Nika Liebmann

 5 Sterne bei 23 Bewertungen
Autorenbild von Nika Liebmann (©Nika Liebmann via canva.com)

Lebenslauf

Nika Liebmann träumte sich schon immer in ihre Fantasiewelten davon. Komischerweise tauchten darin wiederholt Männer auf, die sich verdächtig für andere Männer interessierten. Eines Tages wurde der Drang zu stark, und Nika verabschiedete sich von ihren Ambitionen, wahlweise für den Mainstreamgeschmack zu schreiben oder auf Literatur und Poesie abzuzielen. Denn Gay Romance ist das, wofür sie brennt. Damit öffneten sich Horizonte, von denen sie nichts geahnt hatte. Warum auf ein Genre festlegen, wenn man alles haben kann? Eine Gay Romance kann überall stattfinden, ob hier und heute, in einer Fantasywelt oder einem historischen oder dystopischen Setting. (Und Spice geht da auch immer.) Ansonsten ist Nika Liebmann ziemlich langweilig, da sie - außer zu schreiben - sich höchstens mal mit ein paar Leuten trifft, Rad fährt oder auf ihrem Balkon mit Blümchen und Kräutern herumhantiert. Nicht mal eine Katze hat sie!

Alle Bücher von Nika Liebmann

Neue Rezensionen zu Nika Liebmann

Cover des Buches Saphir Royal: Touch the Boss (Gay Romance) (ISBN: B0DPBKYB2N)
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Rezension zu "Saphir Royal: Touch the Boss (Gay Romance)" von Nika Liebmann

Hamsterlos_
Atmosphärische Boss Romance mit Tiefe

Saphir Royal: Touch the Boss von Nika Liebmann ist eine moderne Gay Boss Romance, die das klassische Machtgefälle zweier Männer in ein luxuriöses Grandhotel-Setting verlegt und dabei weit mehr erzählt als eine reine Affären-Geschichte. Zwischen Spa, Chefetage und familiärem Erwartungsdruck entfaltet sich eine Romanze, die von Anziehung lebt, aber vor allem von Kommunikation, Verantwortung und emotionaler Reife.


Im Zentrum stehen Marek, ein engagierter Spa-Masseur, der beruflich feststeckt und sich zunehmend von seinem aktuellen Vorgesetzten ausgenutzt fühlt, und Leandro, der Sohn des Hotelbesitzers, der durch die schwere Erkrankung seines Vaters unvermittelt in eine Rolle gedrängt wird, für die er sich weder bereit noch frei fühlt. Beide befinden sich an Wendepunkten ihres Lebens, beide tragen Verantwortung, allerdings aus völlig unterschiedlichen Machtpositionen heraus. Genau dieses Spannungsfeld nutzt der Roman konsequent und glaubwürdig.


Besonders gelungen fand ich auch hier die Figurenzeichnung. Marek wirkt ruhig, professionell und reflektiert, gleichzeitig aber auch verletzlich. Sein innerer Konflikt, der Wunsch nach beruflicher Anerkennung, gepaart mit dem Bedürfnis nach Nähe und Fairness, ist jederzeit nachvollziehbar. Leandro hingegen bringt eine ganz andere Energie mit: Er ist impulsiver, im Bossmode, oft von neckischen Gedanken aber auch von Unsicherheiten im Bezug auf eigene Gefühle und Beziehung begleitet. Gerade diese Gegensätzlichkeit verleiht der Beziehung Dynamik. Es prallen zwei Lebenswelten aufeinander, die sich zunächst reiben, sich aber genau dadurch ergänzen und gegenseitig herausfordern, was mir sehr gut gefallen hat.


Ein zentrales Thema des Romans ist Kommunikation. Saphir Royal zeigt sehr deutlich, dass gute Absichten allein nicht ausreichen, wenn Machtverhältnisse unausgesprochen im Raum stehen. Die Beziehung zwischen Marek und Leandro lebt von Missverständnissen, unausgesprochenen Sorgen und der Frage, wie viel Nähe unter ungleichen Voraussetzungen überhaupt erlaubt ist. Besonders stark fand ich dabei, dass beide Perspektiven ernst genommen werden: Mareks Zurückhaltung wirkt ebenso begründet wie Leandros Fürsorge. Die Konflikte entstehen nicht aus künstlichem Drama, sondern aus realistischen, emotional nachvollziehbaren Situationen wie ich finde.


