Nils Mohl Es war einmal Indianerland

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Inhaltsangabe zu „Es war einmal Indianerland“ von Nils Mohl

Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Der Sommer ist heiß. Es ist Mittwochnacht, als dir Jackie den Kopf verdreht. Im Freibad. Fuchsrotes Haar. Sandbraune Haut. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und plötzlich fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-Jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Mauser steigt mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer mit der Adlerfederkrone zu sehen. Und dann zieht zum Showdown ein geradezu biblisches Gewitter auf – fühlt es sich so an, erwachsen zu werden?

Das Buch ist zwar etwas anstrengender zu lesen als manch andere Bücher und etwas verwirrend. Aber es is wirklich gut!

— swayaway
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Verregnetes Sommerbuch. Etwas besonderes!

— indianer
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Ywikiwi

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  • Leserunde zu "Stadtrandritter" von Nils Mohl

    Stadtrandritter
    NilsMohl

    NilsMohl

    Vorableserunde STADTRANDRITTER Ein Roman über Verlust, Eifersucht, Träume und Enttäuschungen. Ein Roman über das Erwachsenwerden. Ein Roman. Und ein 690-Seiten-Klotz. Liebe Leserinnen, liebe Leser, Stadtrandritter ist soeben in den Druck gegangen. Und Rowohlt spendiert für 25 Testleser sozusagen die ersten Bücher, die dann ausgeliefert werden. Auf Wunsch auch E-Books (epubs). 10 der Leseexemplare sind für Blogger reserviert – wenn ihr also Blogger seid und euch bewerbt, dann also bitte euren Bloglink nicht vergessen. Meine Frage: Angenommen, du würdest einen Roman mit dem Titel "Stadtrandritter" schreiben, was dürfte nicht fehlen? Zugbrücke runter, Helm auf und durch:  Die Antwort ist die Bewerbung. Bis zum 21.9. um 20 Uhr ist Zeit – und am 22.9. ermittelt die Glücksfee, wer sich bald über Post freuen darf. Ich bin gespannt! Herzlich Nils Mohl __ Buchtrailer: Hier anschauen. Klappentext: - Ein Ausflug in deinen Kopf, das wäre, glaube ich, ein Abenteuer! "Mädchen trifft Junge wieder. Traum wird Wirklichkeit wird Alptraum. Am Stadtrand, dort, wo die Hochhäuser stehen. Ein Fest wirft seine Schatten voraus, und der Herbst kommt. Laub fällt. Regen, Regen, Regen. Und am Ende gerät die Zeit aus dem Takt, steht die Kirche in Flammen. Ein Kurzschluss? Brandstiftung? Die Folge all der Kreuzzüge, die im Namen von Eifersucht, Trauer, Rache und Überzeugung geführt wurden? Die Frage, die bleibt: Was, wenn sich alle bisherigen Gewissheiten in Rauch auflösen. Woran überhaupt glauben? Mohls neuer Roman, der für sich stehende zweite Teil seiner Liebe-Glaube- Hoffnung-Trilogie, ist ein atemberaubendes, genresprengendes Epos, das dem mehrfach preisgekrönten Vorgänger „Es war einmal Indianerland“ in nichts nachsteht." Nils Mohl, geboren 1971, lebt und arbeitet in Hamburg. Für seinen letzten Roman «Es war einmal Indianerland» wurde er u. a. mit dem Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis und letztes Jahr mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet. __ Mehr über das Buch hier. Oder auf Facebook hier. Mehr über die Entstehung des Romans und den Autor hier.

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  • Leserunde zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    NilsMohl

    NilsMohl

    "Stell dir vor, du bist 17 und lebst in den Hochhäusern am Stadtrand. Der Sommer ist heiß. Es ist Mittwochnacht, als dir Jackie den Kopf verdreht. Im Freibad. Fuchsrotes Haar. Sandbraune Haut. Stell dir vor, wie dir die Funken aus den Fingern sprühen vor Glück. Und plötzlich fliegt die Welt aus den Angeln: Zöllner erwürgt seine Frau. Edda, die 21-Jährige aus der Videothek, stellt dir nach. Mauser steigt mit Kondor in den Ring. Immer wieder meinst du, diesen Indianer mit der Adlerfederkrone zu sehen. Und dann zieht zum Showdown ein geradezu biblisches Gewitter auf – fühlt es sich so an, erwachsen zu werden?" Das ist der Klappentext. Und der Roman, der in der Sparte "Jugendbuch" bei Rowohlt erschienen ist, sollte für mich u. a. immer auch wie eine Art Fibel funktionieren, in der man auch mit 27, 47, 67 und so weiter lesen kann, um noch einmal zu erleben, wie sich das anfühlt, 17 zu sein. Also: WIE IST, WAR ODER WIRD DAS MIT 17? Das ist die Preisfrage. Und wer Lust hat, Testleser zu werden, mitzudiskutieren und eine Rezension am Ende zu schreiben, darf die jetzt beantworten. 17 Exemplare gibt es zu gewinnen. Ich bin gespannt! Achso: Und am 7.9. werden die Gewinner ermittelt …

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  • Wer bin ich?

