Nils Greve

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Lebenslauf

Nils Greve (Hg.) ist Diplom-Psychologe und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ist Vorsitzender des Dachverbands Gemeindepsychiatrie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nils Greve

Cover des Buches Umgang mit Psychopharmaka (ISBN: 9783867393751)

Umgang mit Psychopharmaka

(3)
Erschienen am 05.03.2026

Neue Rezensionen zu Nils Greve

Cover des Buches Umgang mit Psychopharmaka (ISBN: 9783867393751)
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Rezension zu "Umgang mit Psychopharmaka" von Nils Greve

sabatayn76
'Behandlung mit Medikamenten nur eine Möglichkeit'

‚Es gibt sehr unterschiedliche Behandlungsmethoden in der Psychiatrie, von denen die Behandlung mit Medikamenten nur eine Möglichkeit ist. In den letzten Jahren wurde die Bedeutung von ganzheitlichen Behandlungsplänen erkannt und immer häufiger umgesetzt. Ein wichtiger Baustein ist die Psychotherapie, ein weiterer der Einbezug der Familie und des persönlichen Umfeldes. Auch Sport, Ernährung und natürlich die Klärung von aktuellen Problemen wie Belastungen am Arbeitsplatz oder Beziehungsproblemen gehören zur Behandlung.‘ (Seite 15)

In ‚Umgang mit Psychopharmaka‘ stellen die Autor:innen initial vor, wie man einen selbstbewussten Umgang mit Ärzten und Medikamenten erreichen kann. Hier wird auf den Arzt-Patient-Kontakt eingegangen, es werden praktische Tipps zur Handhabung von Medikamenten gegeben und nicht-medikamentöse Hilfen aufgelistet.

Danach setzen sich die Autor:innen mit unterschiedlichen Psychopharmaka-Gruppen auseinander: Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Tranquilizer und Hypnotika, Antipsychotika, Medikamente zur Entgiftung und Abstinenzerhaltung, Medikamente gegen Aufmerksamkeitsstörungen.

Schließlich geben die Autor:innen Informationen für schwangere und stillende Mütter, für Psychopharmaka im Alter und zu Arzneimittelstudien und zur Schwierigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Ganz am Ende finden sich ein Glossar sowie nützliche Adressen und Literatur.

Ich habe vor vielen Jahren bereits eine frühere Ausgabe des Buches gelesen und in der Zwischenzeit eine Verhaltenstherapie-Ausbildung gemacht, viel klinische Erfahrung gesammelt, meine ambulante Tätigkeit beendet und viele Jahre im Bereich der Psychosenpsychotherapie gearbeitet, sodass ich sehr viel dazugelernt habe. Die Lektüre dieser Neuausgabe fand ich unter diesen Voraussetzungen extrem spannend, zumal ich Jan Dreher von seinem Kanal PsychCast kenne und ich seine Einstellung zu medikamentöser Behandlung sehr erfrischend und wichtig finde.

Dieses Buch ist sehr wertschätzend geschrieben, ist informativ, hilfreich, überredet nicht zu Medikamenten, macht aber gleichzeitig auch keine Angst.

Es ist so knapp gehalten, dass man schnell Informationen findet, und gleichzeitig finde ich es so ausführlich, dass man die wichtigsten Details über Medikamente erfahren kann.

Ich habe mir hier sehr viele Abschnitte angestrichen, die ich gerne Psychoseerfahrenen vorlesen möchte. Diese Ausführungen treffen genau ins Schwarze, machen Mut, sind aber auch nicht verharmlosend oder fordern zu riskantem Verhalten auf, sondern sprechen auf ganz komplexe Weise sowohl Risiken als auch Vorteile von Psychopharmaka, aber auch Risiken und Vorteile eines Verzichts auf Psychopharmaka an. Dies ermöglicht Betroffenen und auch Angehörigen eine sehr fundierte Meinungsbildung und ist meiner Meinung nach ein extrem wichtiges Buch.

