Nina Sankovitch Tolstoi und der lila Sessel

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Inhaltsangabe zu „Tolstoi und der lila Sessel“ von Nina Sankovitch

Mehr als 2,5 cm dick darf es nicht sein. Aber das ist auch das einzige Ausschlusskriterium. Ob Krimi, Kochbuch, Klassiker– oder der aktuelle Topseller: Nina Sankovitch, Tochter polnischer US-Einwanderer, ist mit Büchern aufgewachsen. Und entdeckt nun, nach dem Tod ihrer geliebten Schwester, die Literatur ein zweites Mal für sich: als Trost- und Kraftspenderin. Zwischen Wäschebergen, Kindergeschrei und Supermarkt nimmt Nina sich Auszeiten - und entlockt jedem Buch ein anderes Geheimnis. Die Eleganz des Igels, Twilight oder Englische Liebschaften, Toni Morrison, Julian Barnes oder Leo Tolstoi – Lesen bedeutet pures Lebensglück: und einmal am Tag den Moment, bei dem man ganz bei sich ist.

Eigentlich ist das ganze Buch ein laanges Zitat! *_* Unterhaltsam geschrieben, hat mich mehr als einmal gerührt!! :) 5/5

— Alina97

Ein schönes Buch..

— BuecherKaterTee

Schön zu lesendes Buch mit nicht plakativen Buchempfehlungen.

— beemohr

Ein Buch über den Tod und wie es danach weitergeht, gespickt mit vielen Anspielungen auf Literatur, die das Leserherz höher schlagen lassen.

— Daniliesing

Ein tolles Buch über Trauer und Bücher als Mittel mit ihr umzugehen - lässt aber leider nach etwa 150 Seiten stark nach.

— Rebekka_NP

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  • Diskussionswoche und Buchverlosung zu "Glück besteht aus Buchstaben" von Karin Schneuwly

    Glück besteht aus Buchstaben

    diewortklauberin

    Eine Diskussionswoche für Leseratten und Bücherwürmer »Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst – aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist.« – Elias Canetti Welchen Einfluss hatten und haben die Bücher, die ihr gelesen habt, auf euer Leben? Was fasziniert euch am Lesen? Wie haben euch die Geschichten geprägt? Wenn euch diese Fragen sofort in Fabulierlaune bringen, dann seid ihr bei unserer Diskussionsrunde goldrichtig! Mit ihrem Debüt "Glück besteht aus Buchstaben" hat die Autorin Karin Schneuwly eine Hommage an das Lesen geschrieben – an den Zauber, die Sucht und das Phantastische der Bücherwelt. Diskutiert eine Woche lang zusammen mit uns und der Autorin und gewinnt eines von 15 Exemplaren von "Glück besteht aus Buchstaben". Die Diskussionswoche läuft bis Mittwoch, 30. August!Mehr zum Inhalt Lesen ist eine Flucht – und eine Rettung, die süchtig macht. Karin Schneuwly über Bücher und das Glück, mit ihnen zu lebenWir lesen aus Interesse, aus Vergnügen, aus Wissbegier. Die Gebanntheit, das Staunen, das innerliche Zittern, das wir als Kinder erlebten, daran erinnern wir uns vage. Karin Schneuwly erzählt in ihrem Leseverführer von diesem Gefühl und erweckt es zu neuem Leben. Als Kind eroberte sie sich die Welt der Literatur gegen alle Widerstände ihrer Familie und der Umwelt und las manisch jedes Buch, das sie in die Finger bekam. Anhand ihrer Lektüren von "Heidi" bis zu "Krieg und Frieden" lässt Schneuwly diese Verzauberung neu entstehen, die Neugier und die Jagdlust, die einen nie wieder loslassen. Eine wunderbar erzählte Buch- und Büchergeschichte, die selbst das Glücksgefühl hervorruft, das nur Lesen bewirkt.>> Hier geht's zur Leseprobe!Mehr über die AutorinKarin Schneuwly, geboren 1970, studierte Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft. Sie arbeitete für Verlage und war Ko-Programmleiterin im Literaturhaus Zürich. Seit 2010 ist sie Texterin, Lektorin und Korrektorin. Glück besteht aus Buchstaben ist ihr erstes Buch.Gemeinsam mit Nagel & Kimche verlosen wir 15 Exemplare von "Glück besteht aus Buchstaben" unter allen, die sich fleißig an der Diskussion beteiligen. Was ihr dafür tun müsst? Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* und diskutiert im Anschluss zusammen mit uns in den unterschiedlichen Unterthemen, von denen es jeden Tag ein neues geben wird!Wir freuen uns auf eine angeregte Diskussionswoche und wünschen euch viel Freude beim aktiven Austausch rund um dieses spannende Thema!*Bitte beachtet auch unsere Richtlinien zur Teilnahme an Leserunden und Buchverlosungen!

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  • Jeden Tag ein Buch zur Bewältigung von Trauer – funktioniert das?

