Niklas Luhmann

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Autor von Liebe als Passion, Soziale Systeme und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Niklas Luhmann

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Liebe als Passion

Liebe als Passion

 (12)
Erschienen am 15.12.2010
Soziale Systeme

Soziale Systeme

 (8)
Erschienen am 03.11.2010
Einführung in die Systemtheorie

Einführung in die Systemtheorie

 (5)
Erschienen am 18.10.2011
Liebe

Liebe

 (5)
Erschienen am 27.05.2010
Der neue Chef

Der neue Chef

 (4)
Erschienen am 07.03.2016
Die Kunst der Gesellschaft

Die Kunst der Gesellschaft

 (4)
Erschienen am 14.07.2011
Die Realität der Massenmedien

Die Realität der Massenmedien

 (4)
Erschienen am 08.10.2009
Die Gesellschaft der Gesellschaft

Die Gesellschaft der Gesellschaft

 (3)
Erschienen am 30.04.2009

Neue Rezensionen zu Niklas Luhmann

Neu
D

Rezension zu "Der neue Chef" von Niklas Luhmann

Der neue Chef aus wissenschaftlicher Sicht
Denise43437vor 10 Monaten

Das Buch „Der neue Chef“ stammt von Niklas Luhmann. Er war Professor für Soziologie an der Universität in Bielefeld und ist im Jahr 1998 verstorben. Daher wurde das Buch von Jürgen Kaube herausgegeben. Von ihm stammt auch das Nachwort. Das wissenschaftliche Buch unterteilt sich in folgende Abschnitte, die ihrerseits meist nochmals untergliedert sind:

- Der neue Chef

- Spontane Ordnungsbildung

- Unterwachung oder Die Kunst, Vorgesetzte zu lenken

- Anmerkungen

- Nachweise

- Nachwort.

 Jeder hat wahrscheinlich die Situation, wenn eine Organisationseinheit einen neuen Chef oder eine neue Chefin erhält, selbst erlebt. Dieses führt in der Regel bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu einer großen Unruhe. Die dazugehörigen Vorgänge einschließlich der Strukturen wie z. B. Rollenzusammenhänge, Rollenkonflikte, formelle und informelle Ordnung oder auch Arbeitsgruppen und Cliquen werden von Herrn Luhmann vorgestellt und erläutert. Auch die Frage, ob es besser ist durch eine interne oder externe Person den Chefposten besetzen zu lassen, wird von Herrn Luhmann wissenschaftlich beleuchtet. Es wird sehr deutlich, dass die Beziehung zwischen dem Chef / der Chefin und seinen / ihren Mitarbeitern schwierig ist. Diese wird noch erschwert, wenn die neue Führungskraft von den Mitarbeitern angelernt wird.

 Die umfangreichen Quellenangaben ermöglichen es dem Leser sein Wissen in den speziellen Themen problemlos zu vertiefen.

 Leider liegt vom Umfang der Abschnitte der Schwerpunkt des Buchs eher auf der Struktur und Funktionsweise von Verwaltungen als das es tatsächlich um das Thema neuer Chef geht. Selbstverständlich ist ein gewisser Hintergrund notwendig, um das Verhalten der handelnden Personen in Bezug auf einen neuen Chef zu verstehen. Allerdings waren mir diese Informationen auf Grund des Buchtitels zu umfangreich und die in Bezug auf das Thema neuer Chef zu wenig.

Auf Grund der wissenschaftlichen Betrachtung und dem dazugehörigen Schreibstil ist das Buch nicht ganz einfach zu lesen. Wer einen einfach zu lesenden Ratgeber sucht, wie er mit einem neuen Chef umgehen soll bzw. wie er ein guter neuer Chef wird, findet in diesem Buch nicht das, was er sucht. Aber für alle, die sich wissenschaftlich mit diesem Thema beschäftigen möchten, ist es genau das richtige Buch und daher sehr zu empfehlen.

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ichundelaines avatar

Rezension zu "Der neue Chef" von Niklas Luhmann

Zeitlos, analytisch und amüsant
ichundelainevor einem Jahr

Wer hinter dem Titel "Der neue Chef" einen Ratgeber a la "So werden Sie Chef und bleiben es auch" vermutet und eine praxisbezogenen Text mit Anleitung erwartet, der sollte hiervon lieber die Finger lassen. Niklas Luhmann ist Soziologe und genau so nähert er sich auch der Thematik.

"Der Alltag ist für den Beamten geregelt. Er kann seine Gefühle daher für sich behalten."

Ich muss hier gestehen, dass ich ein kleines Luhmann-Fan Girl bin, seitdem ich ihm im Studium begegnet bin und meine helle Freude an diesem Buch hatte. 

Rein theoretisch und analytisch nimmt Luhmann die Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und ihren Vorgesetzten am Beispiel der Verwaltung auseinander. Er wendet seinen Blick weniger auf das Individuum als auf die Gruppe von Personen, die innerhalb einer Organisation mit einem neuen Vorgesetzten konfrontiert werden. Hierbei analysiert er zunächst die Beziehungen innerhalb der Gruppe der "Untergebenen" und deren Strategien, mit den formalen Regularien ihrer Arbeit umzugehen und diese, durch Zusammenschlüssen und persönliche Charaktereigenschaften, zu ihren Gunsten zu biegen, ohne diese jedoch zu brechen. Durch diese Gruppierungen bekommt die streng reglementierte Arbeit auch einen persönlichen Charakter und verleiht dem Individuum das Gefühl, eben nicht in einem Korsett zu agieren. Luhmann beschreibt scharfsinnig die Wechselwirkungen zwischen Individuum (Beamter/Arbeiter) und Organisation (Verwaltung/Arbeitsstätte) und vieles davon kommt dem geneigten Leser dann doch recht bekannt vor, besonders wenn es um die Absonderung bestimmter Kleingruppen geht, denn wer kennt sie nicht, diese Gruppe an Kollegen, die immer etwas zu beanstanden hat?

