Nina Jäckle Sevilla

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Inhaltsangabe zu „Sevilla“ von Nina Jäckle

Ihren Namen, ihr Land, ihre Stadt, ihre Sprache hat sie hinter sich gelassen, die neue Stadt heißt Sevilla. Geld besitzt sie im Überfluss und fängt doch kein neues Leben an. Sie wartet - auf ihren Geliebten, ihren Komplizen, der sie mit dem erbeuteten Geld vorausgeschickt hat. Doch mit jedem weiteren Tag, den sie ohne Nachricht von ihm bleibt, verwandelt sich das Warten langsam in ein Leben allein. Beinahe unmerklich dringen die fremde Stadt, die fremde Sprache in ihr Vakuum ein, nehmen von ihr Besitz, verändern sie, bis sie merkt, dass sie gar nicht mehr bereit ist, das erbeutete Geld und ihr Leben mit ihm zu teilen. Ihr Plan ist von zwingender Logik: Einen Untergetauchten wird niemand vermissen ...Mit der Präzision und Musikalität, die sie auszeichnen, erzählt Nina Jäckle vom Vergessen und dem Verschwinden in einer anderen Sprache, von der unkontrollierbaren Dynamik des Lebens selbst.

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  • Rezension zu "Sevilla" von Nina Jäckle

    Sevilla
    Daphne1962

    Daphne1962

    27. July 2012 um 19:46

    Sie flüchtet nach Sevilla mit einem Koffer voller Geld. Beute aus einem Raub. Sie mietet eine Wohnung und wartet. Er will nachkommen. Sie soll ihn nicht suchen, er würde kommen. Sie hat alles hinter sich gelassen, Familie, Freunde, ihr Land, die Stadt. Die Tage verstreichen, die Warterei zermürbt, anfangs zählt sie noch, dann verliert sie sich in Beobachtungen. Sie spricht die Sprache nicht, lernt immer ein Wort. Diese Worte fließen hin und wieder in den den Text mit ein. Irgendwann will sie gar nicht mehr, das er kommt. Möchte alles abstreifen, wie eine Haut. Nina Jaeckle schreibt ein wenig lyrisch. Da ist z.B. der Satz „Hier wird laut gerufen für die, die nicht gut hören, hier wird langsam gesprochen für die, die nicht gut verstehen, hier wird gelacht für jene, die nichts mehr zu lachen haben“. Die Sätze sind kurz und knapp, aber haben Wirkung auf den Leser. Es ist die Sprache, die das Buch ausmacht und das sich hineinversetzen in die Wartende. Mir hat das kurzweilige Buch sehr gefallen.

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  • Rezension zu "Sevilla" von Nina Jäckle

    Sevilla
    Clari

    Clari

    14. April 2010 um 15:42

    Namenlos und einsam.......... Eine namenlose Frau geht durch die Gassen Sevillas. Sie denkt nach und spricht mit sich selbst. Sie ist fremd hier, kennt niemanden und auch nicht die Sprache. Sie wartet, wartet auf einen fernen Geliebten. Er hat sie voraus geschickt mit sehr viel Geld. Woher stammt das Geld? Hat er einen Raub begangen, hat sie ihm geholfen? Sie fühlt sich beziehungslos und allein in der Stadt,--und sie wartet. Die Zeit verschwimmt, die Tage verrinnen, und sie bleibt allein. In sehr kurzen und knappen Sätzen verläuft diese kleine Erzählung, in der eine Frau aus ihrem Land geflohen ist mit der Hoffnung, dass ihr Freund, Mann, Geliebter oder Komplize bald nachkommen werde. Sie verliert allmählich das Bewusstsein für die verrinnende Zeit und für sich selbst. Dann beginnt sie, Geld auszugeben, Geld in großen Mengen. Sie spricht mit einem Nachbarn und mit einer unbekannten Frau, Mercedes ; sie verstehen sich ohne Worte. Man ist auf Gesten und Stimmungen angewiesen. Nina Jäckle lässt ihre Protagonistin schweigend durch die Stadt Sevilla laufen, mit sich selbst redend und in einem Gefühl großer Einsamkeit. Die Stadt mit ihren Gerüchen, Plätzen und Menschen und mit der Hitze der Tage ist hautnah zu spüren. Eine Atmosphäre der Fremdheit und der Leere entsteht bei diesen schweigenden Märschen. Das Warten wechselt in einen Zustand von Gleichmut und Schwäche. Nach und nach gibt es einige wenige Menschen, mit denen sich die Icherzählerin im stummen Austausch befindet. Es ist eine Parabel auf das „Sein oder Nichtsein“. Wie wir werden, was wir sind, oder wer wir gewesen sind,--alles ist wandelbar und vergänglich. Leben und Tod,-- beide Zustände sind unergründlich in ihrem Sinn oder Unsinn. Dass die Erzählung sich zuletzt als Krimi entpuppt und eine ganz eigene Auflösung bringt, ändert nichts an dem philosophischen Gehalt der Fragestellung: ob wir hier sind oder nicht mehr, es bedeutet für das große Ganze nichts. Wir können jeden Moment alles verlassen oder verlieren, das Weltgeschehen nimmt seinen Fortgang. Mit dieser Geschichte, die eine Mischung aus schweigendem Nachdenken, visueller und akustischer Wahrnehmung und einer Kriminalhandlung von einigem Gewicht darstellt, hat Nina Jäckle einen literarischen Coup gelandet. Der kurze Roman ist so einnehmend wie befremdlich und löst einen nachdenklichen Reiz aus. Man bleibt leicht ratlos zurück und ist doch angetan von der Tiefenschärfe, mit der hier über das Leben nachgedacht wird. Der Roman ist ein Kleinod für Liebhaber der feinen Poesie!

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