Nina Sahm Das letzte Polaroid

(66)

Lovelybooks Bewertung

  • 71 Bibliotheken
  • 10 Follower
  • 1 Leser
  • 41 Rezensionen
(30)
(21)
(10)
(4)
(1)

Inhaltsangabe zu „Das letzte Polaroid “ von Nina Sahm

Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben Als sich Anna und Kinga im Urlaub am Balaton begegnen, beginnt eine Freundschaft, die beider Leben für immer verändern wird. Vom ersten Moment an teilen sie alles miteinander, ihre Kleidung, ihr Parfüm, ihre Süßigkeiten und ihr erstes Mal. Auch wenn sie sich danach jahrelang nicht sehen, erzählen sie einander alles: Von Kingas sexuellen Vorlieben bis zur Trennung von Annas Eltern. Als Anna erfahren muss, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt, reist sie nach Budapest, eine Stadt im Aufruhr gegen die Orban-Regierung. Doch statt an Kingas Krankenbett zu sitzen, beginnt Anna immer tiefer in Kingas altes Leben einzutauchen. Immer wieder muss sie dabei an die Tage am Balaton denken. War es wirklich so eine unbeschwerte Zeit gewesen, oder hatte sie die Ereignisse bis zuletzt nie richtig verstanden? Konnte sie überhaupt für Kinga da sein? Leichtfüßig, voll untergründiger Sprengkraft und mit einem furiosen Finale: Eine Geschichte über große Freundschaft und die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben. „Mitreißend, abgründig und zwischen den Zeilen duftet es nach Budapester Dobostorte.“ Stefanie de Velasco, Autorin von Tigermilch » [E]in interessanter Beitrag zum Thema, welche Rolle man im Leben spielen möchte. « Sabine Reithmaier, Antje Weber, Süddeutsche Zeitung, 07.05.2014 » Zum Nachdenken « Cosmopolitan, 24.04.2014 » Unaufdringlich, […] und deshalb umso mitreißender lässt die Autorin die Geschichte […] von Anna erzählen […]. « Torsten Kohlschein, Freie Presse, 20.06.2014 » Ein[ ] sehr poetische[r] und bewegende[r] Roman über Sinnsuche und Freundschaft […]. Ein Gewinn für die junge deutsche Literaturszene! « Die Abendzeitung, 25.02.2014 » Ein gelungener Sommerroman! « Fabienne Iff, Dran Next, 01.07.2014 » Ein interessanter Roman […], leichtfüßig geschrieben, mit wunderbaren Streifzügen durch Budapest […]. « Kulturette Magazin, 02.06.2014

Ein Roman, der sich federleicht weglesen lässt & sich doch mit einem schwierigen Thema befasst.

— Regenblumen
Regenblumen

Hatte viel Potential und verliert sich in Nichtigkeiten, schade

— ichundelaine
ichundelaine

Das Buch kommt nicht zum Punkt. Langweilige Erzählform. Worum es geht wird überhaupt nicht klar. Zeitsprünge machen es nicht besser.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Stöbern in Romane

Die Tänzerin von Paris

Ein steter Bilder- und Gefühlsrausch!

Monika58097

Underground Railroad

Eine fesselnde Geschichte, welche die Railroad leider nur fiktiv beschreibt. Wer historischen Background erwartet, ist vielleicht enttäuscht

jewi

Sonntags in Trondheim

Ein ungewöhnliches Buch, der Schreibstil, die Familie, einfach alles ist seltsam, interessant, faszienierend und einfach ungewöhnlich.

Lesezeichenfee

Heimkehren

Sklaverei, Identität, Heimat und Rassismus verpackt in einen großartigen Familienroman

krimielse

Kukolka

Ergreifend und mit einer sympathischen Hauptfigur!

Daniel_Allertseder

Ein Gentleman in Moskau

Fans der Serie "Downton Abbey" werden dieses Buch lieben. Grandios erzählt!