    Es war einmal Indianerland
    walli007

    walli007

    18. May 2013 um 09:35

    Ich bin ein 17-Jähriger aus Hamburg-Jenfeld, nicht gerade die beste Gegend. Was bleibt mir anderes als mich in eine reiche Zicke zu verknallen, die Sommerferien sind schließlich kurz. Mein Alter-Ego ist Boxer, ziemlich gut sogar. Ich will raus. Und mein Vater ist ein Mörder, vor ein paar Tagen hat er meine Stiefmutter umgebracht und ist geflohen. Und die neue in der Videothek, Edda, wer will denn schon eine Edda. Ich will einfach nur, dass diese Zeit vergeht. Seiner Welt entfliehen möchte dieser 17-Jährige, was man gut verstehen kann. Die Mutter früh gestorben, der Vater gescheitert. Er selbst kein schlechter Kerl, doch scheint das Boxen die einzige Chance zu sein. Oder bietet sich in der Bekanntschaft der aus wohlhabendem Elternhaus stammenden Jackie eine Möglichkeit. Diese verführerische Irre, die doch nicht zu durchschauen ist. Vielleicht bringt es ein Wochenende beim Open-Air. Wäre da nicht dieser Mord. Kaum etwas kann es geben, was schwerer zu ertragen ist, zumal wenn man selbst die Polizei rufen musste, sah wie die Stiefmutter abtransportiert wurde. Beinahe fühlt man sich verantwortlich für die Flucht des Vaters. Nein, so möchte man nicht sein und doch ist man ihm ähnlich. Das Erwachsenwerden ist eine schwierige Kunst,  die hart zu erlernen ist. Hoffnung gibt es kaum. Nicht mit dieser extremen Situation, aber so ähnlich hat es wohl jeder durchgemacht. Die Unsicherheit, die Suche nach dem ich, die Hoffnungslosigkeit. Und doch auf einmal ist es soweit, man hat einen Schritt voran gemacht. Man bekommt einen anderen Überblick. Vielleicht gibt es Brüche, vielleicht ist man nicht völlig ungeschoren davon gekommen, doch man hat überlebt und am Meer geht wieder die Sonne auf und das Blatt wendet sich.  Ein brutal-schöner coming of age Roman.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    Zebrafink

    Zebrafink

    30. October 2012 um 10:20

    Der Protagonist und Ich-Erzähler ist 17 Jahre, ein Boxer und lebt in Hamburg-Jenfeld, oder nach Angaben des Autoren auch nicht in Jenfeld ;-). Aber örtlich passt alles. Auf jedem Fall in einem "Gettho" einer nordischen Großstadt. Bei einem nächtlichen Ausflug in eine Freibad lernt er Jackie kennen und verknallt sich in sie. Jackie aber kommt aus einem Nobelvorort auf der anderen Seite der Stadt. Zwei Welten prallen aufeinander. Doch gleichzeitig tritt Edda in sein Leben. Sie arbeitet in der Videothek des Getthos. Er ist hin- und hergerissen, nicht nur zwischen den beiden Mädchen sondern auch auf der Suche nach sich selbst. Dann wird auch noch die Stiefmutter eines "Freundes" von dessen Mann umgebracht und alles gerät aus den Fugen. Die Geschichte wird in Zeitsprüngen erzählt und ist prosaisch hervorragend geschrieben.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    conneling

    conneling

    02. January 2012 um 22:15

    Mauser, ein siebzehnjähriger Junge erzählt in der Ich Form wie er ganz schnell erwachsen wird, es sind Sommerferien, er lebt in einer unspektakulären Wohnsiedlung und probiert alles aus was er kann und macht auch mit wobei er kann. Alkohol, Drogen, die erste große Liebe, Sex, irgendwie alles keine Fremdworte mehr für ihn. Seine Mutter ist früh gestorben und sein Vater steht unter Mordverdacht. Das alles macht es für ihn nicht leichter aber das Leben um ihn herum geht weiter ob mit oder ohne ihn. Ein lesenswertes Buch, welches aber anfänglich nicht einfach war reinzukommen. Es wird nicht chronologisch erzählt sondern Nils Mohl springt vor und zurück und man muss ständig neu anknüpfen. Ich musste das Buch zwei Mal lesen, da ich den Faden verloren hatte, da ich mich nicht einlesen konnte. Nachdem ich Es war einmal Indianerland nun beendet habe, bin ich froh, dass ich dem Buch noch eine weitere Chance gegeben habe, denn es ist eine Reise ins Indianerland, die sich lohnt, denn man wird mitgenommen auf dem Weg eines siebzehnjährigen Jungen und lernt seine Gefühls- und Gedankenwelt kennen.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    hemera

