Nils Heinrich Wir hatten nix, nur Umlaute

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Inhaltsangabe zu „Wir hatten nix, nur Umlaute“ von Nils Heinrich

Von Ostalgie hält er nicht viel. Nils Heinrich war 18, als die Mauer fiel, und erzählt hier mit intelligentem, galligem Wortwitz von den Alltags-Erlebnissen eines pubertierenden Provinzjugendlichen in der DDR - zwischen Junger Gemeinde und staatlicher Wehrerziehung, evangelischem Posaunenchor und FDJ-Jugendtanz. Mit spitzer Zunge erzählt er aber auch, was nach der Wende aus seiner Ostheimat geworden ist und wie er heute zum Westen steht.

Das ist einfach ein Buch aus der Sicht von jemand, der dort zu der Zeit aufwuchs. Genau das gefiel mir

— Buchraettin
Buchraettin

War das Ende doch nicht ein bisschen ostalgisch? Dieses Buch hat mr sehr gut gefallen!

— aba
aba

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  • 'Monoaufnahmen und Schwarzweißfotos, das war die DDR.'

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    sabatayn76

    sabatayn76

    19. May 2013 um 18:06

    Inhalt: Nils Heinrich hat den Mauerfall hautnah miterlebt und erzählt in 'Wir hatten nix, nur Umlaute' von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, von den Ereignissen im November 1989 und den Veränderungen, die dem Mauerfall folgten. Mein Eindruck: Ich bin selbst in der DDR aufgewachsen, kann mich noch sehr gut an den Mauerfall und an meine Kindheit in der DDR erinnern und lese sehr gerne Erfahrungsberichte, die diese Zeiten wieder aufleben lassen. 'Wir hatten nix, nur Umlaute' hat mir einerseits gut gefallen, denn ich habe in meiner Kindheit und Jugend ähnliche Erfahrungen wie der Autor gemacht, konnte bisweilen über seine Geschichten lachen, habe mich oft an schöne und weniger schöne Erlebnisse erinnert gefühlt. Allerdings empfand ich Heinrichs Schilderungen zu oft als zu übellaunig, zu zynisch und zu maulig. Sprachlich stößt man immer wieder auf Kalauer, die zu bemüht lustig und auf mich eher albern wirkten. Ich bin ein sehr ironischer Mensch, mag schwarzen Humor, aber Heinrichs Zynismus war mir oft zu viel und sorgte eher dafür, dass mir der Autor unsympathisch war. Mein Resümee: Eine ganz nette Lektüre, aber kein Buch, das mich wirklich begeistern konnte.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    cole88

    cole88

    Der Autor beschreibt in dem Buch wie es war in der damaligen DDR aufzuwachsen. Nils Heinrich zeigt einem die lustigen Seiten, Macken und Erinnerungen und Begebenheiten die man schon fast vergessen hatte. Ich habe zwar aktiv die DDR nicht mitbekommen, aber meine Eltern und Großeltern sind durch diese Zeit stark geprägt gewesen. Ich finde das Buch ist nichts für "Ossis" und nichts für "Wessis" sondern für Deutsche, die die Spitzfindigkeiten in einem Buch lieben und einen scharfsinnigen Witz. Trotzdem muss ich sagen, dass mir an dem Buch etwas gefehlt hat. Meiner Meinung sag ist einiges zu einseitig beschrieben und manche für mich DDR-typische Sachen habe ich vermisst. Nichtsdestotrotz "Wir hatten nix, nur Umlaute" ist genau das Richtige für Zwischendurch und heitert einen auf.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    mecedora

