Nina Federlein Manchmal ist das Leben echt zum Kotzen

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Inhaltsangabe zu „Manchmal ist das Leben echt zum Kotzen“ von Nina Federlein

Psychosomatische Erkrankungen sind heute leider sehr weit verbreitet. Viele Betroffene und deren Angehörige stehen dem Krankheitsbild und dessen Verlauf oft völlig hilflos gegenüber. In diesem Buch erzählt die Autorin ihre eigene Leidensgeschichte. Anhand von Tagebucheinträgen und Berichten, gibt sie dem Leser einen schonungslos ehrlichen Einblick in ihre Gedankenwelt und die täglichen Torturen, die sie während ihres über sieben Jahre andauernden Kampfes mit der Essstörung empfunden und erlebt hat. Aber sie macht auch Hoffnung auf ein erfülltes Leben, da sie es trotz Magersucht - später Bulimie, Depressionen und Borderline-Erkrankung - geschafft hat, aus dem Teufelskreis auszusteigen und heute mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern ein zufriedenes und symptomfreies Leben führt. Nina Federlein: "Jeder Essgestörte hat seine eigene Geschichte. Dies hier ist meine. "

Meiner Meinung nach zu platt und in keinster Weise tiefgründig.

— Literaturchaos
Literaturchaos

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    Manchmal ist das Leben echt zum Kotzen
    Literaturchaos

    Literaturchaos

    26. April 2016 um 14:42

    Was muss ein Mensch alles durchgemacht haben, um psychisch so schwer angeschlagen zu sein, dass er in einen Teufelskreis aus Magersucht, Depressionen, Borderline-Erkrankung und Bulimie gerät? - Das fragt man sich als Leser unweigerlich, wenn man im Klappentext dieses Buches einen kurzen Abriss von Frau Federleins Krankheitsgeschichte liest. Dieser Roman ist biographisch; die Autorin erzählt darin ihre eigene Geschichte und lässt uns auch in Rückblenden an ihren persönlichen Tagebuchaufzeichnungen aus den langen Jahren ihrer Krankheiten teilhaben. Um auf die anfängliche Frage zurückzukommen: Man muss keine schlechte Kindheit oder Jugend gehabt haben, um in diese Krankheitsspirale zu geraten. Man muss auch kein traumatisches Erlebnis gehabt haben. Es reicht anscheinend, wenn man einfach nur unreif, gelangweilt und naiv ist. Wenn man mitten in der Pubertät steckt und mit sich selber nichts anzufangen weiss. Zumindest war es in Frau Federleins Fall so. Klar will jedes pubertierende Mädchen hübscher und dünner als ihre Freundinnen sein - eine richtige Magersucht entwickelt sich aber vermutlich nur bei denen, die keinerlei Selbstbewusstsein vorweisen können. Die dann endlich mal etwas haben, worauf sie stolz sind. Und die - wie im Fall der Autorin -  irgendwann den Absprung verpasst haben und mit akutem Untergewicht in eine therapeutische Klinik eingeliefert werden.... Die Autorin hat leider einen Schreibstil, mit dem ich mich bis zum Schluss nicht anfreunden konnte. Sie erzählt zwar ihre Geschichte, bleibt dabei aber unnahbar, baut keinerlei Bindung zum Leser auf. Ist manchmal flapsig, manchmal zynisch, manchmal geradezu stolz auf ihre Fähigkeit zu hungern und ist manchmal dermassen emotionslos, als ob diese Erkrankung und alle weiteren völlig normal wären. Außerdem erzählt sie das ganze Buch über in einem Umgangston, in dem man sich unterhält, in dem man aber nicht schreibt, da er einfach unangenehm zu lesen ist. Dazu kommen auffallend viele Rechtschreib-, Satzbau- und Zeichenfehler, die meiner Lesefreude einen ganz erheblichen Dämpfer verpasst haben. Man hat zudem als Leser immer wieder das Gefühl, sich im Kreis zu drehen, da die Autorin sich oft wiederholt. Sei es nun, wenn es um den Mann geht, dem sie hörig ist (er ruft an - sie lässt alles stehen und liegen und fährt zu ihm - er meldet sich wochenlang nicht - er ruft wieder an - sie eilt wieder zu ihm - usw.) oder wenn es wieder und wieder detailliert um die Fress- und Kotzanfälle in ihrer Bulimie-Zeit geht. Inklusive vorheriger Einkaufstour. Frau Federlein erzählt viel über ihre Krankheit aber nicht über sich und ihre Emotionen oder wie Ihr direktes Umfeld auf ihr immer dünneres Ich reagiert. Anscheinend nimmt jeder, auch ihre Eltern, alles so hin wie es ist. Da frage ich mich doch ernsthaft, warum sich niemand die Mühe macht, mal ein tiefgreifendes Gespräch mit ihr zu führen, um verstehen zu können, warum sie krank ist? Warum ihr niemand direkt Hilfe anbietet? Man muss der Autorin auf jeden Fall Respekt zollen, dass sie so mutig war, ihre Geschichte aufzuschreiben. Trotzdem konnte dieser Roman mich nicht überzeugen. Vielleicht muss man selber solche Erkrankungen erleiden oder im direkten Umfeld haben. Ich persönlich hatte da bisher zum Glück noch nie Berührungspunkte, eventuell kann ich deshalb die Beweggründe der Autorin überhaupt nicht nachvollziehen. Für mich kam das Buch ziemlich platt und in keinster Weise tiefgründig rüber.

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