch jetzt direkt ins Herz und macht Lust auf Kochen! Wenn man das Buch einfach mal so durchblättert ohne auf die einzelnen Seiten zu achten, und nur das ganze betrachtet, fällt direkt auf, dass in dem Buch wenig Bilder abgedruckt sind. Man kann dieses Buch fast wie einen Roman runterlesen. Auf den ersten ca. 150 Seiten bekommen wir einen Einblick in die Grundlagen des Kochens und lernen die Philosophie Slaters kennen. Die Seiten wirken dabei nicht zu voll oder überladen; man kann alles gut lesen. Alles in allem wirkt das Design sehr aufgeräumt und zeitlos. Nun kommen wir zu den Rezepten: Als erstes ein paar nützliche Grundrezepte: Ein gutes Brot, Tomatensoße, Mayonnaise, Vanillecreme. Das Buch ist hierbei nicht aufgebaut, wie ein gewöhnliches Rezeptbuch - Man findet viel Text und auch Mengenangaben, die nicht immer präzise sind, sondern dem Leser ein bisschen Leichtigkeit geben sollen, indem man Freiraum für Experimente hat. Als ich persönlich angefangen bin zu Kochen, brauchte ich allerdings meist recht genaue Mengenangaben, da mir das Gefühl für die Verhältnisse fehlte. So habe ich immer Wert darauf gelegt, dass die Angaben so genau wie möglich sind. Jetzt finde ich diese Form der Rezepte aber gut und komme mit der Art und Weise im Buch gut zurecht. Man findet zu den Rezepten immer noch jede Menge Tipps, zum Beispiel wie man verhindert, dass etwas schief läuft - oder, wenn doch etwas schief geht, wie man das Essen noch retten kann. Auch Abwandlungen oder Ergänzungen von einzelnen Rezepten sind hier zu finden. So kann man zum Beispiel aus der Vanillecreme auch einen Kuchen mit Vanillecreme zaubern oder sie mit Bananen ergänzen. Nach den Grundrezepten folgen die Kategorien: Suppen Nudeln Reis Gemüse Fisch Fleisch Obst Gebäck Cremes & Puddings Kuchen Das Suppenkapitel umfasst zum Beispiel nur 4 Rezepte. Für diese Rezepte nimmt sich Slater aber viel Zeit. Es gibt bis zu 6 Fotos pro Rezept und eine ausführliche Beschreibung sowie zu jedem Rezept die "Was noch?"-Seite. Dort geht es dann immer darum, was man an Zutaten ergänzen kann, wie man noch Würze hinzufügt oder wie man eine andere Geschmacksnote dazu bekommt. Es gibt aber auch Rezepte wo Nigel ganz klar abrät, bestimmte Zutaten zu ergänzen. Es fällt auf, dass das Buch nicht wirklich viele Rezepte beinhaltet aber die, die vorhanden sind, werden von Nigel wirklich sehr ausführlich beschrieben und er erzählt uns alles wichtige dazu und bringt uns die Zutaten und Zubereitung näher. Es gibt im Buch viele Rezepte, die ohne außergewöhnliche oder unverhältnismäßig viele Zutaten auskommen. Im Laufe des Durchlesens finde ich immer mehr, dass dieses Buch auch einfach nur als "Stöber-Buch" mit Geschichten und Erklärungen betrachtet werden kann, denn es ist keine einfache Sammlung von Rezepten. Das Buch beinhaltet klare und gut verständliche Texte, die ermutigen zu Kochen und wirklich Lust aufs Kochen machen. Auch die ersten Seiten des Buches bringen uns dem Autor näher, er erzählt viel von übermäßigem Ehrgeiz, denn er ist der Meinung, dass man sich auf einfache und dafür gute Gerichte konzentrieren sollte. Meist ist ein tolles Gericht besser als 3 halbgeglückte Rezepte. Das wichtigste für Nigel ist, dass man das Kochen nicht als das pure Befolgen von Anweisungen versteht, sondern dass man seinem eigenen Geschmackssinn vertraut. Wie er diesen schmeicheln kann erzählt er uns, indem er verrät mit welchen Hilfsmitteln er kocht (Ofen, Grill, Wok, Pfanne) und wo man gute Zutaten her bekommt. Zudem berichtet er, was das Essen sauer, salzig oder scharf mache. Er erzählt über Kräuter-, Obst- und Gemüsekunde sowie über Käse. Sehr sympathisch ist der Text über die Notration im Vorratsschrank (S. 137). Man merkt, dass Nigel aus einer einfachen Familie kommt und er mit den einfachsten Zutaten auskommt und diese für ihn in einem Vorratsschrank reichen. Das Kapitel “Essen nach Jahreszeiten” hätte auch gut “Essen nach Monaten” heißen können denn Herr Slater schreibt für jeden Monat Saisonprodukte auf. Fazit: Der DUMONT Verlag hat im August das 464 seitige Buch “Einfach genießen” von Nigel Slater herausgebracht. Das Buch ist wirklich total toll und der Autor kommt sehr sympathisch rüber. Das Buch würde ich keinem empfehlen, der gerade anfängt Kochen zu lernen, da die Mengenangaben oft nach belieben angegeben sind und man schon etwas Gespür fürs Kochen haben sollte, bevor man loslegt. Das Buch kann wie oben schon genannt auch gut als Roman betrachtet werden. Mich begeistert dieses Buch auf viele Arten und Weisen. Zum einen ist der romanartige Aufbau spannend, es macht immer wieder Spaß das Buch in die Hand zu nehmen und Abschnitte zu lesen und zum anderen versprüht dieses Buch so eine intensive Liebe zu den Lebensmitteln und deren Zubereitung. Das Buch ist sehr reduziert auf das Wesentliche, dadurch sehr zeitlos und versucht nicht vom wesentlichen abzulenken, von dem, wofür wir es eigentlich gekauft haben: für eine Liebeserklärung an das Essen.