    mecedora

    „Herzlichen Glückwunsch. Sie halten ein Buch in den Händen. Ein Buch über die DDR, das Ende der DDR und über das Ende der DDR hinaus. Es ist weder eine DDR-Opfer-Biographie noch ein DDR-Ostalgie-Schmöker. Ich war einer von Millionen.“ (S. 9) Nils Heinrich beschreibt mit „Wir hatten nix, nur Umlaute“ seine „Kreisstadtjugend mit Systemwechsel“ – so lautet auch der Untertitel seines Werks. Und das tut er weder romantisierend, noch (n)ostalgisch, weder schwarz- noch durchweg klischeehaft graumalend, weder jubelnd, noch voller Abscheu, sondern vor allem auf eine Art: mit viel Humor. In kurzen Kapiteln beschreibt er auf gut 250 Seiten das ganz normale Leben eines Jugendlichen im Osten – langweilig, durchschnittlich und gänzlich unbesonders, aber immer mit einem Zwinkern in den Augen. Schulalltag, Ostseekur, Harzurlaub, Bierphilosophien, Kampferziehung und „Sport frei!“, Eierschecke, Fernsehabende im Kreise der Familie – Normalität. Normalität in der DDR, aber auch die Lebensnormalität und -realität während der Wendezeit und danach. Nils Heinrich erzählt flüssig und eloquent, mit viel (Wort-)Witz und Leichtigkeit. Seine kurzen Episoden würden sich genauso gut für ein Bühnen- oder Radioprogramm eignen wie für die kurzweilige Lektüre, die „Wir hatten nix, nur Umlaute“ bietet. Denn kurzweilig war die Lektüre. So einige Male hat mich dieses Buch zum Grinsen gebracht. Trotzdem lässt mich dieses Büchlein mit seinen kleinen Episoden und Beschreibungen der Normalität nicht gänzlich zufrieden zurück. Ich hatte mir ein wenig mehr erwartet – ein wenig tiefere Einblicke sowohl in die Lebensrealität des DDR-Durchschnittsbürgers wie auch in das System dieses Staates und die Umbrüche, die die Wende mit sich brachte. Aber auch ein wenig tiefere Einblicke in das Leben des Autors, schreibt er doch ein sehr persönliches Buch, das er mit „Meine Kreisstadtjugend...“ untertitelt und gänzlich aus der Ich-Perspektive schreibt. An so einigen Stellen hätte ich mir trotz dieser persönlichen Prädisposition des Textes Tiefergehendes gewünscht, mehr Details, mehr Anekdoten, mehr Emotion, gerne auch ein wenig mehr Ironie, Sarkasmus, Polemik, Scharfzüngigkeit. So lässt mich als Leserin „Wir hatte nix, nur Umlaute“ zwar gut unterhalten zurück, aber mit nicht ganz erfüllten Erwartungen und Ansprüchen. Sehr lange wird dieses Buch mir nicht im Gedächtnis bleiben, wegen der kurzweiligen Lektüre und des gelungenen Stils vergebe ich dennoch vier Sterne.

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  • Leserunde zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    NilsHeinrich

    NilsHeinrich

    Liebe Leser, seit 2. Januar gibt’s endlich mein schönes Buch „Wir hatten nix, nur Umlaute. Meine Kreisstadtjugend mit Systemwechsel.“ Wie man unschwer errät, geht es in dem Buch um meine Jugend in der DDR. Es geht allerdings nicht um Oppositionsarbeit, Fluchtversuche und politische Gefangenschaft. Ebenso spielt sich die allseits bekannte Mangelversorgung und Dauerüberwachung eher im Hintergrund des Buches ab und wird, wenn überhaupt, nur in Halbsätzen kurz mal angesprochen. Ich war einer von Millionen, die ein ganz normales Leben gelebt haben. Folgerichtig geht es in dem kleinen flotten, sehr lesenswerten Werk auch um Zwangsurlaub im Harz, Erotische Fernsehsendungen im Fernsehen der DDR, eine Ausbildung zum Konditor in einer Kakerlakenverseuchten Konditorei und noch viel mehr. Um meine ganz persönliche Jugend auf der anderen Seite des eisernen Vorhangs halt, eine Jugend zwischen staatlicher Zwangsumarmung, christlicher Posaunenchormusik und alkohollastigen Freizeitvergnügungen innerhalb des sozialistischen Habitats zwischen Rostock und Oberwiesenthal. Und weil bekanntlich nach 1989 alles ganz anders wurde, geht es im geschichtsträchtigen, zum schmökern einladenden Lach- und Sachbuch auch um Wendezeit, Nachwendezeit, die heutige Situation und die niederschmetternden Zukunftsaussichten der Stadt, aus der ich komme. Die schon lange nicht mehr die Stadt ist, als die ich sie kannte, als ich sie vor mehr als 20 Jahren verließ. Frage: Ist es nötig, 22 Jahre danach ein Buch mit Themenschwerpunkt DDR, Wiedervereinigung und Wende auf den Markt zu werfen? Wurde denn nicht alles schon geschrieben? Antwort: Ja, absolut. Und: Nein, auf diese Art und Weise wurde es noch nicht geschrieben.   Leseprobe gefällig? Hier: http://www.rowohlt.de/fm/131/Heinrich_Wir_hatten_nix_nur_Umlaute.pdf   Wer also das Buch gerne lesen möchte, beteilige sich doch frohgemut an der Verlosung von Plätzen auf der Rezensentenliste. Der rowohlt-Verlag ist so großzügig, 20 Exemplare des Buches zu stiften. Bewerbungsschluss ist Donnerstag, 10. Januar, 18 Uhr. Wohlan und viel Glück. Ich freu mich über rege Beteiligung! Natürlich können auch alle Käufer des Buches Teil der lustigen Rezensionsrunde sein.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    Starbucks