    hemera

    13. October 2011 um 22:38

    Per falscher Käfer durchs Indianerland – eine Reise ins Erwachsensein Er ist siebzehn. Er hat Sommerferien. Er ist verliebt. Nils Mohl lässt seinen Erzähler turbulente Sommerferien im Großstadtdschungel Hamburgs verleben. Sommerferien, in denen gleich zwei Damen sein Herz gewinnen, Boxkämpfe ausgetragen und Wildschweine begraben werden. Zöllner tötet seine Frau, Bohrmaschinen werden verliehen und im strömenden Regen Festivals veranstaltet. Und mitten in diesem Wirrwarr taucht immer wieder der Indianer auf, sodass man glauben könnte, man mache Ferien im Indianerland... Mit „Es war einmal Indianerland“ hat Nils Mohl eine wunderbar verrückte Geschichte vom Erwachsenwerden geschaffen. Die Wortwahl erinnert an Jugendsprache ohne umgangssprachlich zu wirken. Ausdrucksstark und gefühlvoll wird die Geschichte eines Siebzehnjährigen erzählt, dessen Leben sich innerhalb weniger Tage so vollkommen wandelt, das er es selbst kaum fassen kann. Der Roman erzählt die Handlung nicht chronologisch, durch Vor- und Zurückspulen springt der Leser immer wieder zwischen verschiedenen Punkten der Erzählung hin und her. Eine besondere Art eine Geschichte zu erzählen, die auf den ersten Seiten ein wenig verwirrt. Man muss seinen Weg ins „Indianerland“ eben erst finden, um sich dort wohl zu fühlen :). Die Charaktere, allen voran der Erzähler, haben ihre Eigenarten und Besonderheiten, was bewirkt, das man sich als Leser ein recht spezielles Bild von ihnen macht und mehr oder weniger Sympathien entwickelt. Für mich war die Reise ins „Indianerland“ ein besonderes Leseerlebnis, da der Roman aus der Reihe der Jugendromane hervor sticht, weil er auf seine Art ganz anders ist. Diese Andersartigkeit, die man im Schreibstil, im Aufbau und vor allem natürlich in der Handlung und den Charakteren findet, macht ihn zu etwas besonderem. Ein tolles Buch, ein paar schöne Lesestunden – Fünf Sterne.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    09. October 2011 um 21:23

    Ein beeindruckendes Buch über das Erwachsen werden * " - Ich mag dich, sagt sie, manchmal ist das Leben einfach unfair. Ein satter Spritzer Adrenalin: Ich nehme die Mütze ab, kratze mich beidhändig an der Kopfhaut. Keine Spur mehr von Müdigkeit: Hinter der Stirn geht es plötzlich zu wie in einer gut geölten Revolvertrommel, die m an mit blitzartiger Handbewegung zum Rotieren gebracht hat. - Sag das nochmal, sage ich. - Manchmal ist das Leben einfach unfair. - Nein, das davor. - Ich mag dich..." * Mauser ist siebzehn Jahre alt. Es ist Sommer und er hat noch ein paar Tage Ferien - ein Sommer des Umbruchs: der großen Liebe, der großen Freiheit, der Selbstfindung und vielleicht auch ein wenig der Enttäuschungen... * Ganz zu Anfang möchte ich direkt sagen, dass es mir unwahrscheinlich schwer fällt diesem großartigen Buch mit meinen Worten gerecht zu werden - aber ich gebe mir Mühe. * Nils Mohl Schreibstil ist offen und direkt, vollkommen ungeschönt schreibt er in den Worten eines siebzehnjährigen - wie er die Welt erlebt. Authentisch und realitätsnah. Woran sich einige Leser zu Anfang vielleicht gewöhnen müssen sind die Zeitsprünge. Mal wird ein wenig im Sommer von Mauser vorgespult, mal zurück. Eine weitere Besonderheit sind Nachrichtenmeldungen über den Mord Zöllners an seiner Frau und das Festival bzw. das Powwow die regelmäßig auftauchen, genauso wie Listen an den Enden mancher Kapitel, die Titel tragen wie z.B "Drei Dinge, die ich nicht über Jackie weiß". * Genauso besonders wie der Aufbau des Buches sind natürlich die Charaktere. Mauser, der Hauptprotagonist, stammt aus einem Hamburger Arbeiterviertel, in dem er in einem Plattenbau in einer "Wohnwabe" lebt - aber er verhält sich überhaupt nicht so, wie man es oftmals von einem jungen Mann mit diesem Hintergrund erwarten würde. Er benimmt sich vernünftig (meistens), verdient auch in den Ferien sein eigens Geld, und hält nichts von Drogen und Alkohol. Mohl räumt in seinem Roman mit Klischees auf - spielt an machen Stellen aber genauso mit ihnen. Wie z.B. bei den zwei jungen Frauen zwischen den Mauser steht. Jackie ist eine Schönheit, die wahrscheinlich jedem Mann auffallen würde und das weiß sie auch. Die Tatsache, dass sich ihre Gedanke nur um sich selbst zu drehen scheinen, macht sie mir nicht grade sympathischer. Edda hingegen ist etwas älter, selbstständig, verdient ihr eigenes Geld, unscheinbarer aber sie sorgt sich wirklich um Mauser und ihre ganze Art ist einfach tiefgründiger. Mauser gefallen beide Mädchen - für wen wird er sich wohl entscheiden? * Aber es ist nicht nur der Sommer der ersten große Liebe, voller Sonnenschein und Zärtlichkeit - nein, es ist auch ein Sommer der Schatten auf Mausers junges Leben wirft. Ein tragisches Unglück wirft seine Welt aus den Angeln und er muss lernen Entscheidungen zu treffen, hinter ihnen zu stehen und vor allen auch damit leben zu können... * Und grade in diesem Bezug finde ich hat das Cover, welches zwei Wohnhäuser zeigt, durch die Farbwahl die Symbolik einer Ampel. Rot: Halt Mauser, bis hierhin und nicht weiter! Gelb: Überdenke deine Entscheidung noch einmal. Bist du dir wirklich sicher? Und grün: Go! Alles klar, du hast die richtige Richtung eingeschlagen! * Andere Leser werden viele andere Dinge in diesem Buch finden, die ihnen in diesem Moment wichtig sind oder sie anders interpretieren - die Möglichkeit ist groß, denn "Es war einmal Indianerland" steckt voller Metaphern und Symbolik! * Ein wunderschönes Buch, dass ich uneingeschränkt allen Lesern, die offen für experimentelle Literatur sind ans Herz legen möchte. Ihr werdet es bestimmt nicht bereuen. Und ich bin, wie viele andere Leser der Meinung, dass dieses Buch irgendwann als Schullektüre beliebt sein wird!

