Die Schönheit der Nacht

von Nina George 
4,1 Sterne bei160 Bewertungen
Die Schönheit der Nacht
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Positiv (126):
Inge78s avatar

so ein unglaublich schönes Buch, so tief, so nachhaltig nachhallend, so zum Fallen lassen , eine wunderschöne Sprache

Kritisch (14):
N

Die besseren Bücher über das Leben und die Leiden von Französinnen werden immer noch von Französinnen und Franzosen geschrieben

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Inhaltsangabe zu "Die Schönheit der Nacht"

Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Bestseller-Autorin Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren.

Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.
In der "Schönheit der Nacht" erzählt Nina George, Autorin des Welt-Bestsellers „Das Lavendelzimmer“, sinnlich, intensiv und präzise von Weiblichkeit in allen Facetten: eine Geschichte vom Werden, vom Versteinern und vom Aufbrechen.

"Sie ist eine Frau, die in die Seelen der Menschen schaut." Thalia Magazin "Stories"

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426654064
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:256 Seiten
Verlag:Knaur
Erscheinungsdatum:02.05.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 22.05.2019 bei Argon erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    AzurPerles avatar
    AzurPerlevor 20 Tagen
    Kurzmeinung: Zwei Frauen auf der Suche nach sich selbst begegnen sich zufällig. Und danach ist nichts mehr, wie es war.
    Die Schönheit der Nacht - Rezension

    In jedem Blick suchen wir das Meer - Und in jedem Meer den einen Blick.

    Mit diesen ersten Worten beginnt das Buch 'Die Schönheit der Nacht' - gedruckt auf türkisfarbenem Papier, wie schwimmende Buchstaben im Meer. Ein schöner Einstieg.

    Worum geht's ?

    Es geht um Liebe, wie sie wird, was sie aus einem macht, um die Sehnsucht danach, sich vollkommen zu fühlen.
    Claire, Mutter eines erwachsenen Sohnes und eine in Paris lebende, mit einem Musiker verheiratete Verhaltensbiologin, funktioniert im Grunde nur noch in ihrem Leben.
    Die viel jüngere Julie dagegen wartet rastlos darauf, dass endlich ihr Leben beginnt und Träume wahr werden können.
    Diese beiden Frauen treffen nun zufällig aufeinander - die Gewordene und die Werdende - und entdecken während einer Reise in die Bretagne, wie es ist, Geheimnisse zu haben und sich letztlich dem Leben zu stellen.

    Poetisch und emotional, sinnlich und leicht melancholisch erzählt hier Nina George über diese beiden so unterschiedlichen Frauen. Sie lässt viel Raum für stimmungsvolle Beschreibungen, die einen wie übers Meer tragen.

    Im Vorwort steht: Sag: und wie willst Du wirklich leben? Für die Freiheit der Frauen.
    Dies ist eigentlich die Kernessenz dieses Buches, das hauptsächlich von seiner Sprache lebt.
    Schön ist ebenfalls das Dankeswort am Schluss, ausführlich und informativ.
    Man fühlt sich als Leser persönlich angesprochen und erfährt so etwas über die Entstehungsgeschichte, fast ein filmischer Schluss, ein Making of.

    Fazit:

    Lesenswert auf jeden Fall. Und bestimmt interessant, liest man dieses Buch mit Mitte Zwanzig, und dann wieder 20 Jahre später. Oder 40 Jahre.

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    claire_silvers avatar
    claire_silvervor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine berührende Geschichte, die zum Nachdenken über sich selbst und über das Leben anregt.
    Poetisch, berührend und zum Nachdenken anregend

