Nina Lykke

 4.1 Sterne bei 10 Bewertungen
Nina Lykke

Lebenslauf von Nina Lykke

Heiß diskutierter Import aus Norwegen – Nina Lykke Die norwegische Schriftstellerin Nina Lykke wurde 1965 in Oslo geboren. Nach einem Studium an der grafischen Hochschule in Kopenhagen/Dänemark zog es Lykke wieder zurück in die norwegische Heimat, wo sie ab 1989 einige Zeit als Grafikdesignerin arbeitete. Den Drang zu schreiben verspürte Lykke bereits zu dieser Zeit und ab 1997 schrieb sie mehrere Jahre lang für die feministische Zeitschrift „Utflukt“. 2010 gelang ihr das Debüt als Buchautorin mit der Kurzgeschichtensammlung „Orgien, og andre fortellinger“, womit sie für den norwegischen Jugendkritikerpreis nominiert wurde. Der große Durchbruch gelang Lykke schließlich mit dem 2016 veröffentlichten Roman „Aufruhr in mittleren Jahren“. In Norwegen zählt er zu den meist diskutiertesten Büchern des Jahres und räumte zugleich mehrere Auszeichnungen ab. Fesselnd, sympathisch und voll von schwarzem Humor erzählt Lykke die Geschichte einer Beziehung im 25. Jahr der Ehe im Geflecht von Midlife-Crisis, halbwüchsigen Kinder und Affären. Das Drama einer Familie wird beschrieben anhand der Zweifel am Leben im Wohlstand und einer freudlosen Ehe, aber auch im Ausbrechen daraus mit dem Genießen der kleinen Momente mit fast glücklichem Ausgang. Nina Lykke – eine Frau, die etwas zu sagen hat und eine Autorin, die weiß, wie sie das am besten kann: Schreiben.

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Aufruhr in mittleren Jahren

Aufruhr in mittleren Jahren

 (10)
Erschienen am 19.02.2018

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Rezension zu "Aufruhr in mittleren Jahren" von Nina Lykke

Bitte nicht die Inhaltsangabe lesen! Spoiler ohne Ende!
Nadezhdavor 2 Monaten

Dies ist ein Roman, den ich zwar gern gelesen habe, bei dem ich mich aber spätestens ab dem zweiten Drittel bei jedem Umblättern nur noch ärgern konnte. Wenn ich könnte, würde ich die Goldene Himbeere für den schlechtesten Klappentext des Jahres vergeben. Ich empfehle allen, die das Buch eventuell lesen wollen, die Inhaltsangabe zu ignorieren! Zum Teil stimmt einfach nicht, was dort geschrieben ist, aber viel schlimmer: Da stehen Sachen, die erst im letzten Sechstel (!) des Buches passieren. Beinahe die komplette Entwicklung v.a. einer der Hauptfiguren, die man doch eigentlich nach und nach im Laufe des Romans nachvollziehen möchte, wird im Klappentext lapidar in einem Satz vorweggenommen. Dadurch wurde mir sämtliche Spannung geraubt und ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum ein Verlag so einen Text freigibt.

Ohne jetzt selbst zu viel über das Buch verraten zu wollen: Es werden mehrere "typische" Lebenskrisen sowohl von Menschen um die 50 als auch von Mittdreißigern seziert. Die Autorin hat sich dabei ihren durchaus nicht immer sympathischen Figuren mit deren unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen emotional sehr stark genähert, was ich als eindringlich und beeindruckend wahrgenommen habe. Dass die dabei oft schmerzhaften Grenzüberschreitungen der Protas zu Neubewertungen und Neuausrichtungen in den Lebenswegen führten, die für mich im Detail nicht immer erwartbar waren, hat den Roman durchaus reizvoll gemacht. Es hätte ein tolles Buch sein können, wenn, ja wenn... da eben nicht dieser Klappentext mit der Vorwegnahme von mehreren wichtigen Wendungen vom Ende des Buches gewesen wäre.