TanyBee

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

    Mehr
    • 1702
  • Freundschaft über Grenzen und Jahre hinweg

    Das letzte Polaroid
    Girdie

    Girdie

    06. November 2015 um 21:22

    „Das letzte Polaroid“ ist der Debütroman von Nina Sahm. Die Autorin erzählt darin von einer Freundschaft die im Urlaub zwischen zwei Mädchen im Teenageralter begann und nun nach zehn Jahren zu einer unvorhersehbaren Entwicklung in ihrer Bekanntschaft geführt hat. Über diese lange Zeit der Freundschaft haben Fotos, die mit einer Polaroid-Kamera aufgenommen wurden, die beiden über die räumliche Distanz hinweg begleitet. Die Fotos verblassen langsam wie auf dem Titelbild, doch die Erinnerungen bleiben. Zu Beginn des 21.Jahrhunderts macht Anna aus Deutschland mit ihren Eltern Urlaub am Plattensee in Ungarn. Im Nachbarhaus wohnt die gleichaltrige Ungarin Kinga, die ebenfalls mit ihren Eltern von Budapest aus in die Ferien an den Balaton gekommen ist. Ein Tag genügt und es beginnt eine Freundschaft, die für beide einen ganz besonderen Anreiz hat. Kinga findet in Anna jemanden mit dem sie ihre kleinen Geheimnisse teilen kann und Anna lauscht staunend den Ausführungen von Kinga über deren erwachende Liebe. Von Annas Eltern wird die Freundschaft nicht gutgeheißen, doch gegen deren Verbot finden die beiden einen Weg auch weiterhin in Kontakt zu bleiben. Zehn Jahre nach dem Urlaub erhält Anna, in deren Leben sich inzwischen einiges geändert hat, einen Brief von Kingas Mutter, die ihr schreibt, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt. Kurz entschlossen macht sie sich auf den Weg nach Budapest. Doch aus ihrer Reise wird mehr als ihr Besuch am Krankenbett der Freundin. Immer mehr nimmt sie Plätze ein, die bisher von Kinga ausgefüllt wurden.  Anna ist in einem gut situierten Haushalt aufgewachsen. Ihre Eltern legen sehr viel Wert auf Sauberkeit und Wissenserwerb, doch Liebesbekundungen sind selten. Kingas Eltern sind viel unbesorgter, ihr Umgang miteinander ist herzlicher. Doch Anna hat keine andere Wahl als ihre Eltern nach dem Urlaub nach Hause zu begleiten. Der weitere Kontakt zu Anna ist ihre erste Auflehnung gegen ihre Eltern auf dem Weg zum Erwachsensein und zu ihrer Selbstfindung, ihre Berufswahl ist eine weitere. Lediglich einmal haben Anna und Kinga sich in den ganzen Jahren bis zum Unfall getroffen. Anna, die inzwischen deutlich gereift sein sollte, bewundert Kinga und kommt sogar deren Wunsch nach als sie Anna zu einem ersten Mal verhilft. Die Schilderung fand ich unrealistisch und zu Anna unpassend.  Als Anna spontan nach Budapest reist trifft sie hier auf den Alltag von Kinga, den sie nur aus den Briefen kennt und auf eine Stadt, die sich aktiv in Auflehnung zur gegenwärtigen Regierung befindet, darunter auch der Vater ihrer Freundin. Obwohl Anna in der Ich-Form erzählt, erfährt man als Leser wenig über die Gründe für ihr gegenwärtiges Handeln. Das lässt Platz für eigene Interpretationen. Immer mehr nimmt sie den Platz von Kinga ein. Doch wie in allen menschlichen Beziehungen gibt es immer zwei Personen die für die Fortführung des Miteinanders verantwortlich sind. Es war für mich zwar verständlich, dass Anna Freude daran findet, die Rolle der von ihr bewunderten Kinga einzunehmen, doch dass Kingas Eltern und Kingas Freund sie so eng in ihr Leben holen, kann ich nicht so ohne weiteres nachvollziehen.  Glaubte ich Anna durch ihre Erinnerungen näher zu kommen, so rückte sie durch ihr Handeln in der Gegenwart wieder von mir ab und konnte mir nicht sympathisch werden. Die Randfiguren waren interessant beschrieben. Der Reiz der Geschichte war für mich die wunderbare Freundschaft und der Zusammenhalt der Freundinnen über Grenzen und Jahre hinweg. Insgesamt eine nette Geschichte, aber für mich kein Highlight, darum 3,5 Sterne.

    Mehr
  • Das letzte Polaroid

    Das letzte Polaroid
    Tinkers

    Tinkers

    14. January 2015 um 10:48

    „Das letzte Polaroid“ ist das 2014 bei blumenbar erschienene Romandebüt von Nina Sahm. Im Balatonurlaub lernen sich die 14-jährige Anna aus München und Kinga aus Ungarn kennen und führen in den kommenden Jahren eine Brieffreundschaft. Die beiden völlig unterschiedlichen Mädchen verbindet eine tiefe Freundschaft. Als Kinga 10 Jahre später im Koma liegt, besucht Anna ihre Familie und versucht dort nach und nach ihre eigene Identität aufzugeben um die von Kinga anzunehmen. Der Roman wechselt immer wieder zwischen den alten und neuen Zeiten hin und her. Der Schreibstil ist eher anspruchsvoll und von geschichtlichen Hintergründen sollte der Leser etwas Ahnung haben.  Der Autorin gelingt es die psychische Entwicklung von Anna sehr gut darzustellen,  dennoch konnte ich mich nicht vollends in die Charaktere einfühlen.

