Der dunkle Kuss der Sterne

von Nina Blazon 
4,5 Sterne bei336 Bewertungen
Der dunkle Kuss der Sterne
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (302):
M

das beste buch das ich je gelesen habe ich bin unfasbar begeistert und lobe es zum himmel eine tolle geschichte

Kritisch (8):
dilas avatar

Hat mich einfach nicht überzeugen können...

Alle 336 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der dunkle Kuss der Sterne"

Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783570310366
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:420 Seiten
Verlag:cbt
Erscheinungsdatum:09.11.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    Creativemuffinvor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Der Anfang etwas langatmig. Danach aber eines der besten Bücher, die ich bisher gelesen habe!
    Ein wunderschönes Jugendbuch

    Inhalt: Canda, Tochter einer der ältesten Familien von Gahn, erwacht am Tag ihrer Hochzeit nach einem schrecklichen Albtraum und erkennt sich selbst nicht wieder. Der Glanz, die wichtigste ihrer vier Gaben ist verloren gegangen. Als wäre das noch nicht schlimm genug, ist Tian, ihr Verlobter, auch noch spurlos verschwunden. Von ihrer Familie verstossen und eingesperrt, weiss sie nicht mehr weiter. Klar ist nur sie muss Tian retten. Koste es, was es wolle. Unerwartet bekommt sie Hilfe von der mächtigsten Frau ihrer Stadt. Doch der Preis, den Canda dafür bezahlen muss, ist hoch. Zur Seite gestellt, bekommt sie einen jungen Sklaven, und gemeinsam verlassen sie die Stadt. Es beginnt eine atemberaubende Reise durch die Wüste und all die Geheimnisse und Kreaturen, die dort versteckt sind. Meine Meinung: Mir gefällt das Cover des Buches sehr. Es ist geheimnisvoll und regt zum Träumen an. Ich habe das Buch geschenkt bekommen und war anfangs skeptisch, ob es mir gefallen würde. Lange habe ich es herausgezögert anzufangen. Was, wie ich jetzt weiss, Zeitverschwendung war. Trotzdem habe ich, als ich dann doch anfing, fast wieder aufgehört. Der Einstieg der Geschichte ist sehr langatmig und es ist nicht ganz einfach diese geheimnisvolle Welt zu verstehen. Doch ich musste feststellen, dass sich das Durchhalten mehr als lohnte. Sobald Canda und Amad sich auf den Weg machen, ist man gefangen in dem Buch. Die Welt, die ausserhalb der Stadt wartet, ist wunderschön, gefährlich, träumerisch und so anders als erwartet, dass man am liebsten darin versinken würde. Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen. Eine wundervolle Geschichte über die Suche nach sich selbst und der grossen Liebe.

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    Lesemaus85vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Bittersüß. Ergreifend. Ein Märchen. Ich liebe es.
    Ich bin tief gefallen. Aber noch bin ich nicht am Grund zerschellt.

    Die Wüste kennt keine Herren, nur Sklaven. Sobald wir die Stadt verlassen, gehören wir ganz und gar ihr. Sie schält dir die Haut von deiner Seele, legt jedes Geheimnis, jeden Gedanken frei, bis du nackt und schutzlos bist. Es ist ihre Entscheidung, ob sie dich ziehen lässt oder dich verschlingt. Sobald wir einen Fuß in den Sand setzen, sind wir beide gleich: ihr Treibwild, ihr Spielzeug und ihre Gefangenen, nichts weiter.
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    Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, erwacht nach einem schrecklichen Albtraum und erkennt sich selbst nicht wieder. Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren. Ihr fehlt derGlanz, mit dem sie alle bezaubert hat und ihre wichtigste Gabe ist. Und Tian, der ihr versprochen ist, ist verschwunden.
    Ihre eigene Familie will ise wegsperren, doch Canda entkommt. Ausgerechnet die Herrscherin der Stadt kommt ihr zur Hilfe.
    Canda lässt sich auf einen gefährlichen Handel ein. Zusammen mit dem undruchschaubaren Sklaven Amad macht sie sich auf den Weg durch die Wüste auf der Suche nach Tian und ihrem Glanz.
    Doch der Preis ist höher als sie je gedacht hätte...
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    Nina Blazon versteht es wie keine Zweite mich in den Bann ihrer Geschichten zu ziehen.
    Ihre Worte sind Blumen, die erblühen, rauschende Flüsse, die einen mitziehen und heißer Wind, der einen weitertreibt.
    Die Geschichte um Canda und Amad ist bittersüß, voller Leben und Tod, Liebe und Hass, Lachen und Weinen.
    Man reist durch eine freie, wilde Welt voller Magie und Licht.
    Canda schließt man direkt ins Herz und verfolgt ihren Weg mit bangem Herz.
    Ich habe mehr als einemal geweint.
    Auch alle anderen Charaktere sind echt und lebendig. Niemals ist jemand nur gut oder böse, nur schwarz oder weiß.
    Jede Person hat hunderte Schattierungen und berühren den Leser.
    Ich kann dieses Buch, wie alle von der Autorin, nur empfehlen.
    Ein Schatz im Buchregal.

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    Zeilenfluts avatar
    Zeilenflutvor einem Jahr
    Fesselnd, vom ersten bis zum letzten Wort

    Mein absolutes Lieblingsbuch ist „Faunblut“ von Nina Blazon. Vor kurzen habe ich herausgefunden, dass u. a. „Der dunkle Kuss der Sterne“ ebenfalls in der Faunblut-Welt spielt.

