Nils Ole Oermann Tod eines Investmentbankers

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Inhaltsangabe zu „Tod eines Investmentbankers“ von Nils Ole Oermann

Investmentbanker gelten als Hauptbeteiligte in einem Spiel, von dem viele glauben, dass es uns unseren Wohlstand und unsere Sicherheit kostet. Aber wer sind diese Leute eigentlich und wie ticken sie? Nils Ole Oermann legt ausgehend von dem im Jahr 2000 tödlich verunglückten Edson Mitchell, dem Prototypen des modernen Investmentbankers und Mentor des Co-Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank Anshu Jain, eine brillante Anthropologie der Finanz- und Wirtschaftskrise vor.

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  • Über den Feuerring der Finanzbranche

    Tod eines Investmentbankers

    uwemetz

    26. March 2013 um 20:04

    Ich habe Nils Ole Oermanns Sittengeschichte der Finanzbranche mit großer Faszination gelesen. Sein Wissen über den Feuerring der Finanzwelt ist profund. Der rote Faden im Buch ist die Person Edson Mitchells, der bei einem Absturz seines Privatflugzeugs verunglückte. Mitchell gehörte dem Vorstand der Deutschen Bank an und brachte den bis dato dort unterentwickelten Zweig des Investmentbankings auf Touren und "The Deutsche" an die Spitze. Das Buch schildert jedoch nicht das Leben Mitchells - das war zunächst meine Erwartung und die wird auch durch den Titel angeregt. Sondern es geht tatsächlich um ein Sittenbild des Bankwesens bzw. des Investmentsbereichs. Was dort geschieht, wirkt, als besuchte man einen anderen Planeten, dessen Bewohner uns zwar in vielerlei Hinsicht gleichen, aber letzten Endes ohne wirkliche Gemeinsamkeit mit uns sind. Die Faszination des Buches ging für mich von diesem Umstand aus. Die Finanzwelt ist ohne Gemeinsamkeit mit der Welt. Ich konnte nun verstehen, warum im Bankenwesen nach der Wirtschaftskrise kein Umdenken stattfindet. Weil kein Zusammenhang zwischen Wirklichkeit und der Finanzbranche existiert. Da es diesen Zusammenhang nicht gibt, können Zusammenbrüche, Wirtschaftskrisen und Finanztsunamis auch zu keinem Umdenken führen. Ohne Verantwortungsgefühl keine Rechenschaft, keine Einsicht. Manko des Buches ist für mich, dass Oermann zwar mit großem Engagement schreibt und als Autor in seinen Zeilen für mich sichtbar ist - das empfand ich als sehr sympathisch. Stilistisch aber zeigt "Tod eines Investmentbankers" Mängel: Zu lange Sätze; der Autor überfüllt seine Passagen nicht selten. Ungeschickt gesetzte Klammern, Relativsätze, die man hätte besser auflösen sollen und hier und da Sprünge in der Gedankenführung, die offenbar auch das Lektorat von Herder übersprang. Dass die Lesbarkeit des Buches nicht im Vordergrund stand, zeigt auch der Umstand, dass englische Passagen nicht übersetzt wurden; In die Welt und Sprachwelt der Finanzbranche einzutauchen ist kein einfaches Geschäft, auf Englisch allemal. Hier hätte man sich mit Fußnoten behelfen können. Trotzdem ist "Tod eines Investmentbankers" die Lektüre wert. Engagement und Kenntnis machen es zu einem wirklich bereichenden Buch.

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