Aufruhr in mittleren Jahren

von Nina Lykke 
4,1 Sterne bei10 Bewertungen
Aufruhr in mittleren Jahren
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Bitte nicht die Inhaltsangabe lesen! Spoiler ohne Ende!

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Wenn die Eheblase mit den Jahren zerplatzt - ein schnörkelloses Trennungsbuch

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Inhaltsangabe zu "Aufruhr in mittleren Jahren"

Ingrid und Jan sind seit 25 Jahren verheiratet und führen in Oslo, Norwegen, ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr – sie sieht alles schwarz. Die freudlose Ehe frustriert sie, das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Das dauert ein Jahr, dann zwingt Hanne den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese reagiert gelassen, zieht kurzerhand mit einer Matratze in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit. Mitreißend und voll schwarzem Humor erzählt Nina Lykke vom Drama einer Familie – mit fast versöhnlichem Ausgang.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783312010608
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:Nagel & Kimche
Erscheinungsdatum:19.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Nadezhdavor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Bitte nicht die Inhaltsangabe lesen! Spoiler ohne Ende!
    Bitte nicht die Inhaltsangabe lesen! Spoiler ohne Ende!

    Dies ist ein Roman, den ich zwar gern gelesen habe, bei dem ich mich aber spätestens ab dem zweiten Drittel bei jedem Umblättern nur noch ärgern konnte. Wenn ich könnte, würde ich die Goldene Himbeere für den schlechtesten Klappentext des Jahres vergeben. Ich empfehle allen, die das Buch eventuell lesen wollen, die Inhaltsangabe zu ignorieren! Zum Teil stimmt einfach nicht, was dort geschrieben ist, aber viel schlimmer: Da stehen Sachen, die erst im letzten Sechstel (!) des Buches passieren. Beinahe die komplette Entwicklung v.a. einer der Hauptfiguren, die man doch eigentlich nach und nach im Laufe des Romans nachvollziehen möchte, wird im Klappentext lapidar in einem Satz vorweggenommen. Dadurch wurde mir sämtliche Spannung geraubt und ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, warum ein Verlag so einen Text freigibt.

    Ohne jetzt selbst zu viel über das Buch verraten zu wollen: Es werden mehrere "typische" Lebenskrisen sowohl von Menschen um die 50 als auch von Mittdreißigern seziert. Die Autorin hat sich dabei ihren durchaus nicht immer sympathischen Figuren mit deren unterschiedlichen Perspektiven auf das Geschehen emotional sehr stark genähert, was ich als eindringlich und beeindruckend wahrgenommen habe. Dass die dabei oft schmerzhaften Grenzüberschreitungen der Protas zu Neubewertungen und Neuausrichtungen in den Lebenswegen führten, die für mich im Detail nicht immer erwartbar waren, hat den Roman durchaus reizvoll gemacht. Es hätte ein tolles Buch sein können, wenn, ja wenn... da eben nicht dieser Klappentext mit der Vorwegnahme von mehreren wichtigen Wendungen vom Ende des Buches gewesen wäre.

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    HibiscusFlowers avatar
    HibiscusFlowervor einem Monat
    Ein ungeschönter Blick auf eine zerbrechliche Familie

    Klappentext des Verlages:
    Ingrid und Jan sind seit 25 Jahren verheiratet und führen in Oslo, Norwegen, ein Leben in Wohlstand. Doch Ingrid kann nicht mehr – sie sieht alles schwarz. Die freudlose Ehe frustriert sie, das Engagement am Arbeitsplatz ist nur geheuchelt, und von den halbwüchsigen Söhnen ist kein Trost zu erwarten. Während Ingrid eine Therapie beginnt, schlittert Jan in eine Affäre mit seiner jungen Kollegin Hanne. Das dauert ein Jahr, dann zwingt Hanne den zaudernden Jan, Ingrid zu verlassen. Diese reagiert gelassen, zieht kurzerhand mit einer Matratze in ihr Auto und fühlt zum ersten Mal seit langem eine tiefe Zufriedenheit.