    Starbucks

    07. March 2013 um 22:32

    Keine Ostalgie Nils Heinrich weiß, wovon er in ‚Wir hatten nix, nur Umlaute‘ schreibt, denn er hat die Jugend in der DDR und die Wende selbst erlebt. Mich hat das Buch besonders interessiert, da ich selbst eine ‚Zonenrandgebietsjugendliche‘ war und im fast im gleichen Alter wie der Autor ganz, ganz nah die Wende aus westlicher Sicht mitbekommen habe. Das ist auch ein wichtiger Teil meines Lebens, aber natürlich aus einer völlig anderen Sichtweise. Umso interessanter war es für mich, von einem Autor zu hören, der selbst auf der anderen Seite war und dem Leser einen Einblick in die DDR-Provinz in ihren letzten Jahren zu geben, mit jährlichen Urlauben im Harz, FDJ und Pubertät. Nils Heinrich blickt zurück mit einem Schmunzeln; er beschreibt aber auch, was aus seinem Jugendland geworden ist. Nils Heinrichs Rückblick scheint ungeschönt und ohne Ostalgie, und das ist das wirklich Gute an diesem Buch. Dabei kritisiert er einerseits auch, was es nicht gab und nach was man sich sehnte, es wird aber auch klar, dass es sich hier sonst um ganz normale Jugendliche mit den gleichen Bedürfnissen wie im Westen handelt. Heinrich beschreibt auch, was sich im Osten seit der Wende getan hat, und da gibt auch viele Negatives zu berichten, z.B. den Rückgang der Einwohnerzahlen. Aber wie so viele andere auch. hat er ja auch seine Heimat Sangerhausen und auch die neuen Bundesländer verlassen. Schlimm, dass viele Ältere, die dort geblieben sind, dort nun keine Familienangehörigen mehr haben. Insgesamt ist Nils Heinrich ein abwechslungsreiches, kurzweiliges Buch gelungen, dass einfach sehr echt klingt. Für mich und in meinem Alter ist die DDR ein immer präsenter Teil meines Lebens. Genau wie meine Eltern gern immer weiter ‚Die Ostzone‘ gesagt haben, sage ich noch oft ‚DDR‘ zur Bezeichnung der Neuen Bundesländer. Tätsächlich wussten wir als Kinder und Jugendliche zwar einiges über die damalige DDR, was sich dann auch als wahr herausstellte, obwohl einem vieles sehr merkwürdig vorkam, aber richtig konkret war die DDR für uns nie wirklich. Nils Heinrich hat sie konkret gemacht.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    claudia_seidel