    Mehr
  • Über Indentität, Selbstwert und Sinnsuche

    Das letzte Polaroid
    Looony

    Looony

    06. January 2015 um 08:48

    Nina Sahm - Das letzte Polaroid **** Inhalt Anna und Kingas Leben sind wie Tag und Nacht. Anna – Tochter von einem Anästhesisten und einer Architektin, aufgewachsen in einer sterilen Villa in einem Münchener Vorort – verbringt ihre Freizeit vor allem mit Wissensquizzen und gesitteten Gesellschaftsspielen. Kinga lebt mitten in der Großstadt Budapest in mit ihren Eltern in einfachen Verhältnissen, ist Draußen unterwegs, isst Süßigkeiten und macht vor allem ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol, Tanzen und dem anderen Geschlecht. So lernen Kinga und Anna sich als Teenager während eines Urlaubs am Balaton kennen und Anna ist nicht nur von Kinga sondern vor allem auch von ihrem Leben fasziniert, das nach Freiheit riecht und sich so anders anfühlt als ihr eigenes. Als Kinga über 10 Jahre später nach einem Unfall im Koma liegt, reist Anna nach Budapest und lässt sich erneut von der gleichen Faszination in den Bann ziehen… Meinung Kennen wir das nicht alle? Die Faszination, die das Leben eines anderen auf uns ausübt. Gerade, weil wir selber mit dem, was wir erleben, tun und erreicht haben, nicht zurechtkommen, nicht zufrieden sind. Das Gefühl ausbrechen zu wollen aus dem eigenen Leben und gerade etwas sehr gegenteilige zu suchen. In diesem Gefühl bin ich Anna in „Das letzte Polaroid“ begegnet und habe mich selber oft wiedergefunden, konnte so gut verstehen, was sie bewegt und antreibt. Es ist ein wahres, echtes Gefühl aus dem Leben. Die Geschichte zeigt gleichzeitig, was es bedeutet zu tief einzutauchen in das Leben eines anderen und dabei das eigene Leben und sich selbst aus den Augen zu verlieren – das Auftauchen kann plötzlich und ungewollt kommen und dein eigenes Leben kommt mit voller Wucht zu Dir zurück. Nina Sahm findet einen sehr gelungenen Weg auf langsame und leise Art und Weise den Leser mit Anna ab- und auch wieder auftauchen zu lassen. Sie erzählt Annas Geschichte mit einer schnörkellosen, einfachen und klaren Sprache. Ihr Schreibstil hat mir sehr gefallen und noch mehr konnte ich mich an den kleinen Einflüssen aus Geschichte, Politik, Musik, Literatur und Kultur erfreuen. Ich weiß sehr wenig über Ungarn und habe mich so wie Anna auch auf eine Reise begeben und neben dem Lesen noch einiges recherchiert und gelernt. Warum bei mir nicht der aller letzte Funke der grenzenlosen Begeisterung übergesprungen ist, kann ich gar nicht so genau sagen… vielleicht ist Anna mir als Person – so sehr ich ihre Situation und ihr Verhalten nachvollziehen kann – emotional doch zu fern geblieben. Vielleicht lag es an meiner Erwartung nach Klappentext und Rezensionen, dass Freundschaft als Thema im Mittelpunkt der Geschichte steht, was irreführend ist, denn Anna alleine steht mit ihrem Leben und ihren Entscheidungen, die von ihrer Begegnung mit Kinga geprägt und beeinflusst sind, im Mittelpunkt dieser Erzählung. Für mich geht es in "Das letzte Polaroid" vor allem um die Suche nach der eigenen Identität und dem Selbstwert sowie die Sehnsucht nach Abgrenzung und Anderssein. Fazit Ein sehr lesenswertes, anspruchsvolles Debüt – sowohl sprachlich, erzähltechnisch als auch thematisch! „Das letzte Polaroid“ wird besonders Ungarnfans begeistern und allen anderen das Land und seine Geschichte näherbringen. Für alle die nachdenkliche, leise Bücher mögen und gerne auch über die letzte Seite eines Buches hinaus weiterdenken!

    Mehr
  • Netter Debütroman

    Das letzte Polaroid
    lesebiene27

    lesebiene27

    Anna aus München und Kinga aus Budapest lernen sich mit 14 Jahren im Urlaub kennen und werden trotz ihrer unterschiedlichen Lebensweise und ihres unterschiedlichen Wesens Freundinnen, die auch nach dem Urlaub in Kontakt stehen. Als Kinga Jahre später nach einem Unfall im Koma liegt, fährt Anna zu ihr ans Krankenbett nach Ungarn und übernimmt dort Kingas Leben, Klamotten und ihren Freund. Nachdem ich die Inhaltsbeschreibung zu dem Buch gelesen hatte, habe ich mir mehr davon versprochen und mehr Drama erwartet. Leider hat sich diese in dem Buch nicht ganz so erfüllt, wie gedacht. Dennoch fand ich das Buch gut umgesetzt. Der Sprachstil ist flüssig und macht neugierig. Die Figuren sind interessant, allerdings auch ein bisschen merkwürdig. Annas Verhalten war mir teilweise nicht ganz einleuchtend, aber sie schien eine Art Identitätskrise oder Lebenskrise zu haben. Was ich interessant fand, war die politische Situation in Ungarn, die mit in das Buch eingeflossen ist. Dennoch fand ich das Buch an manchen Stellen ein bisschen langweilig, weil sich die Story so gezogen hat, ohne dass es neue Erkenntnisse gab oder das Geschehen weiter voran ging, sondern sich alles ein bisschen in die Länge gezogen hat. Als Fazit kann ich sagen, dass die Idee hinter dem Buch gut war, mir allerdings ein bisschen was gefehlt hat. Daher gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

    Mehr
    • 2
    parden

    parden

    03. January 2015 um 08:16
  • Das letzte Polaroid

    Das letzte Polaroid
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. January 2015 um 13:20

    Anna erfährt, dass ihre ungarische Jugendfreundin nach einem Autounfall im Koma liegt. Sie fährt nach Budapest zu Kingas Eltern, wo sie für längere Zeit wohnen kann. Im Laufe der Zeit taucht sie immer mehr in Kingas altes Leben ein. Anna freundet sich mit Tibor an, Kingas Freund. Sie arbeitet bei Kingas bester Freundin im Café mit. Anna gewöhnt sich immer mehr an ihr "neues" anderes Leben in Budapest und verliert dabei fast den Blick für die Realität. Das letzte Polaroid ist gut geschrieben. Die einzelnen Charaktere sind genau ausgearbeitet. Auch die Rückblenden in die Ferienzeit am Balaton machen die Geschichte lebendig. Aber auch die Einzelheiten über Budapest lassen den Leser hautnah dabei sein. Gut gefallen hat mir auch, dass die Autorin immer wieder die politischen Veränderungen in die Geschichte einfließen ließ. Fazit: Gute Geschichte, gutes Debüt