Neben der Liebesgeschichte überzeugt auch das Setting. Das Hotel „Saphir Royal“ ist nicht bloße Kulisse, sondern ein lebendiger Teil der Handlung. Interne Probleme, wirtschaftlicher Druck und äußere Bedrohungen, bis hin zur Steuerfahndung, verleihen der Geschichte zusätzliche Spannung und Tiefe. Diese zweite Ebene sorgt dafür, dass der Roman nicht ausschließlich auf die Beziehung fokussiert bleibt, sondern auch strukturelle und familiäre Konflikte beleuchtet. Für mich war genau dieser Aspekt ein großes Highlight, weil er die Neugier konstant hochhält und die Handlung vorantreibt. Ich war so gespannt und neugierig wie es dazu gekommen ist und wie es am Ende aufgelöst wird. 


Stilistisch verbindet Nika Liebmann emotionale Nähe mit prickelnder Spannung. Die erotischen Elemente sind präsent, aber eingebettet in Charakterentwicklung und Handlung. Sie dienen nicht dem Selbstzweck, sondern unterstreichen Intimität, Vertrauen und emotionale Öffnung, was mir sehr gefallen hat. Insgesamt entsteht eine sehr stimmige Mischung aus Gefühl, Romantik, sinnlicher Spannung und erzählerischem Drive finde ich.


Saphir Royal: Touch the Boss ist damit für mich eine gelungene Boss Romance, die bekannte Tropes nutzt, sie aber mit emotionaler Tiefe, glaubwürdigen Figuren und einem atmosphärischen Setting füllt. Für mich war es ein rundes, mitreißendes Leseerlebnis, das zeigt, wie gut Gay Romance funktionieren kann, wenn sie nicht nur auf Anziehung setzt, sondern auf echte Beziehung, Dialog und Entwicklung. Dazu würde ich mir auch eine Reihe wünschen 🤭

Gefesselte Nähe im Schatten der Macht

Mit Sonnengold führt Nika Liebmann ihre Nivalims-Fluch-Reihe in ein neues Reich, und bleibt dabei ihrer großen Stärke treu: emotionale Figuren in einer komplexen, lebendigen Fantasywelt zu verankern. Auch Band 3 ist in sich abgeschlossen, fügt sich aber nahtlos in das größere Gesamtbild der Reihe ein.


Im Mittelpunkt steht Ramiel, der uneheliche Sohn des Sultans, gefangen in den goldenen Mauern eines Palasts, der mehr Käfig als Schutzraum ist. Geduldet, kontrolliert und von seinem Halbbruder misshandelt, lebt er ein Leben ohne Freiheit. Als er gezwungen wird, den Goldelfen Lioren zum Bettdiener auszubilden, und schließlich sogar mit ihm angekettet wird, entsteht eine Situation, in der Macht, Abhängigkeit und verletzliche Nähe untrennbar miteinander verwoben sind. Die daraus entstehende Beziehung ist alles andere als einfach. Schmerzhaft, widersprüchlich und emotional aufgeladen.


Thematisch bewegt sich der Band zwischen Unterdrückung, Identität, Machtmissbrauch und verbotenen Gefühlen. Die Romantik entsteht nicht aus Idealbildern, sondern aus Unsicherheit und vorsichtiger Annäherung. Besonders stark ist dabei, wie die Geschichte Nähe nicht romantisiert, sondern als etwas Fragiles und zugleich Notwendiges darstellt.


Das Sonnenreich bringt neue politische Strukturen, kulturelle Unterschiede und mythologische Elemente ins Spiel. Auch wenn die Liebesgeschichte abgeschlossen ist, treibt der Band die übergeordnete Handlung der Reihe weiter voran und liefert neue Informationen, die neugierig auf kommende Bände machen. Genau dieses Zusammenspiel aus Einzelgeschichte und größerem Zusammenhang macht den Reiz der Reihe aus und ich liebe es. 


Die Figuren unterscheiden sich deutlich von denen der vorherigen Bände, was die Vielschichtigkeit der Welt unterstreicht. Ramiel und Lioren wirken von Beginn an verletzlich, aber nicht schwach. Ihre Entwicklung ist ruhig, nachvollziehbar und emotional dicht. Besonders gelungen finde ich, ist, dass niemand perfekt ist. Fehler, innere Widersprüche und Zweifel gehören selbstverständlich dazu. Dennoch sind sie absolut bezaubernd und erobern die Herzen. 


Der Schreibstil ist erneut sehr angenehm, flüssig und atmosphärisch, was ich wieder sehr mochte. Das Worldbuilding wirkt organisch und niemals überladen, die Welt dient nicht nur als Kulisse, sondern beeinflusst Entscheidungen, Beziehungen und Konflikte spürbar. Emotionen werden glaubwürdig transportiert, ohne künstliche Dramatik. Für mich ebenfalls ein Highlight in der Reihe. 