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    WolfgangB

    WolfgangB

    Sich selbst ein ewiges Rätsel Der Roman "Es war einmal Indianerland" erzählt von zwei Ferienwochen aus dem Leben eines Siebzehnjährigen. Bereits das Buchcover impliziert eine Art urbanen Existentialismus, die Notwendigkeit, sich selbst zu entwerfen, eine Suche nach der eigenen Identität, nach dem Platz in der Welt, verloren inmitten der übermächtig scheinenden Häuserschluchten. In dem beschriebenen Zeitraum kämpft sich der als Hobbyboxer engagierte Jugendliche im wahrsten Sinne des Wortes durch sein Leben. In postpubertärem Hormonüberschwang fühlt er sich hin- und hergerissen zwischen zwei jungen Frauen, einerseits ist da er die verführerische, verwöhnte Jackie, die er im Schwimmbad kennenlernt, während ihm die in einer Videothek angestellte Edda schöne Augen macht. Eine schwere Last wird ihm aufgebürdet, als sein Ziehvater seine Mutter ermordet, und alles kulminiert in einem an ein indianisches Stammestreffen angelehntes Jugendfestival ... Der Inhalt mag kurz und relativ unspektakulär sein, eine Geschichte über das Erwachsenwerden in der Vorstadt. Was den Roman jedoch aus der Masse einschlägiger Jugendliteratur hervorhebt, ist seine sprachliche Komposition, das Arrangement der einzelnen Erzählelemente zueinander, die Zerlegung eines an sich linearen Handlung in ein buntes Mosaik an dahingeworfenen Erlebnissen. Auf den ersten Blick wie zufällig wirkend, bildet diese Anordnung jedoch eine vom Autor wohl durchdachte Struktur. Die Form widerspiegelt den Inhalt, unterstreicht ihn dadurch, entreißt ihn seiner Banalität, wertet ihn auf. Durch den ganzen Roman hindurch sind Symbole ausgestreut, die in indianischer Manier aufgelesen und gedeutet werden wollen. Was zunächst ins Auge fällt, ist die ungewöhnliche Form des Textes. Das Buch ist untergliedert in zwei Abschnitte, betitelt mit "Krieger" und "Grenzen", die jeweils wieder in Kapitel unterteilt sind, die Titel wie "Die erste Karte" oder "Was zum Fall Zöllner in der Zeitung steht" tragen. Dabei wird die an sich geradlinig ablaufende Handlung kunstvoll in kurze Sequenzen zerlegt, die mit Bediensymbolen eines Videorecorders eingeleitet sind (Stop, Play, Forward, Rewind) und auf den ersten Blick wie beliebig durcheinandergewürfelt wirken. Tatsächlich verdeutlicht jedoch diese Auflösung der strikten Linearität die Wiedergabe der Ereignisse aus dem Gedächtnis des Ich-Erzählers. Der Leser erlebt die letzten beiden Ferienwochen als Erinnerungsfilm, in dem immer wieder vor- und zurückgespult wird, weil immer stets neue Aspekte an die Oberfläche des Bewußtseins dringen. Ganz der Video-Analogie verpflichtet ist auch der zeitliche Aspekt des Romans: Die sich über zwei Wochen erstreckende Handlung zerfällt in kurze filmartige Szenen, in denen die erzählte Zeit jeweils der Erzählzeit entspricht. Dabei dominiert die von außen wahrnehmbare Figurenrede, eine Schilderung des Innenlebens der Figuren erfolgt nur in der Form, daß sie durch äußere Ereignisse widergespiegelt werden. Alle Zeitangaben sind relativ, das Ferienende dient dabei als Flucht- und Orientierungspunkt. Ein faszinierender Aspekt des Romans ist die Symmetrie der beiden Teile. Ein Blick auf das Inhaltsverzeichnis impliziert bereits, daß jedem Kapitel des ersten Abschnitts eines aus dem zweiten zugeordnet ist. Im Verlauf der Handlung durchlebt der Ich-Erzähler eine Initiation, es gibt ein Vorher und ein Nachher. Die in verschiedenen Elementen auftretende Dualität trägt zusätzlich dazu bei, sein Erwachsenwerden zu unterstreichen. So stehen beispielsweise die beiden Mädchen Jackie, die frivole verwöhnte Göre und Edda, die bodenständige, rational agierende junge Frau einander gegenüber. Im ersten Teil sekkieren als Cowboys verkleidete Buben den Ich-Erzähler und symbolisieren die ungestüme Kindheit, während im zweiten Abschnitt immer öfter ein Indianerhäuptling auftaucht, der den Ich-Erzähler lediglich aus seinen alten Augen zu mustern scheint. Gerade was Edda anbelangt, scheint es sich hier um eine Ersatzmutter zu handeln. Über die tatsächliche Mutter des Erzählers ist nur bekannt, daß sie an Krebs gestorben ist, ebenfalls nur in der Opfferrolle tritt die aktuelle Gattin des Vaters, Laura Zöllner auf, die von diesem ermordet wird. Das dadurch entstehende Vakuum wird nun von einer jungen Frau gefüllt, die durch ihre Arbeit in einer Videothek der gesamten Geschichte als Überfigur dienen kann und deren Name Assoziationen zum großen Fundus der nordischen Mythologie weckt. Sie trägt eine Wildschweinbrosche, ist dadurch quasi mit animalischer Mütterlichkeit markiert. Sie verpaßt dem Erzähler eine Ohrfeige, stellt somit ein Autoritätsverhältnis her, nimmt durch die Züchtigung erzieherische Maßnahmen wahr. Außerdem scheitert zunächst der Geschlechtsverkehr zwischen den beiden. Dieser kommt erst zustande, als Edda versehentlich ein tatsächliches Wildschwein tötet, sich somit ihrer Mütterlichkeit entledigt. In dieser Hinsicht ebenfalls relevant ist der Vater, der den Namen Zöllner trägt und der auch tatsächlich ín der diesem Namen entsprechenden Funktion an der Grenze zum Erwachsenwerden wacht und den Tribut für ihr überschreiten kassiert. Dieser Zoll ist nun dadurch entrichtet, daß die Mutter geopfert wird. Der Zöllner akzeptiert die Bezahlung, indem er die Fesseln des Ich-Erzählers, mit denen dieser eine (Initiations-)Nacht lang an einen Baum gebunden war, löst. Der Autor verlangt viel vom Leser, wenn es darum geht, sich auf den Text einzulassen: Er kann weder als reine Jugend- noch als beliebige Gutenachtlektüre gelten. Er fordert, sich dem Text zu widmen, vor- und zurückzublättern, Passagen mehrmals zu lesen, die richtige Reihenfolge zu suchen, das Buch als Videokassette zu behandeln. Der Text schreit danach, verstanden zu werden ... dem Leser, der diese Forderung erfüllt, sich diese Mühe macht, öffnet sich jedoch eine wahre Schatzkiste an Symbolen zum unerschöpflichen Thema des Erwachsenwerdens.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    wolkenbruch