    Mehr
  • Mehr Schein als sein

    Das letzte Polaroid
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    Hier gibt es wirklich viele begeisterte Stimmen zu diesem Buch. Ich kann das leider nicht nachvollziehen. Anna aus München und Kinga aus Budapest treffen sich in den Ferien am Balaton als sie 14 Jahre alt sind. Und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, werden sie Freundinnen, die sich noch Jahre später lange Briefe schreiben. Das ist schön, aber nicht außergewöhnlich. Anna kommt aus einer Akademikerfamilie, wächst auf mit täglichen Quizfragen zum Allgemeinwissen, Bioprodukten und einem vorgezeichneten Lebensplan. Das ist anstrengend, aber kein grausames Schicksal. In Kingas Familie gibt es Spaß, Liebe und Kuchen, wenn auch nicht viel Geld. Kinga ist lebenslustig, weiß, wie man Jungs verführt und macht immer und überall Polaroids. Das ist der eher bemühte Gegenentwurf zu Annas Hintergrund. Zehn Jahre später liegt Kinga nach einem Autounfall im Koma. Kingas Eltern bitten Anna, nach Ungarn zu kommen. Anna packt die Koffer und bezieht das Gästezimmer von Kingas Eltern. Sie lässt sich treiben in Budapest, übernimmt Kingas Eltern, Kleidung, die Polaroidkamera und sogar ihren Freund. Man erfährt nach und nach durch Erinnerungssequenzen Annas Lebensgeschichte, aber besonders aufregend ist die nicht. Auch ihr Aufenthalt in Ungarn bietet keine bemerkenswerten Geschichten. Sie vertreibt sich die Zeit und lernt ein paar Menschen kennen. Alltag. Immerhin anderer Alltag. Man bekommt einen lockeren Eindruck vom Leben in Ungarn während der Wirtschaftskrise und Unruhen wegen des Orban-Regimes. Das war ganz interessant, auch wenn die Thematik nur gestreift wird. Anna nimmt es nur verwundert zur Kenntnis. Nach zwei Wochen schafft sie es erst, Kinga im Krankenhaus zu besuchen. Dass sie gekommen ist, um ihrer Freundin beizustehen, die im Koma liegt, scheint nicht mehr so wichtig zu sein. Sorgen macht sie sich keine. „ Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben.“ Das ist die Botschaft, die uns hier vermittelt werden soll und die wir freundlicher Weise schon vorab geliefert bekommen. Von gefährlicher Versuchung konnte ich aber nicht viel spüren. Keine Gefahr weit und breit. Da ist nur eine Frau, die wenig Ambitionen und wenig Emotionen hat, die unreflektiert Ideen anderer ausprobiert, weil sie selbst keine hat. Auf den letzten 10 Seiten des Buches denkt sie zum ersten Mal nach. Eigentlich hätte man hier ausreichend Stoff für dramatische Entwicklungen gehabt. Die stehen aber weitgehend ungenutzt im Raum und dienen nur dazu, Anna auf ein paar Ideen zu bringen, die man normalerweise mit 16 von ganz alleine hat. Ein großes Konstrukt für ein eher harmloses Ansinnen, das mich zu großen Teilen gelangweilt hat.

    Mehr
    • 4
    Leseratz_8

    Leseratz_8

    29. December 2014 um 20:39
  • Das Leben durch die Kamera sehen

    Das letzte Polaroid
    sommerlese

    sommerlese

    "*Nina Sahm*" schrieb ihren Debütroman "*Das letzte Polaroid*", der durch "*Blumenbar*", einer Marke des Aufbau Verlages, erschienen ist. Anna aus München und Kinga aus Ungarn sind Freundinnen, seit sie sich mit 14 Jahren als Jugendliche im Urlaub am Balaton kennengelernt haben. Über eine Brieffreundschaft halten die unterschiedlichen Freundinnen Kontakt. Anna ist die behütete, aber zurückhaltende Akademikertocher, die in ihrer Familie Wissen vermittelt bekommt, aber emotionales Familienleben eher vermisst. Die Ehe der Eltern zerbricht. Kinga dagegen ist temperamentvoll, frühreif und sehr bestimmend. Überall macht sie ihre Polaroidaufnahmen und wechselt häufig ihre Freunde. Ihre Eltern sind arm, aber herzlich und lebensfroh. Als Kinga 10 Jahre später nach einem Unfall ins Koma fällt, reist Anna nach Budapest und taucht ein in Kingas Leben. Sie wohnt bei ihren Eltern, benutzt ihre Kamera und lernt ihre Freunde kennen. Dieser Roman erscheint mir wie ein Tagebuch, das allerdings durch verschiedene Erzählebenen abwechselnd eintaucht in die Vergangenheit und die Gegenwart Annas. So erfährt man näheres über die junge Frau, die eigentlich wenig eigene Ambitionen und Emotionen hat, aber neugierig die Ideen Kingas ausprobiert, weil sie selbst keine hat. Sie steckt noch in einer Art Selbstfindung, ihre Identität sucht sie in der ihrer Freundin Kinga. Beschrieben wird eine Art Alltagsatmosphäre, die vor dem Hintergrund des politischen Umbruchs in Ungarn, der Zeit der Unruhen wegen des Orban-Regimes und der Protestbewegung statt findet. Diesen Umbruch scheint Anna innerlich durchzumachen. Doch sie ist nicht die treue Freundin, die ihre Zuneigung am Krankenbett zeigt, sie übernimmt die Lebensweise von Kinga. Da ist von Freundschaft eigentlich keine Spur. Später übernimmt sie auch noch Kingas Freund Tibor. Da hatte sie dann alle Sympathie bei mir verspielt. Sie lässt sich treiben, ohne ein direktes Ziel vor Augen zu haben. Ihr Verhalten ist ein Ausscheren aus ihrem eigenen Alltag in der Backstube in München. Ein Versuch, dieses in Ungarn als Kind empfundene Glück mit der Freundin wieder aufkommen zu lassen. Den Schluss finde ich sehr gelungen. Gut gefallen haben mir die eingestreuten politischen Fakten über die Wirtschaftskrise Ungarns und zeitgeschichtliche Ereignisse. Diesen wird aber nicht weiter auf den Grund gegangen. Anna nimmt es fast unbemerkt zur Kenntnis. Hier wurde das Potential leider nicht ausgeschöpft. Ein nachdenklich machender, unterhaltsamer Roman, der Freundschaft beschreiben will, aber nur die Suche nach einer eigenen Identität beschreibt.