    Das Cover des Buches ist schlicht in Schwarz/Weiß gehalten. Darauf sieht man einen Teil der Rückseite einer Frau mit einem andeutungsweise geöffneten Reißverschluss eines Kleides. Einfach, aber dennoch verführerisch und geheimnisvoll wirkt das Cover, da man gerne die Person von vorne betrachten und kennen lernen möchte. 
    Der Schreibstil von Nina George hat meine Neugier geweckt. Sie verwendet einen interessanten und fantastischen Schreibstil, der mich fesselt und die Spannung innerhalb der Kapitel aufrecht erhält. Die Autorin stellt ihre Figuren und Situationen sowohl bildlich als auch detailliert dar. Ihr gelingt es durch meist kurz gehaltene, aber dennoch sehr gehaltvolle und wahrhafte Sätze, die Szenen bildhaft und realistisch wirken zu lassen. 
    Der Roman wirft viele Fragen auf, die den Leser konfrontieren, mit sich selbst zu beschäftigen. Beispielsweise "Wer bin ich und was möchte ich im Leben erreichen?". 
    Claire ist eine angesehene Verhaltensbiologin, die gerne wieder spüren möchte, dass sie noch am Leben ist und dieses überhaupt genießen kann. Sie fragt sich, wie ihre Ehe ist, wie ihr Leben verlaufen ist und ob sie nun das hat, was sie haben wollte. 
    Sie ist mit ihrem Liebhaber fremd gegangen und auch ihr Mann hat sie betrogen. 
    Zwischen den beiden herrscht Stillschweigen, wird das noch belastend für die Ehe oder wird die Stille doch noch gebrochen?

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    Daniela8s avatar
    Daniela8vor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Grandios. Wunderbar. Zweimal gelesen hintereinander.
    Atmosphäre, Sprache, Lebensthemen

    Ich mag dieses Buch sehr. Nina George erschafft eine Atmosphäre, die mir sofort Lust macht, in die Bretagne aufzubrechen. Sie verwendet eine wunderbar bildhafte und kluge Sprache. Die Themen des Buches sind aufregend, berührend und stimmen nachdenklich. Ich habe den Roman in zwei Abenden (bzw. Nächten) durchgelesen und dann gleich wieder von vorne begonnen. 

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    N
    Nenettevor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Die besseren Bücher über das Leben und die Leiden von Französinnen werden immer noch von Französinnen und Franzosen geschrieben
    Langatmig und vorhersehbar

    Mein Fazit ist schnell gesagt: die besseren Bücher über das Leben und die Leiden von Französinnen werden immer noch von Französinnen und Franzosen geschrieben, daran ändert Nina Georges Roman nichts.
    Die Beschreibung der Annäherung zweier Frauen, die eine auf der Suche nach ihrer Bestimmung, die andere in Ablehnung dessen, was bislang ihre Bestimmung war, breitet sich in einer sehr poetischen, manchmal grenzwertigen Sprache aus - mit Augen und Ohren zuhören? Echt jetzt? Das würde, glaube ich, manches Schriftstellerdebüt sofort aus dem Rennen werfen.
    Ich habe eine Weile gebraucht, bis ich in das Buch gefunden habe und bin danach immer wieder irgendwie verloren gegangen. Zu viele Metaphern und zu verspielt kam mir der Anfang daher. Die große Überraschung, wer Julie ist, hat mich eine Weile gefesselt, doch die bretonischen Ferien waren zu vorhersehbar, die Personen zu stereotypisch, die Lebenslagen abgewetzt. Da fehlte die bekannte Schauspielerin mit dem jüngeren Lover nicht, da gab es keine Ehe, die nicht entweder im Scheitern begriffen, mitten in der Scheidung oder schon vor dem Anfang gescheitert war.
    Ich habe in dem Roman außerdem ein französisches Lektorat vermisst. Der Roman hätte, aus meiner Sicht, auch in Berlin und an der Ostsee verortet werden können, er wäre authentischer gewesen, die Aufzählung französischer Getränke und Speisen, die mehrfache Erwähnung von Marcon und seiner Brigitte usw., das hätte man sich sparen können. Da die Geschichte nun aber in Frankreich angesiedelt und außerdem mit französischen Worten und Redewendungen gespickt ist, wäre es schön gewesen, hätte sich mal jemand der Fehler im Französischen angenommen. Es reicht bei Liedtexten, nach dem Titel zu googeln und man findet im allgemeinen die korrekte Schreibweise, manchmal sogar mit der korrekten Übersetzung. Ein Franzose trinkt seinen Kaffee nicht aus der Boule, sondern aus einem Bol, er kauft keine Baguette au Campagne (höchstens ein Pain à la campagne, wenn er es auf dem Land kauft, im Allgemeinen kauft er Pain de campagne). Und nein, Stromae kommt nicht aus dem Senegal, er ist noch nicht mal Franzose, sondern Belgier mit einem ruandischen Vater. Das kann man ganz leicht im Internet herausfinden. Nur mal so als Beispiel!
    Das alles hat dazu geführt, dass mich dieses Buch nicht vom Hocker gehauen, sondern phasenweise sogar geärgert hat.



