Zeit der Schwalben

von Nikola Scott 
4,6 Sterne bei29 Bewertungen
Zeit der Schwalben
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schnaeppchenjaegerins avatar

Berührende, melancholische Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen über die Suche nach den eigenen Wurzeln

ErbsenundKarottens avatar

Eine Leseempfehlung für alle Fans von Romanen, in denen es in der Vergangenheit noch etwas zu entdecken gibt.

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Inhaltsangabe zu "Zeit der Schwalben"

Eine dramatische Familiengeschichte über eine Mutter, die ihre Vergangenheit verbirgt und ein Geheimnis, das das Leben ihrer Töchter erschüttert.

Die sechzehnjährige Elizabeth Holloway wird Ende der fünfziger Jahre von ihrem Vater zu einer befreundeten Familie in Sussex ans Meer geschickt, weil ihre Mutter todkrank ist. Im Gegensatz zu ihrem bedrückenden Zuhause ist das Leben bei den Shaws in Hartland House paradiesisch: Eine Gruppe von Jugendlichen, bestehend aus den Kindern der Shaws und deren Freunden, verbringen sonnige Sommertage mit Schwimmen, Reiten und Partys. Elizabeth, schüchtern und jünger als die anderen, verliebt sich bald Hals über Kopf.

London, vierzig Jahre später: Als Addie Harington zum Jahrestag des Todes ihrer Mutter Elizabeth ihren Vater besucht, scheint alles wie immer zu sein: Der Vater ist erstarrt in seiner Trauer, ihre Schwester Venetia beansprucht alle Aufmerksamkeit für sich, und ihr Bruder Jasper hält sich aus allem heraus. Um ein wenig Ruhe zu ¬finden, zieht sie sich in das ehemalige Arbeitszimmer ihrer Mutter zurück. Da klingelt das alte Telefon auf dem Schreibtisch. Ein Mann, der sie o ffensichtlich für ihre Mutter hält, spricht von 'neuen Spuren' und nennt immer wieder ein Datum: den 14. Februar, Addies Geburtstag. Als wäre das nicht schon verwirrend genug, steht kurz darauf eine fremde Frau vor der Haustür und behauptet, Elizabeth sei ihre Mutter.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783499291456
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:512 Seiten
Verlag:ROWOHLT Taschenbuch
Erscheinungsdatum:19.02.2019
Das aktuelle Hörbuch ist am 24.08.2017 bei Argon erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Berührende, melancholische Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen über die Suche nach den eigenen Wurzeln
    Melancholische Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen über die Suche nach den eigenen Wurzeln