    Mehr
    • 3
    sommerlese

    sommerlese

    27. December 2014 um 14:59
  • Das berührende Zeugnis einer Freundschaft

    Das letzte Polaroid
    kleinechaotin

    kleinechaotin

    15. December 2014 um 20:54

    Das Buch "Das letzte Polaroid" von Nina Sahm erzählt die Geschichte von Anna, die in jungen Jahren im Urlaub Kinga kennenlernt. Die junge Deutsche kommt aus gutem Haus und wird von ihren Eltern sehr gefördert während die junge Ungarin eine unbeschwerte Kindheit genießen darf. Trotz der Distanz und der unterschiedlichen Entwicklungen halten die beiden Mädchen eine ausführliche Brieffreundschaft aufrecht. Die Illusion, dass sich auch in der Realität nichts zwischen ihnen verändert hat, sitzt bei beiden fest verankert in den Köpfen. Als Kinga ins Koma fällt, beschließt Anna nach Ungarn zu reisen und ihre Freundin zu besuchen. Anna wohnt bei Kingas Eltern und beginnt Kingas Leben zu leben. Ob das gutgehen kann? Wacht Kinga aus dem Koma auf? Wie werden sich ihre Leben entwickeln? Die Protagonistin Anna fährt nach Ungarn um Kingas Eltern zu unterstützen und um nach der Patientin zu sehen. Obwohl sie "nur" eine langjährige Brieffreundschaft pflegen, fühlt sich Anna verpflichtet Kinga zu besuchen. Anna fühlt sich in Ungarn sofort wohl - das ihre Freundin im Koma liegt, schiebt sich immer wieder von sich weg. Jeden Tag, wenn sie sie besuchen möchte, kommt ein anderer Grund dazwischen. Die Deutsche schmeißt alles hin um in Ungarn zu bleiben - sie redet sich ein, dass sie Kingas Eltern unterstützt und auch Kinga durch ihre Anwesenheit hilft. Sie taucht immer tiefer in Kingas Leben ein - sie übernimmt ihre Gewohnheiten, sie übernimmt ihre Freunde und schlussendlich fühlt sie sich auch zu Kingas Freund hingezogen. "Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben" ist die treffende Beschreibung des Buchs - wie weit Anna geht, möchte ich an dieser Stelle nicht beschreiben. Mir gefiel das Buch sehr gut, vor allem das Ende löste bei mir ein Gänsehautfeeling aus. Der Schreibstil war leicht lesbar und ich habe schnell in die Handlung hineingefunden. Besonders faszinierend fand ich, wie sehr Anna sich in Kingas Leben "geschummelt" hat und wie sehr sie sich gewünscht hat, so wie sie zu sein. Einen Stern habe ich abgezogen, da mir phasenweise etwas gefehlt hat. Weiters hätte ich gerne gewusst, was aus den beiden Frauen geworden ist und ob sie ihre Beziehung zueinander aufrecht erhalten können.. Es war aber auf jeden Fall ein weiteres gelungenes Debüt aus dem Jahr 2014 - ich freue mich auf mehr!

