Nina Pavicsits

 4,7 Sterne bei 40 Bewertungen
Autor*in von We are Austria.

Lebenslauf

Nina Pavicsits hat Grafik und Werbung an der Universität für angewandte Kunst in Wien studiert. Ein Studienaufenthalt in Guadalajara, Mexiko, vertiefte ihre Liebe zu starken Farben und kraftvollen Designs. Später arbeitete sie in San Francisco und New York, unter anderem für Stefan Sagmeister. Für ihre Arbeit wurde sie mit nationalen und internationalen Designpreisen ausgezeichnet. Nina Pavicsits lebt und arbeitet in Wien. Auf der Suche nach einem illustrierten Buch über berühmte Österreicherinnen für ihre zwei Kinder wurde sie nicht fündig – also hat sie kurzerhand selbst eines konzipiert und gestaltet.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nina Pavicsits

Cover des Buches We are Austria (ISBN: 9783222151576)

We are Austria

(40)
Erschienen am 02.10.2025

Neue Rezensionen zu Nina Pavicsits

Cover des Buches We are Austria (ISBN: 9783222151576)
vheideckers avatar

Rezension zu "We are Austria" von Nina Pavicsits

vheidecker
eine nette Idee - jedoch in der Umsetzung fragwürdig

Alphabetisch geordnet nach Vornamen werden in diesem Buch 77 Frauen aus verschiedenen Epochen Österreichs porträtiert. Von Kaiserin Sissi, über Bertha von Suttner, zu Anna Sacher und Frauen verschiedenster Profession der heutigen Zeit.
All dies wird sehr farbenfroh präsentiert. Jeder Person wird eine Doppelseite gewidmet – einmal ein farbenfrohes, modernes Portrait. Die zweite Seite ist dem Text über die Person gewidmet. Nach den biographischen Daten wie Name, Beruf folgt eine kurze Zusammenfassung in ein Paar Sätzen. Den Großteil nimmt allerdings Text ein, der im Stil einer Ichbeschreibung verfasst ist. Je nach Person - ob lebendig oder nicht- wird das gesamte Leben zusammengefasst inklusiver wichtiger Wegpunkte – oder bei leibenden aktuellen Motivationen und Probleme angesprochen.

Ich habe das Buch gelesen, nachdem öffentliche Kritik laut wurde – da ich die Idee des Buches, Frauen aufzulisten, die wichtig für das Land Österreich sind, interessant fand. Vor allem in einer modernen, bunten Form, auch um Jugendliche leichter abzuholen.

Obwohl mir, so wie auch anderen wohl nicht ganz klar ist, wie entschieden wurde, wer unter die 77 Frauen kommt, finde ich, vor allem bei historischen Persönlichkeiten die Auswahl gelungen.

Ich verstehe allerdings den Einwand der lebenden Porträtierten, wenn sie sich selbst nicht einbringen, durften bei einem Kapitel über sie, dass den Eindruck vermittelt, dass sie selbst ihn geschrieben haben. Speziell wenn man dieses Stilmittel verwendet und damit eine gewisse Nähe suggeriert, ist es nötig mit den entsprechenden Personen Kontakt zu haben. Ja die Autorin hat dies im Vorwort auch erklärt, dass keine wirklichen Interviews geführt wurden und hauptsächlich auf alte Daten – biographische, alte Artikel, Interviews zurückgegriffen wurde. Mit diesem Wissen hat man den Verdacht ob vielleicht so manche „Aussage“ den Personen in den Mund gelegt wurde durch die Autorin.

Somit bleibt bei mir ein schaler Nachgeschmack einer eigentlich großartigen Idee.

Cover des Buches We are Austria (ISBN: 9783222151576)
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Rezension zu "We are Austria" von Nina Pavicsits

Seitenmusik
Ein toller Einstieg in außergewöhnliche österreichische Frauenleben

"We are Austria. 77 außergewöhnliche Frauen aus Österreich" von Nina Pavicsits ist am 02.10.2025 im Molden Verlag (Styria Buchverlage) erschienen. Das Buch sammelt die Lebensgeschichten von 77 (un-)bekannten Frauen, von Kaiserin Maria Theresia über Schriftstellerinnen wie Elfriede Jelinek bis hin zu Aktivistinnen wie Ute Bock oder Künstlerinnen wie Stefanie Sargnagel. Jede Frau bekommt eine Doppelseite mit einer farbenprächtigen Illustration auf der einen und einem kurzen Text in Ich-Form auf der anderen. Die Texte basieren auf öffentlicher Recherche; Interviews wurden (leider) nicht geführt.  

Meine Meinung
Die Grundidee des Buches hat mich sofort begeistert, weswegen ich auch ein Reziexemplar beim Verlag angefragt habe (vielen Dank für die Bereitstellung). In der Einleitung zum Buch schreibt Pavicsits, dass sie ursprünglich ein Buch über bekannte Österreicherinnen für ihre Kinder im Stil der "Good Night Stories For Rebel Girls" suchte, aber keines fand. Also hat sie es selbst gestaltet und geschrieben. Diese Motivation spürt man beim Lesen: Die Auswahl der porträtierten Frauen ist divers und deckt verschiedene gesellschaftliche Bereiche, Generationen, Klassen und Talente ab. Viele der Namen waren mir völlig neu. genaugenommen kannte ich bisher nur 23 der portraitierten Frauen. Allein deshalb ist das Buch für mich ein echter Gewinn.