    Zusammenfassung

    Die junge Canda ist mit vier Gaben gesegnet und soll mit Ihrem Versprochenen Tian zukünftig als Zweiheit über das Land Ghan herrschen. Doch in der Nacht vor Ihrer Hochzeit mit Tian erwacht Sie aus einem schrecklichen Albtraum. Nach dieser Nacht erkennt Sie sich selbst nicht mehr, ihre wichtigste Gabe, der Glanz wurde Ihr gestohlen und mit ihm wurde auch ihr Liebster entführt. Nachdem Sie nun nur noch drei Gaben hat, wird Sie von Ihrer Familie verstoßen. Die Mégana, die aktuelle Herrscherin des Landes bietet Canda einen Handel vor, welcher aber einen hohen Preis hat, von dem Sie nicht weiß, ob Sie ihn wirklich zahlen kann oder möchte. Die Mégana stellt Ihr den Sklaven Amad zur Seite, im Ihren Liebsten Tian zu suchen und Ihn, so wie Ihre verlorene Gabe wieder zu finden.
    Auf dieser Suche sieht Canda sich selbst, Ihr Land und die ganze Welt nach und nach mit anderen Augen.

    Einstieg:
    "Am Morgen vor meiner Hochzeit erwachte ich, ohne zu ahnen, dass ich tot war, obwohl mein Herz noch schlug." – S. 7

    Meine Gedanken

    Ich bin ein großer Fan von Nina Blazon und ihren Büchern. Beim ersten Buch von Ihr – „Faunblut“ – hatte ich erst etwas Schwierigkeiten in den Lesefluss zu kommen, aber später war ich ganz gefesselt von der Geschichte. Inzwischen habe ich schon einige Bücher von Nina Blazon gelesen, und Sie hat mich noch nie enttäuscht. Als ich erfahren habe, dass „Der dunkle Kuss der Sterne“ genauso wie „Ascheherz“ in der Faunblut-Welt spielt, war es für mich ein Muss auch in diese Geschichte aus dieser grandiosen und faszinierenden Welt einzutauchen. Bei den Büchern handelt es sich aber nicht um eine Reihe, jedes Buch steht für sich. Sie spielen lediglich in derselben Welt.

    Der Roman wird von Canda aus der Ich-Perspektive erzählt. Von der ersten Seite an, war die Story für mich fesselnd und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Schreibstil von Nina Blazon ist sehr flüssig und entführt einen sofort in eine andere, fantastische Welt voller Abenteuer und Gegensätze.

    Das Hauptthema liegt in der enormen Entwicklung von Canda. Zu Beginn ist Sie eine hochprivilegierte Stadt-Prinzessin aus einer der fünf höchsten Familien der, welche die zukünftige neue Herrscherin des Wüstenlandes Ghan werden soll. Sie strahlt Authorität aus und sieht selbst kaum Ähnlichkeiten zwischen sich und dem gemeinen Volk.
    Mit Ihrem Verlust einer Ihrer vier Gaben und nachdem Sie von Ihrer Familie verbannt wird verlässt Sie mit dem geheimnisvollen Amad zum ersten Mal in Ihrem Leben ihre Stadt. Sie macht sich auf der Suche nach ihrer Gabe und ihrem entführten Verlobten.
    Mit der Zeit wird Sie zu einer starken, unabhängigen jungen Frau, welche Ihre eigene Meinung hat, diese mit allen Konsequenzen vertritt und auf der Suche nach der Wahrheit ist.

    "Denn irgendetwas Schreckliches war mit Canda Moreno geschehen. Das, was mich ausmachte, war einfach verschwunden. Irgendetwas hatte den Glanz von meiner Haut genommen, den Klang aus meiner Stimme, die Stärke aus meinen Knochen und den Mut aus meiner Seele." – S. 26

    Fazit

    Ich habe es keine Seite bereut mich nach Ghan entführen zu lassen und zusammen mit Canda und Amad auf diese spannende Reise zu gehen.
    Jeder der Fantasy Stories mit ein wenig Romantik liebt, der wird auch „Der dunkle Kuss der Sterne“ lieben!

    "Ich war vom Himmel gefallen wie ein verglühender Stern. Und ebenso unwiderruflich." – S. 77

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    Lena_AwkwardDangoss avatar
    Lena_AwkwardDangosvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein kleines Meisterwerk, das einen grandiosen Plot, geniale Wendungen und eine wundervolle Liebesgeschichte vereint!
    Wie die Stadtprinzessin und der Sklave nach den Sternen greifen

    Nina Blazon ist mit Abstand meine Lieblingsautorin. Somit scheint es umso schlimmer, dass dieses Buch so lange ungelesen im Regal stehen musste. >.< Es hat mich mit seinem Wüsten-Setting ein wenig an Amani und Elias & Laia erinnert, schlägt jedoch eine etwas andere Richtung ein.

