Nii Parkes Die Spur des Bienenfressers

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Inhaltsangabe zu „Die Spur des Bienenfressers“ von Nii Parkes

In Sonokrom, einem Dorf im Hinterland Ghanas, spricht man noch die Sprache des Waldes, trinkt aphrodisierenden Palmwein und wandelt mit den Geistern der Vorfahren. Doch eine überaus verstörende Entdeckung und das gleichzeitige Verschwinden eines Dorfbewohners durchbrechen die ländliche Ruhe. Wäre nicht die Geliebte des Ministers in den Fall verwickelt, wäre er schon längst ad acta gelegt worden.
Der Städter Kayo, forensischer Pathologe und Anhänger wissenschaftlicher Vernunft, wird mit der Aufklärung des Falls beauftragt. Als die Situation immer unfassbarer wird, muss Kayo einsehen, dass die westliche Logik ihre Grenzen hat.

Ein kluger Autor, der auf schönste Art zu erzählen weiß.

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    Die Spur des Bienenfressers

    Kerstin-Scheuer

    19. August 2015 um 21:29

    Die Lesung im Weltempfänger-Salon machte mich neugierig auf dieses Buch. Daher „subbte“ es dann auch nicht lange. Leider hielt das Buch dann aber doch ganz, was ich erwartet hatte. Dass es kein klassischer Kriminalroman ist, war mir klar. Aber vor allem vom Aufbau des Buchs wurde während der Lesung ein vollkommen falscher Eindruck vermittelt. Auch das Ende fand ich etwas schwach. Pluspunkte sammelt das Buch aber für die gute Darstellung der Verhältnisse im heutigen Ghana: der Unterschied zwischen Stadt- und Landbevölkerung, die Korruption und Willkür der Staatsmacht sind gut gezeichnet. Worum geht es? In Sonokrom, irgendwo im ghanaischen Hinterland, werden nach dem Verschwinden eines Dorfbewohners menschliche Überreste gefunden. Eigentlich würde das Dorf die Angelegenheit gerne selbst regeln, aber ausgerechnet die Geliebte des Ministers machte den Fund. Deshalb wimmelt es in Sonokrom bald von Polizisten. Da diese aber nicht so richtig weiterkommt, wird Kayo – in Großbritannien ausgebildeter Forensiker – hinzugezogen. Er soll mit den westlichen Methoden der Wissenschaft nach der Wahrheit suchen und einen Bericht zum Tathergang mit handfesten Beweisen liefern. Aber die Dorfbewohner selbst haben einen ganz eigenen, sehr viel mystischeren Erklärungsansatz.Warum habe ich es gelesen? Die Lesung von Nii Ayikwei Parkes im Weltempfänger-Salon, über die ich >>hier<< bereits berichtete, machte mich neugierig auf dieses Buch. Mich interessierte vor allem die gleichberechtigte Gegenüberstellung von westlicher Wissenschaft und Logik (verkörpert durch Forensiker Kayo) und afrikanischer Mythologie (verkörpert durch die Dorfbewohner). Dass es kein Kriminalroman im klassischen Sinne sein würde, ahnte ich bereits. Dennoch erwartete ich eine intelligente und spannende Auseinandersetzung mit den beiden unterschiedlichen Denkweisen und den feinsinnigen, schelmischen Humor, den ich bereits während der Lesung von Nii Parkes aufblitzen sah.Wie war mein erster Eindruck? „Die Spur des Bienenfressers“ ist aus zwei unterschiedlichen Perspektiven geschrieben. Im ersten Kapitel erzählt einer der Dorfbewohner, wie die Polizei nach Sonokrom kam. Seine Teile sind in der Ich-Perspektive geschrieben. Hier wird sehr schnell deutlich, dass in Sonokrom die Uhren anders schlagen. Man lebt von und mit der Natur. Besonders schön fand ich, das Erstaunen des Dorfbewohners über die wissenschaftlichen Geräte, mit denen die Polizei den Tatort untersucht. In den Augen der Dorfbewohner wird dies zu teuflischem Zauberwerk. Herrlich! Im zweiten Kapitel lernt der Leser dann Kayo kennen. Er lebt Accra und führt ein vollkommen anderes Leben. Auch die Erzählperspektive wechselt nun zu einem auktorialen Erzähler. Hierdurch wird der Kontrast zwischen beiden Protagonisten auf subtile Art und Weise verstärkt.Wie fand ich die Sprache? Die Kapitel aus der Sicht des Dorfbewohners fand ich schwierig zu lesen. Er schweift leicht ab und erzählt langwierig und umständlich mit vielen Einschüben. Die anderen Kapitel, in denen es um Kayo geht, fand ich leichter zu lesen. Sie sind wesentlich strukturierter erzählt. Besonders gut gefiel mir der leicht sarkastische, fein ironische Unterton, der an einigen Stellen durch eine Überzeichnung der beschriebenen Situationen und Personen entsteht. Nii Parkes beweist hier den feinsinnigen, schelmischen Humor, den ich auch schon auf der Lesung bemerkte. Mir machte das sehr viel Spaß. Schön fand ich auch, dass es auch bei „Die Spur des Bienenfressers“ einen Anhang mit Worterklärungen gibt, in dem hauptsächlich ghanaische Speisen und Gerichte erläutert werden.Wie fand ich die Charaktere? Nii Parkes entwirft fein gezeichnete, fein ausdifferenzierte Charaktere. Er gibt ihnen jeweils eine individuelle Vergangenheit, die weit über die eigentliche Handlung hinaus geht, und entwickelt hieraus ganz eigene Handlungsmotive. Hierdurch kann man sich gut in die Figuren hineinversetzen. Auch dass einige ganz bewusst etwas überzeichnet sind, hatte für mich seinen Reiz, denn es ist wohldosiert und so gekannt angebracht, dass es nicht albern wirkt. Vielmehr ist hierin eine sehr feinsinnige Form von Gesellschaftskritik zuerkennen.Wie fand ich den Schluss? Über den Schluss war ich etwas enttäuscht. Leider führt Nii Parkes nicht beide Lösungsansätze konsequent zu Ende. So führt am Schluss nur eine der beiden Denkweisen zu einer Lösung des Falls. Mir hätte es besser gefallen, wenn auch am Ende zwei verschiedene Erklärungen nebeneinander gestanden hätten.Wie fand ich das Buch insgesamt? Auch wenn auf dem Cover „Kriminalroman“ steht, passt „Die Spur des Bienenfressers“ nicht so ganz in dieses Genre. Im Mittelpunkt steht nicht die Frage „Wer ist der Mörder?“. Kayo widmet sich vielmehr der Frage, ob überhaupt etwas gestorben ist (und wenn ja, was). Viel Zeit verwendet Nii Parkes auch darauf, wie Kayo eigentlich dazu kommt, für die Polizei zu arbeiten. Dass der Kriminalfall hier jedoch nur den Rahmen der Erzählung bilden würde, hatte ich erwartet. Vielmehr zeigt Nii Parkes in „Die Spur des Bienenfressers“, dass nicht nur unsere westliche wissenschaftliche Denkweise geeignet ist, um die Welt zu erklären. Gleichzeitig zeigt er die großen Unterschiede zwischen der ghanaischen Stadt- und Landbevölkerung auf. Gepaart mit seinem feinsinnigen, schelmenhaften Humor ist das Ergebnis eine höchst unterhaltsame und lesenswerte Lektüre. Ich hätte mir jedoch mehr Kapitel aus der Sicht der Dorfbevölkerung gewünscht. Ich hatte erwartet, dass im ständigen Wechsel aus beiden Perspektiven erzählt wird. Leider kommt die Dorfbevölkerung jedoch nur ganz zu Beginn und dann erst wieder am Ende zu Wort. Der wesentlich umfangreicher Mittelteil jedoch handelt ausschließlich von Kayo, was ich etwas schade fand. Auch das Ende hätte ich mir ambivalenter gewünscht. (kerstin-scheuer.de)

