Nina Eggemann Ostmodern

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Inhaltsangabe zu „Ostmodern“ von Nina Eggemann

Mit Ostmode assoziiert man den Einheitslook; vor allem praktisch musste die Alltagskleidung sein. Wer trotzdem individuell und modisch angezogen sein wollte, musste notfalls eben selber nähen. Heraus kam dabei durchaus schicke Alltagskleidung, die sich auf den ersten Blick kaum von der zeitgenössischen Mode in Westdeutschland unterscheidet. Der Unterschied ist vielmehr in den verarbeiteten Materialien zu finden. Mit detailreichen und liebevoll gestalteten Illustrationen führt dieses Anziehpuppen-Buch durch vier Jahrzehnte DDR-Mode. Mehr als 80 Kleidungsstücke und Accessoires zeigen die damaligen aktuellen Trends für den Alltag – zum Ausschneiden, Anprobieren und individuellen Kombinieren an der Puppenfamilie oder einfach nur zum Bewundern und Staunen. Ein kleines Begriffslexikon erläutert die wichtigsten Begriffe aus der DDR-Textilmode.
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  • Rezension zu "Ostmodern" von Nina Eggemann

    Ostmodern
    kathrineverdeen

    kathrineverdeen

    18. November 2012 um 13:18

    Meine Kindheit habe ich in einem Land verbracht, in dem Mode ein kompliziertes Thema war. Entweder musste man stundenlang Schlange stehen, um ein Kleidungsstück zu ergattern, welches kurz danach alle Klassenkameraden auch trugen, oder es wurde aus Stoffen gefertigt, die man nur durch gute Beziehungen bekommen konnte. In der DDR gab es nur wenige Ressourcen in diesem Bereich. Umso wichtiger war es, dass die Kleidungsstücke sehr lange halten und wohl möglich an einen nächsten weiter gegeben werden konnten. Da spielte das Aussehen leider nur eine zweitrangige Rolle. Die Kleidung musste praktisch sein, gut kombinierbar und zweckmäßig. Ein Kleidungsstück, an welches ich mich immer erinnern kann, ist die gute alte DeDeRon–Schürze, die nicht nur meine Oma ständig im Haushalt trug. Sie war bunt, fleckenabweisend, und ist auch nach dem hundertsten Mal waschen nicht aus ihrer Form gelaufen. Gut, dass man heute etwas mehr Möglichkeiten besitzt, aber trotzdem erinnere ich mich gerne daran zurück. Und sehr schön in Erinnerung schwelgen konnte ich, als ich „Ostmodern“ entdeckte. „Ostmodern“ ist in einer Zusammenarbeit mit dem Berliner DDR Museum entstanden und soll spielerisch die Mode aus der DDR durch vier Jahrzehnte darstellen. Es ist ein praktisches Buch, denn nach einem kurzen Vorwort gilt es, die Bastelschere in die Hand zu nehmen und mehr als achtzig Kleidungsstücke und Accessoires auszuschneiden. Diese kann der Bastler nach erfolgreichem Ausschneiden an einer Anziehpuppenfamilie ausprobieren und individuell kombinieren. Die Kleidungsstücke sind in vier Jahrzehnten unterteilt, doch hat man sie erst einmal ausgeschnitten, kann man sie nur schlecht wieder zuordnen, weil sie leider nicht beschriftet sind. Ich habe mir einfach die Zahlen auf die Rückseite geschrieben, um sie so leichter zuordnen zu können. Für jemanden, der nicht mit der Ostmode vertraut ist, fehlen meiner Meinung nach ein paar Hinweise. Obwohl im Vorwort einige typische Kleidungsstücke erwähnt werden, könnte ein in Sachen DDR-Mode unerfahrener Bastler sie nicht unbedingt im Buch als solche erkennen. Hier wäre ein Hinweis wünschenswert gewesen. Derjenige, der die DDR Mode nicht selbst erlebt hat, kann kaum die Begriffe im kleinen Textil-Lexikon am Ende des Buches mit den aufgedruckten Kleidungsstücken in Verbindung bringen. Auch das Ausschneiden könnte sich ein wenig schwieriger gestalten als gedacht. Die Anziehpuppen sind auf dem Bucheinband gedruckt, der sehr stabil ist, und viele Kleidungsstücke haben sehr schmale Zwischenräume, an denen kleinere Kinder scheitern könnten. „Ostmodern“ hat mich ein wenig in Erinnerungen schwelgen lassen und ist somit für viele Osttalgiker reizvoll. Das Gesamtkonzept - typische DDR Mode in ihrer gesamten Vielfältigkeit zu präsentieren – war für mich nicht komplett überzeugend. Leser die keine Vorerfahrungen mit der Ostmode haben, werden hier nicht ausreichend informiert.