    wolkenbruch

    03. October 2011 um 12:18

    "Es war einmal Indianerland." Ein Jugendbuch. Für alle, die gerade 17 sind, es demnächst werden oder es einmal waren. Der Ich-Erzähler Mauser wohnt in einem Hamburger Arbeiterviertel. Er ist 17, die beiden letzten Sommerferienwochen sind gerade angebrochen und er verliebt sich in Jackie mit ihrem fuchsroten Haar und dieser verruchten Art, die sie allen gegenüber an den Tag legt. Doch dann ist da noch die 21jährige Edda aus der Videothek, ganz zu schweigen von dem Mord nebenan und dem Festival, das in aller Munde ist. So beginnt dieser besondere Roman, der eine unglaubliche Geschwindigkeit vorlegt, sich irgendwo zwischen Western und Roadmovie bewegt und so viel mehr beinhaltet, als man auf den ersten Blick glauben mag. Die Kapitel, gekennzeichnet mit "Rewind" bzw. "Fast Forward", springen ständig zwischen den unterschiedlichen Tagen hin und her, in denen der Roman spielt. Die Sprache ist sehr bildhaft, geht dem Klischee eines Jugendjargons aber aus dem Weg. Nils Mohl schafft einen Jugendroman, der unglaublich vielschichtig ist, viele Stilmittel verwendet und letztendlich unterschiedliche Deutungsebenen zulässt. Ein erfrischendes, kluges und unheimlich spannendes Buch, das ich unbedingt auch jedem ans Herz legen möchte, der schon ein Weilchen über sein 17. Lebensjahr hinaus ist.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    Themistokeles

