Nikolas Moret Switch

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Inhaltsangabe zu „Switch“ von Nikolas Moret

Mitten in einem Tennismatch überfällt einen jungen Mann, der sich „der Arcano“ nennt, die Gewissheit, krank zu sein, nicht mehr weitermachen zu können wie bisher. Und bald weiß er: Er leidet an einer bipolaren Störung. In einem Prozess der Selbstvergewisserung begibt er sich an den Ort seiner Kindheit und Jugend, sucht Freunde, Verwandte und Menschen auf, die ihm helfen, saust nach oben und unten im alltäglichen Kampf mit den Mühen des Tages und den Furien der Nacht. Zwischen Größenwahn und Suizidphantasien switcht sich der junge Kosmopolit, der alles schon gesehen hat, von einer Welt in die andere, vom Himmel zur Hölle und zurück.

Switch ist das Zeugnis eines Lebens im Rausch der Geschwindigkeit, ein Ritt durch die Gedanken- und Bilderwelt eines jungen Mannes, sind: die Memoiren eines Sohnes aus gutem Hause.

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  • Rezension zu "Switch" von Nikolas Moret

    Switch

    textworker

    06. December 2010 um 12:53

    Neustart mit Hindernissen „Switch“ von Nikolas Moret verlangt vom Leser Ausdauer, Neugierde und Durchhaltevermögen. Denn die Krankengeschichte des Ich-Erzählers „Arcano“ (spanisch: der Geheime) ist nicht gerade das, was man von einem Roman erwartet. Der Leser wird Zeuge der letzten Monate des Gesundwerdens des Ich-Erzählers. Und zwar aus nächster Nähe. Allein davon könnte man als Hypochonder schon krank werden. Die Krankheit selbst – eine „bipolare Störung“ (auch bekannt als „manisch-depressive Erkrankung“) steht dabei gar nicht im Mittelpunkt. „Vorher ist viel passiert“ sagt der Ich-Erzähler gleich im ersten Satz und beginnt mit seiner Schreibtherapie in 620 nummerierten Mitteilungen, die sich über sechs Monate erstrecken, Höhen und Tiefen enthalten. Die Gesamtheit dieser „Abschnitte“ sollen nach Aussage des Ich-Erzählers helfen, „Ordnung“ ins „Chaos“ zu bringen. Der Bericht der „Psychodiagnostik“ erklärt einiges vom Verlauf der Krankheit. Es ist ein ständiges Hin und Her. Eine Zerrissenheit mit extremen Stimmungsschwankungen, vom Hochgefühl bis zur dunklen Seite, die auch der Buchtitel treffend zum Ausdruck bringt, denn der Autor springt in seinen Mitteilungen, in den kurzen Daseins-Häppchen, so dass es für den Leser recht ermüdend wirkt, ihm zu folgen. Wohin? Nach Argentinien. Nach Buenos Aires. Nach London. Nikolas Moret ist Argentinier mit deutschen Wurzeln. Schon nach den ersten Seiten stellt sich für den Leser eine besondere Beziehung zum Ich-Erzähler ein. Alles klingt sehr authentisch in diesen Aufzeichnungen als Ausloten des Seelenlebens, die zwar eine fiktive Geschichte erzählen, doch genauso gut als Tatsachenbericht bestehen könnte. Von „innerer Unruhe“ getrieben, folgt der Leser den Tag-für-Tag-Aufzeichnungen, die akribisch notiert worden sind. So geht es vor allem um Ängste, Reflexionen, Ablenkungen und Ausschweifungen, um Beziehungen zur Familie (mit dem Tod der Großmutter), um Freunde, die Liebe zur Tochter und deren Mutter in London und um den Verlauf der Therapiesitzungen mit der Therapeutin „Mamerta“. Angereichert ist das Ganze mit spontanen Einfällen aus der Gedankenwelt des Ich-Erzählers. Das Spektrum reicht hier von Erinnerungen und Erwartungen über die Erfahrungen aus dem häufig praktizierten Drogenkonsum, dem Aufzählen von Lebensmitteln und Medikamenten bis hin zu den Zitaten aus Büchern, Musiktiteln, den Inhalten von Telefonaten und Treffen mit Freunden. Dabei taucht ständig die Floskel „Ich weiß nicht“ auf. Dieses Gefühl der Unsicherheit stellt sich auch beim Lesen recht schnell ein. „Die Dinge wiederholen sich“, gesteht der Erzähler ein. Und an anderer Stelle: „Ich weiß nicht, ob das langweilig ist oder nicht“. Die Mitteilungen in den drei Kapiteln heißen „Oben“, „Unten“ und „Euthymie“. Sie umfassen 440 Seiten Text. Den Mitteilungen zu folgen ist für den Leser nicht immer ein Vergnügen. Die Selbstbespiegelung aus dem Gesundungs- und Entwicklungsprozess wirkt sehr nüchtern, es fehlt an Spannung und an einem roten Faden, dem man gern folgen würde. Vieles wirkt banal. Manchmal langweilt es doch arg. „Ich weiß nicht“, fragt sich auch der Leser häufig. Warum dieses Buch? Muss ich das alles wissen? Besonders in den ersten beiden Kapiteln wirken die Betrachtungen mit wiederholten Abläufen schon recht quälend. Das liegt vor allem an der eintönigen Sprache, am ich-bezogenen Berichtstil, an den Buchhalter-Formulierungen, an den alltäglichen Begriffen und unbekannten Ausdrücken, die sich zu oft wiederholen, glücklicherweise kursiv gesetzt sind, aber auch an den vielen Namen von Personen, die man nicht zuordnen kann, so dass sich beim Lesen ein Gefühl der Leere und Belanglosigkeit einstellt. Doch dann kommt das dritte Kapitel „Euthymie = Seelenruhe“. Mit der ausgeglichenen Stimmung des Protagonisten verbessert sich der Lesefluss schlagartig. Das mühsame Durchkämpfen ist vorbei, die Trostlosigkeit und Zerrissenheit des Textes ebenfalls. Nicht nur der Ich-Erzähler lebt auf, wenn er sich „seine Geschichte vom Hals“ redet und dieses Buch als „Selbsttherapie“ betrachtet. Hier kommt so etwas wie eine zusammenhängende Erzählweise zustande, die Entwicklung des Protagonisten wird erkennbarer. Auch das Interesse an seiner Person wird belebt. Und sofort entsteht Nähe, es kommt ein echtes Mitgefühl auf. Man beginnt zu begreifen, zu welchen Veränderungen so eine Krankheit führen kann. Der Arcano hat zwar einen Neuanfang vor sich, in London, mit seiner Tochter, mit seiner Liebe, mit allen Hoffnungen und mit der Angst vorm Scheitern, doch alles scheint unter besten Voraussetzungen zu laufen. Man traut ihm den Neustart zu, wenn er sagt: „Ich will von vorn anfangen, aber anders, besser“.

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