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  • Rezension zu "Ostmodern: Original DDR-Schick zum Ausschneiden und Anziehen" von Nina Eggemann

    Ostmodern
    sabisteb

    sabisteb

    31. October 2012 um 15:02

    Mode und DDR? Gab es damals so was? Ja, natürlich gab es in der DDR auch Mode und sogar eigene, synthetische Materialien. Den meisten Westbürgern wie mir, dürfte dieser Teil der DDR Geschichte komplett unbekannt sein. Daher ist es besonders schade, wie dürftig dieses Büchlein wirklich darauf eingeht. Es gibt ein knappes Vorwort, das darauf eingeht, dass Ostmode vor allem recourcenschonend, strapazierfähig, pflegeleicht und haltbar sein musste, weil man ja auf andere Dinge sparte und nicht andauernd neue Kleidung kaufen wollte. Einige Materialien wie Wollpryla werden erwähnt, aber nicht erklärt um was genau es sich handelte. Das ist mehr als dürftig, selbst das kurze, einseitige Lexikon der DDR Textilbranche gibt für den Interessierten nicht wirklich viel her. Nun gut, das Buch entstand in Zusammenarbeit mit dem Berliner DDR Museum, und ist wohl als Ergänzung für Kinder zu dessen Ausstellung zu verstehen. Betrachten wir das Buch also mal unter diesem Aspekt. Schon vor 100 Jahren und davor waren Papierankleidepuppen als Spielzeug für Kinder verbreitet. So gesehen ein klassisches, nostalgisches Kinderspielzeug, das Kreativität anregt aber wohl den Geschmack der heutigen Kinder verfehlen dürfte. Die "Puppen", Mutter, Vatter (mit Oberlippenbart grusel), Mädchen und Junge sind jeweils in den dickeren Bucheinband gedruckt, die Kleidungsstücke, die leider weder beschriftet sind, noch mit Namen versehen wurden (auch wenn im Text der Einleitung auf ganz besondere Kleidungsstücke hingewiesen wird, sind diese für Westbürger nicht zu identifizieren), noch mit einer kleinen Erklärung, was sich in den jeweiligen Jahrzehnten an Schnitten und Materialien änderte, auf die normalen Seiten des Buches, die auf ebenfalls auf dickerem Papier gedruckt sind. Die Kleidungsstücke für die Puppe sind so konzipiert, dass ein Kind, dass diese Kleidungsstücke und Puppen ausschneiden will (wohl mit seiner Bastelschere) nicht allzu viele Details ausschneiden muss, dennoch gibt es bei einigen langen Hosen oder langärmligen Oberteilen einige sehr schmale Zwischenräume an denen einige Kinder wohl durchaus scheitern können. Perforationen wären da sicherlich hilfreich gewesen. Sobald diese Kleidungsstücke ausgeschnitten sind ist eine Zuweisung zu Jahrzehnt nicht mehr möglich, das unterstreicht zwar den Anspruch der DDR Mode auf Kombinierbarkeit ist aber nicht sonderlich lehrreich. Ich hätte es sinnvoll gefunden jedes Kleidungsstück auf der Rückseite mit dem DDR typischen Namen und einer kurzen Beschreibung + Jahr zu versehen. So ist das Buch nicht mehr als ein Kleiderpuppenbastelbuch für Kinder.

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