Nils Honne

 4,6 Sterne bei 31 Bewertungen
Autorenbild von Nils Honne (©Privat)

Lebenslauf

Nils Honne ist in Wien geboren und aufgewachsen. Als Werbetexter und Konzeptionist betreute er zahlreiche internationale Marken und entwickelte preisgekrönte Kampagnen. Seit 2009 arbeitet er als selbständiger Werbetexter und Autor in Berlin. Corporate Anarchy ist sein erster Roman.

Alle Bücher von Nils Honne

Cover des Buches Corporate Anarchy (ISBN: 9783863270384)

Corporate Anarchy

 (25)
Erschienen am 15.10.2016

Neue Rezensionen zu Nils Honne

Cover des Buches Corporate Anarchy (ISBN: 9783863270384)
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Rezension zu "Corporate Anarchy" von Nils Honne

Gelungenes Drama um Anarchie und Verblendung
Babschavor 4 Jahren

Marvin Ruf geht es nicht gut. Er ist Werbetexter in einer Berliner Agentur und fühlt sich gelinde gesagt unwohl. Nicht nur mit seinem Job, in dem er tagtäglich Werbelügen für unterschiedlichste Auftraggeber verfassen muss, sondern auch mit den großen Themen wie der Klimakatastrophe, der rücksichtslosen Ausbeutung unseres Planeten und seiner Menschen durch Konzerne und Manager und der rücksichtslosen Gier der Menschen. Panikattacken sind an der Tagesordnung. Da er über ein nur sehr eingeschränktes Selbstbewusstsein verfügt (den tollen Eltern sei Dank) beschränkt sich seine Gegenwehr zunächst auf das nächtliche Überkleben und Ändern von Plakaten seiner illustren Kundschaft. Eines Tages allerdings lässt er auf einem finalen Meeting mit einem Energiekonzern, Großkunde seiner Agentur, die Bombe hochgehen und düpiert diesen gnadenlos. Das kostet ihn den Job. Kurz danach gerät er auf einer Demo in ein lebensgefährliches Handgemenge mit der Polizei und wird von einem dubiosen Mann namens Lennard schwer verletzt gerettet.

Als er später aufwacht, befindet er sich auf einem alten verlassenen Stasigelände irgendwo in Brandenburg, auf dem eine Handvoll Männer und Frauen ökologisch mustergültig lebt, eine Rebellentruppe mit ähnlichen Gedankenmustern wie seinen. Polizeilich gesucht und der charismatischen Person des Lennard immer mehr verfallend, bindet er sich an diese Menschen an, bleibt bei ihnen und taucht mit der Zeit immer tiefer ein in deren unheimliche Welt, die ihr gefährliches Gesicht brutaler Gewalt gegen korrupte Managertypen erst nach und nach offenbart. Doch da ist es bereits zu spät für ihn.

Der Autor, selbst aus der Werbebranche, legt in seinem Debutroman ein handwerklich recht solide gestricktes Stück Literatur mit hoher Sprachkompetenz vor, das trotz einiger Holprigkeiten in Logik und Gedankenführung als Mischung aus Krimi, Ökothriller und Gesellschaftsdrama spannend gemacht ist und im Großen und Ganzen trotz der im letzten Drittel wahrlich bluttriefenden Entwicklung durchaus funktioniert und zu überzeugen weiß. Die Figur des immer selbstkritischen, aber schwachen und damit beeinflussbaren Marvin ist in ihrer Zerrissenheit zwischen Gut wollen und Böse handeln gut konstruiert und streckenweise wirklich beklemmend zu begleiten, zumal die ganze Geschichte nicht fiktional, sondern hautnah an der Realität gebaut ist. Und auch hier gilt mal wieder: No one gets out here alive. Bis zum bitteren Ende.

Cover des Buches Corporate Anarchy (ISBN: 9783863270384)
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Rezension zu "Corporate Anarchy" von Nils Honne

Ganz großes Kino!
bieberbrudavor 7 Jahren

Vom Durchschnittsbürger zum Terroristen - Corporate Anarchy erinnert an Palahniuk's "Fight Club" und kann dem Vergleich durchaus standhalten!

Inhalt:
Marvin ist Werbetexter und hat die Schnauze voll von der Konsumgesellschaft und den Lügen, die er und seine Kollegen verbreiten. Er beginnt seine eigene kleine Revolte, um der Korruption und den Lügen zu entkommen - das beginnt von kleinen, versteckten Botschaften in der Werbung und eskaliert in der sabotierten Präsentation eines wichtigen Großauftrages, die ihm letztendlich den Job kostet. Als er bei einer Demo zwischen die Fronten gerät, trifft er auf den charismatischen Lennart, der ihn unter seine Fittiche nimmt und in eine gefährliche Welt einführt. Gemeinsam mit einer handvoll Aktivisten beginnen sie einen gefährlichen Kreuzzug gegen die Mächtigen der Welt...

