Nina Rücker Mosi, Daisy und ich

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Inhaltsangabe zu „Mosi, Daisy und ich“ von Nina Rücker

Dies ist die Geschichte von einem braven Chauffeur und seinem bizarren Herren ... Der eine heißt Rudolph Moshammer. Er war der glänzende Stern der Münchner Bussi-Boheme, ein Meister der perfekten Selbstinszenierung, ein knallharter Geschäftsmann und ein verlässlicher Freund, dem nichts, aber auch gar nichts Menschliches fremd war. Alle nannten ihn Modezar und er war stolz darauf. Rudolph Moshammer wurde am 27. September 1940 in München geboren und am 14. Januar 2005 in seiner Villa in Grünwald ermordet. Der andere heißt Andreas Kaplan. Er ist 45 Jahre alt, stammt aus dem thüringischen Saalfeld und ist Chauffeur. Das Schicksal hatte ihn nach der Wende zu Rudolph Moshammer verschlagen. Als „Herr Andreas“ diente er ihm so diskret und verschwiegen, wie einst seinem Stasi-Obristen bei der Hauptverwaltung Aufklärung in Ostberlin. Beinahe täglich war der Chauffeur an Rudolph Moshammers Seite – am Steuer des Rolls Royce, als Hausmann, als Gärtner und Maler, als Butler, als Hundeführer und als Beschützer in der Not. Elf lange Jahre stand er treu im Dienst seines Herren, bis er ihn an einem eiskalten Januartag in der ersten Etage seines Hauses vor dem Schlafzimmer auf dem Boden liegend fand – ermordet. Seither wurde im beschaulichen Leben des braven Chauffeurs das Unterste zu oberst gekehrt. Plötzlich er, und nicht sein Chef, im Blitzlichtgewitter der Medienmeute. Und überall sollte er über das ungewöhnliche Leben des Rudolph Moshammer erzählen. Doch er behielt das meiste für sich. Bis jetzt. Nun endlich will er davon berichten: Von den tagelangen Fahrten übers Land, den nächtlichen Feiern und Auftritten, den Küchengesprächen und Hotelaufenthalten, den Freundschaften, den Ängsten und den Leidenschaften des Rudolph Moshammer. Wer, wenn nicht er? Denn in diesen elf Jahren sind sich die beiden so unterschiedlichen Männer vertrauter geworden, als in vielen Familien Vater und Sohn. Rudolph Moshammer besuchte Andreas Kaplan daheim, er traf sich mit seiner Familie, lernte Andreas Freundin kennen und überließ seinem Chauffeur bei längerer Abwesenheit sogar die Schlüssel zu seinem Allerheiligsten – der Privatvilla in Grünwald. Im Jahre 2002 setzte er seinen Chauffeur mit einer Notariatsurkunde sogar als Generalbevollmächtigten ein. Der Chauffeur sollte entscheiden, wann im Krankheitsfall lebensverlängernde medizinische Geräte abgeschaltet werden mussten, wie der Modezar beerdigt werden sollte und er übertrug ihm die Verantwortung für das Testament. Aber wer war Rudolph Moshammer, dieser Mann mit den schrill hochgestellten rabenschwarzen Haaren, den knalligen Seidenkrawatten und dem kleinen weiß-braun-grauen Yorck-Shire-Hündchen in der Luis-Vitton-Tasche? Wie eroberte er sich die Zuneigung so unterschiedlicher Menschen, schaffte, wovon viele Politiker träumen und wonach sich Show-Sternchen sehnen? Warum flogen ihm, dem Kaufmann aus kleinbürgerlichem, später ärmlichem Hause, die Herzen der Menschen im Vorübergehen zu? Wie holte er Adel und Show-Biz, Politik und Wirtschaft, Arme und Reiche an seinen Mittagstisch als wäre es gar nichts? Mit Hingabe versorgte er die Obdachlosen unter den Münchner Isar-Brücken, plauderte mit kindlicher Lust bei Thomas Gottschalk über Mode, Hunde, Freundschaft und das Geheimnis der ewigen Jugend. Er zelebrierte den Verkauf einer „Volkskrawatte“ in seiner Boutique als wäre sie ein Rolls Royce und sang schrecklich schräg auf dem Oktoberfest und im deutschen Vorausscheid für den Grand-Prix. Er machte sich selbst zu Deutschlands komischster Werbefigur – für den Autoverleiher Sixt und den Food-Giganten McDonalds. Er warb für Hundefutter und für das Münchner Obdachlosen-Magazin „BISS“. Haare, Hund, Rolls, Samt, Seide, Obdachlose, die unendliche Mutterliebe, seine ständige Angst vor dem Alter und seine lebenslange Persiflage auf das nie offiziell eingestandene Schwulsein – nichts an diesem Rudolph Moshammer war mainstream, alles verstieß gegen den ausgemacht guten Geschmack. Und dann eben doch wieder nicht. Der Regisseur Volker Schlöndorf über den buntesten aller deutschen Paradiesvögel: „Ich bewundere Rudolph Moshammer dafür, dass er die Fäden der Marionette, die er selbst war, selbst in der Hand hielt. Und Chauffeur Andreas Kaplan sagt bewundernd über seinen Chef: „Viele Menschen träumen von so einem schillernden Leben im Rampenlicht. Herr Moshammer hat es gelebt. Einfach gelebt, auf einer großen Bühne, die für ihn die ganze Welt war.“
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