    Adele Haringtons Mutter Elizabeth ist gerade ein Jahr tot, als eine Frau erscheint, die behauptet, eine Tochter von Elizabeth zu sein. Phoebe ist wie Addie am 14. Februar 1960 geboren und unmittelbar nach ihrer Geburt adoptiert worden. Adele hatte nie ein inniges Verhältnis zu ihrer verschlossenen Mutter, kann sich jedoch unmöglich vorstellen, dass diese ihre Zwillingsschwester weggeben haben könnte. Bevor sie ihren Vater fragen kann, erleidet dieser einen Herzinfarkt und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Phoebe lässt nicht locker und schließlich ist die Beweislast so erdrückend, dass Addie erkennen muss, tatsächlich 40 Jahre um ihre Seelenverwandte bracht worden zu sein und dass der Vater, bei dem sie aufgewachsen ist, nicht ihr leiblicher Vater ist. Addie und Phoebe machen sich gemeinsam auf den Weg nach Sussex, wo ihre Mutter die Jahre 1958 und 1959 als Jugendliche verbracht hat, nachdem ihre Mutter an Krebs verstorben war. 
    Der Roman handelt im Jahr 2000 mit der Spurensuche der beiden Zwillingsschwestern und wie sie ihre eigene Herkunft und die Geschichte ihrer Mutter durch Nachforschungen und die Tagebucheinträge von Elizabeth aufdecken. In Rückblicken erfährt man, was sich Ende der 50er-Jahre ereignet hat und wie die Umstände von Elizabeths Schwangerschaft und der Geburt ihrer beiden Mädchen waren. 
    "Zeit der Schwalben" ist eine Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen, wobei die Gegenwart den größeren Anteil hat. Erzählt wird die Geschichte von drei Frauen und ihren Beziehungen zu ihren Müttern bzw. Töchtern und eine Suche nach der eigenen Identität. Durch Tagebucheinträge von Elizabeth erhält man einen guten Einblick in die Gefühlswelt der jungen Frau, die mit 17 Jahren von ihrem streng religiösen Vater weggeschickt wurde, als ihre Mutter im Sterben lag. Erschreckend ist zu lesen, wie mit jungen, ungewollt Schwangeren in den 50er-Jahren umgegangen wurde und was Elizabeth durchgemacht haben muss. 
    Aber auch Adeles innere Zerrissenheit, das Gefühl von ihrer Mutter nicht richtig angenommen worden zu sein, und die distanzierte Beziehung zu ihrer jüngeren Schwester Venetia ist sehr eindringlich und nachvollziehbar erzählt. 
    Der Roman mutet ein wenig melancholisch an und berührt, da man als Leser spürt, dass Adele ihr Leben lang unbewusst auf der Suche war. Erst am Ende, als alle Spuren zusammengeführt werden und Phoebe und Adele ihre Herkunft aufgeklärt haben, ist Addie auch für eine Beziehung zu ihrem langjährigen Freund Andrew offen und mutig genug, beruflich einen Neuanfang zu wagen. Neben der gefühlvollen Familiengeschichte und der Suche nach Wahrheit ist "Zeit der Schwalben" damit auch ein Selbstfindungsroman, der mich sowohl auf dem historischen Erzählstrang, der so traurig und brutal war, als auch auf der zeitgenössischen Ebene, auf der Addie zu ihren Wurzeln findet, berührt und bis zum Ende perfekt unterhalten hat.

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    Eva-Maria_Obermanns avatar
    Eva-Maria_Obermannvor einem Jahr
    Ohne Kitsch auf Spurensuche nach der Mutter

    Am Anfang steht der große Verlust der Mutter. Sie stirbt bei ihrem Unfall und ihre erwachsene, älteste Tochter Addie bleibt zerrissen zurück. Nie hat sie es Elisabeth recht machen können. Der Vater zieht sich in eine ausgewachsene Depression zurück, die jüngere Schwester versucht mit aller Macht, Kontrolle zumindest vorzuspielen und ihr bester Freund will unbedingt ein Restaurant mit Addie eröffnen. Genug für eine Krise. Doch alles gerät aus den Fugen, als eine Frau vor der Tür steht, und behauptet, Elisabeths Tochter zu sein, am gleichen Tag geboren, wie auch Addie selbst.
    Es ist mehr als nur eine individuelle Apokalypse, die der Roman erzählt. Der Umsturz einer Familie, in all ihren Strukturen und vor allem ihrem größten Geheimnis. Im Zentrum aber steht Addie und ihre ganz eigene Art und Weise, die Dinge zu betrachten. Der Verlust der Murrer, gefolgt vom Verlust dessen, was sie immer über Elisabeth zu wissen geglaubt hat. Es ist eine Identitätskrise, die mitschwingt. Nicht nur für Addie, sondern auch für ihre Fremdsicht auf Elisabeth. Wie prägend dieser Eindruck der eigenen Mutter ist, wird im Laufe des Romans und vor allem am Ende immer wieder klar. Addies Entscheidungen sprechen für sich.
    In Zeit der Schwalben erfolgt die Spurensuche über Bruchteile. Der Leser aber erfährt die volle und wahre Geschichte, indem immer wieder Zeitsprünge zurück zu Elisabeths Tagebucheinträgen führen. Zwei Erzählstimmen also, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Denn die Elisabeth der Tagebücher ist gerade mal 16, steht vor dem größten Verlust, und das im Grunde gleich zweimal. Dahinter verbirgt sich ein schonungsloser Blick auf den Umgang mit jungen, unverheirateten Schwangeren im England der fünfziger Jahre, auf Abläufe in Heimen für ledige Mütter und Krankenhäuser, aber auch ein Blick in die Moralvorstellungen jener Zeit. Es sind die Folgen dieser Verstrickungen, die Addie aus der Bahn werfen.
    Wenig märchenhaft ist dafür ihr Roman. Addie ist keine verkitschte, aufgeregte Frauenfigur, sondern sehr nachdenklich und introvertiert. Oft sagt sie lieber gar nichts, selbst wenn ihr etwas auf der Seele brennt. Sie sucht die Schuld immer bei sich und wird nun von einer ganz anderen Art von „Schuld“ konfrontiert. Dass sie nicht weggegeben wurde. Zeit der Schwalben versucht auch da trotz Ich-Erzählerin mehrere Perspektiven anzubieten und schafft das souverän. Komplex durchdacht und mit Feinheiten zurechtgeformt. Es waren sehr wenige Stellen, die mich irritiert haben oder zum Meckern veranlassen. Am meisten die Liebesgeschichte, die irgendwie zwischendrin geradezu aufgedrängt wird. Sie hätte für mich gerne fehlen kommen, denn das Ende des Romans ist eigentlich Addies Abschluss mit der Geschichte ihrer Mutter – und dafür braucht es keinen Mann.

