Ninni Holmqvist Die Entbehrlichen

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Inhaltsangabe zu „Die Entbehrlichen“ von Ninni Holmqvist

In einer Gesellschaft, die nur auf ihre produktivsten Mitglieder setzt, gehört Dorrit Wegner zu den »Entbehrlichen«. Allein lebend und ohne Kinder muss sie sich an ihrem fünfzigsten Geburtstag in ein Sanatorium einweisen lassen, das nur einem Zweck dient: die hier wohnen, haben sich für psychologische Tests und Organentnahmen zur Verfügung zu stellen. Dabei sollen Luxus und Komfort den »Entbehrlichen« die Endzeit ihrer Existenz so angenehm wie möglich machen. Auch Dorrit fügt sich scheinbar widerspruchslos in ihr neues Leben, bis sie einem Menschen begegnet, der ihr alles bedeutet.

Hätte etwas dramatischer sein könne, so ist es ein wenig kurzweilig

— -Bitterblue-
-Bitterblue-

Ein wunderschön geschriebenes Buch über ein für uns unvorstellbares Thema

— starling
starling

Die Geschichte einer sehr sympathischen Frau, die damit zurecht kommen muss, entbehrlich geworden zu sein.

— NiWa
NiWa

Sehr aufwühlend. Kann man nur hoffen, dass die Menschen es besser wissen. Jedes Leben hat seinen Wert!

— Cloud227
Cloud227

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  • Die Entbehrlichen

    Die Entbehrlichen
    BeaSwissgirl

    BeaSwissgirl

    04. May 2017 um 16:47

    Mein Leseeindruck subjektiv, aber spoilerfrei ;)Zufälligerweise bin ich beim Stöbern über dieses Buch hier gestolpert und der Titel aber vor allem auch der Klappentext klang sehr vielversprechend.....Der Schreibstil ist einfach, unauffällig, teilweise bezüglich Nebensächlichkeiten etwas detailliert, dafür werden auf Gefühle oder Gedanken nicht gross eingegangen.Geschrieben ist das Ganze aus der Sicht der 50 jährigen Dorrit in Ich- Form.Die Ausarbeitung der Charaktere allen voran der Hauptprotagonistin war meiner Meinung nach nur solide, da wäre so viel mehr möglich gewesen.Obwohl wird wie oben schon erwähnt zwar aus der Ich- Perspektive erzählt, dennoch konnte ich keine grosse Bindung zu Dorrit aufbauen. Was wahrscheinlich vor allem daran liegt, dass eher mässig auf die Gefühle und Gedanken der Protagonistin eingegangen wird und alles recht nüchtern ja  teilweise schon fast sachlich beschrieben wurde.Auch hatte ich ehrlich gesagt nie eine 50 Jahre alte Frau vor Augen, entsprechend ihrem ganzem Verhalten hätte ich sie recht jünger geschätzt.Der Plot an sich hat mir unheimlich gut gefallen ebenso hat die Geschichte so Einiges in mir aufgelöst.Ich war nämlich wütend, fassungslos, entsetzt, irgendwie traurig und wurde definitiv zum Nachdenken angeregt.Manchmal konnte ich die Passivität der Protagonisten fast nicht aushalten.Vielleicht ist dies von der Autorin ja gewollt um noch mehr zu provozieren? Ansonsten lässt es sich für mich nur so erklären, dass die Menschen es einfach nicht besser wissen, weil sie damit "aufgewachsen+ sind.....Gegen Ende verspürte ich einen leichten Hoffnungsschimmer schlug das Buch aber dennoch sehr zweigespalten zu....Der ein oder anderen Ansatz in dieser Gesellschaft ist übrigens gar nicht einmal so weit hergeholt....von daher wer bin ich, dass ich mir hier erlaube zu urteilen?!Ein utopischer Ethik- Roman mit einem Hauch Dystopie, jedoch ohne rebellischen Elemente, der für einigen Diskussionsstoff sorgt!Ich vergebe hiermit sehr gute vier Sterne