    "Ingrid hatte immer geglaubt, wenn schon jemand ausbrechen oder etwas Instabiles machen würde, dann sie. Sie war die Variable, während Jan die feste Größe war." (S. 120)

    Dabei hat sie stets die Verantwortung übernommen...für ihre heranwachsenden Söhne, die nun - trotz dass man sie schon Erwachsene bezeichnen könnte - immer noch nicht ausziehen wollen, weil sie die Bequemlichkeit bevorzugen; die Verantwortung für eine funktionierende Ehe, ein liebevolles Zuhause, für ihre mit ganz eigenen Problemen behafteten SchülerInnen.
    Doch ihre Energie ist aufgebraucht, ihre Motivation ist stetig abwesend und einen wirklichen Sinn in ihrem Sein scheint scheint es nicht zu geben. Überspült von Gedanken drängt sie sich selbst durch Tage, die schon längst nicht mehr von Erfüllung sondern viel mehr einem Muss angereichert sind. Als ihr Mann Jan ihr dann noch eröffnet, dass er sich in seine jüngere Kollegin verliebt hat und Zeit braucht, um herauszufinden, was er will, kommt Ingrid das erste Mal in Bewegung, wenn auch nur zunächst bis vor ihr Haus.

    Ein Midlife-Crisis-Drama in norwegischer Kulisse eingebettet, in dem schon anfänglich offensichtlich wird, wie unkontrolliert sich die Unzufriedenheit bei Ingrid ausgebreitet hat und wie schier unmöglich es ihr ist, daraus auszubrechen. Ihr Mann Jan hingegen hat gar nicht bemerkt, dass ihm etwas fehlt, bis sich eine Affäre ergibt, der er sich - trotz Zweifel und schlechtem Gewissen - nicht entziehen kann. Bleibt noch Hanne, die andere Frau, die - obwohl sie eher Probleme mit Bindungen hat - den Mann einer anderen begehrt.
    Durch die sich abwechselnden Perspektiven wird eine einseitige Betrachtung der Krise unterbunden. Überdramtisierte Schuldzuweisungen bleiben aus, sodass ausreichend Raum für sich entwickelnde Möglichkeiten bietet, die Ingrid - wenn auch mit neu gesteckten Grenzen - besser zu nutzen weiß.

    Ein ungeschönter Blick auf eine zerbrechliche Familie.
    Fazit: Durchaus lesenswert.

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    Callsos avatar
    Callsovor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Wenn die Eheblase mit den Jahren zerplatzt - ein schnörkelloses Trennungsbuch
    Midlife Crises in Norwegen - eine Ehe zerbricht...

    Selten tarf ein Buchtitel den Inhalt des Werkes so auf den Nagel. "Aufruhr in mittleren Jahren" handelt von der inneren Zerissenheit, von der Unruhe, von mangelnder Motivation und von der Unzufriedenheit von einem Ehepaar, das um die 50 Jahre alt ist.

    Midlife Crises nennt man das - und der Roman behandelt das Thema sehr schön, sehr intensiv und vor allen Dingen sehr glaubhaft.

    Ältere Knochen, ein alt eingespieltes Eheleben, Falten, die ebenso in Erscheining treten wie Abnutzungserscheinungen.
    Im konkreten Buchfall zerbicht die Ehe, weil Jan ausbricht und eine deutlich jüngere Partnerin kennenlernt. Wie die Ehefrau und die beiden erwachsenen Kinder auf diesen Schritt reagiern, ist sehr spannend zu beobachten.

    Ein Trennungsbuch - und sicherlich kein Ratgeber. Vielmehr eine ungeschminkte Bestandsaufnahme von Menschen in mittleren Alter. 

    Ein interessantes und bisweilen aufwühlendes und nachdenkliches Buch. Sehr realistisch geschrieben und ohne wenig Schnörkel formuliert.