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    Girdies avatar
    Girdievor einem Jahr
    Stellung der Frau in den 1950ern im Hintergrund

    „Zeit der Schwalben“ ist der Debütroman der deutschen Autorin Nikola Scott. Die Geschichte spielt in England auf zwei Zeitebenen, einerseits im Jahr 2010 und in Rückblicken zwischen 1958 und 1960. Die Mutter der sechszehnjährigen Elizabeth ist sterbenskrank, doch auf ihren Wunsch hin verbringt ihre Tochter vier Wochen im Sommer 1958 bei Freunden auf dem Anwesen Hartland in East Sussex in der Nähe des Meers. Unerwartet erlebt sie dort unvergessliche, unbeschwerte heitere Tage mit Ausflügen, sportlichen Aktivitäten und einer ersten Schwärmerei. Schwalben stehen allgemein als Symbol für Freiheit und Hoffnung. Hier auf Hartland, wo die Schwalben fliegen, fühlt Elizabeth sich losgelöst und frei von den heimischen Sorgen. Die Hoffnung darauf, dass ihre Mutter wieder gesund wird und sie ihre gemeinsamen Zukunftspläne umsetzen können, fühlt sich real und richtig an. Das sich auf dem Cover die junge Frau im Wasser spiegelt ist kein Zufall, sondern deutet auf die Beziehung von zwei Charakteren in der Geschichte hin.

    Adele Harington ist 40 Jahre alt und als Konditorin in einem Café angestellt. Vor einem Jahr ist ihre Mutter gestorben, ihre vier Jahre jüngere Schwester möchte als Jahresgedächtnis eine kleine Feier im elterlichen Haus gestalten. Während Adele etwas Abstand im früheren Arbeitszimmer ihrer Mutter sucht, klingelt das Telefon, sie nimmt das Gespräch entgegen und eine ihr unbekannte Person berichtet von einem eingetroffenen Brief, der nach ihrer Vorgabe jedoch wie alle Informationen nur nach Ankündigung zugestellt werden soll. Des Weiteren fällt noch ein Datum: ihr eigener Geburtstag. Doch damit ist nicht genug der seltsamen Ereignisse an diesem Tag, denn kurze Zeit später steht eine Frau vor der Haustür, die ihre Mutter sucht und vollkommen überrascht stellt Adele fest, dass es ihre eigene ist.

    Der Roman verbirgt einige Geheimnisse und Nikola Scott versteht es, sie erst mit und mit zu lüften. Es ist nicht nur spannend mit ihr in die Vergangenheit der Familie zu reisen, sondern auch zu verfolgen, wie Adele sich langsam aus den noch immer im Raum stehenden Ansprüchen ihrer verstorbenen Mutter an ihre Person löst. Adele ist das einzige der drei Geschwister das kein Studium beendet hat. Sie ist von Kindheit an risikoscheu und häufig fließen Tränen aus kleinstem Anlass. Erst als immer mehr Details aus der Jugend ihrer Mutter bekannt werden, kann sie deren Handlungsweise im Umgang mit ihr verstehen und darauf aufbauend ergründen, was sie selbst als Persönlichkeit ausmacht. Adele ist ein Sympathieträger. Ihre Schwester Venetia hat häufig eine andere Meinung als sie und so ergeben sich ständig Reibereien.