    Tolstoi und der lila Sessel

    Federfee

    30. September 2016 um 09:58

    Nina Sankovitch hat es geschafft, jeden Tag ein Buch zu lesen und darüber in einem Blog zu berichten – und das, obwohl sie eine Familie mit vier Kindern hat. Sie hat sich einen genauen Plan zurecht gelegt: die Lesezeiten geplant und die Seitenzahl auf maximal 300 beschränkt. Und warum das Ganze? Vor drei Jahren war ihre geliebte Schwester an Krebs gestorben und Nina wurde mit der Trauer nicht fertig. Drei Jahre lang hatte sie auf der Überholspur gelebt, hatte ihr und das Leben ihrer Familie mit allzu vielen Aktivitäten gefüllt. Doch nichts half. Sie entkam dem Schmerz nicht und fühlte sich schuldig, dass SIE lebte und ihre Schwester nicht.Zur Ruhe kam sie erst durch die Bücher, in die sie sich vertiefte und aus denen sie Weisheit schöpfte. Sie erkannte, dass sie dem Schmerz nicht ausweichen kann, sondern ihn in sich aufnehmen muss und wie wichtig Erinnerungen sind. Ihr wurde klar, wie heilsam es ist, zurückzuschauen und sich an die schönen Momente des Lebens zu erinnern, um Mut für die Zukunft zu schöpfen."Ich merkte, wie ich mich durch die Begegnung mit den verschiedenen Romanfiguren und den Konsequenzen ihres Handelns veränderte. Ich entdeckte neue Möglichkeiten, mit den Kümmernissen und Freuden des Lebens umzugehen." 169/170Über die Bücher, die sie liest, erfährt man im Buch relativ wenig, sondern mehr über ihre Erinnerungen und die ihrer Eltern. Das fand ich langweilig und hätte mir mehr zu den Büchern gewünscht. Zitate zum Unterstreichen gibt es allerdings reichlich. Alles in Allem war ich etwas enttäuscht.Das Umschlagcover ist hübsch, aber warum der Sessel braun und nicht lila ist, wie es der Titel nahe legt und warum dieser Titel überhaupt, weiß ich nicht ... 

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  • Nina Sankovitch: Tolstoi und der lila Sessel

    Tolstoi und der lila Sessel

    BuecherKaterTee

    04. June 2016 um 17:01

    Nur drei Monate hatte Nina Zeit, sich mit der tödlichen Krankheit ihrer Schwester zu befassen, nur drei Monate Zeit hatte die Familie noch mit der großen Schwester Anna - Marie. Nina versucht in den kommenden Jahren der Trauer zu entkommen. Sie kümmert sich mit großem Aufwand um ihre große Familie und versucht allen über ihre Trauer hinwegzuhelfen. Sich selber rettet sie mit ihrem Aktionismus nicht. Nach drei Jahren kommt Nina zu der Überzeugung, dass sie nicht vor der Trauer davonrennen kann. Deswegen entwickelt sie eine Idee: Die Bücher sollen ihr helfen. Nina, die mit Büchern aufgewachsen ist und mit ihrer verstorbenen Schwester in regem Austausch über Literatur stand wird in den kommenden zwölf Monaten täglich ein Buch lesen und auf ihrem Blog rezensieren, allerdings "...mehr als 2,5 cm dick darf es nicht sein." Nina Sankovitch hat mit ihrem Blog  "ReadAllDay.org" einen der erfolgreichsten Blogs in Amerika erstellt. In ihrem Buch "Tolstoi und der lila Sessel" erzählt sie, wie sie die Liebe zur Literatur und den Büchern, die ihre Familie schon seit ihrer Kindheit pflegt und auslebt, nutzt, um ihre tiefe Trauer zu bewältigen. Das Buch strotzt vor Leseempfehlungen, die müssen aber gar nicht aus dem Buch herausgeschrieben werden, denn im Abspann wird eine komplette Bücherliste mitgeliefert. Es rührt sehr an, wenn Nina ihre Leseerlebnisse in die Reflexion um das Leben und Sterben, das alltägliche Miteinander und vielleicht auch das Entdecken des Sinns des Lebens verknüpft. "Das Jahr, in dem ich jeden Tag ein Buch las, war mein Jahr im Sanatorium," sagt Nina Sankovitch in ihrem Buch. Dazu beigetragen hat ihre Familie, die ihr den Rücken freigehalten und auf manche Zuwendung verzichtet hat. Mich hat die Geschichte sehr zum Nachdenken angeregt. Der Tod kommt immer so plötzlich. Haben wir alles getan, um die verbleibende Zeit gut miteinander zu verbringen? Haben wir die Möglichkeiten genutzt um Positives zu bewirken? Mir ist aufgefallen, dass die Familie um Nina herum sehr aus dem "einander" - dem Miteinander und Füreinander existiert. Als Nina einem ihrer Söhne sagt, dass sein kleiner Bruder es gut habe, da er die Trauer noch nicht versteht, sagt ihr Sohn: "Aber er hat Tante Anne - Marie nicht kennen lernen können, das ist für ihn sehr schade." Ein kluger Junge..

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  • Bücher ersparen den Therapeuten

    Tolstoi und der lila Sessel

    Keksisbaby

    Nachdem Tod ihrer Schwester verfällt Nina in blinden Aktionismus, als müsse sie ein Leben im Schnelldurchlauf führen. Genau drei Jahre geht das gut und dann merkt sie, dass sie etwas ändern muss. Aufgewachsen mit Büchern, sucht sie Halt und Kontemplation in ihnen. Ein Jahr lang setzt sie sich jeden Tag in ihren lila Sessel und liest ein Buch. Den nächsten Morgen schreibt sie über das Gelesene. Das erfordert eine Menge Organisation, wenn man Kinder hat und einen Haushalt um den man sich kümmern muss. Aber schon bald lernt sie aus den Geschichten und die Bücher kommen zu ihr und lehren sie über das Leben, aber auch mit ihrem Verlust umzugehen.   Manchmal findet man nicht das Buch, sondern das Buch findet einen. So erging es mir damit. Ziellos streifte ich durch die Regale meiner Bibliothek. Ich habe nicht einmal etwas zum Lesen gesucht, denn mein Körbchen war ohnehin schon wieder randvoll. Da griff ich nach diesem Werk und begann nur mal so die ersten drei Sätze zu lesen. Aus den ersten drei Sätzen wurden die ersten drei Seiten, wurden die ersten drei Kapitel. Es fiel mir schwer das Werk aus der Hand zu legen und so las ich dieses Buch an einem Tag durch und war mehr als bewegt von Ninas Reise durch die Literatur. Viele sagen, dass Bücher ja nur Fiktion seien und das richtige Leben außerhalb stattfindet, aber diese Buch zeigt eindringlich, dass Bücher auch therapeutische Wirkung besitzen. Ich bewundere Frau Stankovitch für ihr Durchhaltevermögen und ihr Organisationstalent. Gleichzeitig wurde auch mein Horizont erweitert, denn wie Nina die Lehren dieser Geschichten auf ihr Leben anwendet, ließen mich Bücher aus einem anderen Blickwinkel betrachten.     Ich bin froh, dass dieses Buch mich gefunden hat und bin froh zu erleben, dass es noch andere Buchverrückte wie mich gibt. Auch wenn ich doch nie dazukommen würde ein Jahr lang jeden Tag ein Buch zu lesen, dazu habe ich einen viel zu großen Hang zu richtigen Schwarten und ich bin nicht schnell genug, als das 24 Stunden ausreichen würden.