Meine Meinung:
Das Buch startet mit einem Ausblick in Marvins düstere Zukunft. Doch wie ist es zu dem tragischen Ereignis gekommen, dass ihm das Leben kosten könnte? Mit diesem cleveren Einstieg hat mich der Autor direkt gefesselt!
Man begleitet Marvin bei einem Streifzug durch einen Supermarkt, bei dem er Thunfischdosen mit entsprechenden Aufklebern versieht. Er will es den unbedarften Käufern schwer machen und sie zum Nachdenken anregen. Man merkt schnell, dass er in seiner Situation ohnmächtig fühlt und der Konsumgesellschaft und seiner Ungerechtigkeit entkommen möchte. Sein eigenes Zitat bringt es auf den Punkt:

"Wissen ist Macht. Aber zu viel Wissen macht machtlos."

Als er dann in der Werbeagentur ausgerechnet einen Ölkonzern zufriedenstellen soll, wird es ihm zu viel: Er sabotiert den Auftrag und wird fristlos gekündigt! Das Aufeinandertreffen von ihm und Lennart kam genau zur richtigen Zeit! Viel zu spät bemerkt Marvin, dass das skrupellose Vorgehen der "Kritischen Masse" auch nicht die Antwort auf das derzeitige Weltgeschehen sein kann...

Das Buch regt wirklich zum Nachdenken an! Praktisch jeder weiß, dass unser heutiger Lebensstil in der Konsumgesellschaft nicht okay ist und dass man schleunigst gegensteuern müsste. Und dennoch passiert es nicht...

"Die drei schlimmsten Lügen der Menschheitsgeschichte:
1) Es ist nur ein Job.
2) Das macht doch jeder.
3) So ist die Welt nunmal."


Kaum zu glauben, dass es sich hier um ein Romandebüt handelt! Interessanterweise ist der Autor übrigens selbst Werbetexter und Konzeptionist für Werbekampagnen - ich hoffe er schreibt weiter Bücher und schließt sich keiner Aktivistengruppe an.

Fazit

Ganz großes Kino! Corporate Anarchy ist eine Art "Fight Club 2.0" und ein ebenso spannender wie intelligenter Thriller, den man gelesen haben sollte. Ich spreche eine klare Leseempfehlung aus und vergebe 5 Sterne!

Cover des Buches Corporate Anarchy (ISBN: 9783863270384)
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Rezension zu "Corporate Anarchy" von Nils Honne

Vegeltung zur Rettung der Welt
StMoonlightvor 7 Jahren

Am Anfang des Buches dachte ich noch so etwas wie „Oh man, dass kann ja nicht gut werden.“, da mir schon alleine die benutzte Sprache nicht gefallen hat. Die Menschen, besonders der Hauptprotagonist, reden umgangssprachlich. So heißt es nicht „übergeben“, sondern „kotzen“. Es wird absolut kein Blatt vor den Mund genommen. Klar, es ist definitiv authentisch, jedoch auch ein wenig gewöhnungsbedürftig, rechnet der Leser ja eher nicht damit.

Der Einstieg ist etwas wirr und ich musste mich erst einmal zurechtfinden. Der Leser lernt hier einen Mann kennen, welcher ein wenig paranoid erscheint. Marvin hat genug von der Konsumgesellschaft, er sieht überall Lügen und Verrat. (Wer sich mit den Hintergründen seines Konsums beschäftigt wird ihm uneingeschränkt Recht geben!) Blöd nur das Marvin Werbetexter ist und damit ja einen Teil zu der „Lügenverbreitung“ beiträgt. Dann kommt der Tag an dem seine Werbeagentur den Auftrag bekommt für einen Ölfirma eine Kampagne zu starten. Es passiert ein Unglück das Vertuscht werden soll – und den Werbetexter dazu bringt aufzubegehren und nicht nur sein Leben zu verändern, sondern sich aktiv einzumischen. Es beginnt relativ harmlos, doch dann trifft Marvin auf einen Gleichgesinnten, der ihn zu einer Demonstration einlädt – und schon ist der junge Mann in einem Strudel gefangen, der ihn immer weiter hinabzieht, in eine Welt aus Macht, Lügen, Verrat, Qual und Leid.

Das Kredo der Gruppierung ist einfach: „Gleiches mit Gleiches vergelten“. Wer von den „Mächtigen“ etwas getan hat, was anderen geschadet hat (oder noch immer schadet), der MUSS bestraft werden. Keine Gnade! Wichtig dabei ist, dass die Menschen am Leben bleiben, denn die Aktivisten hoffen dadurch abzuschrecken.

Anfangs ist der Ex-Werbetexter noch total begeistert, doch dann werden die Taten immer extremer und der Anführer scheint ein dunkles Geheimnis mit sich zu tragen. Aus der anfänglichen Leidenschaft wird bald ein tiefer Abgrund aus Angst. Für Marvin gibt es nur eine Möglichkeit den Wahnsinn zu stoppen …

~°~ Fazit ~°~

Ein Roman der in die Abgründe der menschlichen Seele entführt: Tierleid, Tierqualen, Verpestung, .... Ein ungewöhnlicher Ökothriller der sich nicht davor scheut, dem Leser ins Gesicht zu sagen wie schlecht er ist (und ihn dazu bringt sein Verhalten zu überdenken)

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Zusätzliche Informationen

Nils Honne wurde am 15. Oktober 1986 in Wien (Österreich) geboren.

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