Nike Leonhard Steppenbrand (Codex Aureus 2)

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Inhaltsangabe zu „Steppenbrand (Codex Aureus 2)“ von Nike Leonhard

Manche Geschichten können kein gutes Ende nehmen – oder doch? Steppenbrand erzählt die Legende von Dejasir no’Sonak, dem schon bei seiner Geburt Ruhm und Reichtum prophezeit wurden. Anfangs scheint sich die Prophezeihung zu erfüllen. Doch was als Segen begann, wandelt sich zum Fluch für sein Volk, die Khon. Je näher Dejasir seinem Zielen kommt, desto bedrohlicher erscheint ihre Verwirklichung. Ihn aufzuhalten wird zur Frage des Überlebens. Kann die Liebe zur schönen, wie klugen Shoulaika die Wende bringen? Eine Geschichte für Liebhaber heroischer Fantasy.

Geniale Geschichte um den alten Kampf gut gegen Böse.

— juergenalbers
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    Steppenbrand (Codex Aureus 2)

    juergenalbers

    23. March 2017 um 12:21

    Ich gestehe, ich bin mäkelig und anspruchsvoll bei Fantasy. Und wenn sich der/die Autor*in in ein orientalisch gefärbtes Setting begibt, wächst der Anspruch noch einmal. Aus zwei Gründen: erstens gibt es so herausragend, quasi omnipotent daherkommende Welten in der Fantasy-Literatur, dass kein kundiger Leser diese Beispiele völlig auszublenden vermag. Und zweitens, weil es so unzählig viele, unfassbar schlechte Beispiele gibt. Und mit jeder schlechten Umsetzung, mit jeder unlogischen, lieblosen oder zusammengeklauten Umsetzung wird man feinfühliger, sensibler, ja ängstlicher. Fast möchte man angesichts einer neuen Fantasy-Welt ausrufen: Oh, vade retro satana! Warum so viel Vorwort vor der eigentlichen Beurteilung? Weil Nike Leonhard mit ihrer (leider) sehr kurzen Geschichte des Steppenfürsten Dejasir, seinem Aufstieg und dem Weg zur Macht ein Kleinod gelungen ist. In so wenigen Seiten eine glaubhafte, authentische Welt vor den Augen des Lesers erscheinen zu lassen, ist ein Kunststück, das sehr selten gelingt und noch seltener in der dargebotenen Intensität. Man merkt dem Text zwischen den Zeilen an, dass die Autorin offenbar ausführliche Recherche zu kulturellen Hintergründen realer Steppenvölkern getrieben hat. Dies kommt ihrer Welt zu Gute. Aber der geneigte Leser möge nun nicht den Fehler begehen, in „Steppenbrand“ werde nur eine schöne Fantasy-Geschichte zu stolzen Kriegern und edlen Damen erzählt (zur sehr interessanten Rolle der Damen in Steppenbrand müsste man eigentlich eine eigene Rezension schreiben). Steppenbrand widmet sich vielmehr konzentriert der Frage nach dem Wert von alt und neu, sowie von nichts weniger als der Gut und Böse-Frage. Zwei der existentiellen Fragen der Menschheit. Und wie viele kluge Autoren lässt uns Nike Leonhard auch in Steppenbrand mit der Antwort auf diese Fragen allein. Sie will zum denken anregen, nicht urteilen. Mich ganz persönlich hat die Geschichte sehr an den Kampf der letzten Samurai im Japan der Neuzeit erinnert. Männer und Frauen, fest verwurzelt in Traditionen und voller Zweifel angesichts neuer Welten. Steppenbrand verdient eine uneingeschränkte Leseempfehlung. Und es verdient eine Fortsetzung in einem ausgewachsenen Roman. Frau Leonhard: Übernehmen Sie!

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