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  • "Dem eigenen Appetit folgen, nicht starren Regeln oder aufwendigen Rezepten"

    Einfach genießen
    R_Manthey

    R_Manthey

    18. December 2015 um 09:11

    Das, so lernt man es bereits auf der Buchrückseite, ist Nigel Slaters Koch-Philosophie. Sie passt nicht ganz in die inflationären Fernseh-Kochshows oder andere fernsehgerecht zelebrierte Ereignisse, in denen sich alles ums Kochen dreht. Dort steht immer das Besondere im Blickpunkt. Bei Slater geht es um den Alltag. Das merkt man schon am Anfang seines Kochbuches. Nach dem Abschnitt "Machen Sie sich nicht so viel Arbeit", in dem er kurz aufzeigt, wie man schon mit einfachen und teilweise fertig gekauften Zutaten durch geschicktes Handeln leckere Mahlzeiten zubereiten kann, folgt eine Aufzählung von einfachen Gerichten für verschiedene Jahreszeiten, die nach demselben Prinzip hergestellt werden können. Slaters hat ein Kochbuch für alle geschrieben, die nicht allzu ungeschickt und daran interessiert sind, mit einfachen Mitteln und relativ schnell schmackhafte Mahlzeiten zuzubereiten. Seine Kreationen unterscheiden sich dennoch von den üblichen Standardgerichten, weisen aber einen gewissen rustikalen Touch auf, der viele Freiheiten für die eigene Kreativität lässt. Die Grundlagen des Kochens kommen dabei nicht zu kurz. Und sie fügen sich genau in diese Philosophie ein. Bei Slater sieht alles aus wie in einer ganz normalen Küche. Nachdem er seine Philosophie in den ersten Abschnitten erläutert hat, beschreibt er seine Kochausrüstung und kommt dann zur Warenkunde. Alles wird sehr praktisch und lebensnah erklärt. Zwischendurch und nebenbei verrät Slater kleine Tricks und gibt nützliche Tipps. Nach ungefähr 150 Seiten folgen dann die ersten Grundrezepte. Zunächst für Brot, Suppen und Soßen. Darauf aufbauend wird es dann spezieller. Immer unter Überschrift " ... einfach genießen" erscheinen Rezepte zu den Themen Suppe, Nudeln, Reis, Gemüse, Fisch, Fleisch, Obst, Gebäck, Cremes & Pudding und Kuchen. Dabei geht Slater genauso vor wie vorne. Immer erfährt man neben den eigentlichen Rezepten zusätzliche Information ("Was noch?") und bekommt Tipps. Das Ganze gibt einem das Gefühl, dass da ein ganz normaler Mensch seine Erfahrungen mit dem Leser teilt, der jedoch sehr genau weiß, was er macht. Das ist kurz gesagt ein besonderes Kochbuch, weil es locker bleibt und dennoch fundiert ist, weil man sich mitgenommen fühlt und die Dinge tatsächlich nachvollziehen kann. Slater ist Engländer. Deshalb sollte man sich über gewisse Vorlieben nicht wundern. Eine wesentliche Rolle spielen sie jedoch eher nicht.