    claudia_seidel

    „Wir hatten nix, nur Umlaute“ von Nils Heinrich trägt den passenden Untertitel „Meine Kreisstadtjugend mit Systemwechsel“. Der Autor wuchs in der ehemaligen DDR in der Kleinstadt Sangerhausen im Bezirk Halle auf und war 18, als es zur Wiedervereinigung kam. Noch vor der Wende begann er eine Ausbildung zum Konditor, auf die er im Buch auch genauer eingeht. Mittlerweile ist er aber Kabarettist und so kam es auch, dass dieses Buch nur entstand, weil einer Mitarbeiterin des Rowohlt-Verlages eine Live-CD eines seiner Auftritte gefiel. *** In dem Buch geht es nicht um die große Politik, Widerstand oder Fluchtversuche, sondern einfach um den Alltag in einer Kleinstadt in der DDR. Nils Heinrichs Familie ist unpolitisch, aber nimmt die Gegebenheiten wie sie sind, da man damals eh keine andere Wahl hatte. Und so geht es jedes Jahr zum Urlaub ins Ferienheim des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes in den Harz, Nils wird mit Schuleintritt zum Jungpionier, schaut an Feiertagen abends gemeinsam mit seinen Eltern die seltenen Erotiksendungen im DDR-Fernsehen und fährt in Ferienlager. Er nimmt an der Jugendweihe teil, aber, weil seine Familie evangelisch ist, auch an der Konfirmation und gelegentlich an Treffen der Jungen Gemeinde. Von all dem erzählt er in humorvollen Anekdoten. Gleichzeitig wird aber auch sehr wohl deutlich, dass es Jugendlichen in der DDR an vielen Dingen mangelte, ob das nun vernünftige Musikaufnahmen, wohlschmeckendes Bier oder etwas abwechslungsreichere Urlaubsziele waren. Als Nils sich nach dem Schulabschluss für eine Berufsausbildung entscheiden muss, wählt er die Ausbildung zum Konditor, ohne wirklich zu wissen, warum genau. Sehr anschaulich beschreibt er, wie man in seinem Betrieb mit dem Mangel an bestimmten Produkten und den Hygienevorschriften umging. Die Wende bringt neben dem Begrüßungsgeld und ersten CD’ s dann auch das Ende seines Ausbildungsbetriebs, sodass er anschließend erste Erfahrungen mit der Arbeitswelt in den alten Bundesländern und den Menschen dort sammelt und sehr selbstironisch über diese Zeit schreibt. Es wird aber auch deutlich, dass Nils Heinrich auch die negativen Folgen für die Menschen in seiner Heimat wahrnimmt, wie fehlende Arbeitsplätze, den damit verbundenen Wegzug und das regelrechte Sterben bestimmter Landstriche. Besonders nachdenklich machte mich eine Stelle am Ende des Buches, als er beschreibt, dass es in Sangerhausen immer mehr anonyme Feuerbestattungen gibt, weil es niemanden mehr gibt, der sich um die Gräber kümmern könnte, da alle Angehörigen weggegangen sind, wie es auch bei ihm selbst der Fall ist. Auf keinen Fall ist dieses Buch aber zu ostalgisch und insgesamt überwiegen auf jeden Fall amüsante Passagen, die aber nie plump ausfallen. Auch der Schreibstil ist gut lesbar. So machte die Lektüre wirklich Spaß und es war interessant für mich, mehr über das alltägliche Leben in der ehemaligen DDR zu erfahren und die Wende und ihre Folgen aus dieser Perspektive mitzuerleben, während ich sie in einer Stadt im Westen, die auch nur zehn Kilometer von der ehemaligen Grenze entfernt ist, als Kind aus meiner Sicht mitbekam.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    Kartoffelschaf