Die Umsetzung als illustriertes Porträtbuch ist meiner Meinung nach auch gelungen. Jede Doppelseite ist optisch ein Hingucker; farbenprächtig und abwechslungsreich gestaltet. Die Entscheidung für die Ich-Form bei den Texten ist nachvollziehbar: Sie soll Nähe schaffen und die Frauen direkt sprechen lassen. Gleichzeitig zeigt sich hier die größte Problematik: Die Ich-Perspektive wirkt bei den nicht zum Teil unautorisierten Texten irritierend, da sie eine Stimme beansprucht, die nicht der jeweiligen Frau gehört. Dadurch können die im Buch zu findenenden Aussagen, grad auch weil sie mittels KI zusammengefasst/gekürzt wurden schnell fehlinterpretiert werden. Eine neutrale Form hätte denselben informativen Wert geliefert, ohne den Anspruch vorzutäuschen, die Frauen sprächen selbst.

Inhaltlich liefern die Portraits kurze, aber motivierende Einblicke. Man merkt, dass sich die Autorin Mühe gegeben hat, die Geschichten kompakt und zugänglich zu erzählen. Persönlich hätte ich mir weniger Frauen (kann man ja dann in Band 2-x immer noch ergänzen :D), dafür mehr Tiefe in den Portraits gewünscht. Dennoch schafft das Buch es, Motivation und Inspiration zu vermitteln und gerade für junge Leser:innen ist die verkürzte Darstellung wahrscheinlich praktikabler.

Die öffentliche Debatte um das/Kritik zum Buch ist verständlich und wichtig: Einige lebende Frauen haben die Texte nicht autorisiert oder wurden erst gar nicht kontaktiert. Hier hat der Verlag klar ein Versäumnis eingeräumt und will in einer nächsten Auflage entsprechende Korrekturen vornehmen. Das zeigt wieder einmal, dass die Recherche bei Büchern und vor allem der interne Verlagsablauf für Freigabeprozesse besondere Sorgfalt erfordern. Mein Eindruck beim Lesen: Trotz dieser Kritik bleibt der Wert des Buches hoch, aber die Umsetzung hätte sorgfältiger sein müssen, gerade was Freigaben und Transparenz betrifft. Auch das Thema KI bei der Texterstellung bzw. -verwertung hätte definitiv besser gekennzeichnet werden müssen, gerade weil ja eines der vielen Anwendungsfelder von KI in der Kürzung und Zusammenfassung von Texten liegt, wie es genau hier der Fall ist. Bei den Bildern gab es einen entsprechenden Hinweis, der bei den Texten leider fehlt. 

Fazit
"We are Austria" ist ein inspirierendes und wichtiges Buch, das Sichtbarkeit für österreichische Frauen schafft, die Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft geprägt haben. Gleichzeitig zeigt es, wie wichtig Sorgfalt, Transparenz und Verantwortung sind, gerade bei Ich-Form-Texten über lebende Persönlichkeiten. Ich empfehle es:

  • allen, die neue weibliche Vorbilder entdecken möchten,

  • allen, die Jugendliche für Diversität und Empowerment begeistern wollen,

  • allen, die leicht zugängliche illustrierte Biografien schätzen, aber selbst noch nachrecherchieren wollen.

Danke an der Stelle an den Molden Verlag / Styria Buchverlage für das Rezensionsexemplar.

Cover des Buches We are Austria (ISBN: 9783222151576)
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Rezension zu "We are Austria" von Nina Pavicsits

_leserin_
Inspirierende Frauen und wohl eines der schönsten Bücher überhaupt

Das hier ist wohl eines der schönsten Bücher in diesem Jahr – innen wie außen.

 

77 Frauen werden mit Kurzporträts vorgestellt – junge, ältere, lebende und bereits verstorbene aus Politik, Sport, Wirtschaft, Kunst und Geschichte. Frauen, die für Österreich eine besondere Rolle spielten. Besonders gut gefallen hat mir, dass Frauen vorgestellt werden, die derzeit als absolute Role-Models gelten - alphabetisch gereiht nach Vornamen: Barbara Blaha, Ingrid Brodnig, Stefanie Reinsberger oder Stefanie Sargnagel und viele viele mehr.

 

Eigentlich hatte @nina nach einem Buch wie diesem für ihre Kinder gesucht, zum selbst Lesen und auch Vorlesen – sie hatte jedoch nichts in dieser Art gefunden. Kurzerhand beschloss die studierte Grafikerin, selbst so ein Buch zu schreiben und zu designen – das ist ihr wunderbar gelungen.

 

Das Buch ist lehrreich, vieles wird aufgefrischt, einige der Frauen habe ich aber nicht gekannt und deshalb freue mich sehr, dass sie hier vorgestellt werden.

 

Dieses Buch eignet sich für jede*n und gibt ein ganz großartiges Geschenk ab.

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