Auch Sonnengold konnte mich wieder vollständig abholen und begeistern. Die Welt, die emotionalen Prozesse und die sorgfältige Figurenentwicklung treffen genau meinen Geschmack. Ich mag es, wenn Geschichten nicht einfach sind, wenn man mitdenken, Zusammenhänge erkennen und Entwicklungen nachvollziehen muss. Für mich sind das genau die Geschichten, die im Kopf bleiben. 

Wer die Reihe noch nicht kennt, sollte sie sich wirklich näher ansehen!

Cover des Buches Seegrün: Nivalims Fluch 2 (Gay Romance) (ISBN: B0DDLYFDFQ)
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Rezension zu "Seegrün: Nivalims Fluch 2 (Gay Romance)" von Nika Liebmann

Hamsterlos_
Enemies to Lovers mit emotionaler Tiefe

Swenn wächst im Schatten seines gefürchteten Vaters auf, dem mächtigsten Sklavenjäger Isfiriens. Sein Alltag besteht aus Rivalität, Pflicht und dem Versuch, seine eigene Identität zu verstecken. Als ein Vorfall den Ruf des Stammes gefährdet, erhält Swenn den Auftrag, in den Unkensümpfen einen Elfen zu fangen. Doch die Situation kippt: Der Sumpfelf Aerion dreht den Spieß um und macht Swenn selbst zur Beute. Was als Jagd beginnt, wird zu einer emotionalen und moralischen Prüfung, die Swenns Weltbild erschüttert, und eine gefährliche wie intensive Anziehung zwischen beiden entfacht.


Die Reihe erzählt pro Band eine abgeschlossene Geschichte, bleibt aber übergreifend verbunden, weshalb der zweite Band direkt neue Spannung mitbringt. Dieses Mal steht ein starkes Enemies-to-Lovers-Duo im Fokus und hier funktioniert der Trope hervorragend, den ich ja sowieso sehr liebe. Die Dynamik zwischen Swenn und Aerion ist kraftvoll, konfliktreich und glaubwürdig aufgebaut. Aus anfänglicher Feindseligkeit entsteht eine komplexe, emotionale Bindung, die sich nicht überstürzt anfühlt. Ich bin ein großer Fan der Dynamik der beiden.


Das Setting ist eine düstere Fantasywelt mit Elfen, Sümpfen und einer gewaltgeprägten Kultur. Themen wie Macht, Unterdrückung, Abhängigkeit, Identität und queere Selbstfindung ziehen sich durch die Handlung. Besonders Swenns Entwicklung ist bemerkenswert. Er beginnt als Jäger, gefangen in Erwartungen und Rollenbildern, und wächst im Verlauf der Geschichte über sich hinaus. Die Veränderung ist organisch geschrieben, nicht überdramatisiert und bleibt nachvollziehbar.


Der Band verzichtet bewusst auf oberflächlichen Kitsch oder überzeichnete Spice-Szenen. Stattdessen stehen Atmosphäre, innere Konflikte und emotionaler Druck im Vordergrund. Die Geschichte stellt moralische Fragen und arbeitet mit Grautönen, ohne dabei schwerfällig zu werden. Genau das macht sie so wirkungsvoll und hat mir super gefallen.


Der Schreibstil ist ruhig, emotional und sehr flüssig. Die Autorin setzt nicht auf schnelle Reize, sondern auf Stimmungen, Charaktertiefe und eine langsam wachsende Dynamik. Gerade diese Mischung aus Fantasy, queerer Romance und persönlicher Entwicklung ergibt eine dichte, berührende Atmosphäre, die nicht auf Glitzer-Fantasy setzt, sondern auf Substanz.


Der zweite Band war für mich großartig. Die Intensität zwischen Swenn und Aerion, der Fokus auf inneren Konflikten, die düstere Welt und die sensible Figurenzeichnung haben mich komplett abgeholt. Swenns Wandel ist eines der stärksten Elemente und hat mich emotional echt beeindruckt. Für mich ein Highlight der Reihe, und ich freue mich sehr auf Band 3.


Besonders geeignet finde ich den Band für Leser, die queere Fantasy mit ernstem Ton mögen, Wert auf Charakterentwicklung legen und Enemies-to-Lovers nicht nur als Trope, sondern als wirkliche Reise sehen wollen. Wer düstere Settings, moralische Grauzonen und emotionale Tiefe schätzt, wird hier definitiv fündig.


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