Nina Puri Tischlein, leck mich

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Inhaltsangabe zu „Tischlein, leck mich“ von Nina Puri

Wo man hinschaut: Die Manieren sind auf den Hund gekommen. Wir duzen den Chef, die Putzfrau und den Gemüsetürken. Haben Handys, die wie brünftige Pottwale klingen. Gratulieren molligen Frauen zur Schwangerschaft. Mogeln uns auf schmatzenden Flipflops an der Schnellkasse, im Flieger und auf der Trauerfeier vor. Beginnen Beziehungen mit Wodka Lemon und beenden sie per SMS. Voll daneben? Reine Überlebenssache! Dieser längst fällige Anti-Knigge zeigt, wie Sie heil und möglichst cool durch den modernen Benimmdschungel kommen.

Gewollt lustig, alles in allem sehr langweilig.

— HonyPuppe

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  • Rezension zu "Tischlein, leck mich" von Nina Puri

    Tischlein, leck mich

    WinfriedStanzick

    23. May 2011 um 14:54

    Die Alten wissen es schon lange und beklagen es täglich, wenn sie nicht schon längst resigniert haben: die Zeiten haben sich geändert und die Leute benehmen sich nicht mehr so, wie sie es selbst seit ihrer Kindheit gewohnt sind. Auch jüngere Menschen nehmen es sehr wohl war, dass die Manieren auf den Hund gekommen sind, niemand mehr auf Etikette achtet, aber auch der Respekt und die Achtung vor dem Anderen, seiner Intimsphäre und seiner Person zu etwas geworden ist, das man erst in einem Benimm-Knigge nachschlagen muss, weil es durch die Erziehung nicht mehr vermittelt worden ist, bzw. weil sich eben die Zeiten geändert haben. Die Autorin des vorliegenden Buches, die schon zum Thema Elternsein („Elternkrankheiten“) und den Menschen über 30 („Ü-30-Krankheiten“) lustige und gleichzeitig tiefsinnige Bücher veröffentlicht hat, nähert sich dem Thema „ wie man sich anständig danebenbenimmt“ auf eine andere Weise als die ewig nörgelnden Alten, bei denen früher sowieso immer alles besser war. Nina Puri beschreibt in sechzehn Kapiteln Themen und Alltagsbereiche und forscht dort dem Verhalten nach, wie sie es in langen persönlichen „Feldforschungen“ ermittelt, erfahren und nicht selten auch erlitten hat. Ihre Beschreibungen der alltäglichen Leck-mich- Gesellschaft bis in ihre feinsten Verästelungen sind Satire pur. Indem sie ohne Kritik rein phänomenologisch vorgeht, sich auch eines lockeren Sprachstils bedient und immer wieder zeigt, wie man sich anständig danebenbenimmt, leistet sie vielleicht mehr zur Verbesserung des allgemeinen Umgangs miteinander als mancher Benimm-Ratgeber. Mit spitzer und scharfer Feder überzeichnet sie gegenwärtiges gesellschaftliches und persönliches Verhalten und zeichnet ein satirisches Bild, das einen beim Lesen nicht nur zum Lachen bringt, sondern auch zum Nachdenken. Denn vieles an alltäglichem, eigentlich unmöglichem Verhalten ist so normal geworden, dass auch Menschen, die sonst eher schon auf bestimmte Regeln achten, davon regelrecht angesteckt werden. Sie besonders werden an vielen Stellen innehalten und es beim nächsten Mal wieder anders machen. Ob das Buch in Kreisen, wo das Nicht-Benehmen schon zur Kultur gehört, irgendeine Wirkung erzielen kann, wage ich zu bezweifeln. Aber wenn überhaupt, dann nur durch solchen Anti-Knigge Stil. Eine köstliche Lektüre, bei der man sehr gut einzelne Kapitel bzw. Situationen, die ein besonders ansprechen, auswählen und lesen kann.

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  • Rezension zu "Tischlein, leck mich" von Nina Puri

    Tischlein, leck mich

    Gospelsinger

    20. April 2011 um 21:43

    Es gibt viele Benimm-Ratgeber, aber sie scheinen nichts zu nützen. Immer mehr Menschen benehmen sich gründlich daneben. Dieses Buch hat den Trend erkannt und gibt Ratschläge, wie man sich anständig danebenbenimmt. Wie in den anderen Ratgebern auch ist das Buch in verschiedene Abschnitte unterteilt, um für jede Lebenslage von Geburt bis Tod die passenden Tipps zu geben. Ob nun bei der Begrüßung, im Miteinander, bei der Kleidung, in der Familie, im Freundeskreis, in der Liebe, in der Firma, im Restaurant, beim Ausgehen, im Supermarkt, bei moderner Kommunikation, im Straßenverkehr, zu Gast, bei Sport und Spiel, im Ausland oder bei Krankheit und Tod, alle diese Lebenssituationen bieten Gelegenheiten, mit schlechten Manieren aufzufallen. Wer alle Mitmenschen garantiert gegen sich aufbringen will, sollte die Ratschläge dieses Buches wortwörtlich umsetzen. Alle anderen sollten den feinen Humor und die leise Ironie des Schreibstils zum Anlass nehmen, die hier beschriebenen Verhaltensweisen zu vermeiden und die Ratschläge als das zu nehmen, was sie sind: Satirisch überspitze Kritik an den heutigen Gewohnheiten. Ideal für pubertierende Jugendliche, die ja immer das Gegenteil tun von dem, was ihnen gesagt wird, und sich nach der Lektüre daher so benehmen werden, wie sie sollten: Anständig.

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