Nina Serova

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Nina SerovaDas Mädchen aus St. Petersburg
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Das Mädchen aus St. Petersburg
Das Mädchen aus St. Petersburg
 (16)
Erschienen am 11.03.2016

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FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar

Rezension zu "Das Mädchen aus St. Petersburg" von Nina Serova

Nix für´s Herz, dafür viel Geschichte
FreydisNeheleniaRainersdottirvor einem Jahr

Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass es sich bei „Das Mädchen aus St. Petersburg“ um eine Liebesgeschichte mit historischen Hintergrund handelt. Der Zahn wurde mir gezogen. Doch das finde ich überhaupt nicht bedauerlich, da ich sowieso kein Fan von übertriebenen Schnulz bin. Viel mehr erzählt das Mädchen aus St. Petersburg den ersten Weltkrieg und die darauf folgende Februarrevolution von 1917 einmal aus der Sicht zweier russischen „Aristokraten“. Die Liebesgeschichte selbst spielt nur am Rande eine Rolle. Wen es schon immer interessiert hat, wie andere Nationen, die an diesem ersten großen Vernichtungskrieg teilgenommen haben, den Krieg und seine Folgen sahen, so sei einem das Buch ans Herz gelegt. Es beruht auf einer wahren Geschichte. Wer allerdings große Gefühle und was für das Herz sucht, dem sei noch einmal versichert, dass er hier leider nicht fündig wird.

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janinchens.buecherwelts avatar

Rezension zu "Das Mädchen aus St. Petersburg" von Nina Serova

Erster Weltkrieg aus Russlands Sicht
janinchens.buecherweltvor 2 Jahren

Mit diesem Buch ging meine literarische Reise das erste Mal nach Russland. Aus welchen Gründen auch immer, habe ich dieses Land als Setting bisher gemieden. Nach Beenden dieses Buches kann ich aber sagen, dass es nicht meine letzte Reise dorthin war. Meine Wunschliste ist bereits gefüllt mit Büchern über Russland, vor allem zur Zeit der Zaren.

In "Das Mädchen aus St. Petersburg" habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt. Wir lernen gleich zu Beginn Marie und ihre Familie kennen, die eigentlich in Narva (Estland) zuhause sind, aber dennoch hin und wieder das gesellschaftliche Leben in St. Petersburg genießen. Marie gefällt es sogar so gut, dass sie für ihr Jura-Studium zu ihrer Cousine nach St. Petersburg zieht. Doch anstatt dieses genießen und vollkommen ausschöpfen zu können, muss Marie den Ausbruch des Ersten Weltkriegs miterleben. Er ist geprägt von Abschieden und Verlusten. Als der Offizier Alexei in ihr Leben tritt, scheint der Krieg für kurze Zeit zur Nebensache zu werden, bis dieser die beiden wieder auseinanderreißt.

Nina Serova bereitet uns mit ihrem fast 500 Seiten langen Buch wahre Geschichtsstunden. Wir befinden uns mit Nikolai, Maries Bruder, direkt an der Front. Mit Alexei erfahren wir, wie höher gestellte Offiziere den Krieg erlebt haben. Und mit Marie, die als Krankenschwester in einem Lazarettzug aushilft, bekommen wir einen Einblick in die Versorgung der Verletzten.

Und während in ganz Europa Krieg herrscht, entpuppt sich rund um St. Petersburg, oder Petrograd, wie es zu dieser Zeit hieß, eine Revolution, die zur Absetzung des Zaren führt. Als hätte der Krieg das Land nicht bereits genug geschwächt, bekämpfen sich die Russen nun sogar untereinander in ihrem eigenen Land.

Bei all dem Kriegsgeschehen, geht die Geschichte zwischen Marie und Alexei auf halber Strecke etwas verloren. Allerdings muss ich gestehen, dass der erste Kuss der beiden als mein Jahreshighlight 2016 gilt. An dieser Stelle hatten mich die Gefühle, die die beiden füreinander hegen, vollkommen erwischt. Ich könnte euch die Stelle jetzt zitieren, aber ohne den entsprechenden Rahmen, würden diese Emotionen nicht richtig zur Geltung kommen.

Die Autorin schreibt sehr realitätsnah, was den Schrecken der Zeit sehr gut transportiert. Als Leser ist man gefangen im Krieg, als wäre man direkt beteiligt. Wieder einmal schätze ich es sehr, wie gut es uns geht, ein Leben ohne Gewalt und Schreckensherrschaft führen zu können. Unsere kleinen Probleme verblassen hinter all dem Negativen, was die Menschen zu dieser Zeit durchmachen mussten. Nina Serova gelingt es glaubwürdig, gut recherchierte, historische Fakten mit einem Teil ihrer Familiengeschichte zu vereinen.