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  • Beklemmende Dystopie

    Die Entbehrlichen
    ConnyKathsBooks

    ConnyKathsBooks

    10. February 2016 um 14:16

    Ein Luxus-Sanatorium mit allen Annehmlichkeiten, die man sich nur denken kann, Sport, Tanz, Musik, Gärten im Monet-Stil mit nie verwelkenden Blumen und Nahrung im Überfluss. Aber die ganze Sache hat einen Haken, denn in diesen "Genuss" kommen nur die "Entbehrlichen"; das sind Frauen und Männer, die im Gegensatz zu den "Benötigten" als nicht produktiv gelten und keine Kinder haben. So auch die 50jährige Dorrit Weger, die sich ab sofort für wissenschaftliche Humanversuche und als menschliches Ersatzteillager zur Verfügung stellen muss. Doch dann verliebt sie sich unerwartet in einen anderen "Entbehrlichen", aber die Uhr tickt, denn der Luxusaufenthalt endet unwiederbringlich mit der "Endspende". "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist ist ein hochspannender dystopischer Roman, der eine beklemmende Welt aufzeigt. Eine Gesellschaft mit fragwürdigen moralischen Vorstellungen, bei der die Menschenwürde so gut wie nichts mehr zählt und das Recht auf eine freie Lebensgestaltung nicht mehr existiert. Mit Fortschreiten der Handlung und einigen schrecklichen Ereignissen ruft der Roman immer mehr Bestürzung und Unglaube beim Leser hervor, noch verstärkt durch den recht nüchternen Schreibstil der Autorin. Die "Entbehrlichen" fügen sich einfach in ihr Schicksal, nehmen alles als normal und gegeben hin und denken nicht mal an Flucht. Selbst Dorrit zeigt vorerst nur kleine Ansätze von Aufbegehren, bis sie aufgrund einer bestimmt Entwicklung eine wichtige Entscheidung treffen muss. Und diese fällt absolut unerwartet aus. Ein nur schwer verständlicher Entschluss, der stark zum Nachdenken anregt und das Buch noch lange im Kopf nachklingen lässt. "Die Entbehrlichen" ist eine absolut überzeugende Dystopie, deren bedrückender Gesellschaftsentwurf aus heutiger Sicht so definitiv nicht vorstellbar ist und man nur hoffen kann, dass es niemals soweit kommt. Von mir gibt es daher eine klare Empfehlung.

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  • Zukunftsvision?

    Die Entbehrlichen
    dominona

    dominona

    21. October 2014 um 23:29

    Wenn Frauen bis 50 und Männer bis 60 keine eigene Familie haben, werden sie entbehrlich und das heißt, sie kommen in eine Klinik, wo sie an Experimenten teilnehmen und nach und nach Organe spenden bis hin zu lebenswichtigen Organen, das nennt sich dann Endspende. Egal, wie schön einem das Leben dort auch gemacht wird, an dem Konzept stimmt etwas nicht und die Geschichte zeigt in ihrem Verlauf auch ganz genau was.

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  • Beklemmend-guter Ethik-Thriller

    Die Entbehrlichen
    juni_mond

    juni_mond

    13. February 2014 um 11:43

    Der Zukunftsroman "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist ist ein Ethik-Thriller, der sehr zum Nachdenken anregt, einen dann und wann sprachlos werden lässt und eine beklemmende Stimmung verbreitet. Die Protagonistin des Romans beginnt ihre Schilderung der zukünftigen Zeit (es wird nicht erwähnt wann genau die Handlung spielt) an der Stelle, in der sie selbst entbehrlich geworden ist. Diesen Status erreichen die Menschen in der Geschichte, im Fall des weiblichen Geschlechts bei 50, im Fall des männlichen bei 60 Jahren und zwar genau dann, wenn sie bis zu diesem Alter keine Kinder bekommen haben und auch sonst kein benötigtes Glied der Gesellschaft sind. Ist der Zustand der Entbehrlichkeit erreicht, werden die Betroffenen in eine Einrichtung "Die Einheit" abtransportiert. Die Einheit ist eine Große Lebensgemeinschaft, in der es jeglichen Luxus für die Bewohner gibt. Große Parkanlagen, Sport- und Freizeitangebote, Restaurants, Schwimmhallen, Werkstätten für jegliche Art von Hobby, etc. etc... Nie müssen die Bewohner für etwas bezahlen, alles ist perfekt arrangiert, die Blumen und Pflanzen im Park erreichen nie den Zustand der Zersetzung, alles blüht immer, rund ums Jahr steht alles zur Verfügung. Es gibt kein Fenster, keinerlei Verbindung nach draußen. Doch der Zustand der Entbehrlichkeit bedeutet, dass alles für die Benötigten der Gesellschaft in der Welt draußen entbehrt werden kann. Die Bewohner müssen sich allen erdenklichen Forschungstests zur Verfügung stellen, ihre Organe werden Ihnen entnommen und nach "draußen" gespendet. Hier wird auch vor Dingen wie der Hornhaut des Auges und den Gehörknöchelchen nicht halt gemacht. Die Bewohner schleppen sich unter Einfluss zu testender Medikamente und von Operationsnarben gezeichnet durch die Einrichtung. Monatlich werden die Neuankömmlinge mit einem großen Fest begrüßt. So auch die Protagonistin der Geschichte, die sich zunächst keinen schweren Eingriffen unterziehen muss. Sie lernt Johannes kennen... Doch es geschehen Dinge, die in einer Rezension geschildert fehl am Platz wären, da sie zuviel von Handlung und Ausgang des Ganzen Szenarios verrieten. Ich kann nur empfehlen das Buch zu lesen und sich selbst mit den ethisch-moralischen Auseinandersetzungen zu beschäftigen, die der Inhalt des Werkes bereithält.  Nicht einmal der Aktualitätsbezug fehlt.