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  • Ungewöhnlicher Krimi

    Die Spur des Bienenfressers

    Gulan

    Abseits der sonst so teilweise ausgetretenen Krimi/Thrillerpfade bietet dieser Roman das ungewöhnliche Setting eines ghanaischen Dorfes. Das ist schon reizvoll, der Kontrast zwischen dem urtümlichen Dorfleben und dem Ermittlerteam, dass sich um moderne Aufklärungsmethoden bemüht. Und so verschwindet der Roman zwischen alten Erzählungen und Legenden und am Ende ist immer noch unklar, was eigentlich geschehen ist. Leider geht dem Buch die Spannung weitgehend ab, für einen Krimi natürlich schade. Der Konflikt mit dem ehrgeizigen, rücksichtslosen Polizeichef hätte m.E. mehr Raum verdient gehabt.

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    • 2

    Arun

    10. March 2014 um 19:18
  • Rezension zu "Die Spur des Bienenfressers" von Nii Parkes

    Die Spur des Bienenfressers

    leserin

    23. July 2011 um 18:00

    Der Krimi war nicht schlecht, aber die afrikanischen Namen der Personen waren echt verwirrend.

  • Rezension zu "Die Spur des Bienenfressers" von Nii Parkes

    Die Spur des Bienenfressers

    Gospelsinger

    26. October 2010 um 14:30

    Kayo ist ein in England ausgebildeter Forensiker und nach seinem Studium in sein Heimatland Ghana zurückgekehrt. Zunächst ist er allerdings frustriert, denn er wird nicht seinen Kenntnissen entsprechend eingesetzt. Das ändert sich, als die Freundin eines Ministers in den Fund von Überresten in einem Dorf verwickelt ist. Kayo wird also in das Dorf Sonokrom geschickt und soll einen „CSI-Report“ für seinen Vorgesetzten, einem glühenden Fan der CSI Serien, verfassen. Erst einmal ist unklar, worum es sich bei den Überresten handelt. Sind sie überhaupt menschlich? Warum sehen sie so anders aus als eine normale Leiche? Kayo muss die magischen Erzählungen der Dorfbewohner nutzen und sich auf die dörflichen Traditionen einlassen, um den Fall zu lösen. Dabei ist er auf den 74jährigen Jäger Opanyin Poku angewiesen. Das Buch wird im Wechsel aus der Sicht von Poku und Kayo erzählt. Modernes und traditionelles Denken werden so einander gegenüber gestellt und miteinander verknüpft. Magisches Denken ist sehr präsent in Ghana. Die Ahnen, die als Vermittler zwischen den Lebenden und Gott gelten, sind ein Bestandteil des täglichen Lebens. Die alten Traditionen und Mythen werden lebendig gehalten. Nii Parkes Roman zeigt, dass rationales Denken allein nicht immer zum Ziel führt und dass es eine Weisheit jenseits der formalen Schulbildung gibt. Ich habe dieses ganz besondere Buch, das über einen normalen Krimi weit hinaus geht, und das mir das Gefühl gab, selbst in diesem ghanaischen Dorf anwesend zu sein, sehr genossen. Schön, dass der Unionsverlag jenseits des Mainstreams afrikanischen Autoren eine Plattform bietet.

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