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    K
    Krissi80vor 3 Monaten
    Wortgewaltige Gedankenwelt

    Nina George ist eine Florettfechterin der deutschen Sprache und zieht die Leserschaft durch eine sich successive steigernde Handlung in ihren Bann. Die Schönheit der Nacht ist auch die Schönheit der Gedanken und Sprache, die die Entwicklung einer Frauenliebe und den endgültigen Absturz einer Ehe dokumentiert.
    Fazit: Absolut lesenswert.

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    Angie*s avatar
    Angie*vor 3 Monaten
    Kurzmeinung: Ein bezauberndes Liebes- Buch, welches an der bretonischen Küste spielt!
    Einengende Konventionen aus dem Zimmer im Kopf verlassen!


    Rezension

    INHALT/ KLAPPENTEXT:

    Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Bestseller-Autorin Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren. 

    Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.



    MEINE MEINUNG: 
    Zitat Seite 195 : " Sie hatte es nie geschafft, sich aus ihrem eigenen Zimmer im Kopf so weit hinauszuwagen, um das, was hinter den verschlossenen Türen ihres Selbst geschah, einer anderen mitzuteilen."

    Ein Buch, welches mich sehr gefesselt hat durch seinen wunderschönen Sprachstil und die treffende Aussagekraft der Autorin. Sie beschreibt das Innere Zueinanderfinden von zwei Frauen so faszinierend, dass ich bewusst langsam gelesen habe, um jeden Satz gebührend geniessen zu können. Ihre Beschreibungen des bretonischen Himmels und des Meeres in allen Schattierungen der Farben Blau, Grau, Weiss, Grün  lässt schillernde Bilder im Kopf entstehen, in denen sich die flirrende Hitze des Sommers und die sich entwickelnden Zuneigung der beiden Frauen zueinander geduldig, wie eine leichte  weisse Wolke, ausbreitet. Die Stimmung im Buch der lauwarmen Nächte am Meer, kann ich hier gar nicht gebührend beschreiben. Das muss man einfach selber erlesen.
    Sommerhaus- und Ferienatmosphäre pur, gewürzt mit französischem Flair und vielen Ausdrücken aus dieser Sprache.

     Die beiden Protagonistinnen sind sehr unterschiedlich. Claire, eine gestandene Wissenschaftlerin in der Mitte ihres Leben, verheiratet mit dem Musik-Komponisten Gilles und Mutter des erwachsenen Nicola.
    Julie, Nicola's Freundin, eine neunzehnjährige vor Lebenslust sprühende junge Frau, die am liebsten Sängerin werden möchte, es sich selber aber noch nicht zutraut. Von inneren Zweifeln geplagt, lässt sie sich auf den Urlaub am Meer mit Niklas und  seinen Eltern ein. 
    Sie erlebt dort nicht nur das für sie neue Schwimmen im Meer,  sanft behütet von Claire, sondern auch das Schwimmen auf den Wogen ihres kommenden Lebens. 
    Beide Frauen verlassen in diesem Sommer das einengende, konventionelle  Zimmer in ihrem Kopf und begeben sich auf eine Reise zu sich selber. 
    Dass es dadurch Verletzungen der Menschen ihrer Lebenskreise gibt, ist bitter, aber unabänderlich. 
    So kann das Leben in Beziehungen sein, mit all seinen möglichen Nuancen von Liebe, Glücksempfinden bis hin zu tiefer Trauer.

    Auch die Halbgeschwister von Claire und alle anderen Protagonisten , wie Ehemann Gilles und Sohn Nicolas sind von der Autorin mit unterschiedlichen,  sehr beeindruckenden und ansprechenden Charakteren ausgestattet worden. 

    Dieses Buch hat mich verzaubert, spielerisch an die bretonische Atlantik-Küste katapultiert und wahnsinnig beeindruckt. 

    Meine Bewertung : FÜNF ***** STERNE für diese sehr schöne und grossartige Geschichte.

    Herzlichen Dank an die Autorin und den Knaur Verlag für das Leseexemplar! 