    Themistokeles

    01. October 2011 um 17:38

    Inhalt: Er ist siebzehn, hat nur noch wenige Tage Sommerferien und lebt in einer eher schlechten Hochhaus-Wohnsiedlung am Stadtrand. Zudem lernt er in einem Freibad Jackie kennen, die ihm mit ihrem Äußeren, ihrer schönen Haut und dem fuchsroten Haar den Kopf verdreht. Jedoch nicht nur Jackie lässt seine Gedanken verrückt spielen, denn die 21-jährige Edda aus der Videothek stellt ihm nach und als wenn das nicht genügen würde, sieht er immer wieder einen Indinanerhäuptling der ihn ebenso zu verfolgen scheint. Zu allem überfluss begeht, Zöllner, der ihm selben Hochaus wohnt wie er, noch einen Mord und sein bester Freund Mauser steigt mit Kondor, einem Typen aus der Siedlung in den Boxring, da Kondor einer dieser Schlägertypen ist und Mauser, welcher boxt, ihn eines besseren belehren will. Und alle sprechen nur noch vom Powwwow, nahe dem Festival an der Grenze, und auch Jackie verschwindet dorthin und um sie wieder zu sehen, muss auch er zum Powwwow. Stil: Nils Mohl benutzt in seinem Roman zum einen eine sehr interessante Art der Kapitelführung, da er scheinbar wahlos zwischen den einzelnen Tagen wechselt, so kann es passieren, dass auf den Montag von dem aus gesehen noch 7 Tage Ferien sind, der Sonntag mit noch 8 Tagen Ferien folgt, danach im Kapitel der Mittwoch von dem aus noch 12 Tage Ferien sind beschrieben wird und um darauffolgenden der Dienstag von dem an noch 6 Tage Ferien sind. Diese Art des Kaptielwechsels mach das Buch ehrlich interessant, denn oft weiß man Dinge schon, die in einem spätern Kapitel noch nicht passiert sind oder man wird vollkommen aus dem Tag gerissen und deutlich später, nach dem man schon viel über andere Tage und Ereignisse erfahren hat, landet man wieder bei dem Tag. Trotzdem weiß man irgendwie immer was wann im Zeitfluss passiert ist, auch wenn das Buch diesen so gar nicht wieder gibt. Zum anderen ist es so, dass die genutze Schriftsprache sehr bildhaft ist und obwohl es sich um ein Jugendbuch handelt, weder den typischen Jugendjargon nutz, noch irgendwelche Schimpfwörter beinhaltet. Dafür wird jedoch sehr viel mit Worten gespielt, was an vielen Stellen einen großen Raum für Interpretation und Imagination freilässt. Außerdem ist die wörtliche Rede in diesem Roman nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, sondern durch eien Gedankenstrich in einer neuen Zeile Meinung: Mein erster Gedanke zu dem Roman, nachdem ich die ersten paar Seiten gelesen hatte war zunächst der, dass ich mich gefragt haben, was dass für ein eigenartiges Buch ist und wie man als Autor auf solche Sachen kommen kann. Allein die Wortwahl der Charaktere in der wörtlichen Rede haben mich ziemlich irritiert, da ich mir nicht vorstellen kann, das in dieser irgendwie wortreichen, weder erwachsenen, noch wirklich jugendlichen Sprache, die eher etwas künstlerisch anmutet, irgendjemand wirklich benutzen würde. Durch diese Tatsache wurde die Geschichte für mich nur noch surrealer als sie eh schon ist. Zudem finde ich es ehrlich sehr irritierend, wie manche der Leute heißen, denn sowohl der Name Zöllner, als auch Mauser, sind eher ungewöhnlich und erinnern mich an Berufe oder Waffen. Die Charaktere Jackie und Edda sind so unterschiedlich, wie sie nur sein könnten und machen die Geschichte um den Hauptcharkter noch ein ganzes Stück interessanter, da in seinem Alter Frauen ja noch etwas vollkommen besonderes sind, zumindest für den Protagonisten. Die Wildwest- und Indianer-Anspielungen fand ich persönlich eher ein wenig komisch, da sie mir oft nicht sehr passig erschienen. Auch solche Sachen wie das Powwwow oder das allgemeine Verhalten der Jugendlichen und wie es dargestellt wurde kam mir eher ein wenig unrealistisch und übertrieben vor. Auch die wenigen Erwachsenen, die in dem Buch auftauchen wie Zöllner oder insbesondere Edda, die ja immerhin schon 21 ist, sind teilweise vom Verhalten her sehr eigenartig. Die zeitlichen Sprünge zwischen den einzelnen Kapiteln, die in variabler Weise vor und zurück in der Zeit gehen verwirren einem im ersten Moment noch ein wenig, da man damit nicht unbedingt rechnet, dass soetwas passieren wird, aber schon nach kurzer Zeit gewöhnt man sich daran hat keinerlei Probleme mehr damit, dass die Kapitel so angeordnet sind, wie sie es sind. In manchen Fällen erhöht es sogar die Spannung, da man aus einem Tag und einer spannenden Situation einfach so herausgerissen wird und dann viel anderes vor sich hat, bevor man endlich weiß wie etwas weiter geht oder auch andersherum, dass man einfach wissen möchte, wie er bloß in die Situation geraten konnte, in der er jetzt ist. Die vielen sprachlichen Spielereien versteht man in machenen Situationen nicht sofort, da sie manchmal etwas komplexer sind, in anderen Fälle sind sie leichter erkennbar, auf jeden Fall ist es so, dass sie die Geschichte deutlich mehrdeutiger und interessanter macht. Alles in allem muss ich jedoch sagen, dass ich die Geschichte im allgemeinen ein wenig zu skurril fand, um sie wirklich richtig gut zu finden, weil die Charaktere, insbesondere der Protagonist schon ziemlich eigen sind und auch der Handlungsverlauf eher skurril ist. Jedoch ist die Geschichte wenn man sich halbwegs in sie hineingefunden hat, irgendwie noch interessant, weil man unbedingt die Auflösung der vielen Fragen wissen möchte, die im Lauf der Geschichte auftauchen. Zudem denke ich eher nicht, dass das Buch etwas für Jugendliche ist, allein wegen der doch eher komplexeren stilistischen Mittel und der an sich eher skurrilen Geschichte.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    Leela

