Nikolai W. Gogol Tote Seelen

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Inhaltsangabe zu „Tote Seelen“ von Nikolai W. Gogol

Die virtuos erzählte Geschichte eines abenteuerlichen Coups: Pawel Iwanowitsch Tschitschikow fährt über Land und tätigt unglaubliche Geschäfte... Auf seiner Fahrt durch Russland macht er verschiedenen Gutsbesitzern seine Aufwartung und versucht, sie zu überreden, ihm eine Liste derjenigen Leibeigenen zu überlassen, die seit der letzten fiskalischen Erhebung gestorben sind. Zum großen Erstaunen der Beteiligten hat er dafür Verwendung! Was er allerdings damit vorhat, erfährt auch der Leser erst allmählich. Aus diesem wunderlichen Sujet erwächst eine surrealistische Bildergalerie von grotesken Charakteren und unvergesslichen Sonderlingen. Die "Toten Seelen", eines der originellsten Bücher der russischen Literatur und fest verankert im Kanon der Weltliteratur, fasziniert als burleskes Sittengemälde Rußlands. Der virtuose Stil, der phantasievolle, überbordende Erzählfluß und der kühne Aufbau des Werks machen die Lektüre des Romans zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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  • Ein Mann muss es zu etwas bringen

    Tote Seelen
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    01. December 2016 um 12:26

    Tschitschikow ist ein Reisender. Ein Mann auf der Suche nach Menschen, die ihm tote Seelen verkaufen. Ein Anliegen, das ihn jedes Mal in die Bredouille bringt. Jeder ist schockiert, irritiert und will schließlich seinen Vorteil daraus ziehen. Ein Roman, bei dem die Inhaltsangabe so schwer ist wie die Beurteilung. Gogol bietet ein einzigartiges Panorama der russischen Gesellschaft in all ihren Facetten. Der Fokus liegt natürlich auf den negativen und skurrilen Zügen. Klatschsucht, Faulheit, Gewinnstreben um jeden Preis (solange es mit so wenig Arbeit wie möglich verbunden ist) und allen Tiefen des menschlichen, persönlichen Abgrunds. Gogol lässt kaum ein gutes Haar an seinen Charakteren und seinen Landsleuten, wobei es ihm darum geht, seinem Volk zu zeigen, woran es arbeiten soll – denn auch ausländische Marotten taugen in seinen Augen nichts. Als Leser eine Identifikationsfigur zu finden, ist unmöglich. Jede ist verdreht und belastet. Gogol arbeitet komplex. Sprechende Namen, versteckte Hinweise und irreführend leichte Erzählweise sind nur durch umfassende Anmerkungen und ein Nachwort zu entschlüsseln. Er hat die russische Entsprechung der genialen Gesellschaftskritik eines Dickens oder Thackerey geschrieben, allerdings mit der schweren, düsteren, russischen Hand, die dem Leser manchmal widerstrebt. Der leichte Witz eines Dickens ist hier nicht zu finden und wäre für ein russisches Werk auch unangemessen. Der erste Teil des Buches ist der einzig vollständig überlieferte. Man merkt ihm aber auch die sorgfältige, ja, penible, Ausarbeitung des Autors an. In abgezirkelten Kreisen, fast schablonenhaft, spielt sich hier der immer gleiche Handel ab. Das wird für den Leser manchmal etwas mühselig, zumal an keiner Stelle zu erkennen ist, worauf es hinauslaufen soll. Der zweite Teil liegt nur als Fragment vor, ist aber gefälliger zu lesen. Statt strenger Schablone fließt der Erzählfluss frei und beantwortet nicht zuletzt auch einige Fragen. Das Werk ist ganz sicher nicht einfach geschrieben. Spannung ist nicht im üblichen Sinne zu finden, doch wer sich auf das Buch einlässt und sich nicht vom schweren russischen Stil abschrecken lässt, findet ein brillantes russisches Gesellschaftspanorama. Das Buch ist die Mühe wert, durchhalten lohnt sich und unbedingt sollte es kommentiert gelesen werden, denn Gogol arbeitet mit sehr vielen Anspielungen und Wortspielereien, die man als Laie nicht ohne weiteres entschlüsseln kann. Schade, dass Gogol den Großteil des Manuskripts vernichtet hat. Der zweite Teil verspricht viel. Eine Art Schluss liegt ebenfalls vor, aber wer sich mit diesem Buch auseinandersetzt, muss die Ungewissheit eines Fragments in Kauf nehmen. Die dtv-Ausgabe von 2013 mit den Kommentaren von Vera Bischitzky hat dieses Werk in einer ausgezeichneten Aufbereitung vorgelegt. Übersetzungsfehler älterer Ausgaben, Übersetzungsvarianten und –unsicherheiten werden in einem umfangreichen Anhang ausformuliert und können von Interessierten nachgelesen werden. Wer sich ohne Kommentar an den Text wagen will, kann dies, ohne von Fußnoten unterbrochen zu werden. Ein ausführliches Nachwort ordnet das Werk noch einmal ein und beantwortet Fragen zur Textgeschichte. Die Ausgabe kann ich wärmstens empfehlen! Inhaltlich muss man bereit sein, sich darauf einzulassen. Streckenweise liest es sich zäh und steif, doch jeder, der bis zum zweiten Teil durchhält, wird belohnt. 3 ½ Sterne, da es irgendwie witzig zu lesen, vielseitig, tiefgründig und informativ ist, doch die langatmigen, zähen Passagen, gerade des ersten Teils, ließen mich nur schwer mit der Handlung warm werden. Ein Werk bei dem die Beurteilung schwer ist. Da bleibt nur: selber lesen und eine eigene Meinung bilden. Trotz aller Kritikpunkte wartet das Buch mit einigen Überraschungen auf und ist eine lohnende Lektüre.