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  • Tolstoi, jeden Tag ein Buch, lesen, nina snakrovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    beemohr

    10. April 2015 um 11:46

    Das Buch fing richtig gut, wenn auch traurig an. Dann nahm sich die Autorin vor, jeden Tag ein Buch zu lesen, das ist ein schöner Gedanke. Dadurch lernt man unaufdringlich (nicht wie in "Bücher die man lesen muss") neue Bücher kennen. Ich habe mir eine Liste angefertigt und werde in einige Bücher reinlesen. Und ausprobieren, ob Bücher tatsächlich solch eine heilende Wirkung haben können :-) meine Empfehlung: Lesen.

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  • Leserunde zu "Frauen und Bücher" von Stefan Bollmann

    Frauen und Bücher

    DieBuchkolumnistin

    Frauen und Bücher - eine Leidenschaft mit Folgen Wussten Sie, dass Marilyn Monroe eine passionierte Leserin war und eines ihrer Lieblingsbücher der »Ulysses« von James Joyce? Dass der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock 1750 die Dichterlesung erfand, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte? Dass Jane Austen nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben? Oder dass vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg? Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten lässt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und "Shades of Grey" berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!« Leseprobe Viel mehr muss ich zu diesem wunderbaren neuen Buch von Sachbuchautor Stefan Bollmann wohl nicht schreiben - es könnte kaum besser zu LovelyBooks und uns Leserinnen passen. Gemeinsam mit der DVA suchen wir 25 Testleserinnen, die "Frauen und Bücher" gemeinsam mit uns studieren, es diskutieren, in den Seiten schwelgen und natürlich eine Rezension dazu schreiben. Für Eure Bewerbung vollendet einfach folgenden Satz: Ich liebe Lesen, weil ... Stefan Bollmann, geboren 1958, promovierte nach einem Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie über Thomas Mann. 1998 vertauschte er den Beruf des Hochschullehrers mit dem des Lektors in Publikumsverlagen. Stefan Bollmann hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Mit seinen Bestsellern „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ (2005) sowie „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ (2010), beide erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag, ist er dem Wandel der Lesekultur nachgegangen und hat den Boom des Themas mit angestoßen. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt und verkauften sich annähernd eine halbe Million Mal.

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  • Tolstoi und der lila Sessel