    Kartoffelschaf

    02. March 2013 um 06:40

    So, nun endlich meine Rezension zu diesem überaus fantastischen Büchlein. Zum Inhalt: Von Ostalgie hält er nicht viel. Nils Heinrich war 18, als die Mauer fiel, und erzählt hier mit intelligentem, galligem Wortwitz von den Alltags-Erlebnissen eines pubertierenden Provinzjugendlichen in der DDR – zwischen Junger Gemeinde und staatlicher Wehrerziehung, evangelischem Posaunenchor und FDJ-Jugendtanz. Mit spitzer Zunge erzählt er aber auch, was nach der Wende aus seiner Ostheimat geworden ist und wie er heute zum Westen steht. Meine Meinung: Ich habe dieses Buch für eine Leserunde gewonnen und mich von Anfang an unglaublich darauf gefreut. Ich stamme selbst aus der ehemaligen DDR und bin stets interessiert daran zu hören oder eben zu lesen, wie andere diese Zeit empfanden. "Wie hatten ja nix, nur Umlaute" ist ein unglaublich tolles Buch, welches mich schon nach den ersten Seiten überzeugt hat. So werden mit viel Witz, Charme und einer großen Portion Ironie einige Seiten bzw. Themen der ehemaligen DDR beschrieben/ behandelt. Der Schreibstil ist klar und einfach, das Buch super strukturiert und die einzelnen Kapitel behandeln jeweils einen anderen Aspekt. Das Fernsehen, das Leben als Jungpionier, Ferienlager, Essgewohnheiten etc. Neben den permanenten Angriffen auf die Lachmuskeln ist dieses Werk trotzdem lehrreich und bringt jüngeren Generationen das Leben im "Osten" auf äußerst dynamische Art und Weise nah, während ältere Generationen schmunzelnd in Erinnerungen schwelgen. Ein meiner Meinung nach wirklich gelungenes Buch, welches auch die Schattenseiten auf humorvolle Art und Weise beleuchtet. Ich habe gelacht, teilweise bis mir die Tränen kamen, in Erinnerungen geschwelgt, Vergleiche und Parallelen gezogen und mich bis zum Ende hin bestens unterhalten gefühlt. Alles in Allem ein Buch, das ich vorbehaltlos empfehlen kann und das man definitiv immer wieder lesen könnte. 5 Sterne und mehr.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    dorli

    dorli

    12. February 2013 um 14:54

    Nils Heinrich erzählt in seinem Buch „Wir hatten nix, nur Umlaute“ von seinen Erlebnissen und Erfahrungen als Heranwachsender in einer Kleinstadt in der DDR und seinem Leben während und nach der Wende. Herrlich amüsant schildert er das tägliche Leben rund um Schule, Familienleben, Freizeit, Ausbildung und Berufsleben und greift dabei sowohl die Besonderheiten wie auch die langweilige Normalität des Alltags auf. Begeistert haben mich ganz besonders der Wortwitz und die Ausdrucksfähigkeit sowie die tollen Wortschöpfungen des Autors – das ist Unterhaltung pur! Doch der trockene Humor lenkt nicht gänzlich von dem manchmal ernsten Hintergrund ab, Nils Heinrichs Blick auf Ost und später auch auf West ist durchaus kritisch und lässt den Leser immer wieder nachdenklich werden. Ein wunderbares Buch - humorvoll, unterhaltend, gesellschaftskritisch.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    erdbeerliebe.

    erdbeerliebe.

    10. February 2013 um 14:18

    In "Wir hatten nix, nur Umlaute" passiert erstaunlich wenig - im Grunde genommen ist es nur eine Aneinanderreihung von Ereignissen, gewitzt und lebhaft erzählt von Nils Heinrich, dem Autor, ausgebildetem Konditor. Sein Bericht über das Leben in der DDR der 70er und 80er Jahre in einer kleinen Provinzstadt im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt machen das Lesen zu einem Vergnügen und beweisen, dass eigentlich gar nicht viel passieren muss, um ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Buch zu kreieren. Das er dabei öfter mal den Sozialismus auf die Schuppe nimmt und unangenehme Wahrheiten anspricht, erklärt sich irgendwie von selbst. Ein nettes Buch mit ein bisschen wenig rotem Faden - die einzelnen Kapitel lassen sich einfach so "weglesen" und verfolgen keinen großen, dramatischen Handlungsstrang - aber dafür äußerst unterhaltsam und lustig. Empfehlung an alle Ostalgenten und solche, die meinen, Vorurteile darüber zu haben.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    kolokele

