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Skybabe

vor 2 Jahren

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„Himmelsgnade“ ist der Auftakt der Vampirheilerin-Trilogie über die junge Elise Brennan, die einer Familie von Vampirjägern abstammt. Ihre Familie lebt seit Generationen auf einem einsamen Schloss in Irland. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Vaters, versucht sie in seine Fußstapfen zu treten und ein Heilmittel gegen Vampirismus zu finden. Gerade als sie aus ihrer Trauer erwacht und an der Forschung ihres Vaters weiter arbeiten möchte, trifft sie auf den Vampir Magnus. Er beobachtet sie schon eine geraume Zeit nur mit dem Ziel vor Augen sie zu töten. Doch ihr Aufeinandertreffen wirft ihn aus der Bahn und sie nutzt ihre Chance. Sie bietet ihm eine Heilung an im Gegenzug für ihr Leben. Magnus geht jedoch nicht völlig darauf ein und stellt ihr ein Ultimatum. Jetzt steckt Elise wirklich in der Klemme, denn von einem Heilserum ist sie noch weit entfernt. Wird sie es schaffen die Forschung abzuschließen und ein Serum für die Heilung herzustellen? Und was ist das für eine unglaubliche Anziehungskraft, die Magnus auf sie ausübt? Die Zeit drängt, denn Geduld ist nicht gerade Magnus' Stärke.

„Elise war die letzte Brennan, die letzte Hoffnung, das Böse in die Unterwelt zurückzudrängen, wie ihr Großvater es umschrieben hätte.“ Zitat Seite 16

Die Geschichte um Elise beginnt langsam, indem die Autorin dem Leser Zeit gibt, Elise näher kennenzulernen. Sie ist einsam, schüchtern und noch völlig in die Trauer um ihren Vater versunken, im Umgang mit anderen Menschen ist sie unbeholfen. Einziger Lichtblick ist ihr langjähriger Freund Michael, für den sie seit langem schwärmt, es bis jetzt aber nicht schaffte herauszufinden, wie es um seine Gefühle ihr gegenüber steht. Diese „Kennenlernphase“ machte es mir etwas schwer in die Geschichte reinzukommen, denn die Spannung beginnt deshalb langsam und steigert sich erst im Laufe der Geschichte, auch empfand ich die Stimmung als überwiegend düster und bedrückend. War ich jedoch erst über diesen Teil hinaus, hat mich diese Geschichte dann doch gepackt.

Magnus ist schon sehr lange ein Vampir und auch schon etwas des ewigen Lebens müde. Deshalb reizt ihn der Gedanke an eine mögliche Heilung. Er ist kein „liebenswerter“ Vampir, der auf der Suche nach seiner „Seelenverwandten“ ist, sondern Nina Melchiors Vampire sind durchaus grausam, blutgierig und töten auch mal den einen oder anderen Menschen, ohne dabei Schuldgefühle zu bekommen. Elise schwebte nicht selten in Lebensgefahr, denn seine Beherrschung hing oft nur am seidenen Faden.

Die Handlung und Spannung baute sich nur langsam auf und ich hatte etwas Schwierigkeiten dran zu bleiben, trotzdem hat mich die Geschichte durchaus überzeugt. Denn Nina Melchior spinnt hier ganz geschickt eine komplexe einfallsreiche Vampir-Saga, in der nicht einzig die Liebe im Vordergrund steht, sondern die Entstehung und Heilung des Vampirismus.

Der Schreibstil war angenehm und flüssig zu lesen und die Charaktere waren jeder für sich mit ihren Eigenheiten gut ausgearbeitet. Obwohl die Geschichte überwiegend aus der Sicht von Elise erzählt wurde, hatte ich etwas Probleme eine „Verbindung“ zu Elise aufzubauen, irgendwie sprang da kein Funken über. Und auch wenn man zwischendurch den einen oder anderen Einblick in die Gedanken und Handlungen der anderen Charaktere erhielt, blieb für mich einfach zu viel im Dunkeln, denn die Autorin gibt dem Leser nicht viel mehr an Informationen preis, als Elise. Mir persönlich ging dadurch etwas Spannung verloren.
Fehlte mir dadurch etwas das Mitfiebern mit den Charakteren, da man mehr weiß und am liebsten in Handlungen eingreifen möchte.

Nina Melchior hat mit diesem ersten Teil „Himmelsgnade“ den Grundstein für eine außergewöhnliche und ideenreiche Geschichte gelegt, in der so viel mehr steckt, als es zu Beginn den Anschein macht. Ich kann dieses Buch jedem Leser empfehlen, der mal etwas anderes als „Vampir findet große Liebe“ lesen möchte und auf Erotik und bluttriefende Actionszenen verzichten kann.
Und ich freue mich nun schon auf den zweiten Teil „Hiobsbotschaft“ :D

Autor: Nina Melchior
Buch: Himmelsgnade
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