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  • Diskussion zu unserer Jugendbuch-Kolumne von Friederike 10/2013

    muchobooklove

    muchobooklove

    Buchbloggerin Friederike hat eine Jugendbuch-Kolumne geschrieben zu dem Thema: "Warum nicht jedes Buch den Stempel „Dystopie“ verdient hat!"

    Ihr könnt hier sehr gerne darüber diskutieren!

    Wir sind gespannt auf eure Meinungen dazu!

    • 52
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    20. October 2013 um 12:35
    Sepriot schreibt Schade das die wenigstens verstehen, dass die Werke von Orwell, Huxley und Co. aus "gesellschaftskritischer Analyse" heraus geschrieben wurden und nicht zur "Unterhaltung". Dieser Dystopie ...

    Es gibt tatsächlich auch unter den neueren Dystopien welche, die hauptsächlich Gesellschaftskritik üben wollen. Das aber wohl eher unter den "erwachsenen" Dystopien, z.B. bei "Die Entbehrlichen". ...

  • Leserunde zu "Frauen und Bücher" von Stefan Bollmann

    Frauen und Bücher
    DieBuchkolumnistin

    DieBuchkolumnistin

    Frauen und Bücher - eine Leidenschaft mit Folgen Wussten Sie, dass Marilyn Monroe eine passionierte Leserin war und eines ihrer Lieblingsbücher der »Ulysses« von James Joyce? Dass der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock 1750 die Dichterlesung erfand, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte? Dass Jane Austen nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben? Oder dass vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg? Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten lässt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und "Shades of Grey" berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!« Leseprobe Viel mehr muss ich zu diesem wunderbaren neuen Buch von Sachbuchautor Stefan Bollmann wohl nicht schreiben - es könnte kaum besser zu LovelyBooks und uns Leserinnen passen. Gemeinsam mit der DVA suchen wir 25 Testleserinnen, die "Frauen und Bücher" gemeinsam mit uns studieren, es diskutieren, in den Seiten schwelgen und natürlich eine Rezension dazu schreiben. Für Eure Bewerbung vollendet einfach folgenden Satz: Ich liebe Lesen, weil ... Stefan Bollmann, geboren 1958, promovierte nach einem Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie über Thomas Mann. 1998 vertauschte er den Beruf des Hochschullehrers mit dem des Lektors in Publikumsverlagen. Stefan Bollmann hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Mit seinen Bestsellern „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ (2005) sowie „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ (2010), beide erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag, ist er dem Wandel der Lesekultur nachgegangen und hat den Boom des Themas mit angestoßen. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt und verkauften sich annähernd eine halbe Million Mal.