    Kommentare: 1
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    booklovings avatar
    booklovingvor 4 Monaten
    Wunderbar poetisch

    INHALT
    „Wie viele Geheimnisse verschweigt jede Frau?“
    Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen, welche Geheimnisse sie so sorgfältig vor sich selbst gehütet haben. Und was sie wagen müssen, um die zu werden, die sie sein können.
    (Quelle Klappentext Knaur Verlag)


    MEINE MEINUNG
    Mit ihrem neusten Werk „Die Schönheit der Nacht“ ist der deutschen Autorin Nina George erneut ein äußerst beeindruckender Roman gelungen, der mich sehr bewegt hat. Es ist eine unglaublich intensive, tiefgründige und sinnliche Geschichte über das Leben in all seinen Facetten, über unausgelebte Sehnsüchte und tief verborgene Geheimnisse. Zwei faszinierende Frauen stehen im Mittelpunkt der Handlung, die sich zunehmend zueinander hingezogen fühlen – beide auf der sehnsüchtigen Suche nach sich selbst, nach unstillbarer Leidenschaft und neuer Lebenslust. Clair, die selbstbewusste, lebenserfahrene, aber unglückliche Verhaltensbiologin, die sehr unnahbar wirkt und die Menschen wie keine andere zu lesen vermag. Julie auf der anderen Seite, die Freundin von Claires Sohn Nico, ein cleveres, aber recht unsicheren junges Mädchen und zugleich voller ungeduldiger Erwartungen. Wir erleben einen gemeinsamen Sommer an der bretonischen Küste, der mit großer, ungeahnter Wucht alles unwiderruflich in Gang setzt, und danach alle Beteiligten nie mehr dieselben sein lässt.
    In geschickt gesetzten Rückblicken erfahren wir nach und nach viele Hintergründe zu Claires Lebensgeschichte, die ihre Unzufriedenheit mit ihrem derzeitigen, festgefahrenen Leben verdeutlichen und uns ihre Persönlichkeit und Motive schrittweise näher bringen. Auf eine sehr sinnliche Weise fließen Gedanken, Emotionen und Betrachtungen ineinander und entfalten vor unserem inneren Auge ein bewegendes, schillerndes Gesamtbild. Nina George versteht es meisterlich, Stimmungen und Bilder einfühlsam und mit viel Feingespür einzufangen und eine unnachahmlich dichte, zuweilen melancholische Stimmung heraufzubeschwören. Ihre äußerst bildhafte, poetische Sprache konnte mich rasch gefangen nehmen und mich begeistern. Mit emotionaler Eindringlichkeit und Leidenschaft schickt sie uns Leser auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle.
    Einzigartig sind auch die sehr gelungenen, atmosphärisch dichten Beschreibungen des bretonischen Finistères, die das herbe Flair einfangen, die dort angesiedelte Handlung wundervoll treffend in Szene setzen und zudem neugierig auf diese einzigartige, ursprüngliche Küstenregion machen. Sehr gut gefallen hat mir auch das Spiel der Autorin mit dem Motiv des Meeres mit seiner Unendlichkeit, das immer wieder in den Mittelpunkt rückt und sehr schön die gewaltigen, aufwogenden Emotionen im Wandel der Geschichte widerspiegelt.

    FAZIT
    Ein außergewöhnlicher, aufwühlender und nachdenklich stimmender Roman mit einer wundervoll poetischen Sprache! Sehr lesenswert!

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    haensbaenss avatar
    haensbaensvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Das Buch wühlt auf und schenkt ein Stück der Freiheit, die man in Andeutungen gespürt hat und hofft, irgendwann selbst zu finden.
    Ein Jahreshighlight - »Für die Freiheit der Frauen«

    Vollständige Rezension: queerbuch.wordpress.com

    Dieses Buch ist in so vielen Facetten wunderschön. Angefangen bei seiner Hülle, der Gestaltung des Covers und sehr besonderen Stoffbindung mit geradem Buchrücken, einem türkisfarbenem Lesebändchen und gleichfarbigen Vorsatz mit zwei Zeilen, die sogleich die Tiefe des Inhalts widerspiegeln: »Im jedem Blick suchen wir das Meer. Und in jedem Meer den einen Blick.«