    Mehr
  • Besuch in Budapest

    Das letzte Polaroid
    Arizona

    Arizona

    Kinga aus Budapest, Anna aus Müchen, beide 14 Jahre alt. Sie lernen sich im Urlaub am Balaton kennen, sind dort Nachbarn in den Ferienhäusern. Und dabei treffen zwei Welten aufeinander. Die vor Lebendigkeit sprühende Kinga und die von ihren Eltern sehr kontrollierte Anna. Und so ist es nicht verwunderlich, dass Kinga eine solche Faszination auf Anna ausübt, sie lässt sich von ihren verrückten Ideen mitreissen. So ist Kinga auch bereits recht offen was Jungs angeht. Anna verbringt ein paar Tage mit dem wilden Mädchen, dann jedoch verbieten ihre Eltern den Kontakt und reisen ab. Aber Anna hat heimlich eine Brieffreundschaft mit Kinga. Diese hat zunächst viele wechselnden Freunde, ist später dann fest mit Tibor zusammen. Anna dagegen hat nur einen guten Bekannten, Simon, und der ist schwul. Ihr Leben kommt ihr im Vergleich zu dem ihrer Freundin sehr langweilig vor. Ihr Vater ist Arzt, die Mutter Architektin, beide sind übertrieben gesundheits- und hygienebewusst. Die Mutter muss eigentlich immer geschont werden, so lernt Anna schon früh immer Rücksicht auf ihr Befinden zu nehmen. Der Vater drillt seine Tochter quasi durch ständige Quizfragen zum Thema Naturwissenschaft, damit mal was aus ihr wird. Das Buch starte jedoch damit, dass Anna einen Brief von Kingas Mutter erhält, worin sie ihr mitteilt, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt, und sie Anna fragt, ob sie zu Besuch kommen würde. Das lässt Anna sich nicht zweimal sagen, Hals über Kopf reist sie ab. Inzwischen sind 10 Jahre vergangen, Anna ist 23 und arbeitet als Bäckerin, auch so eine Art von Rebellion gegen die Pläne des Vaters. In Budapest wird sie sehr herzlich von Kingas Eltern aufgenommen. Sie lernt auch Kingas Freund Tibor kennen, die beiden treffen sich immer öfter. Nach und nach bemerkt man, dass Anna auf der Suche ist, sie versucht langsam Annas Rolle im Leben der anderen einzunehmen. Eingestreut in diese Geschichte aus Budapest sind dann immer die Rückblicke: die gemeinsame Zeit am Balaton, Annas Jugend in München. Und immer wieder geht es auch um die Polaroid-Fotos. Die alte Kamera war Kingas Hobby, und nun zieht Anna mit dieser Kamera durch die Stadt. Kinga ist zwar verantwortungslos und etwas durchgeknallt, aber voller Leben. Das alles ist Anna fremd, die immer so vernünftig ist. Sie spielt die Rolle der braven Tochter. Durch den Besuch in Budapest erhält sie die Chance, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Und so wird sie zum Chamäleon, sie sammelt Bonuspunkte bei der Familie und den Freunden von Kinga. Sie erspinnt sich ein Netz aus Lügen und verdreht sich ihre Welt so, wie es ihr am besten passt. Doch schafft sie es dabei, sie selbst zu werden? Passt das Leben ihrer Freundin für sie? Toll und interessant erzählt, auf jeden Fall erfrischend anders! Das alles spielt vor dem Hintergrund des politischen Umbruchs in Ungarn, der Zeit der konservativen Politik und den Protestbewegungen. Ein spannendes Bild einer Stadt im Umbruch, mit Personen, die zwar nicht rundum sympathisch, aber authentisch sind. Auch sprachlich etwas Besonders, so benutzt die Autorin keine Anführungszeichen bei der direkten Rede. Die Zeitsprünge folgen recht kurz aufeinander, aber es ist kein bisschen verwirrend. Es lässt sich auf jeden Fall klasse lesen. Und von der psychologischen Seite her echt interessant, wie Anna versucht sich immer anzupassen. Und das alles in dem Debütroman der Autorin. Der Blumenbar Verlag – ist immer für eine Überraschung gut!

    Mehr
    • 3
  • Lebenshunger

    Das letzte Polaroid
    gst

    gst

    Dies war mein drittes Buch aus der „Blumenbar“, die zum Aufbau-Verlag Berlin gehört und ganz besondere Bücher herausbringt. Ebenso wie „Kings of nowhere“ von T.J.Forrester und „Liebe Steine Scherben“ von Jelle Behnert konnte mich auch dieses Romandebüt von Nina Sahm überzeugen. Keines der Bücher passt in irgendein Schema, jedes für sich etwas besonderes. Vielleicht noch nicht für fünf Sterne geeignet, aber trotzdem mit einem bemerkenswerten Potential, das sich sicherlich noch ausbauen lässt. „Das letzte Polaroid“ lässt immer wieder Erinnerungen wach werden: an einen Sommer am Balaton und an eine zehnjährige Brieffreundschaft zweier Mädchen, die so unterschiedlich sind wie Sonne und Mond. Beim Lesen fragt man sich, worauf diese Freundschaft begründet ist. Ist Anna so begierig darauf, von der vitalen Kinga das Leben zu lernen? Die probiert alles aus und drängt auch Anna, die in einem sehr sterilen Elternhaus aufgewachsen ist, ins Abenteuer des Lebens. Eines Tages erfährt Anna von Kingas Unfall und ihrem Koma. Grund genug, alles in München zurückzulassen und nach Budapest zu reisen. Doch statt Kinga im Krankenhaus zur Seite zu stehen, drängt sie sich in deren Leben, versucht deren Rolle zu übernehmen. Sie wohnt bei Kingas Eltern, verliebt (?) sich in Kingas Freund und ist erschrocken, dass sie nicht Kingas einzige Freundin war. Sie genießt die Wärme in Kingas Elternhaus, die sie aus ihrem eigenen Elternhaus nicht kennt. Anna wirkt in allem, was sie erzählt, seltsam distanziert. Ebenso sieht sie sich selbst am Ende des Romans auch von außen: „Ich hatte jede Rolle so lange gespielt, bis es zu anstrengend wurde und sie dann aus Gier nach mehr oder einfach aus Angst gegen etwas Neues eingetauscht“. Schon auf dem Cover, das ebenso wie der Titel hervorragend zum Buch passt, erkennt man, wer Kinga und wer Anna ist: Die eine springt ins Leben, die andere schaut (etwas neidisch?) zu. Eine absolute Leseempfehlung!