    Tolstoi und der lila Sessel

    Sakari

    05. May 2013 um 18:26

    Nach dem Verlust ihrer Schwester, die mit Ende 40 an Krebs stirbt, gerät Nina Sankovich in eine Lebenskrise. 3 Jahre lang versucht sie weiter zu funktionieren, stürzt sich in Arbeit und versucht die vielen Aufgaben in einer Familie mit 4 Kindern zu bewältigen. Schließlich fasst sie einen ungewöhnlichen Plan, um ihre Trauer zu bearbeiten. Sie nimmt sich eine Auszeit, indem sie sich vornimmt jeden Tag ein Buch zu lesen – ihr Lesejahr. Über das Gelesene schreibt sie einen kurzen Bericht und stellt diesen in ihren Blog ins Internet. Keine leichte Aufgabe für die Mutter von 4 Söhnen. Die Schwierigkeiten lassen auch nicht lange auf sich warten. Gleich am ersten Tag ihres Lesejahrs wird der jüngste Sohn krank und muss aus der Schule abgeholt werden. Trotz aller Schwierigkeiten schafft sie es aber ihr Lesejahr zu verwirklichen, auch wenn manches an Hausarbeit liegen bleibt und sie oft bis spät in die Nacht liest. Ihre Familie steht hinter ihr und unterstützt sie. Bei den gelesenen Büchern handelt es sich nicht nur um Neuerscheinungen und Bestseller, sondern Nina Sankovich ist in ihrer Auswahl völlig offen. Sie liest Klassiker ebenso wie Neuerscheinungen, Liebesromane und Krimis oder Sachbücher. Oft lässt sie sich auch von den Empfehlungen von Freunden leiten. Die einzigen Regeln sind: das Buch darf nicht dicker als 2,5 cm sein, sie darf nicht mehr als ein Buch desselben Autors lesen und keine bereits gelesenen Romane wieder lesen und über jedes Buch muss ein kurzer Bericht geschrieben werden. Lesen hat für Nina Sankovich in ihrem Leben immer eine große Rolle gespielt und diese Leidenschaft verbindet sie mit ihrer toten Schwester. Der Bericht über das Lesejahr ist nicht nur eine Liebeserklärung an die Literatur und das Lesen, sondern auch an die Familie. Immer wieder berichtet Nina Sankovich über ihre Familie und die Bedeutung, die diese für sie hat. Die Eltern sind nach dem Krieg in Amerika eingewandert und haben dort ihre 3 Töchter groß gezogen. Wir erfahren einiges über die Geschichte des Vaters, der im Krieg Furchtbares mit ansehen musste und über vor allem auch über die verstorbene Schwester, eine Kunsthistorikerin. Liebevoll berichtet Nina Sankovich über ihre 4 Kinder und ihren Ehemann und das Glück und die Geborgenheit, die ihre Familie für sie bedeutet. Mehr noch als die Leidenschaft für die Bücher und das Lesen hat mich diese liebevolle Schilderung einer Familie, die auch in schlechten Zeiten füreinander da ist, beeindruckt und bewegt. In der Literatur erfährt Nina Sankovich Kraft und Trost, sie weist ihr den Weg zurück in ein sinnerfülltes Leben. Bücher tun ihr gut und bereiten ihr viel Vergnügnen (S.245), sie handeln von der „Gesamtheit menschlicher Erfahrung in ihrer ganzen Komplexität. Von Dingen, die wir am liebsten vergessen möchten, und denen, die wir nie leid werden. Davon, wie wir uns tatsächlich verhalten und wie wir uns gerne verhalten würden. Bücher sind Lebenserfahrung, sie sind Worte von Schriftstellern, die vom Trost der Liebe, von familiärer Erfüllung, dem Grauen des Krieges und dem Sinn des Erinnerns erzählen. Glück und Tränen, Freude und Schmerz.“ (S. 170) Nina Sankovich reflektiert anhand der gelesenen Bücher ihr Leben, ihren Verlust, die Beziehung zu ihrer Familie und die Bedeutung der Erinnerungen und kommt zu neuen und für ihr Leben heilsamen Einsichten. „Bücher halten dem Leben einen Spiegel vor.“ (S. 169) „Mit Hilfe von Büchern eignen wir uns andere Erfahrungen an und lernen neue Lektionen.“ (S. 167). Sie erlebt in ihrem Lesejahr viele Glücksmomente. Von der ersten Seite an, war ich gefesselt von diesem Buch. Nicht nur, dass ich die Idee eines Lesejahrs faszinierend fand und auf die Umsetzung gespannt war, es hat mich auch interessiert zu erfahren wie Nina Sankovich die Bedeutung, die das Lesen in ihrem Leben hat beschreibt und definiert. Im Buch werden nicht die Blogeinträge ihrer Berichte wiedergegeben, es handelt sich auch nicht um eine Auflistung der gelesenen Bücher, sondern wir verfolgen mit, wie sich durch die Bücher neue Einsichten bilden und die eigene Lebensgeschichte mit Glück und Verlust reflektiert wird. Die Eindrücke sind so lebhaft geschildert, dass sie selber Lust aufs Lesen machen. Am liebsten hätte ich es mir gleich selber auf ihrem lila Sessel gemütlich gemacht und mit Lesen fortgefahren. Im Buch wird Henri Miller zitiert „Wenn du ein Buch in Gedanken und im Geist besessen hast, bist du bereichert. Aber wenn du das Buch weitergegeben hast, bist du dreifach bereichtert“ (Die Kunst des Lesens. Ein Leben mit Büchern). Nina Sankovich hat nicht nur ein Buch weitergegeben, sie hat die Lust zu lesen geweckt und die Liebe zu Büchern weitergegeben. „Ich verbreitete das Lesevergnügen um mich herum, indem ich über das Gelesene sprach, so wie Schriftsteller Glückserlebnisse schaffen, indem sie Bücher schreiben. Welch ein Geschenk, Freude und Trost und Weisheit mit anderen teilen zu können!“ (S. 253) Am Schluss des Buches findet sich eine Titelliste mit den gelesenen Büchern, so dass man gleich weiter lesen kann, wenn man das Buch leider ausgelesen hat. „So viele Bücher warten noch darauf, gelesen zu werden, so viel Glück will noch gefunden werden, so viel zum Staunen entdeckt werden.“ (S. 267)   Nina Sankovich, geboren 1962, ist Mutter von 4 Söhnen und in Harvard studierte Juristin und lebt mit ihrer Familie in Connecticut.

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. March 2013 um 08:47

    Inhalt: Mehr als 2,5 cm dick darf es nicht sein. Aber das ist auch das einzige Ausschlusskriterium. Ob Krimi, Kochbuch, Klassiker– oder der aktuelle Topseller: Nina Sankovitch, Tochter polnischer US-Einwanderer, ist mit Büchern aufgewachsen. Und entdeckt nun, nach dem Tod ihrer geliebten Schwester, die Literatur ein zweites Mal für sich: als Trost- und Kraftspenderin. Zwischen Wäschebergen, Kindergeschrei und Supermarkt nimmt Nina sich Auszeiten – und entlockt jedem Buch ein anderes Geheimnis. Die Eleganz des Igels, Twilight oder Englische Liebschaften, Toni Morrison, Julian Barnes oder Leo Tolstoi – Lesen bedeutet pures Lebensglück: und einmal am Tag den Moment, bei dem man ganz bei sich ist. Autorin: Nina Sankovitch wuchs als Tochter polnischer Einwanderer in Evanston, Illinois auf und studierte in Harvard Jura. Von Oktober 2008 bis Oktober 2009 las die vierfache Mutter täglich ein Buch und besprach es in ihrem Blog http://www.ReadAllDay.org. In ihrem ersten Buch erzählt sie, wie “Projekt 365″ ihr Leben veränderte. Nina Sankovitch lebt mit ihrer Familie in Connecticut. Gebundene Ausgabe: 288 Seiten Verlag: Graf Verlag (9. März 2012) Sprache: Deutsch ISBN-10: 3862200272 ISBN-13: 978-3862200276 Originaltitel: Tolstoy and the Purple Chair Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,2 x 2,6 cm Diesem Buch habe ich hier, bei einer anderen Buchbloggerin, entdeckt und habe es auch gleich in der Bücherei vorbestellt. Als ich mir das Buch in der Bücherei vorbestellt habe, konnte ich nicht wissen, dass mich der Tod so schnell einholen würde. Genau wie die Protagonistin hatten wir einen sehr schmerzlichen Todesfall in der Familie (der so unerwartet kam). Zwei Tage nach diesem Ereignis konnte ich das Buch in der Bücherei abholen und habe dann dann auch zügig mit dem Lesen des Buches begonnen. Die Schwester der Autorin starb qualvoll an Krebs. Nina agierte anschliessend wie ein Hamster im Laufrad, bis sie beschloss ein Jahr Auszeit zu nehmen. Ein Jahr in dem sie jeden Tag ein Buch lesen und besprechen würde. Das Lesejahr begann mit meinem absoluten Lieblingsbuch ” die Eleganz des Igels”. Ich litt mit der Autorin mit. Das erste Drittel des Buches hat mir richtig gut gefallen aber ab dann driftet sie mir zu sehr ab. Sie schreibt, was ihr Vater während des Krieges erlebt hat und arbeitet Themengebiete ab. Hin und wieder bringt sie Auszüge aus Büchern aber das war nicht das, was ich persönlich erwartet habe. Ich habe erwartet, dass sie mehr über ihr Lesejahr berichtet, welches Buch sie wan gelesen hat. Am Ende des Buches gibt es einen alphabetisch geordnetes Register mit gelesenen Büchern aber das war mir einfach zu wenig. Zu mal sie in jedem Kapitel ihre Schwester erwähnt (was theoretisch auch Sinn macht aber sehr nach “Selbstmitleid” klingt). Mit ihrem Blog hatte sie großen Erfolg. Da ich mir vom Buch mehr erhofft habe, gibt es von mir auch nur zwei von fünf Sternen. Die Autorin kann schreiben, konnte den roten Faden aber nicht bis Ende des Buches durchziehen

