Nikolaus Breuel Schlossplatz, Berlin

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Inhaltsangabe zu „Schlossplatz, Berlin“ von Nikolaus Breuel

Ein Bundestagsabgeordneter strandet bei einer Reise auf einer Hallig mitten in der Nordsee. Fern der Hauptstadt sehen sein Leben und die Politik ganz anders aus. In Berlin soll eine riesige Badelandschaft gebaut werden, seitwärts des Schlossplatzes, von internationalem Rang. Die Eröffnung ist schon geplant, doch der Bau wird nicht fertig, zwar gibt es viele Rohre, doch keiner weiß, wohin sie führen. Die Weltlage, Gesetze und riesige Projekte, für alles ist der Abgeordnete zuständig. Er glaubt an Wahrheit und Richtigkeit, will Dinge bewegen. Doch irgendwas läuft schief im Aufsichtsrat, im Parlament, in der Politik. Ein erstaunlicher Roman über das Leben eines Abgeordneten, der zum Nachdenken darüber anregt, wie Politik besser gelingen könnte. Und ein großes Lesevergnügen.

"Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?"

— kvel

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  • "Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?"

    Schlossplatz, Berlin

    kvel

    01. May 2015 um 19:57

    "Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wer, wenn nicht wir?" (Bucheingangszitat) Inhalt: Ein Roman über den Politikbetrieb ab der Entstehung einer grandiosen Idee eines Mega-Projektes. Auszug aus dem Kapitel "Wie die Badelandschaft in Rödels Kopf entstanden ist": "Selbstverständlich hält das Leben und erst recht eine ganztägige oder sogar mehrtägige Kreisbereisung dem Wahnsinn unzählige Chancen bereit. Rödel könnte auch am gleichen Tag, aber erst später verrückt geworden sein; Rödel wurde am Abend seiner Kreisbereisung verrückt, Rödel wurde am Stammtisch verrückt, Rödel wurde verrückt als er sich reden hörte, als er sich das immer gleiche Zeug reden hörte, als er den Obstbrand lobte, den er nicht mochte, mit dem Obstbrand anstieß und den Obstbrand trank. Glas für Glas spürte Rödel das Anwachsen des Schmerzes im Kopf. Er saß da, und fühlte sich wie ein Schwamm, vollgesogen mit Straßenkilometern, örtlichen Bieren und Schnäpsen, dazu das immer gleich Ja und Aber, dazu die immer gleichen Einwände, die immer gleiche Lustlosigkeit, warum das alles nicht geht, warum sich nichts ändern soll, nicht bei uns, nicht hier, bei den anderen schon, bei uns nicht. Wir fahren in die Zukunft mit angezogener Handbremse. Während Rödel an dem Stammtisch saß, ist es ihm plötzlich egal gewesen, das ganze Parteiprogramm, die Politik, die Ordnung der Argumente, auf die er sonst achtet, die großen Ziele, die ihm sonst so wichtig sind, und alles andere auch. Ein Gedanke, ein Wort, Zugerufenes, da war sie, da ist die Badelandschaft aufgetaucht, da stand sie vor ihm in seinem Kopf. Rödel erfand sich eine Welt. In Rödel entstand ein prächtiges Bild. Ein Bild voller Freude, so heiter wie rein, so bunt wie unbeschwert. Rödel redete wie ehedem, er benahm sie wie zuvor. Rödel klopfte auf Schultern, er nickte den Leuten zu und erhob sein Glas. Sein Körper ergab sich und versank mit den anderen im Dunst der Alkoholseeligkeit des Abends. Rödels Gefühl jedoch begann zu schweben. Eine Badelandschaft musste her. Eine Badelandschaft seitwärts des Schlossplatzes, im Herzen Berlins, eine Badelandschaft von internationalem Rang. Eine Badelandschaft wie es noch keine gab, nicht in Deutschland und nirgendwo sonst. Vor Rödels Augen entstand ein Bild, das in der Tat vergeblich seinesgleichen suchte. Rödel sah eine prächtige Schwimmhalle, ein von achtundvierzig Säulen getragenes Gebäude, bekrönt mit einem Dach aus gelbem Glas, das sich per Knopfdruck öffnen ließ, darin ein Becken mit blau-weiß gemustertem Boden, in dem das Wasser still und erwartungsvoll funkelte. ... Während Rödel am Abend seiner Kreisbereisung am Stammtisch saß und freundlich Leuten zunickte, die er nicht kannte und nie kennen würde, stand er im Geiste zwischen den Säulen des von ihm zu schaffenden Schwimmbades. Rödel trank und träumte sich seiner Zeit voraus." (S. 26 und 27) Meine Meinung: Sprachlich grandios - anspruchsvoll; jedoch zuweilen etwas holprig zu lesen. Fazit: Dieser Roman kleidet den "Politikerwahnsinn", mit dem ihm eigenen Denken im "großen Maßstab", in Worte.

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