Nikos Panajotopoulos Die Erfindung des Zweifels

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Inhaltsangabe zu „Die Erfindung des Zweifels“ von Nikos Panajotopoulos

Ein genetischer Test verändert die literarische Welt: Mit ihm lässt sich nachweisen, ob jemand Talent zum Schreiben hat - oder nicht. Für den Schriftsteller James Wright eine Katastrophe. Erst der Prostituierten Patty gelingt es, ihn wieder zu inspirieren. Aber Wright ist bereits todkrank. In seinem letzten Werk enthüllt er das Geheimnis des Gen-Tests. Posthum wird er zum Star. Aber enthalten seine Aufzeichnungen wirklich die Wahrheit?

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    Die Erfindung des Zweifels

    urbandesire

    16. March 2014 um 16:29

    Romane, in denen Themen, Fragestellungen und Probleme gegenwärtiger Biomedizin oder Biotechnologie verhandelt werden, haben meist die unangenehme Seite, dass sich hinsichtlich der Auswirkungen der Technologie oft auf die gleichen, allgemein recht bekannten Stereotypen verlassen wird. Panajotopoulos Roman geht da einen anderen Weg und verliert auf diesem nie eine gewissen ironische und poetische Selbstreflexion. Wir lesen in Der Erfindung des Zweifels – eingewickelt in verschiedene Erzählebenen – die Geschichte des Schriftstellers Wright im 21. Jahrhundert, der, mitsamt des gesamten Kunstmarkts, konfrontiert wird, dass das sogenannte Künstler-Gen entdeckt wurde. Damit wird es möglich, die Begabung und Befähigung zum künstlerischen Schaffen direkt auf genetische Ebene zu erfassen und zu bestimmen. Die gesellschaftlichen Auswirkungen sind gewaltig. Die gesellschaftlichen, kommerziellen und menschlichen Folgen dieser Entdeckung werden im Folgenden anhand von Wright wundervoll herausgearbeitet und in eine komplexes und auch psychologisch recht dichtes Portrait gegossen. Mir gefiel am Roman, dass er zwar zur Reihe der Gentechnikliteratur gezählt werden kann, aber mal nicht „im Labor“ spielt. So ist es möglich, die Konsequenzen, die die Verfügbarkeit von dezidiertem genetischen Wissen hervorrufen kann, auf einen sowohl anschaulicherem als auch lebensweltlich plausibleren Level beobachten zu können.  Die Sprache Panajotopoulos, die stets gewürzt ist mit ein wenig Ironie seiner Protagonisten gefiel mir gut. Eine ansprechende Lektüre, die durchaus zum Nachdenken einlädt. Sehr zu empfehlen. 

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