    "Das, was mich ausmachte, war einfach verschwunden. Irgendetwas hatte den Glanz von meiner Haut genommen, den Klang aus meiner Stimme, die Stärke aus meinen Knochen und den Mut aus meiner Seele." (S. 26)


    ♥ Inhalt ♥

    Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden… Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege…

    Text: cbt


    ♥ Cover & Ausstattung ♥

    Die äußere Gestaltung des Buches lässt nicht unbedingt sofort darauf schließen, dass es sich um ein Buch von Nina Blazon handelt. Faunblut und Ascheherz, die in der gleichen Welt spielen, sind sehr viel heller gehalten und tragen eine ganz andere Schriftart. Dennoch finde ich den äußeren Eindruck sehr gelungen. Ihre Bücher sind eigentlich immer sehr schön gestaltet, auch wenn ich dieses hier nicht unbedingt als meinen Favoriten bezeichnen würde. Auf dem Cover ist das Gesicht einer jungen Frau abgebildet, das sich am unteren Bildrand auf einer Wasseroberfläche spiegelt. Ihre gesenkten Lider und die verträumte Atmosphäre stellen einen tollen Bezug zum Inhalt her. In der Ferne zeichnen sich die Umrisse einer Küste ab und alles wird umrahmt von kleinen Sternen, was sehr gut zum Titel passt. Der dezente Schriftzug wird vorne und auf dem Buchrücken durch eine hübsche Metallicprägung leicht hervorgehoben. Nur die Farbgebung spricht mich einfach nicht an. Das Gesicht der Frau leuchtet unnatürlich orange, während mir die Farben insgesamt einfach zu grünlich geraten sind. Meiner Meinung nach würde der Sternenhimmel in einem dunklen Blau schöner zur Geltung kommen - das ist jedoch einfach mein persönlicher Geschmack. Insgesamt wirkt das Cover recht geheimnisvoll, denn die wirkliche Bedeutung der einzelnen Bildelemente, insbesondere des Wassers, erschließt sich erst während dem Lesen. Leider gibt es im Inneren keine Karte, obwohl es sich bei einer solch komplexen Welt angeboten hätte.


    ♥ Umsetzung ♥

    Der dunkle Kuss der Sterne spielt erneut in der Welt von Faunblut, allerdings verschlägt es uns dieses Mal in einen orientalisch angehauchten Palast, eine sengend heiße Wüste und ein kleines Küstenstädtchen. Nina Blazons Fantasy-Romane haben immer ihre ganz eigene Note und die besondere Angewohnheit, dass man das außergewöhnliche Setting nicht wirklich einordnen kann - ob es sich jetzt um High Fantasy, eine Dystopie oder irgendetwas dazwischen handelt. Ich finde diesen Mix aus eigenem Weltentwurf, alten und modernen Elementen immer wieder aufs Neue genial und erfrischend. Die Charaktere leben zB in fremdartigen Palästen, alten Ruinen oder Hütten, tragen Gewänder aus längst vergangenen Zeiten, während parallel dazu technische Errungenschaften, wie der Fahrstuhl oder die Taschenlampe, existieren. Dadurch haben die Bücher einen gewissen Charme, der mir so bisher noch nie anderweitig begegnet ist.

    Die Geschichte nimmt ihren Anfang in Ghan, der größten und wohlhabendsten Stadt des Landes. Diese ist in Kreise aufgeteilt, die sich nach den verschiedenen Gesellschaftschichten richten. Unsere Protagonistin Canda ist eine Hohe der angesehenen Moreno-Familie, die mit vier Gaben beschenkt ist - einem Gespür für Zahlen, Orientierung und Erinnerung sowie einem speziellen "Glanz", der ihr eine besondere Ausstrahlung verleiht. Am Morgen ihrer Hochzeit, als sie eine sogenannte mächtige "Zweiheit" mit ihrem Verlobten Tian eingehen soll, erwacht sie jedoch aus einem furchtbaren Albtraum, der auch im Wachzustand nicht aufzuhören scheint: In nur einer Nacht verliert sie sowohl ihren Glanz als auch ihren Bräutigam und somit ihre soziale Stellung innerhalb der Stadtmauern. Mit dem Sklaven Amad flieht sie schließlich aus Ghan in die gefährliche Wüste vor der Stadt, um das Geheimnis um Tian und ihre verlorene Gabe zu lüften.

    Zu Beginn entwickelt sich alles ein wenig zu langsam für meinen Geschmack, obwohl dort auf jeden Fall eine sehr wichtige Basis für den weiteren Verlauf geschaffen wird und sich die Seiten recht schnell weglesen lassen. Zum Glück liest sich aber die zweite Hälfte viel spannender, gewohnt fantasievoll, magisch und überraschend! Genauso plötzlich, wie das Buch an Fahrt aufnimmt, ist es aber auch schon wieder vorbei, was ich etwas schade finde. Von einem auf den anderen Moment wird die Geschichte plötzlich richtig, richtig gut, denn sie bietet so viel mehr als nur die Suche nach einem verschollenen Geliebten. Nichts ist, wie es scheint, und das Verschwinden von Candas Gabe ist nur ein einzelner Mauerstein in einem viel größeren Ganzen, das erst nach und nach Form annimmt. Ich frage mich immer wieder, wo Nina Blazon bloß all die tollen Ideen hernimmt. Sie sind so unverbraucht und ihre Romane heben sich einfach deutlich von den meisten Jugendbüchern im Fantasy-Bereich ab. Insbesondere fand ich es sehr spannend zu erfahren, welche Rolle Candas Familie, die magischen Gaben, die verwirrenden Träume und die geheimnisvolle Stadt Ghan spielen. Damit konnte mich die Autorin mal wieder richtig an die Seiten fesseln. Die überaus intelligente Auflösung, die man erst nur häppchenweise und dann Schlag auf Schlag serviert bekommt, hat mich sehr überrascht, denn diese hat es wirklich in sich! Auch der typische "Blazon-Twist" kam mehr als unerwartet, wie ich es von ihren Fantasyromanen gewohnt bin. Diese Frau schafft es einfach immer wieder, mich vollkommen mit ihren Geschichten zu begeistern und ganz perplex damit zurückzulassen, wie gut durchdacht sie doch sind.