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  • Kein Kochbuch, ein Traum!

    Einfach genießen
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    06. September 2015 um 13:42

    Es gibt nur einen Gott und keine Götter neben ihm. Kniet nieder! Nigel Slater hat ein neues Buch veröffentlicht! Ein neues Buch? Nun nicht ganz. Eine neue Auflage, eines bereits 2006 erschienen Werks ist es, ordentlich aufgehübscht mit hungrig machenden Bildern und einem kleinen Facelift. Die alte Ausgabe ist ebenfalls noch erhältlich, ein wenig günstiger, aber bei weitem nicht so schick. Nun muß man sagen, wer ein Rezeptbuch sucht, ein Buch, in dem er sich sklavisch an Anleitungen halten kann, in dem jede Menge bis auf die kleinste Messerspitze exakt angegeben ist, nun derjenige sollte ab hier aufhören zu lesen, für dich ist das nichts. Slater ist niemand der präzise Mengenangaben macht, niemand der Rezepte veröffentlicht an die man sich wie ein Mantra halten kann. Slater gibt Hinweise, Ideen, Anregungen und Hilfestellungen, an denen man sich wie an einem Kletterparcours entlang hangeln kann. Mal hangelt man nach rechts, mal nach links, mal folgt man ihm, mal biegt man schnell doch noch in eine andere Richtung ab. So waren alle seine Bücher und dieses hier noch mehr. Natürlich zählt er zu Beginn jedes Rezeptes auf, was man so benötigt. Seine Mengenangaben sind allerdings eher vage. Ein paar, ein walnußgroßes Stück, etwas, ein wenig, nach Geschmack, kann man da lesen und der zaghafte nicht so mutige Leser wird sich denken, was soll denn das? Warum sagt er nicht klar, was ich benutzen soll? Nun Slater will, dass man mutig wird, dass man sich selbst ausprobiert, dass man nicht seine Gerichte stumpf nachkocht, sondern dass man Mut entwickelt, ergänzt, wegläßt, hinzufügt, verstärkt, verschärft und abmildert. Seine Rezepte sind keine Anleitungen, sie sind Geschichten, Geschichten die Appetit machen auf mehr und genau deshalb finde ich seine Bücher und somit auch dieses so fantastisch. Auf dem Einband sagt er: “Ein Rezept ist wie ein Lebewesen: Es muss atmen und sich verändern können, um sich unseren Zutaten, Stimmungen und Wünschen anzupassen!” Und genau das läßt Slater mit seinen Gerichten zu. Er zeigt: “Hey, probier dieses aus, mach jenes und es wird immer schmecken, wenn du auf deinen Bauch hörst und mutig bist.” Seine Anregungen sind intelligent, klug und spannend. Einfach genießen ist für mich daher eine Art Standardwerk, der Einstieg ins Kochen. Anleitung seinen eigenen Weg und Stil zu finden. Für mich ein absolut kluges Geschenk für jeden der zum ersten Mal zuhause auszieht und sich ohne Mamas Küche noch etwas unsicher am Herd fühlt, aber auch ein Feuerwerk an Anregungen für jeden der bereits sicher auf dem Terrain der guten Küche ist. Dabei bleibt Slater sich selbst treu “Gutes Essen heißt im Grunde nichts weiter, als gute Zutaten einfach zubereitet” und daran hält er sich. Hier findet sich kein Fertigfutter verarbeitet, hier wird alles frisch zubereitet, hier finden nur wenige, dafür sehr