    kolokele

    Nils Heinrich erzählt in "Wir hatten nix, nur Umlaute" von seinem Leben in der DDR, erst als Kind und Jugendlicher, dann zur Wendezeit als junger Erwachsener. So erfährt man wie nebenbei, wie es so lief im Staat und doch hat man den Eindruck, soviel anders kann es im Westen auch nicht gewesen sein, man ging ja auch nur zur Schule, machte erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht, eine Ausbildung und wurde schließlich erwachsen. Wahrscheinlich liegt der Teufel im Detail. Und hiervon erfährt man einige in Form kurzer Anekdoten. Wie man z.B. auf die Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes vorbereitet wurde (im Unterricht!), wie man Jahrzehnte auf ein Auto warten musste (Jahrzehnte!) und von wahrlich skurilen hygienischen Bedingungen in einer HO-Backstube. Vielleicht lassen sich manche Dinge, die früher Alltag waren, aus heutiger Sicht auch nur noch mit Humor ertragen. Und auch davon gibt es in dem Buch reichlich. Es schwingt der Satz "das gibts doch gar nicht" mit und gleichzeitig ruft man innerlich laut "doch! so wars!". Jetzt bin ich fast zu jung, um mitreden zu können, aber das Buch hat in mir einiges an Erinnerungen wachgerufen (Fahnenappell, Pioniergebote, Ostbrötchen und noch mehr) und das ganz ohne im großen Ostalgie-Topf zu rühren und eine zwanghaft neckische Aufzählung irrer Ostrealitäten aneinanderzureihen. Früher war nicht alles besser, nee, aber auch nicht alles schlechter, es war wie es war, man hatte ja auch keine Wahl. Danke, für dieses Buch.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    In dem Buch „Wir hatten nix, nur Umlaute“ von Nils Heinrich schildert dieser seine Jugend in der DDR-Kleinstadt Sangerhausen. Von Milchnudeln über Mono-Stereo-Geräte bis hin zu ersten Erfahrungen im kapitalistischen Ausland stellt der Autor auf humorvolle bis bissige Art und Weise die Zustände im typischen DDR-Alltag dar. Dabei stehen weder Fluchtgeschichten noch Bespitzelung im Vordergrund, sondern es wird vom Leben der meisten DDR-Bürger mit einem Augenzwinkern erzählt. Darüber hinaus erfährt der Leser auch was während und nach der Wende aus dem Autor und seiner Umwelt geworden ist. Als Wendekind habe ich mich sehr gefreut dieses kleine Büchlein in den Händen halten zu können und so die Chance zu bekommen nicht nur einen Einblick in den früheren Alltag der eigenen Familie zu erhalten, sondern auch entdecken zu können, dass sich vielleicht doch nicht alles nach der Wende geändert hat. Das Lesen des Buches gestaltet sich sehr amüsant und die Lesestunden vergehen wie im Flug. Grund dafür ist die humorvolle Schilderung der Erinnerungen und die Fähigkeit des Autors selbst ernste Sachverhalte mit einem Lächeln zu erzählen. Viele der Anekdoten sind dabei so unterhaltsam, dass man sich noch mehr von diesen oder noch eine ausführlichere Darstellung wünscht bevor man in den nächsten Abschnitt eintaucht. Selten wurden durchaus ernsthafte geschichtliche Hintergründe so unterhaltsam und leicht erzählt wie in diesem Büchlein von Nils Heinrich. Auch die neue Perspektive dieser Jahre macht die Erzählungen mehr als lesenswert. Wer also mal den anderen Teil der Geschichte erfahren will, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

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    aba

    aba

    04. February 2013 um 16:35
  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    "Wir hatten nix, nur Umlaute" ist der Titel des Buches von Nils Heinrich. Das kann man von dieser kleinen schriftstellerischen Kostbarkeit nicht sagen - ganz im Gegenteil - sie hat eine ganze Menge. Nils Heinrich, 1971 in Sangerhausen Kreis Halle geboren, erzählt über seine Kindheit und Jugend in diesem unspektakulären Örtchen, in dem er dann auch 10 Jahre lang die Schulbank drückte und bis zur Wende eine Lehre als Konditor begann. Er führte ein durchschnittliches Jugendlichen-Leben in einer Otto-Normalverbraucher-Familie, die ein "Weltstar aus Beton" , die Berliner Mauer, von den anderen, eigentlich ebenso normalen Familien im Westen trennte. Da ich ein absoluter "Wessi" bin und keinerlei Vergleiche eigener Erfahrungen zu seinen Schilderungen heranziehen kann, bin ich seinen intelligenten, humorvollen, mit Sarkasmus ausgestatteten Erinnerungen vorbehaltlos ausgeliefert. Ich habe keine Veranlassung, meine Gedanken dahingehend abschweifen zu lassen, dass ich mich frage, wie es damals bei mir eigentlich gewesen ist, sondern ich kann mich einfach mitnehmen lassen auf die Reise in eine kritisch und dennoch verständnisvoll betrachtete "Ossi" - Vergangenheit, in welcher das amusierte Lachen genau so zuhause ist wie die Wut über ein beschränktes System oder die Sehnsucht nach Unerfüllbarem. Kurzweilig und phantasievoll bringt Nils Heinrich dem Leser Anekdoten aus seinem Leben vor und nach dem Systemwechsel nahe und spart nicht mit recht deutlich ausgeschmückten Vergleichen, sodaß es nicht viel Mühe macht, sich ein Buch lang in Sangerhausen "zuhause" zu fühlen, selbst wenn über der Rosenstadt die Geruchsschwaden aus den Schloten der Abdeckerei dem Duft der Blumen das Dasein streitig machen. Der irrwitzige "Material-Mix" aus dem die Dinge des alltäglichen Lebens damals hergestellt wurden, seien es die Bestandteile der "Eierschecke" oder der Bausatz für den Trabi, ebenso wie die fragliche Verwandtschaft des "Dessauer, Hell" mit dem Gewässer der Mulde, erstaunen und amusieren den Leser in diesem Kabinettstückchen eines Buches. Mit einem Augenzwinkern, das den Ernst mancher Gedanken in dieser Zeitreise mildert, gewährt der Autor Einblicke in ein Leben, das uns - auf der anderen Seite - nie so bewußt geworden ist, bevor die Trennung des deutschen Volkes Vergangenheit wurde und die Geschichten und Erzählungen keine Grenze mehr überwinden mussten. Wunderbares Buch, dessen feinsinnige Art zu erzählen mehr auslöst, als man glaubt.