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HibiscusFlowers avatar

Rezension zu "Aufruhr in mittleren Jahren" von Nina Lykke

Ein ungeschönter Blick auf eine zerbrechliche Familie
HibiscusFlowervor 3 Monaten

Klappentext des Verlages:
Ingrid und Jan sind seit 25 Jahren verheiratet und führen in Oslo, Norwegen, ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr – sie sieht alles schwarz. Die freudlose Ehe frustriert sie, das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Das dauert ein Jahr, dann zwingt Hanne den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese reagiert gelassen, zieht kurzerhand mit einer Matratze in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit.

"Ingrid hatte immer geglaubt, wenn schon jemand ausbrechen oder etwas Instabiles machen würde, dann sie. Sie war die Variable, während Jan die feste Größe war." (S. 120)

Dabei hat sie stets die Verantwortung übernommen...für ihre heranwachsenden Söhne, die nun - trotz dass man sie schon Erwachsene bezeichnen könnte - immer noch nicht ausziehen wollen, weil sie die Bequemlichkeit bevorzugen; die Verantwortung für eine funktionierende Ehe, ein liebevolles Zuhause, für ihre mit ganz eigenen Problemen behafteten SchülerInnen.
Doch ihre Energie ist aufgebraucht, ihre Motivation ist stetig abwesend und einen wirklichen Sinn in ihrem Sein scheint scheint es nicht zu geben. Überspült von Gedanken drängt sie sich selbst durch Tage, die schon längst nicht mehr von Erfüllung sondern viel mehr einem Muss angereichert sind. Als ihr Mann Jan ihr dann noch eröffnet, dass er sich in seine jüngere Kollegin verliebt hat und Zeit braucht, um herauszufinden, was er will, kommt Ingrid das erste Mal in Bewegung, wenn auch nur zunächst bis vor ihr Haus.

Ein Midlife-Crisis-Drama in norwegischer Kulisse eingebettet, in dem schon anfänglich offensichtlich wird, wie unkontrolliert sich die Unzufriedenheit bei Ingrid ausgebreitet hat und wie schier unmöglich es ihr ist, daraus auszubrechen. Ihr Mann Jan hingegen hat gar nicht bemerkt, dass ihm etwas fehlt, bis sich eine Affäre ergibt, der er sich - trotz Zweifel und schlechtem Gewissen - nicht entziehen kann. Bleibt noch Hanne, die andere Frau, die - obwohl sie eher Probleme mit Bindungen hat - den Mann einer anderen begehrt.
Durch die sich abwechselnden Perspektiven wird eine einseitige Betrachtung der Krise unterbunden. Überdramtisierte Schuldzuweisungen bleiben aus, sodass ausreichend Raum für sich entwickelnde Möglichkeiten bietet, die Ingrid - wenn auch mit neu gesteckten Grenzen - besser zu nutzen weiß.

Ein ungeschönter Blick auf eine zerbrechliche Familie.
Fazit: Durchaus lesenswert.

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Callsos avatar

Rezension zu "Aufruhr in mittleren Jahren" von Nina Lykke

Midlife Crises in Norwegen - eine Ehe zerbricht...
Callsovor 6 Monaten

Selten tarf ein Buchtitel den Inhalt des Werkes so auf den Nagel. "Aufruhr in mittleren Jahren" handelt von der inneren Zerissenheit, von der Unruhe, von mangelnder Motivation und von der Unzufriedenheit von einem Ehepaar, das um die 50 Jahre alt ist.

Midlife Crises nennt man das - und der Roman behandelt das Thema sehr schön, sehr intensiv und vor allen Dingen sehr glaubhaft.

Ältere Knochen, ein alt eingespieltes Eheleben, Falten, die ebenso in Erscheining treten wie Abnutzungserscheinungen.
Im konkreten Buchfall zerbicht die Ehe, weil Jan ausbricht und eine deutlich jüngere Partnerin kennenlernt. Wie die Ehefrau und die beiden erwachsenen Kinder auf diesen Schritt reagiern, ist sehr spannend zu beobachten.

Ein Trennungsbuch - und sicherlich kein Ratgeber. Vielmehr eine ungeschminkte Bestandsaufnahme von Menschen in mittleren Alter. 

Ein interessantes und bisweilen aufwühlendes und nachdenkliches Buch. Sehr realistisch geschrieben und ohne wenig Schnörkel formuliert.

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