    Ein weiterer Hinweis darauf, dass man mit diesem Buch etwas Besonderes vor sich hat, ist die Widmung »Für die Freiheit der Frauen.«, die für mich genau die Essenz wiedergibt, um die es in dieser Geschichte eigentlich geht. Denn es geht nicht um die Dramatik dessen, dass eine Frau ihren Mann betrügt, denn als solcher Betrug wird das gar nicht gesehen. Die Verbindung einer Ehe steht auf einer ganz anderen Ebene als das kurze sexuelle Flüchten in andere Welten, dem beide Ehepartner regelmäßig nachgehen. Es geht um die Aufopferung Claires, die sie seit dem Tag ihrer Einschulung begleitet und um die Frage nach dem »Was brauchst du?« vor dem »Was brauche ich?«. Gilles, der seine künstlerische Frustration in Liebschaften mit anderen Frauen auslebt und doch seine Ehe mit Claire nie in Frage stellt. Es geht um Missverständnisse, fehlende Nähe und fehlende Annäherung, die Claire vergessen lassen, wo sie eigentlich hinwollte, welche Träume und Pläne sie hatte. Claire, die nicht nur Mutter, Ehefrau, erfolgreiche Verhaltensbiologin, Mutter sein will sondern Claire.

    Und dann kommt Julie. Julie, die noch überhaupt nicht weiß, wer sie ist, voller Erwartung an das Leben, an etwas, das sie brennen lässt, damit sie spürt, was es heißt zu leben. In Nico, Claires Sohn, hofft sie genau das zu finden. Und so ungünstig Claires und Julies Kennenlernen auch sein mag, so einfach gestaltet sich die Annäherung auf Basis der Geheimnisse, die sie vor ihrer Umwelt haben. Claire, die Ehebrecherin, die eigentlich von einer künstlerischen Tätigkeit träumt; Julie, die nicht schwimmen kann, die für ihr Leben gern singt aber Angst hat, die für Nico nicht das fühlt, was sie fühlen will.

    Mit diesem Hintergrund war es für mich doch nicht ganz klar, worauf das Buch hinausläuft, fand es am Ende angekommen aber doch sehr stimmig. Für alle, die sich fragen, ob das nun ein Buch über zwei Frauen ist, die zusammenkommen, möchte ich zunächst mit folgenden beiden Zitaten antworten (es folgen Spoiler):

    Vier Sorten Salz. Das Salz des Meeres. Das Salz der Tränen. Das Salz des Schweißes. Das Salz des »Ursprungs der Welt«, wie Gustave Courbet die dunkle Blüte einer Frau nannte. (S. 22)

    Claire nahm Julies Hand und zog sie hoch, sie liefen über die Wiese zurück ins Haus, sie zogen einander die Schwimmanzüge aus, sie kosteten vier Sorten Salz. (S. 296)

    Trotzdem sind die Frauen nicht für ein gemeinsames Leben gemacht, sondern genau das, was sie in dem Moment brauchen, was sie brauchen, um wieder zu sich zu finden (Claire) und herauszufinden, wer immer neben ihnen schwimmt (Julie). Um herauszufinden, dass sie nicht »Frau von«, »Mutter von«, »Schwägerin von« sein wollen, sondern einfach Juliet und Claire. Dass sie frei sein wollen und genau danach streben, was sie ausmacht.

    Wer eine lesbische Liebesgeschichte sucht, den wird Die Schönheit der Nacht enttäuschen, denn das ist es nicht. Wie das im Leben oft der Fall ist, begegnen wir Menschen, an denen wir wachsen, die uns für eine gewisse Zeit die Welt bedeuten und in diesem Fall die Suche nach uns selbst ermöglichen. Zwei Menschen, die nach einiger Zeit wieder getrennte Wege gehen und die sich gegenseitig in warmer Erinnerung behalten. Auch gibt dieses Buch Hoffnung für Ehen, die verloren scheinen, und die vielleicht doch noch eine Chance erhalten, wenn jeder nach seinen Zielen und Idealen strebt und ehrlich zu sich selbst ist.

    Die größte Schönheit dieser Geschichte liegt für mich allerdings im Schreibstil der Autorin. Selten lese ich Werke, bei denen jedes einzelne Wort so sorgsam ausgesucht scheint und so bedacht gewählt, dass die Sätze einen wellenartig wie das Meer durch die Seiten tragen und eine vollkommene Unvollkommenheit bilden. Nina George schreibt in voller Poesie und lässt uns diese Freiheit, man selbst zu sein und vor allem, mit sich selbst zu sein, nur zu deutlich spüren.