    Natürlich gibt es ebenfalls eine schöne Liebesgeschichte. Selbige scheint zunächst recht vorhersehbar und ist in ihrem Grundgerüst eigentlich nichts neues: Zwei Charaktere, die sich erst nicht so recht leiden können, entwickeln (auf einer Reise) langsam Gefühle füreinander. Allerdings gibt es auch hier noch einige überraschende Wendungen und Geheimnisse zu entdecken, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Es handelt sich weder um eine übertriebene Hassliebe noch um die clichéhafte unsterbliche Liebe auf den ersten Blick, sondern um eine zarte, echte Romanze, die sich zögerlich bemerkbar macht und dann wirklich mitzureißen weiß. ♥


    ♥ Charaktere ♥

    Canda ist anfangs eine oberflächliche, selbstsüchtige "Stadtprinzessin", die zwar über ein freundliches Gemüt und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn verfügt, jedoch in Schubladen denkt, was die Kluft zwischen Arm und Reich angeht. Da ihr fast alles genommen wird, was sie einst ausmachte, und ihr Weltbild immer mehr ins Wanken gerät, beginnt sie ihr ehemalig "perfektes" Leben zu hinterfragen und der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Die junge Frau macht eine unglaubliche Wandlung durch, wird zu einer Überlebenden der Wüste, einer Kämpferin für ihre Liebe, einer Revolutionärin der Unterdrückten. So habe ich Canda sehr in mein Herz schließen können.

    Amad ist ihr geheimnisvoller Reisegefährte, der sich anfangs abweisend und herablassend gibt, aber immer wieder seine guten Seiten durchscheinen lässt. Nach und nach zeigt er Canda sein wahres Wesen - seine tiefsten Geheimnisse und Beweggründe bleiben jedoch bis kurz vor Schluss ein Rätsel... Auch Amad mochte ich sehr. Sein Charkter ist erst nicht wirklich greifbar und bekommt dann im weiteren Verlauf der Handlung immer mehr Tiefe, was ich wirklich gelungen finde. Außerdem gibt es eine Vielzahl an liebenswerten oder interessanten Nebencharakteren, die zwar nicht alle bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sind, aber dafür bietet ein Einzelband nun einmal nicht genügend Raum. Nina Blazon schafft es dennoch, jedem von ihnen mit wenigen Worten Leben einzuhauchen. Juniper, Manoa, Kallas, Candas Verlobten Tian und die Mégana fand ich am interessantesten; diese sind am komplexesten ausgearbeitet. Um wen genau es sich bei all diesen Charakteren handelt und welche Rolle sie in der Geschichte spielen, verrate ich allerdings nicht - das sollte jeder Leser selbst herausfinden.


    ♥ Schreibstil ♥

    Blazons Bücher machen genau zwei Dinge besonders: Ihre unerschöpfliche Fantasie und die Macht ihrer künstlerischen Wortwahl. Die Autorin hat einen wunderschönen, poetischen Schreibstil, der sich durch viele hübsche Metaphern und Vergleiche auszeichnet. In Der dunkle Kuss der Sterne habe ich diese aber zunächst etwas vermisst. Es war, als hätte man, im Gegensatz zu zB Ascheherz, in Sachen Schreibstil heruntergefahren - die besondere Blazon-Note fehlte mir in der ersten Hälfte, so wie vieles andere auch, was total schade ist. Gegen Ende wurde es aber langsam wieder gewohnt poetisch und metaphorisch. Keine Ahnung, was da los war, oder ob das einfach nur meinem eigenen Empfinden entspricht. Ansonsten ist der Schreibstil nämlich durchweg bildgewaltig und die Dialoge einfach wunderbar, sehr tiefsinnig und durchdacht. Außerdem sind die Namen der Kapitel wieder sehr kreativ und hübsch ausgefallen, beinahe jeder davon hätte auch einen guten Buchtitel abgegeben.


    ♥ Fazit ♥

    Ein weiteres kleines Meisterwerk, das uns die Meisterin der Phantastik da beschert hat! Fans der Faunblut-Welt werden ihren Spaß an diesem Abenteuer haben, aber man kann das Buch auch sehr gut unabhängig von den vorherigen Büchern lesen. Der dunkle Kuss der Sterne vereint einen grandiosen Plot, geniale Wendungen, einen komplexen Weltentwurf und liebenswerte Charaktere, zwischen denen eine wundervolle Liebesgeschichte entsteht. Spannend, herzzerreißend, überraschend und romantisch mit dem gewissen Etwas. Leider hat es für meinen Geschmack ein bisschen lange gebraucht, um zum eigentlichen Kern vorzudringen: Die erste Hälfte würde ich als durchschnittlich guten Fantasyroman bezeichnen, während die zweite Hälfte so unvergleichlich toll und einzigartig ist, dass sie mich einfach umgehauen hat. Man braucht also ein wenig Geduld, um sich von der Geschichte mitreißen zu lassen, doch es lohnt sich so sehr!