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    schokoloko29s avatar
    schokoloko29vor 4 Monaten
    Kurzmeinung: Jan fängt nach 25 Jahre Ehe mit Ingrid eine Affäre mit der 15 Jahre jüngeren Hanne an und muss mit den Konsequenzen seines Fehltritts leben.
    Zusammenbruch einer Familie

    Ingrid fühlt sich nach 25 Jahren Ehe gefangen. Gefangen im Alltag, der nur noch aus Pflichten besteht. Und ihren erwachsenen Kindern, die noch zuhause wohnen und ein 24 Stunden Service von Ingrid erwarten. Anstatt auszuziehen legen ihre Kinder das Geld in Aktien an.

    Das Leben im Hamsterrad verändert sich für Ingrid erst, als ihr Ehemann Jan eröffnet, dass er zu seiner Freundin Hanne zieht. Mit ihr ist er heimlich seit 1,5 Jahren zusammen und er hat den Eindruck, dass er ohne sie nicht mehr leben kann.

    Eigene Meinung:
    Dieses Buch wird aus den verschiedenen Perspektiven der einzelnen Personen beschrieben. Aus der Sicht von Ingrid, Jan und Hanne. Das Buch urteilt nicht, jedoch werden bestimmte Verhaltensweisen sehr überspitzt und drastisch dargestellt. Dies kann man als Humor sehen. Ich sah es aber auch als Menschen, die keine Rücksicht auf andere nehmen. Die nur sich selbst und ihre Probleme als wichtig erachten und sich keine Gedanken, um die Konsequenzen machen. Leider waren die meisten Menschen in diesem Roman für mich nicht sympatisch.

    Fazit:
    Das Buch kann man als Satire nehmen. Die einzelnen Menschen reagierten sehr überspitzt und ich kam als Leser nicht richtig nah an sie heran.

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    schlumelines avatar
    schlumelinevor 6 Monaten
    Aufruhr in mittleren Jahren

    25 Jahre gemeinsames Leben liegen hinter Ingrid und Jan. Und irgendwie macht sich Unzufriedenheit breit. Ingrid ist mir ihrer festgefahrenen Beziehung nicht wirklich glücklich. Die beiden erwachsenen Söhne lassen sich nach wie vor wie die Paschas von vorne bis hinten bedienen und scheinen wenig Interesse am Gespräch mit der Mutter oder sonstigen gemeinsamen Aktivitäten zu haben. Der Job stellt auch keinen Ausgleich für Ingrid dar, vielmehr fühlt sie sich dort immer weniger wohl und auch nicht richtig gefordert.

    Jan  durchlebt ebenfalls eine schwierige Phase und lernt in dieser Zeit die wesentlich jüngere Kollegin Hanne kennen und lieben. Eine heftige Affäre beginnt und obwohl Jan seine Ehe nicht aufs Spiel setzen möchte, kommt es wie es kommen muss: eine Trennung steht ins Haus, zumindest vorläufig.

    „Aufruhr in mittleren Jahren“ ist kein klassischer Beziehungsroman. Die Geschichte zeigt vielmehr auf was geschieht, wenn die Kommunikation nicht mehr da ist und jeder in seine eigene Welt flüchtet. Die Autorin schildert ziemlich direkt und unverblümt wie sich die Leben der beteiligten Personen verändern und was der Bruch der langjährigen Beziehung aus Ingrid, Jan, den beiden Söhnen, aber auch aus Hanne macht.

    Für alle gibt es hier etwas Neues zu gewinnen, aber eben auch etwas Altes zu verlieren und das ist, von unterschiedlichen Seiten beleuchtet, mal leicht und mal schwer.

    Ein erfrischend anderer und erfrischend offener Roman über das, was kommen könnte, wenn die Beziehung im Alltagstrott stecken bleibt.

