Wie, ja, wie? Mit einem Wie beginnen Sie nämlich, die Gedichte von Nina Medved (übersetzt von Boštjan Dvořák). "Wie" im Sinne von Art und Weise, aber eben auch als Frage, die über allem schwebt: wie lebt man, während man lebt? Womit und wohin? Denn gerade erst herangeweht, geht es, weht es uns schon weiter. Was wir dazwischen an Boden unter den Füßen haben, manchmal fest, manchmal unsicherer als das Verwehtwerden (z.B. weil es wehtut oder weil es gut tut, aber wie lang?), das sind die Momente, die Nina Medved in ihren Gedichten umreißt, deren Spannung (und manchmal Einreißen) sie beschreibt.
Virtuos und doch authentisch, bewegt sie sich dabei zwischen Gedankenwelt und echter Welt. Wobei: was ist echter, was steht uns näher: Gedanke oder Ding, Konstrukt oder Bewegung? Die Welt erfassen und sich von ihr erfassen, anfassen lassen, lässt sich das kombinieren? Kann das nebeneinander existieren?
Es klingt immer etwas abgegriffen von berührenden Gedichten zu sprechen, aber Medveds Gedichte haben mich berührt, mitunter sehr. Vermutlich, weil sie so sehr aus dem heillosen und doch reichen Moment heraus erzählen. Ihr Vergewissernwollen, ihre Unsicherheit, ihre Versuche, das alles betrifft mich, ohne mich direkt zu betreffen. Es trifft mich, es erfasst mich.
Lyristix