    Ohne den schleppenden Start hätte ich wohl die volle Punktzahl vergeben.

    4,5/5 ♥

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    Azalees avatar
    Azaleevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein toller Fantasyroman mit einer komplexen Geschichte und einer unglaublich starken Protagonistin
    Ein Fantasyhighlight mit einer unglaublich starken Protagonistin

    Schon lange habe ich kein Buch mehr von Nina Blazon gelesen und jetzt im Nachhinein frage ich mich, warum eigentlich. Bisher konnte mich jedes Buch von ihr überzeugen und auch Der dunkle Kuss der Sterne bildet da keine Ausnahme

    SCHREIBSTIL:
    Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Canda geschrieben, wodurch man als Leser ihre Entwicklung besonders gut mitverfolgen kann.
    Die Welt des Buches wird sehr gut dargestellt und ich hatte - auch wegen der passenden Beschreibungen - alles bildlich vor Augen.
    Für den Schreibstil gebe ich 5/5 Sterne.

    HANDLUNG:
    Canda soll Tian heiraten, damit die beiden das neue Herrscherpaar werden können. An ihrem Hochzeitsmorgen wacht Canda auf. Tian ist verschwunden und mit ihm ihre wichtigste Gabe - ihr Schönheit. Canda würde alles tun, um Tian zurückzuholen, denn sie glaubt, dass er entführt wurde. Gemeinsam mit Amad muss sie ihren goldenen Käfig in Ghan verlassen und begibt sich auf eine gefährliche Reise, bei der sie viel Neues erfährt.
    Die Handlung des Romans ist sehr komplex, aber auch gut durchdacht. Es gibt eine Liebesgeschichte, die sich langsam entwickelt und dadurch umso glaubwürdiger wird. Teils ist die Handlung etwas langwierig und aufgrund ihrer Komplexität auch etwas verwirrend. Am Ende laufen jedoch alle Fäden zusammen und es kommt zu einer gelungenen Auflösung.
    Für die Handlung gebe ich 4/5 Sterne.

    FIGUREN:

    Die Figuren, auch die Nebenfiguren, sind gut ausgearbeitet.
    Canda ist die Prinzessin, die sich plötzlich in der Welt durchschlagen muss. Sie eine wahnsinnige Entwicklung durch, aber ohne, dass diese von jetzt auf gleich passiert. Es ist ein langsamer Prozess und genau deshalb wirkte Canda auf mich sehr authentisch. Auch ihre Handlungen waren nachvollziehbar.
    Amad ist der Sklave, der Canda begleiten soll. Ihn umgibt ein Geheimnis und auch seine Härte war gut dargstellt.
    Für die Figuren gebe ich 5/5 Sterne.

    FAZIT:
    Ein toller Fantasyroman, perfekt für alle, die eine komplexe Geschichte nicht abschreckt, sondern lockt.
    Der Schreibstil hilft, in die Welt Candas einzutauchen.
    Die Handlung ist gut durchdacht, aber auch sehr komplex.
    Überzeugen tun im Roman jedoch die Figuren. Nicht nur, weil sie gut ausgearbeitet sind, sondern auch weil ihre Entwicklung deutlich sichtbar ist.
    Insgesamt gebe ich dem Buch 5/5 Sterne.

    Kommentare: 1
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    Aleshanees avatar
    Aleshaneevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Wieder ein wunderschönes Leseabenteuer aus der Faunblutwelt ♥
    Wieder eine ganz tolle Geschichte aus der Faunblutwelt!

    Es ist der dritte Band der Autorin der in der Faunblutwelt spielt und ich bin wie jedes Mal total begeistert, mit welcher Vielfalt und welchem Geschick sie ihre Ideen zu einer so fein gesponnenen Wirklichkeit verstrickt und dabei eine bezaubernde Atmosphäre schafft!

    Der Schreibstil ist wie immer wunderschön zu lesen, flüssig und mit vielen Metaphern gespickt. Dabei geht es mit einem guten Tempo voran, ohne sich in Details zu verlieren aber mit genügend Eindringlichkeit, um mich als Leser mitten hinein zu versetzen. Es hat regelrecht einen Sog entwickelt, dem ich mich kaum entziehen konnte!

    Die Charaktere sind zwar aus dem typischen Muster, erhalten aber ihre ganz eigenen Note und die vielen leisen Zwischentöne haben mir besonders gut gefallen. Canda verändert sich auf ihrer Reise und macht eine erstaunliche Entwicklung durch, während die anderen Figuren durch ihr prägnantes Wesen überzeugt haben.

    Hinter der Handlung steckt auch hier wieder eine tiefergehende Frage: nach dem Glück des Einzelnen und ob er es tatsächlich für sich gepachtet hat. Wir Menschen haben viele Gaben und erfreuen uns am Erfolg, gleich ob es um den zwischenmenschlichen, den beruflichen oder persönlichen Bereich geht. Aber darf man daran festhalten und sich über andere stellen und ihnen damit jegliche Chancen nehmen? Und wie sehr lassen wir uns davon täuschen und einschüchtern, von der Macht, dem Reichtum oder der Arroganz der vermeintlich "Besseren"?
    Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und hinter die Masken zu schauen ist nicht leicht, zeigt uns aber eine Schönheit, die reiner und ehrlicher ist als alles andere und die unser Herz berühren kann.