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    bücherelfe

    26. January 2013 um 15:12

    Nina Sankovitch war schon immer eine leidenschaftliche Leserin. Diese Liebe zu Büchern wurde ihr in die Wiege gelegt. Als ihre Schwester erst 46jährig an Krebs stirbt, ist Nina Sankovitch's Trauer grenzenlos. Und so verschreibt sie sich eine unkonventionelle und aufwändige Selbsttherapie. Sie liest 365 Bücher in 365 Tagen und bespricht jedes einzelne auf ihrem sehr bald vielbeachteten Blog readallday. Durch die Bücher findet sie zurück in ein erfülltes Leben. Wie sie diesen von Oktober 2008 bis Oktober 2009 dauernden Lesemarathon erlebt, welche Erinnerungen ihr dabei durch den Kopf gehen und was das Gelesene in ihrem Innern bewirkt, berichtet sie in „Tolstoi und der lila Sessel“. Dass ihr Ehemann und ihre vier gemeinsamen Söhne ihre experimentelle Therapie unterstützen, hat schon fast etwas Märchenhaftes. Ich wollte in Büchern versinken und als ganzer Mensch wieder auftauchen. Vier Regeln erlegt sie sich auf: Die Bücher dürfen nicht mehr als 2,5 cm dick sein. Jedes Genre ist erlaubt und am Sonntag ist Krimi-Tag. Jedes Buch wird am Tag nach der Lektüre rezensiert. Atemlos und innerhalb eines Wochenendes habe ich Nina Sankovitch’s literarische Reise zurück ans Licht mitverfolgt und dabei nicht nur Bücher entdeckt, die ich unbedingt noch lesen muss sondern mich auch an Bücher erinnert, die schon seit einiger Zeit unbeachtet in meinem Regal stehen. Als Sahnehäubchen sind am Ende von „Tolstoi und der lila Sessel“ alle 365 Titel aufgelistet. Nach der Lektüre nicht sofort in die nächste Buchhandlung zu stürmen, verlangt einiges an Selbstdisziplin... Ich sass allein mit meinem Buch unter dem Licht der Lampe, und mir war, als sässe ich in einem dunklen Theatersaal vor eine Bühne, auf die ein Scheinwerfer gerichtet ist. Das ganze Stück wurde für mich allein gegeben, ohne Pause, ohne Unterbrechung, jedes Wort in Festbeleuchtung. Fazit: Eine ganz persönliche Liebeserklärung an die Literatur und eine Schatzkiste voller Buchtipps. "Tolstoi und der lila Sessel" ist ein wunderbares Geschenk für alle Büchernarren. Wobei mein Exemplar garantiert für alle Zeiten ein festes Zuhause in meinem Bücherregal haben wird.