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  • Rezension zu "Die toten Seelen" von Nikolai W. Gogol

    Tote Seelen
    SagMal

    SagMal

    Eine etwas abgedrehte Geschichte, die aber sehr spannend ist, auch wenn sie nicht beendet wurde.

    Interessant sind auch die regelmäßig wiederkehrenden Einschübe des Autors, die Geschehenes reflektieren.

    • 2
  • Rezension zu "Die toten Seelen" von Nikolai W. Gogol

    Tote Seelen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    03. January 2013 um 14:52

    Inhalt: Pawel Iwanowitsch Tschitschikow stammt aus armen Verhältnissen. Durch viel Fleiß und gute Umgangsformen steigt er jedoch in seinem Berufsleben auf, er wird Abteilungsleiter und Kommissionsmitglied beim Oberfinanzamt. Doch er verfällt dem Luxus - Seine Korruption wird aufgedeckt und er verliert alles, was er besitzt. Doch er weiß sich auch aus dieser Lage zu retten. So beginnt er durch die Provinz zu reisen und kauft den Gutsbesitzern verstorbene Leibeigene ab - In der Steuerbürokratie gelten diese noch als Lebende. Sie und ihre Besitztümer beginnt Tschitschikow gegen Kredite zu verpfänden. Meinung: Ich hatte, als ich das Buch begann, eine düstere Geschichte erwartet. Wieso genau weiß ich selbst nicht, es mag vor allem am Titel und dem dazugehörigen Thema gehört haben. Umso überraschter war ich, sobald ich die ersten Seiten gelesen hatte, denn stattdessen fand ich eine durchaus humoristisch bzw. sarkastisch angehauchte Erzählweise. Gogols Schreibstil ist äußerst interessant gewählt. Immer wieder wendet er sich selbst als Autor an die Leser, bindet sie mit ein, spricht sie an. Ich würde sagen, sein Stil ist dem Volk getreu gewählt, aber doch gehoben und schön zu lesen. Dass das Buch, schon allein auf Grund des Stils, seinen Platz in der Weltliteratur gefunden hat, wundert mich nicht. Es sollte einen als Leser aber absolut nicht abschrecken, denn wider Erwartungen lässt sich das Buch sehr einfach, schnell und flüssig lesen - Etwas, das ich zugegebener Maßen selbst nicht erwartet hatte. Das einzige, was vor allem am Anfang diesen Fluss hemmt, sind die russischen Namen, die einen als Leser doch herausfordern. Je öfter ich Werke von russischen Autoren aus dem 19. Jahrhundert lese, desto mehr bekomme ich das Gefühl, dass sie ein besonderes Merkmal auszeichnet: es wird viel erzählt, ohne dass etwas passiert. Was Tolstoi in seinen Werken auf über tausenden von Seiten perfektioniert hat, greift auch Gogol auf. Der Vorteil dieser Erzählweise liegt klar auf der Hand: Man erfährt bei beiden Autoren unglaublich fiel über die Kultur und Gesellschaft der damaligen Zeit in Russland, die Gogol durchaus auch kritisch betrachtet. Der Nachteil ist, dass es mit der Zeit jedoch anstrengend und ermüdend werden kann. Gogol ist etwas großzügiger seinem Leser gegenüber als Tolstoi und lässt sich daher nur auf etwas über 500 Seiten darüber aus. Ich persönlich muss zugeben, vor allem in der Mitte des Buches einen Durchhänger gehabt zu haben, wo ich dachte, das Buch nimmt einfach kein Ende. Anfang und Schluss der Geschichte jedoch haben mich vollkommen in den Bann gezogen. Wer sich für die russische Literatur interessiert, wird das Buch, falls er es noch nicht kennt, lieben. Aber ich denke, man muss für diese Art der Literatur wirklich ein gewisses Vorinteresse mitbringen, ansonsten verzweifelt man, trotz einfachem Lesefluss, auf den ersten Seiten. Fazit: Über die Ethik der Erzählung des Buches kann man diskutieren. Fest steht jedoch, dass es sich um ein großartiges Werk aus dem Russland des 19. Jahrhunderts handelt, das man in der Weltliteratur nicht missen möchte.