    Das alles wird raffiniert und mit vielen phantastischen Elementen in die Geschichte eingebracht, die auch einige Überraschungen und gegen Ende eine gute Portion Spannung bereit hält. Ein wunderschönes und zu Herzen gehendes Lesevergnügen!

    © Aleshanee
    Weltenwanderer

    Geschichten aus der Faunblutwelt

    1 - Faunblut
    2 - Ascheherz
    3 - Der dunkle Kuss der Sterne
    4 - Der Winter der schwarzen Rosen

    Kommentare: 2
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    Miriam0611s avatar
    Miriam0611vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Hammermässig, wenn auch manchmal verwirrend.
    Eine Reise nicht nur zum Geliebten, sondern auch zu sich selbst

    Inhalt
    Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

    Meinung
    Zuerst hatte ich so meine Schwierigkeiten, richtig in die Story zu finden und herauszufinden, was da jetzt gerade passiert und wer wer ist, da man direkt in die Handlung geworfen wird. Trotzdem war das Buch nachher vom Schreibstil her genial, sodass ich es trotz des Umfangs in einem Rutsch gelesen habe. Nina Blazon besitzt die Fähigkeit, einen mit ihrem Schreibstil in eine fremde Welt zu versetzen. Ich hatte das Gefühl, Canda auf ihrem Weg zu begleiten und auf ihrer Reise zu dem Mädchen, dass ihre Fähigkeiten, ihren Glanz gestohlen hat, zu begleiten. Es war eine Reise, wo Canda endlich herausfand, wer sie wirklich ist, ohne die ihr gegebenen Gaben. Dass sie auch ohne diese Gaben eine bemerkenswerte und aussergewöhnliche Person sein kann. Ihre Reise durch die Welt fand ich unglaublich spannend, vor allem da alles ja in der gleichen ‚Welt‘ (jetzt gemeint als eine Art Galaxis) stattfindet, wie schon ‚Der Winter der schwarzen Rosen‘ welches mich für Nina Blazon begeistert hat. Diese Idee, in sich geschlossene Bücher zu schreiben, welche aber doch alle durch kleine Fäden miteinander verbunden sind, sodass man immer irgendwie das Gefühl hat, nach Hause zu kommen, ist keineswegs neu. Doch hat Nina Blazon einfach diese Qualität, eine sofortige Verbindung des Lesers mit den Personen herzustellen. Ich mag eigentlich nicht zu viel über die Handlung sagen (naja, vielleicht habe ich das sogar schon…) deshalb höre ich hier mit spezifischem jetzt auf. Vertraut mir einfach, wenn das Buch eines der glaubwürdigsten und am besten konstruierten Fantasy-Büchern ist, welches ich je lesen durfte. Ausserdem, wenn man ein wenig über die Geschichte nachdenkt, wird einem klar, dass das Buch auch mit heutigen Ereignissen vernetzt ist und unterschwellig auch Kritik übt. Jedenfalls verlässt Canda sowie ihre Geschichte einen erst mal nicht, sobald man das Buch fertig gelesen hat. Oft habe ich mir überlegt, dass, wenn jetzt das oder das passieren würde, Canda wohl das oder das machen würde.

    Fazit
    Ein wahnsinnig tolles und eindrückliches Buch, welches nicht nur für Genre-Fans geeignet ist. Absolute Leseempfehlung, das Buch sollte man einfach mal gelesen haben. Die Welt wird detailliert zum Leben erweckt und lässt einen mit Rennen vor den Biestern, die hinter Canda her sind und trauert mit ihr, wenn sie trauert.

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    nana_what_elses avatar
    nana_what_elsevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein absolut lesenswerter Roman, der sich durch ein außergewöhnliches Setting und den Mut zu Neuem abhebt.
    Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon

    Langsam dreht er sich zu mir um.
    „Wenn du fällst“, antwortete er mit einer Aufrichtigkeit,
    die mich völlig entwaffnete, „fange ich dich auf.“

    aus: Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon, Seite 178. Textrechte: cbt

    Der Klappentext: Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden …
    Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

    Rezension: Nina Blazon entführt uns in eine Welt, in der klare Hierarchien herrschen, denn ein strenges Ständesystem regelt das Leben in Ghan und teilt die Menschen in arm und reich, in vom Schicksal Geküsste und Verdammte. Canda hat stets nur die Sonnenseiten Ghans erlebt, bis ihr eines Tages ihre Gabe zu glänzen und zu strahlen und andere mit ihrem Lächeln zu verzaubern abhanden kommt – und mit ihr auch das Recht, in der obersten Kaste zu leben. Mit Amad macht sie sich auf die Suche nach ihrer Gabe und ihrem Verlobten Tian – der mitsamt ihrem Glanz verschwunden ist. In Amad findet sie einen schönen und gefährlichen Wegbegleiter, der in Rätseln spricht und mehr zu wissen scheint, als er preisgibt. Auf ihrer gefährlichen Reise erfährt sie nicht nur von der brutalen Geschichte Ghans und wie die Gaben zu den Menschen kamen, sondern lernt auch viel über sich selbst. Sie erfährt Liebe, Verrat und Freundschaft.