gute Zutaten den Weg über den Topf auf den Teller. Dabei darf es ruhig kreativ sein, wird aber nicht so abgefahren, dass man die Zutaten nicht im Bauernmarkt oder Supermarkt finden wird. Auch darf man hier eigentlich kein reines Kochbuch erwarten. Slater palavert, schwelgt, erzählt und verbreitet seine Lust am guten und leckeren Essen in jeder Zeile dieses Buches. In seiner Einführung nimmt er sich Zeit, erzählt über Planung, Stimmungen und dem passenden Essen und die Wichtigkeit der Entscheidung, was man überhaupt zubereiten will. Slater bereitet Genuss zu, kein Essen, kein Fast food, kein liebloses Gekoche, Slater ist tiefempfundene Lust am Essen. Der nächste Abschnitt widmete sich den Mengen, für wen kocht man. Für sich alleine, für zwei? Für die ganze Familie, wer mag was, wann wie und in welcher Menge… Auch hier findet Slater tolle Worte, um einfache Dinge zu umschreiben und gerade für Kochanfänger finden sich hier hilfreiche Tipps und Tricks, das tägliche Kochen in Lust und nicht in Frust zu verwandeln. Weiter geht es mit dem “Wo” will man Essen. Soll etwas für unterwegs zubereitet werden, will man am Tisch sitzen oder will man sich tatsächlich ins Restaurant bewegen oder etwas nach Hause bestellen, auch hier berichtet er von dem Genuss, den es bereiten kann, einmal nicht selbst den Kochlöffel zu schwingen, sondern das Werk eines anderen zu genießen. Ein ganzer Abschnitt richtet sich an diejenigen, die sich immer zu viel Arbeit machen und zeigt Vereinfachungen, Erleichterungen, wie Planung schon hilft, sich nicht zu sehr zu streßen und das übermäßiger Ehrgeiz eher zu traurigen Ergebnissen, denn zu wirklich gutem Essen führt. Slater ist ein Freund der Einfachheit, des Minimalismus und dennoch des wirklich reichhaltigen Essens. Hier zeigt er auf, dass man sich als Koch die Arbeit erleichtern kann, in dem man auf einfache Gerichte zurück greift, die wenig Zubereitungszeit in Anspruch nehmen und dennoch mit guten hochwertigen Zutaten einfach nur toll sind. Büffelmozzarella mit Oliven, eine einfache Hühnerbrühe können schon zauberhaft sein. Weiter geht es mit Anregungen für ein paar einfache Mittag- und Abendessen. Hier nennt er passend zur Jahreszeit tolle Anregungen für die flotte Küche mit guten Zutaten. Im Abschnitt “Überlebensführer für Köche” nimmt er Bezug auf den Zwang zu kochen, niemand muß jeden Tag kochen, man kann auch ohne zu kochen tolles Essen genießen, sei es Käse mit Feigen und Oliven, tolles Obst oder hochwertige Fertiggerichte, sind sättigend und sicher auch nicht immer ganz schlecht. Hier folgen so viele witzige und treffende kleine Tipps und Tricks, dass es ein Genuß war sie zu lesen. Mein Liebling: “Räucherlachs und Champagner sind kein Luxus!”