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  • Rezension zu "Die toten Seelen" von Nikolai W. Gogol

    Tote Seelen
    luckyup

    luckyup

    27. February 2011 um 21:44

    Eine tolle Geschichte die ein Stück Leben aus dem Russland um 1850 zeigt. Die Geschichte lässt viel Raum für eigene Gedanken zwischen Lachen und Lachen, welches im Halse stecken bleibt. Der erste Teil der Erzählung ist passend und durchgedacht. Leider besteht der zweite Teil nur noch aus Fragmenten und lässt Fragen offen, oder spornt die eigene Phantasie an. Die farbige Darstellung der Figuren ist aufschlussreich und die Zeichung der Charaktere, über die Bestechlichkeit, die Korruption und die Selbstverleugnung ist bei jeder Person wieder schön ausgearbeitet.

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  • Frage zu "Stolz und Vorurteil" von Jane Austen

    Stolz und Vorurteil
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Welches ist euer Lieblingsklassiker?
    Meiner ist Stolz und Vorurteil.

    • 15
  • Rezension zu "Die toten Seelen" von Nikolai W. Gogol

    Tote Seelen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. January 2011 um 13:23

    "Die toten Seelen" hat mich in zweierlei Hinsicht sehr überrascht: Der Titel ließ mich einen schweren, moralischen russischen Schinken erwarten in der Art der russischen Literatur, die ich sonst so kenne, aber ich lasse mich doch allzu leicht von Titeln zu Vorurteilen verleiten, was ich hier sehr eindrücklich erkennen musste, denn das Buch stellte sich als gewitzte, geistreiche Schelmen-Geschichte und herrlich subtil bissige Gesellschaftssatire heraus. Die zweite Überraschung stellte die Unterhaltsamkeit und das dabei doch sehr kluge Spiel mit Stereotypen (ein ganzes wunderbares Panorama russischer Typen gibt es da) und die damit verbundene, eben schon erwähnte herrlich subtile Bissigkeit dar. Der Roman war tatsächlich ein großer Spaß, der sich verspielt auf die Schurkerei seines “Helden” einließ, diese aber durch eine leichte Übertreibung immer noch als solche auswies. Einziger Kritikpunkt, aber einzig der Fragmenthaftigkeit des Textes, dem einige Stellen und der ganze dritte Teil fehlt, geschuldet, ist, dass die Geschichte lange zu nichts zu führen scheint, in ihren Episoden rein im Kreis hüpft. Das Ende, der Wendepunkt, die Katharsis werden nur angedeutet. Als Panorama menschlicher Schlechtigkeit ist der Roman ja wirklich toll, aber es fehlt der letzte Kristallisationspunkt, eine Moral von der Geschicht. Da Gogol den dritten Teil selbst zerstört zu haben scheint, kann man diesen Vorwurf allerdings auch durchaus anbringen – selbst schuld.

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  • Rezension zu "Die toten Seelen" von Nikolai W. Gogol

    Tote Seelen
    StevenOmen

    StevenOmen

    01. September 2010 um 13:15

    Ich habe die Gutenberg-Ausgabe auf einen Ebookreader gelesen. Ein Herr Tschitschikow kommt eines Tages in eine russische Stadt und schlägt den Gutsbesitzern einen seltsamen Handel vor: Er will Ihnen die Verstorbenen abkaufen, ihre toten Seelen sozusagen. Im Laufe der Verhandlungen wird nicht der unmoralische Handel entlarvt, sondern die Gierigkeit der Gutsbesitzer. Eine gelungene Parabel der nachnapoleanische Zeit Russlands. Gibt einen guten Eindruck der der damaligen Verhältnisse wieder. Gerne gelesen.

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