    Wenn man einmal durch Mauern geblickt hatte, das lernte ich an diesem Morgen, konnte man nie wieder blind sein.
    aus: Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon, Seite 242. Textrechte: cbt

    Immer wieder bin ich beeindruckt, wie genial die Welten sind, die Nina Blazon erschafft. Die Settings ihrer Fantasy-Romane sind allesamt einzigartig; auch jenes von Der dunkle Kuss der Sterne. Die Handlung entwickelt sich in angenehmem Tempo, geschickte Wendungen im Verlauf sorgen dafür, dass die Story ungemein dynamisch wirkt und das Figurenpersonal ist kunterbunt und aufregend ambivalent. Die bildgewaltige Sprache lässt vor dem inneren Auge Bilder entstehen, lässt einen voll und ganz eintauchen in die fantastische Welt von Ghan. Zwar enthält der Roman durchaus die obligate Portion Romantik, er versinkt jedoch zu keiner Zeit im Kitsch. Vielmehr überrascht er mit so manchem Schocker weitab entfernt von Romantasy und schafft so eine gelungene Mischung aus dem besten aller Genres.

    Zum Schluss – ihr ahnt es schon – muss ich jedoch nach all dieser Lobhudelei ein kleines ABER hinzufügen. Während die Handlung über mehrere Hundert Seiten reift und gedeiht, wird die Geschichte meiner Meinung am Ende regelrecht abgewürgt. Anstatt das Erzählte ausklingen zu lassen und dem Leser noch einen kleinen Ausblick zu gönnen, endet der Roman derart abrupt, dass man das Buch ein klein wenig verdattert und mit dem Gedanken „Da fehlt doch noch ein Kapitel?“ zuschlägt. Da keine Fortsetzung geplant ist, handelt es sich auch um keinen Cliffhanger.

    Persönliches Fazit: Nina Blazon gelingt es einmal mehr, eine fantastische Welt zu erschaffen, die gleichermaßen schockiert und verzaubert. Der dunkle Kuss der Sterne ist trotz des etwas unbefriedigenden Endes ein absolut lesenswerter Roman, der sich durch ein außergewöhnliches Setting und den Mut zu Neuem abhebt.

    Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon | cbt, 2014 | Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag, 528 Seiten | ISBN: 978-3570161555

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    Buchharmoniens avatar
    Buchharmonienvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: 'Der Kuss der dunkeln Sterne' ist romantisch, aber auch dramatisch, geheimnisvoll und wunderbar düster. Ich war auf der Stelle gefesselt!
    Fesselnd und etwas ganz Besonderes...

    'Der Kuss der dunkeln Sterne' ist super romantisch. Aber auch dramatisch, geheimnisvoll und düster.

    Nina Blazons Schreibstil hat mich auf der Stelle gefesselt. Ich habe richtig den Schmerz der Figuren mitempfunden und ja, ich habe geweint. Das sie gut schreibt, wusste ich ja schon von 'Faunblut', das ich mit Sicherheit nochmal lesen werde!

    Anfangs war mir Canda zwar nicht unsympathisch, allerdings fand ich, dass sie sich etwas zu sehr ziert. Dass sie, als sie alles verliert, so viel mehr gewinnt oder es sich eher erkämpft, hat mich sie dann doch schnell ins Herz schließen lassen. Genauso wie ihre Treue. Sie glaubt bis zum Schluss an Tians Unschuld, obwohl alle Beweise darauf hinweisen, dass er sie verlassen hat. Aber auch Mitgefühl und Verständnis lernt sie zu schätzen, denn obwohl sie als Höhere aufgewachsen ist und damit ohne jeden Kontakt zu den Menschen jenseits der Wüste, findet sie bei Fischern und sogar bei Sklaven eine besondere Verbundenheit.
    Amad ist dagegen fast das genaue Gegenteil. Er ist still, düster und geheimnisvoll wie sonst nur die Wenigsten. Er ist an das Leben in der Wüste, als Jäger und als Sklave gewöhnt und wirkt deshalb wohl oft abgehärtet. Und er lässt sich sehr ungern in die Karten schauen. Das Canda ihn mit der Zeit etwas aufweicht hat mich dann doch gewundert und mich aber auch gefreut. Denn auch er ist trotz aller Unterschiede und Hindernisse treu und liebevoll.
    Die einzige Figur, die ich hier noch näher beschreiben will ist Kallas, obwohl es noch mehr gegeben hätte. Allerdings verrate ich vielleicht etwas des Inhalts, also Vorsicht. Kallas ist Candas Glanz, also ihr vierte und verlorene Gabe. Eigentlich hatte ich beschlossen, sie nicht zu mögen, denn sie hatte ihre Geschwister in der Sklaverei und Canda ohne ihren Versprochenen zurückgelassen. Aber als dann herauskam, dass sie das alles aus Liebe tat, fand ich sie dann, obwohl sie ein bisschen selbstbezogen gehandelt hat, nicht unsympathisch. Sie legte am Schluss sogar ihre Meinung zu den Menschen ab. Wenn auch nicht ganz.

    Das Cover ist passend zum Titel voll mit Sternen. Es sieht so aus, als hätte man darauf eine Szene aus dem Buch abgebildet. In dieser erblickt Canda auf dem Fluss ihr Spiegelbild.