    Fazit

    Die Schönheit der Nacht hat mich sehr berührt. Es wühlt auf und schenkt ein Stück der Freiheit, die man vielleicht schon hin und wieder in Andeutungen gespürt hat und hofft, irgendwann selbst zu finden. Zwei Frauen, die sich durch ihre gegenseitige Annäherung selbst finden und irgendwann wieder loslassen. Geschrieben in zutiefst poetischer Sprache, in der man nur so versinken kann. Vom Lieben, Loslassen und Wiederfinden. Eines meiner Jahreshighlights und unbedingt empfehlenswert.

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    verena_vosss avatar
    verena_vossvor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Mein Highlight dieses Jahr!! Was für eine Sinnlichkeit. Welche Geheimnisse hat eine Frau? Lest es! Unbedingt!
    Sinnlich, weiblich und unglaublich berührend!

    4 Sorten Salz. Das Salz des Meeres. Das Salz der Tränen. Das Salz des Schweißes. Das Salz des „Ursprungs“ der Welt, wie Gustave Courbet die dunkle Blüte der Frau nannte.



    Es geht in diesem Buch um 2 Frauen. Die „Werdende“ namens Julie, eine junge Erwachsene die ihren Weg und ihre Leidenschaft für das Leben finden möchte. Auf der anderen Seite begleiten wir Claire, Madame le Professeur, eine reife Frau, die alles erreicht hat in ihrem Leben. Dennoch fühlt sie sich nicht gesehen. Nicht verstanden. Sie wirkt auf andere kühl und unnahbar. Versteinert und in sich zusammengerollt wie ein Ammonit. Sie ist Ehefrau und Mutter, die für den

    Lebensunterhalt sorgt, da ihr Mann Gilles „nur“ Künstler ist. Sie haben sich mit 20 kennengelernt, während des Studiums und sind nach 2 Jahren Eltern geworden. Claire, wie auch die meisten Frauen nach einer Geburt, muss viel zurückstecken und lässt sich für die rechte Ordnung treiben. Es gibt keine Entscheidungsfreiheiten mehr, keine Liebhaber an die man sich nicht binden muss. Sie fügt sich in ihr Dasein all die Jahre und akzeptiert auch Seitensprünge ihres Mannes, wie die Tatsache keine Freunde zu haben, da sie sich niemandem öffnet, um nicht verletzt zu werden.



    Dies hängt mit ihrer harten Kindheit zusammen. Als Jüngste von 3 Kindern muss sie mit 11 Jahren viele tragende Entscheidungen treffen, da ihre Maman psychisch so labil ist, das sie in eine Klinik verwiesen wird. Sie wollte in dieser Zeit, wie auch während der schweren Zeit mit der Mutter, meist wie ein Ammonit sein, dieses Gebiet der Paleontologie interessierte sie schon immer. Zeitlos, ruhig, verlässlich, ein Nautilus der sich um sein Innerstes schlägt, denn ihre Mutter

    war dazu nicht fähig und ihre beiden Geschwister mussten ja beschützt werden, dachte Claire. Sie war immer die mit Logik und Scharfsinn. Claire schreibt damals sämtliche Verwandte an ( alle 3 Kinder haben einen separaten biologischen

    Vater) und eine Tante aus der fernen Bretagne nimmt sie auf. Sie leben dort behütet am Meer und gehen ihre Wege. Claire geht nach Oxford. Sie bekommt das Stipendium. Verhaltensforschung.



    Die heutige Claire geht fremd. Nicht um ihrem Mann eins auszuwischen, sondern um Frau sein zu dürfen. Sie möchte gesehen werden. Man soll keine voreiligen Entschlüsse fassen können. Keine Vergangenheit. Keine Namen. Sie möchte sie selbst sein. Lieben, Leiden, Leben und Leidenschaft spüren. Begehrt werden, keine Mutter oder Koordinatorin sein. Eine Regel. Nie mit demselben Mann.



    Nach einer Liaison verlässt sie zügig das Hotelzimmer und begegnet einem Zimmermädchen.