… wie Recht er damit hat und es finden sich dort Anregungen, was man auch in großen Mengen auf Vorrat zubereiten kann und was sich dafür eher nicht eignet. Slater gelingt es sogar die richtigen Worte für den Besuch des Fastfoodrestaurants zu finden, denn manchmal muß auch das einfach sein. Ein dicker Burger mit viel Soße ist doch hin und wieder der pure Genuss, warum also sich nicht auch das ab und an gönnen? Hierauf folgt ein Kapitel dazu, dass man seinem Bauch vertrauen soll, dass man nicht dem Rezept, sondern seinem Gefühl glauben soll. Wann sind Dinge gar? Wie riecht etwas richtig? Welche Geräusche entstehen beim Kochen und was sagen sie uns. Slater führt hier vor, wie auch ich beim Kochen vorgehe, chaotisch, aber mit viel Herz und Gefühl. Dann gibt er Verbesserungsvorschläge, wie kann man Speisen retten, was ist Geschmack und wie kann man den Geschmack einer Speise verbessern. Wie man Geschmäcker verstärkt oder sie abmildert, welche Gewürze bei welchen Speisen was auslösen. Auch Hinweise zu seinen meist fehlenden Maßangaben finden sich, ein Kapitel über das richtige Werkzeug, auch hier bleibt er sich treu. Wenn etwas gut in der Hand liegt und seinen Zweck erfüllt, ist es das richtige Werkzeug. Man braucht nicht für alles das passende Messer, den richtigen Löffel. Man braucht gutes Werkzeug, aber nicht teures. Schließlich kommt er bei den Zubereitungsarten an. Dämpfen, Kochen, Grillen, zu allem verliert er hier ein paar Worte, führt ein, schlägt vor, berichtet, dass einem das Wasser im Munde zusammen läuft. Er berichtet auch über Einkaufen, Möglichkeiten in der heutigen Zeit an gute und hochwertige Lebensmittel zu kommen und berichtet über Kinder in seiner Küche. Es folgt dann eine kleine allgemeingehaltene Materialkunde. Gewürze, Kräuter, Zutaten auch dies kommt nicht zu kurz in Slaters kleiner Kochkunde. Beschreibungen von reifem Gemüse, wie man feststellt, was wirklich gut ist und was reif und essbar ist. Hier beschränkt er sich auf einen kurzen Überblick, der aber erstmal absolut ausreichend ist. Auch dem Fisch widmet er einen Teil seines Buches. Wie bereitet man welchen Fisch zu, was ist ein küchenfertiger Fisch, was ist noch zu tun, wie brät, röstet, kocht man den Fisch richtig. Ebenso gibt er den verschiedenen Fleischsorten ausreichend Raum. Dann widmet er sich wieder seinem Steckenpferd, dem richtigen Kochen zu den unterschiedlichen Jahreszeiten. Er schlägt für jeden Monat saisonale Speisen und Gerichte vor und schwelgt in Empfehlungen. Dann ist man erst beim Rezeptteil des Buches angelangt und hier folgen einige wirklich einfache Grundrezepte. Ein einfaches Brot, Brathühnchen, Nudelsuppe und dann Hinweise, wie man das einfache Gericht verändern, verbessern oder verfeinern kann. Alles ganz simple, mit reichbebilderten Erklärungen und tollen Ideen zur Veränderung und viel Bestärkung, es selbst zu verändern und zu variieren. Die Gerichte sind wirklich einfach und der versierte Koch wird hier nichts großartig ganz Neues finden, aber Anregungen für Veränderungen und allein Slaters Art über das Kochen zu schreiben, verursachen bei mir Genuss. Rezepte für Suppen, Pasta, Kuchen, Süßigkeiten, für jeden ist etwas dabei. Nicht viele Rezepte, dafür mit Abwandlungen, interessanten Ideen zur Veränderung und eben tollen Worten. Slaters Buch hat meine Erwartungen absolut erfüllt. Es ist fantastisch