    Mehr
    • 2
  • Ein Buch über Unterschiede und die Suche nach einer eigenen Identität

    Das letzte Polaroid
    Gruenente

    Gruenente

    Anne macht mit den Eltern einen Urlaub am Balaton. Vom Elternhaus her recht streng und konventionell erzogen hat sie vieles noch nicht erlebt und fühlt sich mit 14 recht eingeengt. Vor allem, als sie das ungarische Nachbarsmädchen Kinga kennenlernt. Kinga macht auch mit ihren Eltern dort Urlaub. Kinga darf aber viel mehr: Schokolade essen, Bonbons lutschen, sich schmutzig machen… Die behütete Anna ist begeistert und unternimmt einiges heimlich mit Kinga. Sie lässt sich vieles von ihr gefallen. Auch Kingas Eltern findet sie toll. Nach dem Urlaub beginnen sie eine intensive Brieffreundschaft, in der Anna irgendwann  anfängt ein Leben zu erfinden. Einmal treffen sie sich noch persönlich für ein Wochenende in München. Anna ist inzwischen aus dem zerrütteten Elternhaus total ausgebrochen und steht auf eigenen Füßen als sie eine schreckliche Nachricht erhält, die sie direkt nach Budapest reisen lässt. Kinga liegt im Koma. Anna übernimmt irgendwie Kingas Leben und bricht alle Brücken nach Deutschland ab. Das Buch verwebt geschickt verschiedene Zeitebenen miteinander. Es zeigt eine junge Frau, die zu wenig Selbstbewusstsein hat um ihr eigenes Leben schön zu finden. Durch die Polaroids, die immer wieder gemacht werden, werden Momentaufnahmen des Lebens erzählt. Bis zum letzten Bild, das Anna zeigt, das sie nicht das Leben einer anderen führen kann. Kurzes Buch, das viele Themen streift. Und damit die Unterschiede in den beiden Familien, Systemen, Leben stark verdeutlicht. Und dafür noch nicht mal viele Seiten benötigt. Für ein Debüt einer jungen Frau äußerst bemerkenswert.

    Mehr
    • 2
  • Leider nicht überzeugend

    Das letzte Polaroid
    czytelniczka73

    czytelniczka73

    10. July 2014 um 08:55

    Inhalt: "Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben. Als sich Anna und Kinga im Urlaub am Balaton begegnen, beginnt eine Freundschaft, die beider Leben für immer verändern wird. Vom ersten Moment an teilen sie alles miteinander, ihre Kleidung, ihr Parfüm, ihre Süßigkeiten und ihr erstes Mal. Auch wenn sie sich danach jahrelang nicht sehen, erzählen sie einander alles: Von Kingas sexuellen Vorlieben bis zur Trennung von Annas Eltern. §Als Anna erfahren muss, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt, reist sie nach Budapest, eine Stadt im Aufruhr gegen die Orban-Regierung. Doch statt an Kingas Krankenbett zu sitzen, beginnt Anna immer tiefer in Kingas altes Leben einzutauchen. Immer wieder muss sie dabei an die Tage am Balaton denken. War es wirklich so eine unbeschwerte Zeit gewesen, oder hatte sie die Ereignisse bis zuletzt nie richtig verstanden? Konnte sie überhaupt für Kinga da sein?§Leichtfüßig, voll untergründiger Sprengkraft und mit einem furiosen Finale: Eine Geschichte über große Freundschaft und die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben. "   Meinung : Die Freundschaft von Anna und Kinga ist bisschen kompliziert und untypisch.Die Mädchen treffen sich eines Sommers am Balaton und mit Briefen halten sie Jahre lang den Kontakt zu einander.Als Kinga nach einem Autounfall im Koma liegt,fährt Anna nach Budapest,um die Familie zu unterschtützen.Der Freundschaftsdienst  wird aber schnell zum etwas gefährlichem-Anna versucht Kinga`s Platz einzunehmen,verliebt sich sogar in Kinga`s Freund. Die Grunidee finde ich sehr interessant.Wie weit kann man gehen,wenn man mit eigenem Leben unzufrieden ist.Wenn man sich selbst nicht finden kann,ist es sehr verlockend eine andere Rolle einzunehmen.Der Roman bittet schon paar abgründige Gedanken.Leider überzeugt mich die Geschichte nicht ganz.Anfangs hab ich den Schreibstil als angenehm und leichtfüßig empfunden,so ab Mitte als chaotisch.Ich hatte das Gefühl,dass die Geschichte nur aus Schnappschüssen besteht,mir hat die Verbindung zwischen einzelnen Momenten gefehlt.Auch die Protagonisten waren für mich sehr unscharf.Ich hätte mir einfach mehr Tiefe gewünscht,weil so wie es ist,hat die Erzählung bei mir so bisschen oberflächlichen Eindruck hinterlassen.Das Einzige,was wirklich überzeugt,ist die Liebeserklärung an Ungarn,die zwischen den Zeilen steckt.   Fazit: Es ist kein schlechter Roman,durchaus interessant und leicht zum Lesen,aber für mich leider nicht überzeugend genug.

    Mehr
  • Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben!