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    Buchrebellin

    03. September 2012 um 20:41

    Auf dieses Buch habe ich mich seit dem Sichten der Verlagsvorschau gefreut, aber dennoch war ich nicht darauf vorbereitet, dass es mich so mitreißen würde. In einem leichten, aber sehr pointierten und warmherzigen Stil, beschreibt Nina Sankovich ihren Kummer und ihre Trauer und wie die Literatur ihr durch die bis dato schwierigste Phase ihres Lebens hindurch geholfen hat. Dabei springt sie von alltäglichen Betrachtungen, Erinnerungen an ihre Kindheit, Gedanken über ihre Familie und besonders ihre Schwester und deren Krankheit, um sie mit dem jeweils gelesenenen Buch zu verknüpfen. Das gelingt ihr so mühelos, dass man das Gefühl hat, es würde wirklich alles irgendwie zusammenhängen. Ich habe zudem eine imense Hochachtung vor Ninas Leistung jeden Tag ein Buch zu lesen. Nach dem Lesen ihres Buches habe ich es selbst versucht, indem ich mir vornahm jeden Tag 100 Seiten zu lesen und selbst daran bin ich katastrophal gescheitert. Gut, vielleicht hat Nina keine Vollzeitstelle, aber sie hat mehrere Kinder, die ihre volle Aufmerksamkeit brauchen und einen chaotischen Haushalt zu führen. Deswegen gebürt wohl auch der Familie ein Dank, weil sie Nina unterstützt und das Experiment mitgemacht hat. Wie ich gelesen habe, schreibt Nina momentan an einem Buch über Briefe, welches ich mir ungesehen kaufen werde (wenn es denn hoffentlich ebenfalls übersetzt wird), aber ich habe die Hoffnung, dass sie es tatsächlich eines Tages wagen und einen Roman schreiben wird, denn sie ist eine exzellente Schriftstellerin. Obwohl “Tolstoi und der lila Sessel” ein sehr persönliches Buch ist, ist es in vielen Dingen doch allgemeingültig. Viele Dinge, die Nina im Laufe des Buches für sich herausfindet, kann auch anderen helfen. Es ist nie zu spät, etwas über das Leben zu lernen und Erfahrungen und Schicksalsschläge neu zu bewerten und zu verarbeiten. Beeindruckend ist aber vor allen Dingen, die Erkenntnis wieviel Einfluss die Literatur auf uns hat, wenn wir es zulassen und vor allen Dingen gelesenes nicht wie Fast Food einfach abfrühstücken. Das mag paradox klingen, weil gerade Nina jeden Tag ein Buch liest und eigentlich gar nicht die Zeit hat, sich über das Gelesene extrem Gedanken zu machen, aber anscheinend hat sie die Gabe, die für sie wichtigen Dinge aus einem Buch herauszufiltern. Ebenfalls bewundernswert ist, mit wieviel Lebensfreude und Herzlichkeit sich die Autorin dem Tod ihrer Schwester stellt. Natürlich bedauert sie den Tod und sie zweifelt auch an der Ungerechtigkeit des Lebens, aber in ihr siegt doch immer wieder die Neugier auf neue Autoren, neue Bücher, neue Inspiration und neue Betrachtungsweisen. Vielleicht sollte man jedem Trauernden “Tolstoi und der lila Sessel” in die Hände drücken, denn hier gibt es keinen falschen Pathos und keine klugen Sprüche. Auch verzichtet sie darauf ihre Familie und besonders ihre Schwester zu glorifizieren, wie man das durchaus bei Verstorbenen gerne mal tut. Nina zeigt sie, wie sie wirklich war, mit all ihren Stärken und Schwächen, um so ein reales Bild von ihr und auch von sich selbst zu zeichnen. Empfehlenswert ist auch Ninas Leseliste am Ende des Buches. Im ersten Moment hatte ich den Drang, einfach ALLES zu bestellen, was ich dann natürlich nicht gemacht habe! :-) Aber gerade die Vielseitigkeit ihrer Leseliste beeindruckt schon und auch wenn ich sicherlich nicht alles lesen kann und werde, so hat mich ihr Buch doch dazu gebracht, mal abseits meiner festgetrampelten Lese-Pfade zu wildern. Um dem Buch die nötige Ehre zu geben, ist es außerdem unser “Fundstück” für den Monat September 2012.

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    saba

    19. August 2012 um 16:23

    Nach dem Tod ihrer älteren Schwester verfällt Nina Sankovitch zunächst in einen blinden Aktionismus. Mit aller Macht versucht sie sich der Macht des Todes entgegenzustellen und sowohl das Glück, wie auch das Leben für sich und ihre Familie festzuhalten. Drei Jahre nach dem Schicksalsschlag ist die Trauer der Autorin trotzdem noch immer grenzenlos. Ihr Kampf gegen das Schicksal kostet täglich mehr Kraft und sie droht sich selbst dabei zu verlieren. Schon als Kinder verband die Geschwister und auch die Eltern eine große Liebe zur Literatur. Nina Sankovitch beschließt, sich eine Pause vom Alltag zu gönnen und ihren ganz persönlichen Weg aus der Trauer heraus zu finden. Sie verordnet sich ein „Lesejahr“ Innerhalb eines Kalenderjahres wird die vierfache Mutter und Ehefrau sich jeden Tag für eine gewisse Zeit zurückziehen und dabei täglich ein komplettes Buch lesen. Außerdem wird sie zu jedem gelesenen Buch eine Rezension auf ihrem Blog erstellen. Einzige Bedingung ist, dass das Buch nicht dicker als 2,5cm sein darf. Dies entspricht einer Menge von etwa 300 Seiten. Innerhalb dieses Jahres entwickelt sich der Blog von Nina Sankovitch zum beliebtesten Blog der New York Times „Tolstoi und der lila Sessel“ gehört zu den besten Büchern, die ich je gelesen habe. Die Idee ein Lesejahr einzulegen dürfte wohl jedem Buchliebhaber gefallen. Obwohl der Anlass für dieses Projekt bei der Autorin sehr traurig war, versprüht das Buch so viel Neugier und Lebensfreude. Vor allem aber spürt man auf jeder Seite die Leidenschaft zu Büchern. Meisterhaft versteht es die Autorin diese Liebe zu Büchern in eindrucksvollen und prägnanten Worten und Sätzen niederzuschreiben. Häufig zitiert sie auch Passagen aus gelesenen Büchern, die ihr ganz persönlich wichtig wurden. Aber nicht nur die 365 Bücher dieses ganz besonderen Projektes werden thematisiert, sondern es fließen auch jede Menge persönliche Erinnerungen und Erfahrungen von Nina Sankovitch ein. Die Autorin nimmt uns beispielsweise mit in die wechselvolle Vergangenheit ihrer Eltern, die als polnische Einwanderer in die USA kamen. Auch ihr eigener Lebensweg und die Beziehung zu ihrem Mann finden Erwähnung. Natürlich nimmt auch die verstorbene Schwester Anne-Marie einen großen Platz in dem Buch ein. Immer liebevoll, aber doch auch schonungslos ehrlich wird Anne-Maire in dem Buch skizziert. Dadurch ist es Nina Sankovitch auf unnachahmliche Weise gelungen ihrer Schwester zu gedenken und sich selbst wieder einen Weg zurück ins Leben zu erkämpfen. „Tolstoi und der lila Sessel“ ist kein Buch, das man nach dem ersten Lesen ins Regal stellt und nie mehr zur Hand nimmt. Vielmehr verstehe ich es als Quelle der Inspiration, sowohl an wichtigen, wie auch an unwichtigen Tagen. Eben ein ganz besonderes Buch.