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    • 643
    Carigos

    Carigos

    11. October 2013 um 10:16
  • Entbehrlich?

    Die Entbehrlichen
    NiWa

    NiWa

    09. August 2013 um 17:54

    Dorrit ist eine Entbehrliche.  Als entbehrlich gelten „gescheiterte“ Existenzen. Wer weder Kinder, einen Partner noch ein entsprechend hohes Einkommen aufweisen kann, wird von der Gesellschaft als entbehrlich eingestuft.  Denn in ihrer Entbehrlichkeit übernehmen sie zu guter Letzt eine wertvolle Funktion für die Gesellschaft:  Wer würde ansonsten an nervenschädigenden oder gesundheitsgefährdenden Experimenten teilnehmen?  Wer stünde sonst als Versuchsperson für neueste Medikamente zur Verfügung?  Wer sollte andernfalls dringendst benötigte Organe spenden?  Doch bevor die Entbehrlichen zur Endspende gerufen werden, erwartet sie ein relativ angenehmer Lebensabend in beschaulichem Luxus, den die Figur Dorrit dem Leser anhand ihrer Geschichte vor Augen führt.  Gesellschaftskritisch blickt der Leser in eine Welt, in der Leistung, Produktivität und Konsum die obersten Werte sind. Mit der Figur Dorrit erlebt er einen Lebensabend voll betäubender Annehmlichkeiten, überschattet von unangenehmen Begleiterscheinungen wie bizarren Experimenten oder sporadisch auftretenden Organspenden, bis die Endspende beschlossen ist.  Obwohl mich diese Erzählung sehr nachdenklich zurück gelassen hat, darf man sich keine mitreissende Dystopie erwarten, sondern es geht um die Gedanken und Erlebnisse einer sehr sympathischen Frau, die damit zurecht kommen muss, entbehrlich geworden zu sein.  (c) NiWa

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  • Die Entbehrlichen von Ninni Holmqvist.

    Die Entbehrlichen
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    02. April 2013 um 03:37

    Am Morgen ihres 50. Geburtstages wird Dorrit von einem Fahrer abgeholt und in eine Wohneinheit für die sogenannten “Entbehrlichen”, kinderlose Erwachsene jenseits der Fruchtbarkeit, gebracht. Dort wohnt sie mit anderen “Entbehrlichen” zusammen, die für Organentnahmen und medizinische Test zu Verfügung stehen müssen. Für die Bereitschaft ihr Leben im Dienste der Gesellschaft zu beenden, bietet der Staat den “Entbehrlichen” einiges an Luxus. Dorrit ist begeistert von all dem, was ihr in der Wohneinheit geboten wird, doch bald muss sie sich eingestehen, dass sie dafür einen hohen Preis zahlen wird. Als ich dieses Buch gelesen habe, war ich abwechselnd begeistert und erschüttert. Dass eine so düstere Auseinandersetzung mit der Überalterung unserer Gesellschaft, gleichzeitig so schön sein kann. Ich weiß, so ganz gehöre ich noch nicht zu der Demografie, auf die dieser Roman zugeschnitten ist, aber trotzdem hat er es geschafft mich zu berühren und zum nachdenken zu bringen, über Alter, biologische Bestimmung und den Wert eines Menschenlebens. Es handelt sich bei “Die Entbehrlichen” um einen relativ kurzen Roman, den ich in ca. zwei Tagen durchgelesen hatte – wobei die Pause dazwischen für mich schier unerträglich war. Das ernste Thema schließt nämlich ein hohes Maß an Spannung, sowie eine damit verbundene Liebesgeschichte nicht aus. So bleiben nun wirklich keine Wünsche mehr offen. Was mich besonders gefreut hat, ist dass die Hauptfigur des Buchs eine Schriftstellerin ist, die auch in der “Einheit” weiter arbeitet. Ich hatte beim Lesen den Eindruck einen kleinen Einblick in den Arbeitsalltag von Nini Holqvist zu erhalten und habe so die Figur und die Autorin dahinter eng miteinander verknüpft. Trotzdem ist Dorrit nicht mein Lieblingscharakter im Buch, ihre verschlossene Art, machte es mir manchmal schwer mich in sie hineinzuversetzen. So diente sie allerdings auch als Eckpfeiler dieser Geschichte und verlieh ihr ein Rückgrat und damit auch Würde, was ich speziell bei diesem Thema wichtig und richtig finde. Die Dystopie, welche sich um die Handlung rankt ist grausam und man erstarrt als Leser oft in seinen Zügen, angesichts der staatlich organisierten Willkür, welche Menschen wie Vieh behandelt, nur weil sie kinderlos geblieben sind. Ich hoffe inbrünstig, dass dieser Roman genau das bleibt, nämlich eine fiktive Zukunftsvision, und nicht irgendwann düstere Realität wird in einem überalternden Europa. Dieses Buch ist uneingeschränkt empfehlenswert. Besonders ans Herz legen möchte ich es allen, die sich für Themen rund um die demografischen Veränderungen in der westlichen Welt interessieren, ob nun kinderlos oder nicht.