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    aba

    aba

    04. February 2013 um 16:34
  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    irismaria

    irismaria

    In „Wir hatten nix, nur Umlaute: Meine Kreisstadtjugend mit Systemwechsel“ erzählt der Autor Nils Heinrich von seiner Kindheit und Jugend in Sangerhausen, einer Kleinstadt in der DDR. Obwohl wir der gleiche Jahrgang sind, unterscheiden sich seine Jugenderinnerungen extrem von meinen eigenen. Das finde ich sehr interessant, denn das Buch "Die halbe Stadt, die es nicht mehr gibt" von Ulrike Sterblich, in der die Autorin ihre Kindheit in Westberlin beschreibt, war für mich wie eine Zeitreise in die eigene Vergangenheit. Nils Heinrich erzählt nüchtern aber auf hintergründige Weise humorvoll von Luftverschmutzung, staatlicher Wehrerziehung, und FDJ-Mitgliedschaft, Erotikfernsehen und evangelischer Jugend. Das Lebensgefühl eines Jungen damals, sein Bild vom Westen und Osten, seine überraschend unspektakulären Erlebnisse bei der Maueröffnung und vieles mehr kommen gut rüber. Im zweiten Teil des Buches steht die unfreiwillige Berufswahl und die Arbeit in einer Konditoreifabrik im Mittelpunkt, im dritten die Zeit der Arbeitssuche im Westen mit der Erfahrung, wie es ist, wenn man sein Leben plötzlich selbst gestalten muss, weil von außen keine Vorgaben mehr kommen. Nils Heinrich hat inzwischen den Beruf gewechselt, statt Konditor ist er Autor, Radiomoderator und Kabarettist, statt muffiger Eierschecke kreiert er nun witzige und intelligente Beobachtungen über die Welt. Für mich ist „Wir hatten nix, nur Umlaute“ eine sehr empfehlenswerte Zeitreise in eine mir doch sehr fremde Welt.

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  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    mabuerele