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    LimaKatze

    16. August 2012 um 19:16

    Die Autorin Nina Sankovitch, die jüngste Tochter polnischer US-Einwanderer, ist gemeinsam mit zwei Schwestern und mit der Liebe zu Büchern aufgewachsen. Ihre Schwester Anne-Marie stirbt mit 46 Jahren an Krebs. Die Autorin hadert sehr mit dem Tod ihrer Schwester und kann ihn nicht verarbeiten. Nach dreijährigem Aktionismus merkt sie, dass ihr dieser mehr schadet als gut tut. Sie beschließt ein Jahr lang jeden Tag ein Buch zu lesen und die anschließend verfasste Rezension auf ihrer Website einzustellen. Ein Jahr lang selbst auferlegte Therapie zur Trauerbewältigung. Die Autorin findet in den Büchern die sie liest viele Antworten auf ihre Fragen, schöpft wieder Kraft und entdeckt für sich wieder die schönen Dinge im Leben. Sie erkennt wie wertvoll Erinnerungen sind, die uns mit nahestehenden Menschen verbinden und wie viel Trost und Wärme sie bergen, selbst über den Tod hinaus. *** Die berührende Geschichte ist mit gefühlvoller Sprache schön erzählt. Man spürt förmlich in jedem Kapitel die Liebe der Autorin zu Büchern. In der Erzählung sind sehr viele schöne Passagen und Zitate enthalten, die ich am Ende auch gerne noch ein zweites Mal durchgelesen habe. Beispielzitat: „Wie kann man in Verzweiflung enden, wenn so viel Schönheit in der Welt ist?“ Oder eine andere wunderbare Stelle aus dem Buch auf Seite 121: „Ich suchte Frieden und entdeckte Glück. Mein Pfad in der Zukunft lag deutlich vor mir: Es war ein Pfad, der von Worten erleuchtet war, die sich zu Sätzen und Absätzen, Kapiteln und Büchern verbanden. Mein Pfad war mit Büchern gepflastert.“ *** Desweiteren ergibt sich bei der Lektüre der eine oder andere Buchtipp. Im Anhang gibt es eine Liste der Bücher, welche die Autorin in ihrem Lesejahr begleitet haben und die in deutscher Übersetzung vorliegen. Auch ein Besuch auf der angegebenen Website ist sicherlich interessant. Nur eine Kleinigkeit hat mich etwas gestört. In der Mitte des Buches finden mir zu viele Personen Erwähnung und es gibt daher zu viele Sprünge und Verknüpfungen. Die Geschichte wurde mir dadurch stellenweise etwas zu langatmig und weicht mir zu sehr von der eigentlichen Handlung ab. Deshalb habe ich einen Stern abgezogen.

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    rumble-bee

    22. May 2012 um 14:07

    Bücherwürmer lieben Bücher über andere Büchernarren, das scheint geradezu ein Naturgesetz zu sein. Zudem hat das Genre ja in den letzten Jahren durch Autoren wie Alberto Manguel (oder in jüngster Zeit Nick Hornby oder Susan Hill) zusätzlich immens an Auftrieb gewonnen. So konnte es wohl nicht ausbleiben, dass auch dieser Veröffentlichung von Nina Sankovitch eine gewisse Aufmerksamkeit sicher war. Der Bericht über ein ganzes Lesejahr, ein Buch pro Tag...? Dem konnte ich unmöglich widerstehen! Und doch ist das Buch bei mir knapp an der Höchstwertung vorbeigeschrammt. Ich habe es gerne gelesen, keine Frage, fand es amüsant, teils auch lehrreich, leicht zugänglich, flüssig geschrieben. Aber: ein wenig am eigenen Klappentext vorbei ist es dann doch. Das "Rezept" hörte sich fantastisch an, ist aber meines Erachtens nicht zu 100 % umgesetzt worden. Immerhin aber zu, sagen wir mal, 80 Prozent! Der Anlass, dieses Buch zu schreiben, war leider ein tragischer - es war der Tod von Nina Sankovitch' Schwester. Drei Jahre lang floh sie vor ihrem Schmerz und ihren Gefühlen, bis sie für sich die Notbremse zog und in ein Jahr des Lesens abtauchte. Gut, nun hat man persönlichen Schmerz nicht zu bewerten - aber ich hätte mir für dieses Buch einfach gewünscht, der Tod der Schwester wäre auch allein der Anlass geblieben, wäre nur am Anfang aufgetaucht. Doch nein. Auch noch aus dem unmöglichsten und eigentlich unwahrscheinlichsten Buch zieht Nina eine Parallele, sieht ihre Schwester darin, erinnert sich an ihr gemeinsames Leben. Das mag zwar psychologisch gesehen verständlich sein, aber in einem Buch über ein Lesejahr hat es mich, man entschuldige bitte, im Verlauf der Lektüre zunehmend genervt. Auch fand ich schade, dass das Buch nach dem großartigen ersten Drittel zunehmend an Struktur verlor. Anfangs beschreibt die Autorin noch, wie sie ihren Tagesablauf im Lesejahr strukturiert, welche Schwierigkeiten es gibt, wie sie zu ihrer Lektüre kommt. Doch all das versandet nach und nach. Es gibt nur noch "thematische" Kapitel, bei denen man manchmal den Zusammenhang mit dem Lesejahr suchen muss. Kapitel über Liebesgeschichten, über Sex, über Mitgefühl in Büchern, über Krimis (wobei ich das Kapitel über Krimis das beste fand). Hin und wieder werden Titel erwähnt, die sie gelesen hat - aber nicht, WANN im Lesejahr das war, und wie sie zu den Büchern kam. Der Jahresablauf verschwindet fast vollständig; hingegen gewinnt die Darstellung der eigenen Familiengeschichte immer mehr Raum. Ich fand dies schade - da ich, dem Klappentext zufolge, etwas anderes erwartet hatte. Immerhin, es gibt einen Anhang mit all den Büchern, die sie in ihrem Lesejahr verschlungen hat. Und es gibt die Adresse ihres Blogs, auf dem sie täglich (!) ihre Rezensionen veröffentlichte. Vermutlich sollte man sich lieber den durchlesen, wenn man tatsächlich an ihrer Meinung zu ihrer Lektüre interessiert ist. Ich möchte meine leichte Enttäuschung aber insofern abmildern, als das Buch durchaus den einen oder anderen Lichtblick bescherte, die eine oder andere Einsicht, was Bücher und Lebenserkenntnis betrifft. Ich werde es sicher noch öfter zur Hand nehmen, und an den Stellen schmökern, die mir besonders gefallen haben.