    Copyright © 2018 by Iris Gasper

    Kommentare: 1
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    T
    TheDorlievor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ehrlicher, humorvoller und kluger Roman über den Zerfall einer Familie in unserer Wohlstandsgesellschaft
    "Into the wild" auf norwegisch

    Der Roman beschreibt die unterschiedlichsten Ausbruchversuche aus unserem Leben in der bürgerlichen westlichen Kultur. Das Thema "Sinnfindung bzw.- verlust" wird von Nina Lykke hervorragend anhand einer zerbrechenden Familie skizziert.
    So richtig ist hier niemand mit sich im Reinen, alle versuchen auf ihre Art, gegen Routine, Langeweile, die vorgezeichnete Zukunft und die hohen Erwartungen an sich selbst anzukämpfen - der Ehemann Jan durch Affären, Ehefrau Ingrid durch leichte Neurosen und mehr und mehr Verzicht, die Geliebte mit ihrer permanenten Suche nach neuen Reizen.
    Allen ist eines gemein - sie finden keine Erfüllung im Leben und sind hilflos bei der Frage, wo sie diese überhaupt suchen sollen. Die Protagonisten sind klug genug, das alles zu reflektieren und zu hinterfragen, und gerade deshalb ist es wohltuend, dieses kluge Buch zu lesen. Die Menschen werden in ihren Nöten ernst genommen, sie sind real gezeichnet und mitunter bedauernswert, da in sich gefangen und auf ihrem Wege stecken geblieben, zumindest, was ihre eigene Wahrnehmung betrifft. Nach außen hin führen sie alle ein scheinbar gutes Leben.
    Lediglich eine Figur, Julie, hat sich mit sich und ihrer Unvollkommenheit arrangiert und findet die von den Anderen ersehnte Ruhe, allerdings auf Kosten der Integrität.
    Man kann sich gut in den beschriebenen Menschen wiederfinden, denn wer von uns hat sich noch nicht in einem schwachen Moment nach der "guten alten Zeit" gesehnt, in der alles noch seine Ordnung hatte, nicht immer alles verfügbar war, man verzichten musste, es klare Regeln gab - anstelle von grenzenlosen Möglichkeiten, die zwangsläufig überfordern - und als die Arbeit auf dem Land oder in der Fabrik noch die nötige Ermattung brachte, um nicht auf zu viele dumme Gedanken zu kommen - müßige Überlegungen, natürlich, aber man muss sich diesen in unserer Kultur immer wieder aufs neue stellen.
    Ingrid bewegt sich am Ende dann doch, aber nur bis an die "äußersten Grenzen des Geltungsbereichs der Europäischen Krankenversicherungskarte" - zu mehr reicht ihr Mut nicht, und das ist auch in Ordnung, denn dieser ehrliche (und ziemlich komische) Satz zeigt die Realität. Wir können nicht komplett aus unserer Haut, können auch in Norwegen nicht einfach und für immer im Wald verschwinden.
    Unbedingte Leseempfehlung! Das Drama einer Familie wird in "Aufbruch in mittleren Jahren" schonungslos und mit scharfem Humor beschrieben. Danke für dieses tolle Buch!

    Kommentare: 2
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    AuxAlexvor einem Monat
    nordfraus avatar
    nordfrauvor 4 Monaten
    F
    FrauAUvor 5 Monaten
    E
    elisakavor 6 Monaten

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    Pressestimmen

    "Sehr vergnüglich zu lesen, denn Nina Lykke ist eine scharfe, unerbittliche Beobachterin." Franziska Wolffheim, Spiegel Online, 29.02.2018
    "Ein literarisches, hochspannendes Lebens- und Liebesdrama!" Katja Nele Bode, DONNA, 03/2018
    "Eine böse und sehr gut geschriebene Gesellschaftssatire!" Andrea Huss, Emotion, 03/2018
    "Nina Lykke erzählt witzig, knapp, treffend und immer aufs Schlimme" Annemarie Stoltenberg, NDR, 20.02.2018
    "Ein vergnüglicher Roman [.] – pointiert formuliert, von schneidender Hellsichtigkeit und oft hochamüsant." Antje Deistler, Deutschlandfunk, 20.02.2018
    "Ein grandioses Buch!" Ute Krebs, Freie Presse, 23.02.2018

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