    Das letzte Polaroid
    LimitLess

    LimitLess

    30. May 2014 um 22:45

    Lesen, lesen, lesen! Muss ich noch mehr sagen? Unbedingt lesen! Das Debüt der Autorin hat mich wirklich umgehauen und reiht sich als zweites Buch zu den Hightlights 2014! Nina Sahm werde ich mir als Autorin auf jedenfall merken und ich hoffe, dass es nicht nur bei dem einen Buch bleiben wird! Das letzte Polaroid ist eine Geschichte die so intensiv erzählt wird, dass sie mich mit einer Leichtigkeit verführt hat. Ein Wechselspiel aus Vergangenheit und Gegenwart macht die Geschichte besonders spannend, wobei ich beides, Vergangenes und Gegenwärtiges, gleich gern gelesen habe. Die Übergänge waren zwar nicht immer gleich ersichtlich, aber nach einigen Zeilen wusste man sofort, wo man sich gerade befindet. Besonders bemerkenswert ist der Schreibstil der Autorin. Wie sie mit den Wörtern umgeht ist einfach erfrischend zu lesen. Sie platziert sie so gekonnt, dass sich eine Sogwirkung einstellt, die ein Aufhören kaum möglich macht. Aufgefallen ist mir, dass bei Reden keine Anführungszeichen verwendet wurden, man aber trotzdem weiß, wann jemand etwas sagt und wann einfach nur erzählt wird. Das hebt den Roman nochmals von anderen Büchern ab. Die Charaktere sind ebenfalls sehr gelungen und ich wüsste nichts an ihnen auszusetzen. Jeder hat eine eigenständige, vielschichtige und liebevoll gezeichnete Geschichte und Eigenschaften. Selten hab ich ein so klares Bild über die Figuren in einem Buch gehabt, wie hier. Anna und Kinga. Anna ist der Hauptcharakter und die Geschichte wird aus ihrer Sicht erzählt. Kinga lernt man eigentlich nie wirklich kennen, sondern erfährt nur aus Erzählungen, wie sie war. Aber das war so lebhaft erzählt, als wäre sie genauso voll da, wie die Nebencharaktere. Kinga war neben Anna die zweite Hauptfigur. Die Geschichte selbst handelte von Freundschaft, Liebe, Familie. Sie war sehr facettenreich und packend. Die Autorin hat einen tollen Blick für Kleinigkeiten und hat mit diesen den Roman wundervoll, aber doch dezent ausgeschmückt. Der Roman spielt in Budapest, Ungarn, und ich hab richtig Lust darauf bekommen, die Stadt/das Land zu besuchen und das Leben zu spüren, das Anna dort lebt. Fazit Dieses Buch verführt, macht Lust auf mehr und hat mich eine Sehnsucht spüren lassen, die ich mir nicht erklären konnte. Ein außergewöhnlicher Roman über Freundschaft und was sie bedeutet, was wichtig ist im Leben und warum man sich selbst treu bleiben sollte. Lest es!

    Mehr
  • Das letzte Polaroid

    Das letzte Polaroid
    Cellissima

    Cellissima

    02. May 2014 um 22:15

    Die gefährliche Versuchung, das Leben eines anderen zu leben. Als sich Anna und Kinga im Urlaub am Balaton begegnen, beginnt eine Freundschaft, die beider Leben für immer verändern wird. Vom ersten Moment an teilen sie alles miteinander, ihre Kleidung, ihr Parfüm, ihre Süßigkeiten und ihr erstes Mal. Auch wenn sie sich danach jahrelang nicht sehen, erzählen sie einander alles: Von Kingas sexuellen Vorlieben bis zur Trennung von Annas Eltern. §Als Anna erfahren muss, dass Kinga nach einem Unfall im Koma liegt, reist sie nach Budapest, eine Stadt im Aufruhr gegen die Orban-Regierung. Doch statt an Kingas Krankenbett zu sitzen, beginnt Anna immer tiefer in Kingas altes Leben einzutauchen. Immer wieder muss sie dabei an die Tage am Balaton denken. War es wirklich so eine unbeschwerte Zeit gewesen, oder hatte sie die Ereignisse bis zuletzt nie richtig verstanden? Konnte sie überhaupt für Kinga da sein? *Meine Meinung* Ein Debüt, dessen Sprach- und Erzählstil mich absolut überzeugt haben. Anna und Kinga sind zwei Mädchen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Anna ist von Anfang an fasziniert von Kinga und deren viel aufregenderem Leben. Mit Kinga schleicht sie sich nachts zum ersten Mal davon, in aufreizendem Outfit, geschminkt ... und Kinga sorgt auch irgendwann dafür, dass Anna ihre Jungfräulichkeit verliert. Wichtige Eckpunkte im Leben einer Frau, die sie mit Kinga verbindet. Auch im weiteren Verlauf ihres Lebens sehnt Anna sich deshalb vielleicht nach Ungarn und ihrer Freundin zurück. Deshalb ist es völlig logisch, dass sie nach Ungarn fährt, als Kinga im Koma liegt. Dort angekommen, wird Anna zu Kinga. Grenzen verwischen. Abgründe tun sich auf. Den Schreibstil habe ich durchweg als ziemlich nüchtern und dabei -oder gerade deswegen- sehr eindringlich empfunden. Die Gedanken der Protagonisten, ihr Innenleben kamen dadurch besonders gut zum Ausdruck. Manche Dinge hätten noch ausführlicher dargestellt, die eine oder andere Frage hätte noch beantwortet werden müssen - aber insgesamt ist dieses Debüt überzeugend und lesenswert. *Fazit* Vermittelt Urlaubsstimmung, obwohl es nicht so sehr Urlaubsroman ist, wie man zunächst vermuten könnte. Es ist vielmehr ein Buch, das viele Fragen aufwirft und dem Leser viel Stoff zum Nachdenken gibt. Leise und doch eindringlich - die beiden Menschen, Anna und Kinga, stehen hier klar im Vordergrund.

    Mehr
  • weitere