    Sie trifft Julie. Die Zukünftige ihres Sohnes Nicolas, wie sich später herausstellt. Claire muss wegen ihrem Job verreisen. Aus dem Paris, in die Bretagne. Zu ihren Wurzeln. Ihr Mann und auch Nicolas möchten Julie mitnehmen. Nach dem Vorstellungsessen für die „Schwiegertochter“,willigt Claire ein. Sie weiß, dass Julie sie erkannt hat. Die Frau die sie vor kurzem in einem Hotel getroffen und hinter Tür Nr 32 gehört hat. Doch Julie schweigt. Sie versucht Claire zu verstehen., warum sie so handelt, obwohl sie doch alles hat. Sie fahren zu viert in die Bretagne.



    Julie fühlt sich schon nach kurzer Zeit zu Claire hingezogen. Tag um Tag ist sie mehr von ihr fasziniert. Claire ist für Julie vollkommen. Eine Felsin. Der Beginn einer Veränderung. Doch wohin führen sie Gefühle?



    Claire kann Julie nicht begreifen, nicht erfassen. Was will sie? An wen erinnert sie Claire? Warum wird Claire ohne Grund wütend? Julie ist ein Riss in Claires Gefüge. Sie hadert mit ihrem Leben. Mit ihren Entscheidungen. Wer ist sie wirklich? Wieviel Jahre fließen davon bis man sein wahres Ich gefunden hat? Claire, liebesbedürftig, müde, wund vom Leben selbst, erstarrt, abgekühlt, Frau „Zimmerlautstärke“. Sie fragt sich ob sie immer nur leisten muss um zu dürfen. Claire fasst einen Entschluss. Sie will alles, alles fühlen, alles wollen, ohne Gegenwehr um sich selbst und sein Leben somit wegwerfen. Sie will sich endlich finden!





    Dieser Roman von Nina George hat mich unfassbar berührt. Es ist ein Buch über das man am liebsten mit jedem darüber sprechen möchte. Immer ein aktuelles Thema. Wir sind Frau, Ehefrau, Mutter und Geliebte zugleich. Wer wollen wir tatsächlich sein und zu was haben wir den Mut? Dieses Buch erzählt uns mit so viel Gefühl und Hingabe vom

    Werden und vom Sein. Wieviel Frauen können bzw. wollen wir sein? Wir suchen doch alle nach unserem wahren Ich. Nach unserem Weg, unseren verborgenen Wünschen und Geheimnissen. Leidenschaft und Begehren spielt hier eine zentrale

    Rolle. Nina George beschreibt zutiefst und intensiv die Gefühle der beiden Protagonistinnen. Ab und an wirken die Orts- oder Wetterbeschreibungen etwas überzogen, dennoch fließt man mit Georges poetischen Schreibstil nur so über die Seiten. Diese Sehnsucht und der unbändige Wille etwas zu verändern, etwas zu wagen, nehmen

    den Leser ungefragt mit in Claires und Julies Welt.



    Dieses sinnliche und sehr poetische Buch macht durchaus nachdenklich. Ist man die, die man sein möchte? Wer kann das von euch mit ja beantworten? 😉



    Lest das Buch bitte!! Highlight dieses Jahr!



    Danke fürs Lesen meiner Empfehlung.



    Eure Verena

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    D
    DaddyCoolvor 4 Monaten
    Frauenkrimi

    Die erfolgreiche Professorin Claire ist mit sich und ihrem Leben unzufrieden. Ihr Sohn will ausziehen, ihr Mann betrügt sie - nun beginnt sie selbst eine Affäre. Während eines Hotelaufenthaltes begegnet sie einer jungen Frau - und ist fasziniert von ihr. Das fatale: Kurz darauf stellt ihr Sohn ihr seine Freundin vor - es handelt sich um diese Frau. 

    Ich glaube, dies ist ein Buch, das nur Frauen verstehen können. Mir war das alles etwas zu kurios und konstruiert. Nebenbei hat mich das Thema nicht wirklich gepackt. Schlichtweg herrschte bei mir Desinteresse und Langeweile vor. Der Schreibstil konnte mich ebenfalls nicht überzeugen, so daß ich das Buch leider auf der Hälfte abgebrochen habe.

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    TheCoonvor 5 Monaten
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