    Ich kann insgesamt sagen, ich bin in dieses Buch sowasvon verliebt!

    J. Jasmin

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    steffis-und-heikes-Lesezaubers avatar
    steffis-und-heikes-Lesezaubervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderbarer Jugendfantasyroman, bei dem einfach alles stimmt. Ich bin begeistert!
    Hier stimmt einfach alles, ich bin begeistert!

    Kurzbeschreibung:
    Canda, eine junge Frau der obersten Kaste Ghans, wacht nach einem schrecklichen Albtraum auf und erkennt sich selbst nicht mehr im Spiegel: Es ist ihr Gesicht, das ihr entgegenblickt, aber etwas ist verloren gegangen. Ihr fehlt der Glanz, mit dem sie alle bezaubert hat. Und Tian, dem sie versprochen war, ist spurlos verschwunden … Ihre eigene Familie verstößt sie und lässt sie wegsperren, doch Canda entkommt. Und trifft ausgerechnet auf die Mégana, die Herrscherin des Landes, die ihr einen erstaunlichen Handel vorschlägt: Sie stellt Canda einen Sklaven, den geheimnisvollen Amad, zur Seite, um Tian zu suchen. Doch der Preis, den Canda dafür zahlen muss, ist hoch, und ihre Suche führt auf ungeahnte Wege …

    Meinung:
    Auch wenn ich schon ein überragend gutes Buch von Nina Blazon gelesen habe, hat mich die Kurzbeschreibung hier doch eher an einen typischen Jugendfantasyroman mit Fokus auf die Liebesgeschichte erinnert.

    So habe ich mich mit nicht zu hohen Erwartungen ans Lesen gemacht und wurde schon sehr bald positiv überrascht. Denn Nina Blazons Roman ist wirklich alles andere als gewöhnlich und vorhersehbar.

    Als man anfangs Canda und die geheimnisvolle und spannende Stadt Ghan kennenlernt, entwickelt sich schon gleich eine besondere Atmosphäre. Auch wenn dabei zu Beginn noch viele Fragen offen bleiben und ich mir zunächst eine genauere Beschreibung der Gaben der Hohen und ihrer Wichtigkeit gewünscht hätte, merkt man doch gleich den Zauber, der den Roman auf den einzelnen Seiten durchwirkt.

    So bildhaft, lebendig und fesselnd beschrieben. Zu Beginn eher unaufdringlich, aber je weiter die Zeit voranschreitet desto spannender, stimmiger, komplexer und innovativer wird die ganze Sache. Es gibt viele Wechsel zu verschiedenen Settings und neue Ideen, mit denen man die beschriebene Welt mit all ihren Geheimnissen sehr gut vor Augen geführt bekommt und immer tiefer darin versinkt. Die Autorin hat ihrer Geschichte so viele tolle und fantasievolle Details und unerwartete, aber stimmige Wendungen hinzugefügt, sodass wirklich ein hervorstechender und eindrucksvoller Lesegenuß entstanden ist.

    Protagonistin Canda ist anfangs eigentlich eine typische „Reiche“, etwas hochnäsig, unnahbar und denkt, ihr gehört die Welt. Das ist nicht verwunderlich, da sie ja so aufgewachsen ist und das Machtgefälle in Ghan schon enorm ist. Aber trotzdem kann man schon da ihre Besonderheiten, ihre starke Überzeugung, ihren Mut und ihr gutes Herz erkennen. Sie entwickelt sich im Lauf der Geschichte extrem eindrucksvoll und nachvollziehbar weiter. Lernt, dass das Leben nicht so ist, wie es ihr gesagt wurde, und dass alles seinen Preis hat.

    Aber auch die anderen Figuren wurden von der Autorin eindrucksvoll zum Leben erweckt. Sie sind alle besonders und es gibt so viel an ihnen zu entdecken.

    Ein weiterer positiver Aspekt zeigt sich daran, dass die zu erwartende Liebesgeschichte auch ganz anders verläuft, wie gedacht und sie sich vor allem auch immer dezent im Hintergrund hält. Es gibt zwar immer mal wieder ein paar wohlplatzierte und sehr gefühlvolle Szenen, aber diese verdrängen nie den Haupthandlungsstrang, sondern runden ihn perfekt ab.

    Das Ende ist für sich abgeschlossen und sehr zufriedenstellend. Es werden fast alle offenen Fragen beantwortet und es wäre sogar noch Potential für eine Fortsetzung da, die es aber wohl nicht geben wird, da Frau Blazon ja zumeist eher Einzelbände schreibt. Dabei spielen zwar nun schon einige ihrer Geschichten in derselben Welt und dementsprechend können diese Bände auch als Reihe gelistet werden können, jedoch haben sie wohl abgesehen davon nicht so viel miteinander zu tun und sind alle unabhängig voneinander lesbar.

    Fazit:
    Ein wunderbarer Jugendfantasyroman, bei dem einfach alles stimmt. Eine spannende, komplexe und unerwartete Handlung, viele tolle, innovative und stimmige Ideen, ein extrem bildhafter und atmosphärischer Schreibstil und faszinierende Charaktere, die sich glaubhaft weiterentwickeln und die Geschichte bereichern. Ich bin begeistert und vergebe deutlich die vollen 5 Sterne und eine unbedingte Leseempfehlung.

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