    Leela

    01. October 2011 um 01:55

    Der siebzehnjährige Protagonist dieses Buches lebt in einer Wohnsiedlung in einer eher schlechteren Gegend und verlebt einen soweit einigermaßen normalen Sommer. Dann bringt Zöllner, der auch in der Siedlung wohnt, jedoch seine Frau um und der Erzähler lernt Jackie kennen, die er unbedingt für sich gewinnen will - wäre da nicht auch noch Edda. In weiteren Rollen: Zöllners Sohn Mauser, ein leidenschaftlicher Boxer, Plattenbau-Cowboy Kondor, der keine Gelegenheit auslässt, um Unruhe zu stiften und jede Menge Indianerzeug. "Es war einmal Indianerland" ist wohl ungefähr so verwirrend wie die Phantasien eines siebzehnjährigen, der noch etwas durcheinander ist - aber aus seiner Perspektive wird ja auch erzählt. Man erfährt allerhand über die persönlichen Probleme des Erzählers, seine Sehnsucht nach Jackie und viele andere Dinge, die man in diesem Alter wohl macht (na gut, vielleicht abgesehen von der Glasscherben-Aktion am Anfang des Buches). Die Kapitel sind zudem nicht in chronologischer Reihenfolge sortiert, was zu einigen Zeitsprüngen führt - oft erfährt man sogar vom Ausgang eines Ereignisses, bevor man überhaupt darüber gelesen hat, was vorher passiert ist. Auch die Erzählweise ist anfangs etwas verwirrend - an Mauser, aber vor allem am Indianer hat man als Leser einiges zu rätseln. Der Schreibstil des Buches gefiel mir gut, denn durch gefühlte tausend Anspielungen auf den Wilden Westen lockert der Autor das Buch auf und schafft es zudem, ein wenig Humor mit ins Spiel zu bringen. Auch die Zeitsprünge werden nach einigen Seiten immer interessanter und stören beim Verfolgen der Geschichte überhaupt nicht. Was ich jedoch stilistisch als unschön empfand, waren die manchmal vorkommenden Wort-Triplette, die anscheinend als besonderes, stilistisches Mittel dienen sollten. Mir persönlich blieb die Schönheit an drei aufeinanderfolgenden, jedoch nicht mit Kommata getrennten Worten verborgen. Während das Buch technisch zu überzeugen weiß, ist es, was die Handlung angeht, jedoch ein Spätzünder. Während mich die ersten Abschnitte überzeugten, empfand ich die restliche, erste Hälfte des Buches als sehr schleppend und zäh. Erst im zweiten, größeren Abschnitt wird die Geschichte interessanter und kann dieses Niveau dann größtenteils bis zum Ende halten. Wenn man dem Buch also über den langwierigen Anfang hinaus eine Chance gibt, bekommt man eine recht nette und seichte Geschichte zu lesen, die durch eine ungewöhnliche Erzählweise auffällt - zudem schafft es das Buch zum Ende hin, manche (aber nicht alle) Fragen zu beantworten, die während des Lesens aufkamen.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    23. September 2011 um 09:11

    Ein siebzehnjähriger Junge erzählt, wie er sich durchs Leben und das Erwachsenwerden schlägt, mit allen Problemen, die dazu gehören und noch ein paar mehr: Alkohol, Drogen, die erste große Liebe, Sex. Und dann ist da noch die Tatsache, dass seine Mutter früh gestorben ist und sein Vater nun unter Mordverdacht steht. Eine lesenswerte und interessante, aber nicht einfache Lektüre über das Erwachsenwerden und das Leben selbst. Ein außergewöhnlicher Schreibstil, kombiniert mit einer genialen Geschichte über einen namenlosen Protagonisten, in dessen Gedanken- und Gefühlswelt der Leser immer tiefer eintaucht. Das Buch gibt mehr her, als es aussieht, lasst euch von dem Cover nicht abschrecken. Es lohnt sich.

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    Sophia!

    Sophia!

    22. September 2011 um 01:12

    "Angst Adrenalin Affenhitze" _ Stell dir vor, du bist 17. Inmitten einer Großstadt strömt das pure Leben auf dich ein, schonungslos. Wer bist du? Wer sind die anderen? Was empfindest du? Wohin willst du gehen? _ Zwischen Leidenschaft, Begierde, dem Stress des alltäglichen Lebens mit all seinen Frustrationen und neuen Erfahrungen bewegt sich der männliche Protagonist des Textes durch die Hektik der Großstadt. Im Zentrum der Geschichte steht der Prozess des Erwachsenwerden mit all seinen Höhen und Tiefen. Und an einem ganz normalen Sommertag passiert es schließlich: unser 17-jähriger Protagonist verliebt sich in die hinreißende Jackie. Von nun an gibt es nur eins: Jackie erobern! So schnell es geht. Doch da wäre noch die Begegnung mit der 21-jährigen Edda aus der Videothek und weitere aktuelle Ereignisse, die ihn unvorhergesehen aus der Bahn werfen. Wird es ein Happy-End für ihn und Jackie geben? Kann er sie wirklich erobern? Was ist sein Traum vom Erwachsenwerden? _ Nils Mohl nähert sich diesem Thema, mit dem sich jeder von uns schon einmal beschäftigt hat bzw. noch beschäftigen wird, mit einem einzigartig zusammengestellten Text. Verschiedene Einflüsse, denen sich ein junger Mensch auf dem Weg zu einem erwachsenen Dasein stellen muss bündeln sich in Worten, Metaphern und Symbolen. Die Abfolge von Listen, eingeschobenen Zeitungsartikeln und Querverweisen macht das Lesen zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Hochinteressant sind elliptische Sätze, kurze Einschübe und spiegelstrichartige Bemerkungen, die trotz der Kürze, dennoch unheimlich viel an Emotionalität transportieren. Der Text ist ein wahres Kunstwerk und durch und durch einmalig! Am Ende der Lektüre bleibt die Bewunderung für diese moderne, kreative Textproduktion. _ Fazit: Bewundernswert! Interessant! Anders! Diese Rezension wird dem Text sicher nicht gerecht, man muss es selbst erleben!