    Erschien mir Venetia schon nicht liebenswert, so empfand ich im Roman vor allem den Vater von Elizabeth als echten Unsympathen, obwohl als Entschuldigung für sein Verhalten sicher auch die Konventionen seiner Zeit zu sehen sind. Nikola Scott hat ausführlich zum Thema Frauen in Schwierigkeiten in den 1950er Jahren recherchiert. Anhand einer Begebenheit in meiner eigenen Familiengeschichte kann ich bestätigen, dass ihr eine überaus realistische Darstellung der Ereignisse gelungen ist. Sowohl Adele wie auch Elizabeth schildern die Geschichte in der Ich-Form, wobei die Autorin Tagebucheinträge von Elizabeth als Rückblick in die Vergangenheit nutzt. Auf diese Weise gelingt es ihr sehr gut, die Gefühle und Gedanken beider Personen in ihrer jeweiligen Zeit einzufangen.

    „Zeit der Schwalben“ ist eine berührende Familiengeschichte, die ein Beispiel aufzeigt für die Folgen der gesellschaftspolitischen Stellung der Frau in der Familie von vor fünfzig Jahren. Die Suche nach der Wahrheit hält eine gewisse Spannungskurve bis zum Schluss. Mich hat der Roman fasziniert und daher vergebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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    ConnyKathsBookss avatar
    ConnyKathsBooksvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Bewegendes Familiendrama vor interessantem historischen Hintergrund.
    Bewegendes Familiendrama

    England, Sommer 1958: Weil ihre Mutter schwer erkrankt ist, wird die 16jährige Elizabeth Holloway nach Sussex zu Bekannten geschickt, um auf deren Anwesen Hartland ein paar unbeschwerte Tage zu erleben. Zwischen Ausflügen ans Meer, grünen Hügeln mit fliegenden Schwalben und Partys beginnt ein goldener Sommer und eine glückliche Zeit für das junge Mädchen, das langsam aus ihrem Schneckenhaus herauskommt und sich Hals über Kopf verliebt. Eine Liebe mit dramatischen Folgen.

    London, im Jahr 2000: Noch immer trauert die Familie der 40jährigen Adele (Addie) Harington um ihre geliebte Mutter Elizabeth, die vor einem Jahr bei einem Unfall ums Leben kam. Da erhält Addie plötzlich einen mysteriösen Anruf und kurz darauf steht eine Fremde vor der Tür, die behauptet, ihre Zwillingsschwester Phoebe zu sein. Wie ist das möglich?

    "Zeit der Schwalben" stammt aus der Feder von Nikola Scott. In ihrem gelungenen Debüt erzählt die deutsche Autorin ein bewegendes Familiendrama und entführt uns dabei in die 1950er Jahre; in eine Zeit, wo enge Moralvorstellungen herrschten und Frauen wieder an Heim und Herd verbannt wurden.

    Addie und ihre plötzlich aufgetauchte Zwillingsschwester Phoebe begeben sich hier auf eine spannende Spurensuche und unternehmen eine emotionale Reise in die Vergangenheit. Alles dreht sich um den 14. Februar 1960 - ein Tag, der das Leben von gleich drei Frauen für immer verändert. Was ist damals wirklich passiert?

    An den Schreibstil musste ich mich allerdings erst gewöhnen und der Einstieg war etwas schwer. Doch später las sich die Geschichte immer angenehmer und die Seiten flogen nur so dahin.

    Das Ganze spielt auf zwei Zeitebenen, die geschickt miteinander verbunden sind. Durch die Tagebucheinträge von Elizabeth ab 1958 erfahren wir nach und nach mehr und dramatische Familiengeheimnisse werden offenbart.

    Addie und Elizabeth fungieren dabei als Ich -Erzählerinnen. Beide fand ich auf Anhieb sympathisch und habe mit ihnen mitgefühlt, gerade auch was den Verlust der Mutter anbelangt. Ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie schwer das ist.