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    TinaLiest

    26. March 2012 um 11:27

    Wie wahrscheinlich so ziemlich jeder Bücherfreund, liebe ich Bücher über das Lesen und die Literatur. So zögerte ich nicht lange mit dem Kauf von Nina Sankovitchs Roman "Tolstoi und der lila Sessel". Das Buch habe ich innerhalb eines (sehr sonnigen) Tages auf meinem Balkon ausgelesen und, trotz einiger kleiner Mankos, muss ich sagen: Ein tolles Buch über das Lesen! Nina Sankovitch will in einem Jahr jeden Tag ein Buch lesen um nach dem Tod ihrer Schwester Anne-Marie ihr Leben und sich selbst in Einklang zu bringen. Die Autorin gibt dabei viel von ihren Gefühlen und Erinnerungen preis, die die gelesenen Bücher in ihr auslösen und man kann viel von ihren Lebensweisheiten über Liebe, Bücher, Tod & Familien- bzw. Geschwisterliebe mitnehmen, die sie aus der Literatur zieht. Einen Stern Abzug bekommt dieses Buch, da Sankovitch in der ersten Hälfte jedes ihrer 365 Buch irgendwie auf den Tod ihrer Schwester und die Verarbeitung dessen bezieht. Klingt vielleicht etwas herzlos, aber irgendwann hat mich das etwas genervt, es war etwas zu viel auf einmal. Wäre "Tolstoi und der lila Sessel" so weitergegangen, hätte ich es mit Sicherheit bei Seite gelegt. Aber die Autorin hat dann, grade noch rechtzeitig für mein Empfinden, angefangen, auch über die Liebe zu Büchern nachzusinnen oder aus der Vergangenheit ihrer Eltern erzählt und hat sich etwas mehr vom Tod Anne-Maries entfernt. Alles in allem ein sehr, sehr schönes Buch mit wundervollen Zitaten, das jeden Bücherfreund erfreuen wird. Übrigens lohnt es sich auch mal einen kurzen Abstecher auf Nina Sankovitchs Homepage readallday.org zu machen. ;)

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  • Rezension zu "Tolstoi und der lila Sessel" von Nina Sankovitch

    Tolstoi und der lila Sessel

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. March 2012 um 22:06

    Können Bücher einen zurückführen ins Leben hinein? Nach dem Krebstod ihrer Schwester Ann-Marie stellt sich Nina Sankovitch diese Frage. Drei Jahre lang hat sie vergeblich versucht einen Sinn im Tod ihrer Schwester zu finden und sich mit der Tatsache abzufinden, dass die ältere, begabtere, hübschere und von ihr verehrte Schwester in kürzester Zeit einer grausamen Krankheit zum Opfer fiel, und dass sie und ihre Familie hilflos zusehen mussten. Nina Sankovitch plagt die Schuld der Überlebenden und versucht nun doppelt zu leben. Ihr eigenes und Ann-Maires Leben. Doch Trost stellt sich nicht ein, und die Wunde der Trauer verheilt nicht. So beschließt sie ein ungewöhnliches Projekt zu starten. Ein Jahr lang liest sie pro Tag ein Buch und schreibt dann anschließend darüber in ihrem Blog. In den Büchern möchte sie Trost und Heilung und Hoffnung finden. Für Nina Sankovitch ist die Hindwendung zum Buch eine ganz natürliche Sache, denn Bücher waren seit ihrer Kindheit immer ein wichtiger Teil ihres Lebens Jetzt sollen sie ihrem Leben wieder in die richtige Spur helfen. Zu Beginn legt sie nur wenige Regeln fest: Jedes Buch muss für sie neu sein, jeder Autor darf nur einmal gelesen werden, und kein Buch darf vom Umfang her länger als 300-400 Seiten sein (damit sie es auch tatsächlich an einem Tag lesen kann). Ihr erstes „Ein Buch pro Tag“ Buch ist Muriel Barberys Die Eleganz des Igels und schon das erste Buch zeigt ihr auf, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Für Nina Sankovitch ist der Weg in die Literatur der Weg zur Heilung. Erinnerung wird für sie zum Schlüsselerlebnis und die täglich wechselnde Leküre wird von ihr assoziativ mir ihrer Lebens- und Familiengeschichte verwoben. Nina Sankovitch erforscht nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das ihrer Eltern und Großeltern und wirft einen weiten Blick zurück bis in die Geschichte des 2. Weltkrieges. Sie erzählt emphatisch, aber nie kitschig und ihre Analysen der Bücher sind immer sehr persönlich, aber nie seicht. Ihre Literaturliste ist sehr eklektisch. Nobelpreisträger wie Toni Morrison stehen dort gleichberechtigt neben Bestsellerautoren wie Stephenie Meyer. Krimis, Science-Fiction und Jugendbücher haben dort ebenso selbstverständlich Platz wie Tolstoi. Schon bald stellt sie fest, dass ihr Projekt weitere ungeahnte Kreise zieht. Ihr Blog hat schon bald Leser aus aller Welt, die täglich mit ihr im Kontakt stehen und mit ihr die Freude am Lesen teilen. Ein Jahr lang begleiten sie Nina Sankovitch auf ihrer Reise in ihre eigene Vergangenheit und können gleichzeitig beobachten wie sie auch einen Weg in die Zukunft findet. Die Wunde der Trauer ist geheilt. Die Erinnerung eine machtvolle Waffe gegen Hoffnungslosigkeit und Hilflosigkeit. Und darüber Nina Sankovitch hat ein kluges, anrührendes, wunderschönes Buch geschrieben.

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