Niklas Frank Der Vater

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Inhaltsangabe zu „Der Vater“ von Niklas Frank

Eine Vergangenheitsbewältigung besonderer Art ist diese Abrechnung eines Sohns mit seinem Vater. Der Vater, Hans Frank, Rechtsanwalt von Beruf, begabt, aber bald verlottert, wird 1933 als »alter Kämpfer« ministrabel, erst Justizminister, 1939 dann Generalgouverneur Restpolens, wo er mit seiner ebenso raffgierigen Frau Polen und Juden ausplündert, während in den Vernichtungslagern um ihn herum systematisch die Endlösung praktiziert wird. 1945 setzt er sich mit seiner Beute nach Oberbayern ab, wird von den Amerikanern gefasst und im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess zum Tode durch den Strang verurteilt. Der Sohn, Niklas Frank, wurde von seiner Mutter in pietätvollem Gedanken an den feinsinnigen Vater erzogen. Erst allmählich erkennt er in vollem Umfang, dass Hans Frank einer der schlimmsten NS-Verbrecher gewesen ist. Sein Buch ist eine ebenso wüst-erbitterte wie schmerzende Abrechnung mit dem Vater, die Katharsis eines Unschuldigen, der sich dennoch beschuldigt fühlt.

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  • Rezension zu "Der Vater" von Niklas Frank

    Der Vater

    fwieflorian

    06. January 2013 um 17:11

    Es gibt zwei wichtige Bücher mit dem Titel „Der Vater“. Das erste schrieb der Theologe und Schriftsteller Jochen Klepper in den 30er Jahren. In dem Buch, in welchem er das Verhältnis von Wilhelm I. zu seinen Sohn Friedrich II., dem alten Fritz, beschreibt, arbeitet Klepper das eigene problematische Verhältnis zu seinem Vater auf. Ein Versuch. Das zweite Buch „Der Vater“ ist kompromisslos von Wut, Zorn, gar Hass diktiert. Niklas Frank schreibt gegen seinen Vater, den berüchtigten Generalgouverneur des besetzten Polen, den man auch den „Judenschlächter von Krakau“ nannte, und er sucht nirgends eine Erklärung oder eine Entschuldigung für das unmenschliche Verhalten des Hans Frank. In einer Sprache, die weder schön, noch ästhetisch ist, sondern nur direkt, brutal direkt, gibt er seiner Wut und seiner Verachtung für den Vater in direkter Anrede Ausdruck. Er zitiert ihn und nimmt diese Zitate zum Anlass für seine Anschuldigungen. Außerdem erwähnt er immer wieder quasi als Erleichterung für sich selbst und seinen aufgestauten Zorn, das Knacken des 3. Halswirbels bei der Hinrichtung von Hans Frank am 16. Oktober 1946 in Nürnberg. Dieses Buch ist tatsächlich einmalig. In seinem lesenswerten Vorwort schreibt Ralph Giordano: “Es gibt....kein zweites Beispiel für die Anklage eines Sohnes gegen den eigenen Vater, die sich neben die von Niklas Frank gegen Hans Frank stellen könnte.“ Interessant ist, dass es Leute gab, die das Buch, die Beschimpfung, diesen Zornesausbruch eines Sohnes gegen seinen Vater missbilligten. Aber das müssen wohl ewig gestrige Dummköpfe gewesen sein.

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