    Elizabeths Schicksal hat mich dabei besonders berührt. Gefangen in ihrem streng-konservativen Elternhaus konnte ich ihre Sehnsucht nach ein wenig Glück und Liebe gut nachvollziehen - doch die Konsequenzen sind hart und tragisch. Wie sie in ihrer verzweifelten Situation behandelt wird, ist erschütternd und aus heutiger Sicht unvorstellbar. Da flossen sogar ein paar Tränen. Zum Glück sind diese Zeiten für Frauen und Mütter längst vorbei.

    In der Gegenwart wirbelt derweil Phoebe das Leben von Konditorin Addie mächtig durcheinander, was mich ab und zu schmunzeln ließ. Denn die ungestüme und forsche Pilotin ist das genaue Gegenteil ihrer zurückhaltenden und zögerlichen Schwester, die im Schatten ihrer beiden anderen Geschwister steht und zu ihrer Mutter Elizabeth nur ein starres Verhältnis hatte. Aber warum? Und dann ist da auch noch Addies bester Freund und Koch Andrew, der mit ihr zusammen das langerträumte Restaurant eröffnen will. Entscheidungen sind zu treffen, bald erscheint alles in neuem Licht und sowohl Addie als auch Phoebe finden ihren ganz eigenen Weg zum persönlichen Glück. Ein netter Epilog sowie informative Nachbemerkungen der Autorin runden die Geschichte schließlich gelungen ab.

    Insgesamt kann ich daher "Zeit der Schwalben" empfehlen. Berührende Schicksale und dramatische Familiengeheimnisse vor interessantem historischen Hintergrund - ein wunderbarer Roman, der mir nach ein paar Anfangsschwierigkeiten viele unterhaltsame Lesestunden schenkte. Das Cover finde ich übrigens auch sehr gelungen. Knappe 5 Sterne von mir.

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    Cora19s avatar
    Cora19vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr lehrreich und interessant
    Brisantes Tabuthema in den 50er Jahren

    Um den nahenden Tod ihrer Mutter nicht miterleben zu müssen, wird die 16-jährige Elizabeth Holloway Ende der 50er Jahre von ihrem Vater zu einer befreundeten Familie ans Meer gebracht. Dort verbringt sie einen unbeschwerten Sommer und verliebt sich zum ersten Mal.

    Vierzig Jahre später erfährt Adele Harington am einjährigen Todestag ihrer Mutter, dass sie eine Schwester hat. Die Suche nach der Wahrheit beginnt….

    Der Plot wird aus Sicht von Adele in der Ich-Form erzählt. Einzelne Kapitel werden durch die Tagebucheinträge der jungen Elizabeth ergänzt. Durch diese Einträge bekommt der Leser vermittelt, was sich tatsächlich Ende der 50er Jahre ereignete und was es mit der Schwester von Adele auf sich hat. Das Buch startet schnell mit dem Todestag der Mutter und lässt Spannung aufkommen. Die beiden Schwestern machen sich zusammen auf den Weg der Wahrheitsfindung. Wenn man die Länge in der Mitte überwunden hat, wird man ab Seite 380 für das Durchhalten belohnt und erfährt endlich die rücksichtslose Wahrheit.

    Elizabeth ist ein junges naives Mädchen, das eine sehr enge Bindung zu ihrer Mutter hat. Der Vater ist ein gefühlskalter Mann, der mit seiner Tochter nicht so recht etwas anzufangen weiß. Die schwere Krankheit der Mutter belastet sie sehr und man kann gut nachvollziehen, wie sie den Sommer am Meer genießt. Nach dem Tod ihrer Mutter fällt Elizabeth in ein tiefes Loch, welches der Vater nicht zu füllen vermag. Dass Elizabeth sich nach Liebe und Geborgenheit sehnt, ist nur allzu verständlich. Leider wird ihr das zum Verhängnis.

    Adele lebt sehr zurückgezogen und ist kein Freund von Veränderungen. Gerne verdrängt sie so manche Sache. Nachdem ihre Schwester vor der Tür steht, muss sie sich jedoch mit ihr auseinandersetzen. Im Laufe der Zeit öffnet sie sich ihr gegenüber und durchlebt im Ganzen einen Reifeprozess.

