„Generation TikTok“ ist, das zeigt der Titel, ein Buch von großer Aktualität, das sicher viele Erwachsene anspricht, die mit Jugendlichen zu tun haben – seien es Eltern, Lehrkräfte, Erzieher:innen… Die Frage, wie man mit Smartphones und Social Media umgeht, stellt sich heute mehr denn ja. Das Buch von Niko Kappe möchte dabei helfen, Jugendliche aufgeklärt und kompetent in der digitalen Welt zu begleiten.
Dem Autor gelingt es dabei, die Themen Social Media, Künstliche Intelligenz und digitale Erziehung verständlich darzustellen – seine eigenen Erfahrungen als Vater und Lehrer in diesem Bereich merkt man hier deutlich. Gut gefallen hat mir sein lockerer Schreibstil der auf Gefahren hinweist, aber insgesamt eher entspannt mit dem Thema umgeht und zur Aufklärung anregt. Das Buch bietet dadurch eine solide Grundlage für Eltern, die sich mit der digitalen Lebenswelt ihrer Kinder auseinandersetzen möchten.
Kappe behandelt dabei wichtige Themen aus dem Alltag und der Schule und erklärt diese anschaulich. Fachbegriffe werden dabei schlüssig erklärt und die Verweise auf Quellen zeigen, dass der Autor nicht (nur) seine eigene Meinung wiedergibt. Gerade beim Thema „Die große Angst“ ist das wichtig, da aufgrund des lockeren Schreibstils sonst schnell der Eindruck entstehen könnte, man nehme die Sorgen der „älteren“ Generation nicht ernst. An einigen Stellen hätte ich mir jedoch, gerade was die Konzentrationsfähigkeit angeht, mehr Hintergrundwissen gewünscht.
Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch einige Punkte, die mir gefehlt haben: Ich hatte mir mehr konkrete Anleitungen und Tipps für den Umgang mit Social Media und Smartphones gewünscht. So verfüge ich nach der Lektüre zwar über deutlich mehr theoretisches Wissen in diesem Bereich, weiß aber immer noch nicht so recht, was ich angesichts der problematischen Datenschutzlage beispielsweise bei TikTok jetzt konkret im Hinblick auf meine Kinder tun soll.
In einigen Bereichen wie KI entwickelt sich aktuell so viel, dass ich mir zwar mehr Infos gewünscht hätte, aber nachvollziehen kann, warum sie fehlen. Insgesamt vermittelt das Buch wertvolle Argumente für einen offeneren Umgang mit digitalen Medien und regt zum Nachdenken an. Es ist ein empfehlenswerte Lektüre für Eltern und Lehrkräfte, die Kinder in der digitalen Welt nicht alleinlassen, sondern sie aktiv bei einem sicheren Umgang unterstützen wollen. Wie sie das konkret tun sollen, bleibt dabei leider zu offen.