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  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    Ist es normal, dass man sich selbst ein ewiges Rätsel bleibt? * «Ich brauche ein Auto, ich brauche Geld, ich brauche Schlaf. Was ich habe, sind eine Mütze, noch fünf Tage Sommerferien, die Bohrmaschine von Edda.» Der Roman handelt von einem 17 jährigen jungen Mann, der auf der Suche nach sich selbst ist. Er wächst heran und wird mit einigen Versuchungen wie Drogen, Alkohol und Sex konfrontiert und versucht für sich den richtigen Weg zu finden. Er „Namenlos“ wohnt allein, in einer kleinen Wohnung am Stadtrand. Ein Plattenbau, alles andere ist als heimelig. Eines Tages, bei einem spontanen Gruppeneinbruch ins Freibad lernt er Jackie kennen und verliebt sich auf der Stelle in sie. Doch Jackie ist nicht die ideale Besetzung einer Schwiegertochter. Sie ist reich, verwöhnt, zickig, sehr gelangweilt und hat nicht nur ein Eisen im Feuer. Ein Garant für Probleme. Kumpel Mauser, sein ständiger Begleiter, plagen ganz andere Probleme. Sein Vater Zöllner hat seine Stiefmutter ermordet und ist seitdem auf der Flucht … * Die Geschichte wird in der Ich- Form aus der Sicht von Namenlos erzählt, einem jungen Mann, der sich mit den Problemen des Erwachsen Werdens herumplagt. Die erste große Liebe, Versuchungen des Lebens aber auch einen Mord gilt es zu verarbeiten. Manchmal ist er einsam und neigt zu Selbstgesprächen, die sehr unterhaltsam sind. Er begegnet zwei jungen Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die reiche, verwöhnte, schillernde Jackie und die bodenständige, unscheinbare Edda. Jackie ist für ihn anfangs seine Traumfrau, aber er merkt schnell, dass ihre Fassadebei näherem Hinschauen bröckelt. Edda ist eher ein Kumpel typ. Freundschaft oder Liebe? * Der Autor hat einen sehr außergewöhnlichen und skurrilen Schreibstil, der mit seinen kurzen Sätzen und Kapiteln super zur Geschichte passt. Es gibt immer wieder Zeitsprünge die aber keineswegs störend sind. Nein es werden kleine Puzzleteile hingeworfen und der Leser muss die Geschichte zusammensetzen. Allerdings lässt der Autor auch dort der Fantasie des Lesers Freiraum. Man muss grübel und analysieren, gerade das macht dieses Buch so anspruchsvoll. Trotz dieses besonderen Schreibstils lässt sich die Geschichte flüssig und schnell lesen. * Mich hat diese Geschichte sehr begeistert und ich werde es noch einmal lesen. Vielleicht entdecke ich dann noch einige verborgende Dinge, die mir beim ersten Lesen nicht aufgefallen sind. Von mir gibt es super 5 Sterne. * Ein herzliches Dankeschön geht an den Autor, Nils Mohl und an den rowohlt Verlag. Danke für dieses tolle Buch und für die Leserunde.

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    • 3
    aba

    aba

    19. September 2011 um 16:40
  • Rezension zu "Es war einmal Indianerland" von Nils Mohl

    Es war einmal Indianerland
    merlin78

    merlin78

    18. September 2011 um 20:56

    „Ich brauche ein Auto, ich brauche Geld, ich brauche Schlaf. Was ich habe, sind eine Mütze, noch fünf Tage Sommerferien, die Bohrmaschine von Edda. Der wirklich interessante Roman von Nils Mohl, der in keinster Weise mit anderen Jugendromanen zu vergleichen ist, erinnert stark an eine Ausstellung, bei der man sich die Bilder einzeln anschauen kann und erst zum Schluss die Gesamtheit erkennt. Jeder betrachtet das Bild anders und erkennt andere Zusammenhänge, die für das Ergebnis von Bedeutung sind. Im Vordergrund der Geschichte steht ein 17 jähriger Junge, der mit sich und der Welt noch nicht im Reinen ist. Nach und nach taucht man in seine Gedanken ein und erlebt die multiple Persönlichkeit eines heranwachsenden Jungendlichen, der sich mit vielen verschiedenen Dingen auseinander setzen muss. Die erste große Liebe, Drogen, Alkohol und Sex. Dazu kommt die große familiäre Problematik, seine Mutter ist früh gestorben und sein Vater steht im Verdacht, seine Stiefmutter ermordet zu haben. Es ist keine leichte Sommer-Lektüre, die man zwischendurch lesen kann. Wer immer sich auf diese Welt einlässt, wird feststellen, dass man etwas Zeit benötigt, um die besondere Erzählweise und Strategie, die sich dahinter verbirgt, erkennen zu können. Das Durchhalten wird aber mit einem wirklich lesenswerten Buch belohnt, das mehr bietet, als es auf den ersten Blick scheint. Das ist ein Buch, welches man ohne zu zögern auch ein zweites Mal lesen kann, da man dann vermutlich viel mehr Geheimnisse aufdecken wird, die einem beim ersten Stöbern noch verborgen bleiben. Der Schreibstil liest sich sehr flüssig und ist sehr bildlich erzählt. Durch kurze Kapitel, mit schnellen Szenen- und Zeitwechsel, wird das Buch sehr interessant und man kann es kaum aus der Hand legen. Durch jedes Kapitel erscheint einem die Welt um den 17 jährigen Jungen offener. Da mich das Buch vollkommen überzeugt hat und ich mir wünsche, dass es noch viele Leser gibt, die auch gerne mal etwas anderes lesen möchten, als die normalen Jugendbücher, vergebe ich 5 von 5 Sternen. Und wer weiß, vielleicht hatte man als Jugendlicher selbst einen Indianer zum Sprechen. Zeit es herauszufinden.

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