    Fazit: Meiner Meinung nach hätte das Buch kürzer gefasst werden können, damit der Spannungsbogen aufrecht erhalten bleibt. Dieses war mein erstes Buch aus den 50er Jahren und ich bin schockiert, wie in dieser Zeit mit dem Thema umgegangen wurde. Von daher war es sehr lehrreich und ich kann es Lesern, die Bücher, die in zwei Zeiten spielen, bevorzugen, weiterempfehlen. Ich danke Was liest du und dem Verlag für die Zurverfügungstellung des Rezensionsexemplars. 

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    Naburas avatar
    Naburavor einem Jahr
    Was hat Elizabeth ihrer Tochter vierzig Jahre lang verschwiegen?

    Adele lebt in London, arbeitet dort als Bäckerin und ist zufrieden mit ihrem Job, obwohl ihr von ihrer Mutter Elizabeth immer signalisiert wurde, dass sie wie ihre höchst erfolgreichen Geschwister mehr aus ihrem Leben machen soll. Doch nun liegt Elizabeths Unfalltod genau ein Jahr zurück. Als sich die Familie zu diesem Anlass im Elternhaus versammelt, schleicht sich Adele ins Arbeitszimmer ihrer Mutter, als das Telefon klingelt und sie einen verwirrenden Anruf annimmt: Ein Mann spricht von Nachforschungen und nennt den vierzehnten Februar – ihren Geburtstag. Kurz darauf steht eine Frau vor der Tür, die behauptet, herausgefunden zu haben, dass Elizabeth auch ihre Mutter sei. Was steckt dahinter? Adele folgt den Spuren in die Vergangenheit ihrer Mutter, bis hin zu einem Sommer, der alles verändert hat.

    Ich lese sehr gern Familiengeschichten mit einem lange gehüteten Geheimnis, weshalb dieses Debüt meine Neugier geweckt hat. Die ersten Seiten machen schnell Lust, tiefer in die Vergangenheit einzutauchen: Sie berichten von einem Haus, das schon viel gesehen hat und auch die Erinnerung an die erste Liebe eines Mädchens im Jahr 1958 bewahren wird. Bevor der Leser darüber mehr erfährt, springt die Geschichte gut vierzig Jahre in die Zukunft, wo sich für Adele die Ereignisse mit einem Anruf und einer angeblichen Schwester vor der Tür überschlagen.

    Ich konnte gut nachvollziehen, dass Adele und ihre hochschwangere Schwester Venetia abwehrend reagieren und der Frau auf ihrer Türschwelle nicht so recht glauben wollen. Doch warum sollte diese sich so etwas ausdenken? Es scheint ihr nicht ums Geld zu gehen, und sie ist tatsächlich im Besitz von Notizen Elizabeths. Nach dem ersten Schock beginnt Adele, sich damit auseinanderzusetzen, was das für ihre Familie bedeutet. Natürlich will sie auch mehr darüber erfahren, was ihre Mutter ihr verschwiegen hat. Doch die Personen, die Informationen haben könnten, wollen oder können ihr diese aus nachvollziehbaren Gründen nicht preisgeben. Das wirkte auf mich etwas konstruiert, führt aber zu einer interessanten Spurensuche, auf die Adele sich gemeinsam mit ihrer angeblichen Schwester Phoebe begibt.

    Adele und Phoebe sind vom Charakter her völlig unterschiedlich. Adele ist eher zurückhaltend und bedacht, sie wägt Optionen sorgfältig ab und scheut sich eher davor, etwas Neues zu beginnen. Phoebe ist hingegen ein Energiebündel, als Pilotin ist sie überall in der Welt unterwegs und will Dinge am liebsten gestern erledigt haben. Oft prescht sie aber auch zu schnell vor und verunsichert dadurch ihr Gegenüber. Die beiden können also noch einiges voneinander lernen und es war schön, sie bei ihrer gemeinsamen Suche zu begleiten.

    Die Nachforschungen im Jahr 2000 werden immer wieder von Rückblicken unterbrochen, in denen Elizabeth in Form ihres Tagebuchs zu Wort kommt und hauptsächlich über die Jahre 1958 bis 1960 berichtet. Man begleitet sie auf ihrem Weg nach Hartheim, wo sie den Sommer verbringen soll, weil ihre Mutter im Sterben liegt. Dort verbringt sie unbeschwerte Wochen. Doch irgendwann kommt alles ganz anders als gedacht. Die Rückblicke fügen sich gelungen in die Handlung ein und erlauben es dem Leser, tief in Elizabeths Gedanken und Gefühle einzutauchen. Neue entscheidende Informationen erhält man dabei gleichzeitig mit Adele und Phoebe, sodass der Handlungsstrang im Jahr 2000 interessant blieb und einige überraschende und auch bedrückende Momente bereit hält, während die Wahrheit stückweise ans Licht kommt. Die Seiten flogen nur so dahin in dieser rundum gelungenen Geschichte, die am Ende alle wichtigen Fragen beantwortet.