"Die Organisation fordert ihm jedoch nur spezifische Leistungen ab. Seine Gefühle, und seine Selbstdarstellungsinteressen werden dabei kaum beansprucht. Sie lungern während der Arbeit funktionslos herum und stiften Schaden, wenn sie nicht unter Kontrolle gehalten werden." 
Er widmet zudem ein komplettes Kapitel der "Unterwachung". So kann ein neuer Vorgesetzter durch das Vorenthalten von Informationen bzw. durch das weiterleiten ausgewählter Informationen von unten gesteuert werden, ohne das dieser es überhaupt merkt. 

Um den Wert dieses kleinen Büchleins, das perfekt in jede Handtasche passt, zu erkennen, bedarf es keinem Soziologie-Studium, lediglich einem Interesse an einer analytischen Auseinandergliederung von bestimmten sozialen Phänomenen in der Arbeitswelt, denn DAS kann Niklas Luhmann! Und äußerst amüsant schreiben auch. 



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schreibwasuebers avatar

Rezension zu "Der neue Chef" von Niklas Luhmann

„Der neue Chef“, von Niklas Luhmann
schreibwasuebervor 2 Jahren

„Hilfreich ist die Vorstellung, der Vorgesetzte habe keine Kleider an.“, so der Text auf dem Cover von „Der neue Chef“ von Niklas Luhmann (1927 bis 1998) und Jürgen Kaube (Hrsg.), das soeben im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Naja, dachte ich mir, als ich das Buch in den Händen hielt, die Oma hat es schon in meiner Kindheit so ähnlich formuliert („Junge, stell dir die „Wichtigen dieser Welt“ in langen Unterhosen vor. Die sehen genauso bescheuert aus wie alle anderen.“).   Insofern war ich gespannt, was mir hier inhaltlich geboten werden würde. Die Bedeutung dessen, was Luhmann, der ja bereits 1998 verstarb, hier auf etwas über einhundert Seiten abgeliefert hat, ist gerade heute von immanenter Bedeutung.    Zunächst versteht es Niklas Luhmann vortrefflich darzustellen, auf welche Weise die klassische Organisationswirtschaft die emotionale Komponente in der Beziehung zwischen Vorgesetztem und Untergebenen verkennt und ignoriert. Als grundsätzliches Versagen der Organisationswirt- und Wissenschaft würde ich das jetzt nicht bezeichnen, gleichwohl schafft es Luhmann, die heute immer wichtigere informale Ordnung von Unternehmen und deren Bedeutung für „den neuen Chef“ herauszuarbeiten. Man könnte auch von Management by Emotion sprechen. Er unterscheidet hier noch den internen und den externen „neuen Chef“. Dabei sieht sich der externe „neue Chef“ vor eine deutlich größere Herausforderung gestellt. Durch die in jedem Unternehmen vorhandenen informalen Strukturen (kurz Cliquen und Gruppen, die das Ziel haben gemeinsame Interessen innerhalb einer Unternehmung durchzusetzen, unter Umgehung formaler Regeln und Kontrollinstanzen – die sogenannten „Spin-Doktoren“ einer Unternehmung), kann es zu seiner kommunikativen Isolierung kommen, insbesondere, wenn der Vorgänger unter Umständen an anderer Position noch im Unternehmen ist. Sofern es dem „neuen Chef“ hier nicht durch geeignete Maßnahmen, monetärer oder emotionaler Art, gelingt auch akzeptierter Chef der informellen Organisation zu werden (was nach Luhmann nicht zwangsläufig mit dem Einnehmen der Position einhergeht), kann dieses zu einem grandiosen Scheitern führen.    Für mich gibt es dazu herausragende Beispiele: Zum Einen scheiterte der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler („der neue Chef“ als Kontrastprogramm, in diesem Fall ein „Nicht-Politiker“ gegen Politiker), nicht etwa an seiner mangelnden Qualifikation, sondern an den informellen internen und externen Netzwerken der Bundeshauptstadt. Gleiches gilt für die Kurie im Vatikan. Erst Papst Franziskus scheint es, zumindest in Teilen, zu gelingen, das Netzwerk der Kurie aufzubrechen, während seine Vorgänger mehr oder weniger Marionetten gleichzusetzen waren.  Insofern liefert gerade der Vatikan ein gutes Beispiel dafür, wie Untergebene in der von Luhmann geschilderten Art und Weise ihre Vorgesetzten zu lenken vermögen, da ihnen die Komplexität der jeweiligen Entscheidungslage deutlich bekannter ist, als dem „neuen Chef“ und trifft hier den Kern, wenn er die Auffassung vertritt, dass der, der seine Vorgesetzten zu lenken vermag später Vorgesetzter wird.   Fazit: Niklas Luhmann’s „Der neue Chef“ ist weit mehr, als die Vorstellungskraft „vom Vorgesetzten ohne Kleider“. Die Lektüre sei insbesondere den mehrheitlich juristisch besetzten Personalabteilungen empfohlen, die auch heute noch Stellen allein auf Basis klassischer Annahmen der Organisationswirtschaft treffen und informale Komponenten ausser Acht lassen. Dies kann, wie Luhmann richtig feststellt, bei mittelständischen Unternehmen bis zur Unternehmensgefährdung führen. Lest auch meinen Blog schreibwasueberPUNKTde.

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