Cover des Buches Umgang mit Psychopharmaka (ISBN: 9783867391696)
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Rezension zu "Umgang mit Psychopharmaka" von Nils Greve

sabatayn76
'lieb gewordene Denk- und Verordnungsgewohnheiten'

‚Unserem Umgang mit Medikamenten liegen zum Teil lieb gewordene Denk- und Verordnungsgewohnheiten zugrunde, die nicht immer einwandfrei durch wissenschaftliche Studien untermauert sind. Stattdessen erreicht uns eine Fülle werbender Informationen, die uns die überlegene Wirksamkeit oder Nebenwirkungsarmut neuer Substanzen oder zusätzliche Indikationen lange bekannter Medikamente darlegen sollen.' (Seite 13)

Nils Greve, Margret Osterfeld und Barbara Diekmann haben ‚Umgang mit Psychopharmaka‘ geschrieben, weil Betroffene, Angehörige und teilweise auch Professionelle oft nicht ausreichend über verordnete Medikamente informiert sind.

In ihrem Buch fokussieren die Autoren auf vier Gruppen der Psychopharmaka: Antidepressiva, Phasenprophylaktika, Neuroleptika sowie Tranquilizer und Hypnotika. Sie erwähnen jedoch auch Medikamente zur Entgiftung und Entwöhnung bei Sucht und Medikamente gegen Aufmerksamkeitsdefizitstörungen, bieten Informationen für Schwangere und Stillende, über Psychopharmaka im Alter sowie zu Arzneimittelstudien.

Greve, Osterfeld und Diekmann haben für ihr Buch viel Wissen über Psychopharmaka zusammengetragen und auf sehr verständliche und übersichtliche Weise aufbereitet. Zusätzlich zu den Informationen über Psychopharmaka geben sie den Lesern hilfreiche Tipps für den Umgang mit Ärzten und Medikamentenverordnungen sowie für ein konkretes Gespräch mit dem behandelnden Arzt und motivieren dazu, nachzufragen, Dinge zu hinterfragen und nicht einfach alles hinzunehmen.

Die Ausführungen zu den einzelnen Gruppen von Psychopharmaka, von Wirkungen und Nebenwirkungen, von einzelnen Präparaten etc. sind allesamt leicht verständlich, so dass Laien den Schilderungen sehr gut folgen können. Als sehr nützlich empfand ich dabei auch die Querverweise zu anderen Kapiteln, so dass man schnell diejenige Information findet, die man gerade sucht, sowie die Verwendung von Fachbegriffen, die in einem Glossar erklärt werden und die wichtig sind, damit man für ein Arztgespräch gewappnet ist.

Ich empfehle das Buch vor allem für Betroffene und Angehörige, denn hier wird genau die Art von Wissen gebündelt und transportiert, die man braucht, um sich durch den Psychopharmakadschungel kämpfen und Eigeninitiative bezüglich der eigenen (Psychopharmaka-) Behandlung entwickeln zu können. Doch auch professionelle Helfer können von der Lektüre von ‚Umgang mit Psychopharma‘ profitieren, da hier viel Wissen aufgefrischt wird, aber auch Aspekte angesprochen werden, die einem bisher vielleicht noch nicht geläufig waren.

‚Das abrupte Absetzen von Neuroleptika, das sehr häufig neue Krankheitsepisoden auslöst, ist [...] häufig auch durch mangelhafte Information und Aufklärung der Patienten bedingt, wird ihnen aber als mangelndes Vertrauen in die ärztliche Kunst vorgeworfen. [...] Wir haben den Eindruck, dass immer mehr Psychopharmaka in wissenschaftlich nicht zu begründenden Kombinationen verordnet werden, während das psychiatrische Gespräch mit Patienten, um einen gemeinsam gangbaren Weg zu finden, eher seltener wird.‘ (Seite 17)

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