    „Zeit der Schwalben“ erzählt von Adele, die ein Jahr nach dem Tod ihrer Mutter damit konfrontiert wird, dass diese ihr vierzig Jahre lang etwas Entscheidendes verschwiegen hat. Die beiden Zeitebenen, auf der die Geschichte erzählt wird, sind gelungen miteinander verwoben und ich konnte mich sehr gut in die interessanten Charaktere hineinversetzen, die ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Das Buch thematisiert ein ernstes Thema der englischen Geschichte und stimmt nachdenklich, verliert gleichzeitig aber nie eine gewisse Leichtigkeit. Ich gebe eine ganz große Leseempfehlung an jeden, der gerne in Familiengeschichten mit Geheimnissen eintaucht!

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    Amber144s avatar
    Amber144vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr berührend
    Sehr berührend

    Bei dem Buch fällt einem zuerst das wunderschöne und stimmige Cover auf. Der Titel und der Name der Autorin sind extra geprägt und hervor gehoben.

    Der Schreibstil hat mir sofort gefallen und fesselt den Leser an das Buch.
    Die Kapitel haben eine sehr gute Länge und lassen sich so schnell und gut lesen.

    Allerdings hatte ich meine Probleme mit dem Buch am Anfang. Woran es lag, weiß ich nicht, aber nach einigen Seiten, lief es dann auch jeden Fall besser und ich habe das Buch kaum noch aus der Hand legen können.

    Es gibt in dem Buch zwei Handlungsstränge, die nebeneinander immer wieder wechseln. Was das Buch auf jeden Fall spannend und interessant machen. Auch die immer wieder vorhandenen Wendungen, die die Autorin eingebaut hat, machen das Buch zu einer Überraschung.

    Die Figuren sind wunderbar beschrieben von der Autorin und man hat als Leser regelrecht mitgefiebert und auch stellenweise getrauert.

    Das Ende hat mir besonders gut gefallen und es wurden alle offenen Fragen geklärt.

    Verdiente 4 Sterne.

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    Suse33s avatar
    Suse33vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Buch, bei dem einem das Herz aufgeht.
    Emotionen pur


    Wie schwer doch der Einstieg in dieses Buch war... zu Beginn dachte ich stellenweise, 'Was habe ich da überhaupt gerade gelesen?'  Doch ich habe mich weitergekämpft und schlussendlich hat es sich mehr als gelohnt. Ein wirklich bezauberndes, sehr emotionales Buch. Das Cover hat mir sehr gefallen. Die kühlen Farben einerseits, die traurige Zeiten erahnen lassen und andererseits die unbeschwert wirkende Frau (Ich vermute Lizzie zu ihrer Zeit auf Hartland). Der Schreibstil war angemessen und die beiden Erzählstränge habe die Spannung erhalten. Die Kapitellänge fand ich gut gewählt. Erschütternd fand ich die Thematik, wie mit den Frauen umgegangen wurde und was sie durchmachen mussten. Besonders Lizzie, die sich stets dem Willen ihres Vaters fügen musste. Zum Glück hat sie sich schlussendlich dagegen wehren können, auch wenn  sie es ohne Unterstützung durch Graham und dessen Tante wahrscheinlich nicht geschafft hätte. Den Verlust ihrer Mutter fand ich besonders emotional. Das Gefühl sich nicht rechtzeitig verabschieden zu können, habe ich auch stets. Meine Mutter leidet genau unter derselben Krankheit und gerade diese Passagen machten mich besonders traurig. Ich bin heilfroh, dass Adele und Andrew zueinander gefunden haben, dass Phoebe jetzt eine zweite Familie hat und das unter Venetias dicker Schale, wohl doch ein Herz existiert. Danke Nicola Scott für diese tolle Erfahrung.