Auch wenn das Buch andere Erwartungen geschürt hat, so konnte es mich doch begeistern. Russland ist ein ganz faszinierendes, abwechslungsreiches Land, von dem ich jetzt noch mehr erfahren möchte. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der mehr aus der Zeit des Ersten Weltkriegs aus Russlands Sicht erfahren möchte und Geschichten aus mehreren Erzählperspektiven nicht abgeneigt ist. 

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LeseBlicks avatar

Rezension zu "Das Mädchen aus St. Petersburg" von Nina Serova

Anders als erwartet
LeseBlickvor 2 Jahren

Inhaltsangabe
Bälle, Opernbesuche und festliche Empfänge: Die junge Studentin Marie genießt ihr Leben in St. Petersburg in vollen Zügen. Bis der Erste Weltkrieg ausbricht und ihr unbeschwertes Dasein ein jähes Ende findet. Marie meldet sich freiwillig als Krankenschwester und begegnet kurz darauf Alexei, einem gestandenen Offizier. Beide sind auf Anhieb fasziniert voneinander, doch Alexei ist verheiratet und Marie einem anderen versprochen. Während die Welt um sie herum aus den Fugen gerät, kämpfen Marie und Alexei für ihre Liebe...

Meine Meinung
Viele, die dieses Buch in die Hände nehmen, erwarten wohl in erster Linie eine große Liebesgeschichte in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Auch ich bin mit diesen Erwartungen an die Geschichte herangegangen und dann merkt man sehr schnell, dass hier auch noch ein anderes Thema eine sehr große Rolle einnimmt: der erste Weltkrieg.
Dieser wird von der Autorin sehr anschaulich aus der Sicht Russlands dargestellt. Viele von euch haben bestimmt schon Bücher, die zu dieser Zeit spielen gelesen. Für mich war es neu und auch bereichernd, wie Russland an den Krieg herangegangen ist. Im Endeffekt war ich sogar geschockt, mit welchen Mittel dieses Land versuchte gegen Deutschland zu kämpfen.

Meiner Meinung nach erschuf die Autorin sehr viele Sympathiecharaktere in diesem Buch. Aber wie es ein Krieg so an sich hat, gibt es einige Verluste in diesem Roman.
Mir wird das Buch auf jeden Fall auch dank der Charaktere in positiver Erinnerung bleiben.

Aber wie wohl alle aus dem Klappentext herauslesen konnten, geht es natürlich auch um eine Liebesgeschichte. Als Setting St. Petersburg finde ich nahezu perfekt. Ich stelle mir diese Stadt, sowohl heute, als auch in der Vergangenheit sehr romantisch und einfach zauberhaft vor.
Die junge Marie lebt ein beständiges Leben und studiert Jura, als der Krieg dazwischenkommt und sie auf den Offizier Alexei trifft. Dieser Moment ändert sowohl ihr Leben, als auch das des verheirateten Alexeis. Wie beide mit der seltsamen Situation umgehen, war sehr typisch für diese Zeit. Ich persönlich tauche ja gern in diese Zeitepoche ab und mag wie das Thema Liebe, Sehnsüchte und so weiter behandelt werden.

Um nochmal auf das große Thema des ersten Weltkrieges zurückzukommen. Für mich war das Buch rein geschichtlich eine absolute Bereicherung. Allerdings sollte man sich schon für das damalige Kriegsgeschehen und die Geschichte Russlands interessieren, ansonsten könnte es Lesern, die nur auf der Suche nach der Liebesgeschichte sind, zu langatmig werden.
Neben der allgemeinen Kriegssituation mochte ich das Eingehen auf die Inhalte in Bezug auf das russische Zarenhaus, Lenin und die Rote Armee.

Bis dato wäre es für mich eine fast perfekte Bewertung gewesen. Ausschlaggebend waren für mich dann jedoch die Worte der Autorin am Ende des Buches. Wie die ganze Zeit vermutet, hat sie einen besonderen und persönlichen Bezug zu einem der Charaktere aus dem Roman und dieser Punkt berührt mich immer sehr. Solch ein Stück Geschichte kann durch das Festhalten in einem Buch einfach nicht verloren gehen und ich bin dankbar, dass sie uns diese Geschichte geschrieben hat.

Mein Fazit
Ein Roman, der mich aus mehreren Gründen überzeugen und in seinen Bann ziehen konnte und dessen Geschichte mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird.
Für alle Leser, die die politischen Themen nicht abschrecken, spreche ich ganz klar eine Leseempfehlung aus.

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