    mabuerele

    Geboren in Sangerhausen, DDR, während der Wende Lehre als Konditor, später erste Arbeitsstätten in Augsburg und Hannover – so sieht in Kurzfassung der Lebenslauf des Autors aus. In humorvollen Worten erzählt er von seinem Leben in der DDR, dem Grau des Alltags, den Problemen in der Schule und seinen Freizeitbeschäftigungen. Mit spitzer Zunge nimmt er die Unzulänglichkeiten aufs Korn. Das Buch hat einen hohen Wiedererkennungswert. Der Unterschied zwischen privaten und öffentlichen Leben wird gut herausgearbeitet. Es gibt allerdings auch Stellen im Buch, wo einen das Lachen vergeht – und das betrifft nicht nur die DDR. Den Niedergang der Industrie in Sangerhausen und die verbleibenden Billigarbeitsplätze machen betroffen. Kritisch geht er mit der Zeit der Wende um. Er hinterfragt Motive und zeigt auf, dass diejenigen, die sich zuerst in Gefahr begaben, auch diejenigen waren, die am schnellsten überflüssig waren. Seine Erfahrungen aus der Lebensmittelindustrie wertet er besonders intensiv aus. Hinter den ironischen Bemerkungen steckt ein tiefer Ernst. Der Autor versteht es, das Leben so zu beschreiben, wie es war. Die ironischen Überhöhungen und viele reizvolle Wortneuschöpfungen geben dem Buch ein besonderes Flair. Es ist kein politisches Buch und nimmt doch die Politik aufs Korn. Der Autor hütet sich vor Schwarz-Weiß-Malerei und zeigt dennoch die Schattenseiten beider Systeme, die er kennengelernt hat. Der Autor brachte mich häufig zum Lächeln, gleichzeitig zwingt er zum Nachdenken. Warum sollte man nur ernste Bücher über die DDR und die Wende schreiben? Der Autor hat mit seinem Buch bewiesen, dass auch ernste Themen mit einem Augenzwinkern und der nötigen Portion Humor, fast schwarzer Humor, gut aufgearbeitet werden können. Kurze Kapitel mit passender Überschrift fördern den Lesefluss. Das Cover passt.

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    aba

    aba

    04. February 2013 um 16:25
  • Rezension zu "Wir hatten nix, nur Umlaute" von Nils Heinrich

    Wir hatten nix, nur Umlaute
    aba

    aba

    04. February 2013 um 16:15

    Legendäre DDR Das Leben in der DDR war kein Zuckerschlecken. Und wer es nicht glaubt, sollte Nils Heinrichs "Wir hatten nix, nur Umlaute" lesen, denn in Sachen Zucker in der DDR kennt er sich aus: Herr Heinrich ist ausgebildeter Konditor, und seine Ausbildung hat er im Sozialismus absolviert. "Wir hatten nix, nur Umlaute" ist ein persönlicher Bericht über das Leben in der DDR der 70er und 80er Jahre in einer kleinen Provinzstadt im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt, und in der, so Nils Heinrich, das Interessanteste war, dass nichts passierte. Aber dafür, dass in der kleinen Stadt nichts passierte, ist Nils Heinrichs Buch ein sehr amüsanter und sogar interessanter Bericht geworden. Und das liegt daran, dass er es schafft, den Sozialismus auf die Schippe zu nehmen... aber auch sich selber. Dabei erzählt er ein paar unangenehme Wahrheiten. Ich bin ein absoluter Fan von Alltagsgeschichten, vor allem, wenn sie in mir unbekannten Ländern oder Regionen stattfinden. Die Tatsache, dass die DDR nicht mehr existiert, verleiht den Alltagsgeschichten von Nils Heinrich eine gewisse Aura vom Legendären. Und diese Aura weiß er auch zu nutzen! Beim Lesen seiner Kindheits- und Jugenderinnerungen, die keinesfalls "ostalgisch" geraten sind, spürt man förmlich, wie sein Leben in der sagenumwobenen DDR gewesen sein muss. Und es geht bei ihm nicht um verbotene politische Ansichten, die sein Leben gefährdet hätten, sondern es geht mehr um die unerträgliche Eintönigkeit des Daseins, um die Jagd nach Bananen und darum, dass die West-Pakete der reine Schwindel waren. Die "Zwischenzeiten" hat der Autor genutzt, um Abenteuer im Westen zu erleben, und dass der Westen nicht das versprochene Paradies war, musste er auch am eigenen Leib erfahren. Aber auch diesen Abschnitt seines Lebens präsentiert er uns mit so viel Humor, dass man sich gezwungen sieht zum Lachen -trotz der Tragik in manchen Situationen- und manchmal sogar richtig laut! Aber auch nachdenklich hat mich dieses Buch gemacht. Der Grund dafür war das letzte Kapitel, das mir doch ein kleines bisschen "ostalgisch" vorkam... "Wir hatten nix, nur Umlaute" ist die lustigste "Vergangenheitstrauma-Aufarbeitung", die ich jemals gelesen habe!

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