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    Nadine_Teubers avatar
    Nadine_Teubervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Emotionaler Familienroman mit traurigem Happy End
    Emotionaler Familienroman mit traurigem Happy End

    Es gibt Menschen, die wachsen wohlbehütet im Kreise ihrer Liebsten auf, um sich herum Vater, Mutter, Geschwister und nichts, was sie jemals infrage gestellt hätten.

    So geschehen Adele, der Protagonistin des Romans. Bis sie eines Tages einen Anruf bekommt, den sie nicht einordnen kann und am selben Tag eine Frau namens Phoebe auftaucht, die behauptet, zur Familie zu gehören. Nachdem die bereits verstorbene Mutter von Adele nicht mehr in der Lage ist, die aufkommenden Fragen zu beantworten, machen sich Adele und Phoebe gemeinsam auf die Suche nach den Antworten.

    Die eigentliche, in einem angenehmen Stil geschriebene Geschichte spielt in der heutigen Zeit mit Sicht von Adele, während die Tagebucheinträge ihrer Mutter Liz aus der Zeit vor ca. vierzig Jahren ihre ganz eigene Geschichte erzählen und so nach und nach die Hintergründe der Familie aufdecken.

    Das Buch ist so einfühlsam geschrieben, dass ich zu jeder Zeit das Gefühl hatte, mich mitten in der Geschichte zu befinden. Ich freute mich mit Liz, ich litt mit ihr, und auch Adeles und Phoebes Beweggründe konnte ich zu jedem Zeitpunkt gut nachvollziehen. Es gibt mehrere Wendungen, die ich so nicht hätte vorhersehen können, die mir gut gefielen, wenn ich auch völliges Unverständnis dafür aufbringen kann, wie sich Männer in der damaligen Zeit verhalten konnten (das ein oder andere Exemplar – gut dargestellt auch noch einmal im Nachwort der Autorin).

    Letzten Endes führte die Geschichte, die einem viel über eine Zeit verriet, in der es nicht einfach war, eine Frau zu sein, zu einem traurigen happy End und löste bei mir Kopfschütteln aus, vor allem darüber, dass diese Geschichte sich genauso hätte abgespielt haben können.

    Von mir kommt hier eine klare Leseempfehlung. Ich denke, dass der Roman eher Frauen anspricht, die gerne emotionale Geschichten lesen und gerne mit den Protagonisten mitfiebern.

    Vielen Dank für das vom Wunderlich-Verlag zur Verfügung gestellte Lese-Exemplar!

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    SarahVs avatar
    SarahVvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine spannende und berührende Familiengeschichte
    Eine spannende und berührende Familiengeschichte

    Klappentext:

    Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die 16-jährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt...
    London, 40 Jahre später. Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von "neuen Spuren" und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein...

    Mein Eindruck:

    Wie der Klappentext verspricht, birgt das Erstlingswerk von Nikola Scott eine spannende und dramatische Familiengeschichte. In "Zeit der Schwalben" schickt uns die Autorin gemeinsam mit der Protagonistin auf die Suche nach der geheimnisvollen Vergangenheit ihrer Mutter. Die Erzählung erfolgt auf zwei Zeitebenen: Neben Addies Recherchen befördern Tagebucheinträge der Mutter die Einzelheiten rund um die tragischen und herzzerreißenden Familiengeschehnisse nach und nach ans Licht. So entsteht von der ersten bis zur letzten Seite eine fesselnde Lektüre. Darüber hinaus bewegt die Hintergrund-Thematik des Romans: "Zeit der Schwalben" zeichnet das Bild einer Zeit, in der vorehelicher Sex nicht toleriert und voreheliche Kinder ein Dorn im Auge der Gesellschaft waren. Auf einfühlsame Weise widmet sich die Autorin dieser Schattenseite der 50er Jahre und schildert beispielhaft das Schicksal einer Frau, die die Folgen ihres in den Augen der damaligen Gesellschaft abweichenden Verhaltens schonungslos zu spüren bekommt. Schließlich überzeugt die Autorin mit ihrem angenehm leichten und berührenden Schreibstil, soass der Roman eine klare Leseempfehlung verdient.

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