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  • Wer nicht genießt...

    Einfach genießen
    Havers

    Havers

    02. September 2015 um 19:22

    Am Anfang steht immer die Zutat – wer nach diesem Credo kocht, wird an Nigel Slaters „Einfach genießen“ seine helle Freude haben. Dieses Standardwerk ist bereits 2006 in der deutschen Erstausgabe erschienen, hat aber bis zum heutigen Tag nichts von seiner Aktualität eingebüßt und sollte in keiner Küchenbibliothek fehlen. Wie für den englischen Food-Journalisten üblich, nimmt der Theorieteil großen Raum ein, wobei Theorie eigentlich nicht die richtige Bezeichnung ist. Korrekt wäre eher Küchenphilosophie. Slater spricht sich für einen entspannten und Genuss orientierten Umgang mit den Nahrungsmitteln aus, er steht hinter der Einstellung „Alles kann, nichts muss“. Ein schlechtes Gewissen sollte man sich nicht machen, und wenn der Appetit nach einer Pizza vom Lieferdienst oder einem Burger verlangt, who cares? Die Freude am Kochen und nicht das sklavische Einhalten von Mengenangaben und Zutaten steht bei Slater im Vordergrund. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, wenn es darum geht, Rezepte abzuwandeln, setzt allerdings ein gewisses Maß an Basiswissen voraus. Und hier kommt „Einfach genießen“ ins Spiel. Einem absoluten Neuling in der Küche würde ich dieses Werk allerdings nicht unbedingt in die Hand geben, mir scheint es eher geeignet für Hobbyköche, die ihre Fähigkeiten ausbauen und verfeinern möchten. Zu Beginn nimmt Nigel Slater die diversen Küchengerätschaften, die heutzutage in keinem Haushalt fehlen sollten, unter die Lupe und prüft sie auf ihre Tauglichkeit. Es ist nicht verwunderlich, dass der Großteil völlig überflüssig ist. Warum sollte man einen Pizzaroller in der Schublade haben, wenn man die Pizza auch mit einem Messer zerteilen kann? Reduzieren auf das Wesentliche, dieses aber in bester Qualität – nach diesem Motto sollte man die Schränke und Schubladen füllen. Und da ist in meinem Fall dann durchaus auch Platz für ein preiswertes, kleines Messer, mit dem ich seit Jahrzehnten mein Gemüse schneide und dessen Form optimal in meiner Hand liegt. Dann stellt sich natürlich auch noch die Frage nach den Lebensmitteln, nach Fleisch, Fisch, Kräutern, Obst-und Gemüsesorten. Welche gibt es, wie kann man sie zubereiten und wie lassen sie sich schmackhaft kombinieren? Und natürlich gibt es auch Rezeptvorschläge. Basics wie Brühen, Fonds und Saucen, aber auch vollständige Gerichte sind hier zu finden. Allerdings unterscheiden sich Slaters Rezepte grundlegend von dem, was man in herkömmlichen Kochbüchern findet. Seine Art der Zutatenbeschreibung erinnert mich eher an die Art und Weise, wie traditionelle Rezepte innerhalb der Familie weitergegeben werden. Die Zutaten stehen fest, aber die Mengenangaben sind meist sehr vage und differieren von Fall zu Fall. Allerdings bietet Nigel Slater auch sehr oft Variationsmöglichkeiten an, falls bei spontanem Hunger das eine oder andere nicht im Vorratsschrank zu finden ist. „Einfach genießen“ ist ein Kochbuch, dessen Titel Programm ist: Essen ist mehr als bloße Nahrungszufuhr. Genuß ist das Thema, denn „wer nicht genießt, ist ungenießbar“ (frei nach Konstantin Wecker).

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