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  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    erdbeerliebe.

    erdbeerliebe.

    22. November 2012 um 16:12

    Dorrit ist über fünfzig Jahre alt, ledig und ohne Kinder und arbeitslos. Sie gehört damit zu den "Entbehrlichen" ihrer Gesellschaft und zieht an ihrem Geburtstag ins Sanatorium, der Reversebankeinheit für biologisches Material. Kurz gesagt ein Ort, an dem alle Entbehrlichen der Gesellschaft leben. Dort wird sie sich mit ihren Mitbewohnern für psychologische Experimente und Organspenden zur Verfügung stellen, um dem nützlichen Teil der Gesellschaft zu dienen. Luxoriös, kostenlos, bequem und wohlbehütet ist das Sanatorium, dafür aber abgeschottet von der restlichen Welt. Dorrit akzeptiert ihr Schicksal scheinbar widerstandslos, bis sie einem Menschen begegnet, der ihr alles bedeutet. Die Entbehrlichen ist ein Buch das einfache Worte findet, um viel auszudrücken - still und fast schon neutral schildert die Protagonistin Dorris ihren Alltag im Sanatorium, der sich gar nicht als so schlimm herausstellt, wie sie befürchtet hatte. Denn obwohl die Praxis der Organspenden seit Jahren schon in ihrem Land gang und gebe ist, hatte sie trotzdem irgendwie Angst davor - und bereute es ein bisschen, sich in ihren jüngeren Jahren nicht mehr angestrengt zu haben. "Das Leben ist ein Kapital, welches unter den Bürgern gerecht verteilt werden muss", antwortet sie ihrem Psychologen - dafür, dass sie der Gesellschaft bisher durch ihren Lebensstil eher zur Last gefallen ist (und weder Kind noch Karriere hatte), dient sie eben nun denen, die es sich verdient haben. Das Buch stellt leise und indirekte Fragen, die sich einem als Leser unweigerlich aufdrängen - kann es in unserer heutigen Gesellschaft wirklich so weit kommen? Ist das ethisch vertretbar, ältere Menschen für Jüngere, "produktive", sterben zu lassen? Als Versuchskaninchen zu benutzen? Und was tut man, wenn die älteren Menschen es gar nicht als Last empfinden? Wie weit geht Moral? Ninni Holmqvists Roman ist trotz seiner unaufregenden und sanften Erzählweise unglaublich eindrücklich und spannend - oder vielleicht gerade deswegen. Empfehlenswert besonders für Leser, die sich für Thematiken rund um die demografischen Veränderungen in der westlichen Welt interessieren.

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  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    Morella

    Morella

    22. September 2012 um 13:06

    BC-ID: 367-11398998

    Wahnsinn!!!! Spannend bis zur letzten Seite.

  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    Dupsi

    Dupsi

    09. September 2012 um 17:30

    _„Darf man nachts nicht hierher?“; fragte ich. „Doch, natürlich. Es ist nur nicht so üblich, dass es jemand tut.“ Die Stille war jetzt gestört, gewissermaßen durchbohrt. Auf einmal war mir kalt und ich fröstelte.“_ (S. 40) Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft. Dorrit lebt in einer Gesellschaft, die nur auf das Kapital ausgelegt ist. Nichts ist wichtiger, auch die Menschen sind nur dazu da, das Kapital zu mehren. Wird man fünfzig Jahre alt und hat bis dahin keine Kinder oder einen Beruf, der von der Gesellschaft als wichtig angesehen wird oder steckt in einer Beziehung mit einem Benötigten, der bezeugt, dass man gebraucht wird, wird man für entbehrlich erklärt. Dorrit ist eine von ihnen. Genau an ihrem fünfzigsten Geburtstag wird sie abgeholt und weggebracht. An den Ort, wo alle Entbehrlichen hinkommen. Dort werden sie untergebracht, es wird für ihr leibliches und gesundheitliches Wohl gesorgt, doch sie müssen sich für Experimente zur Verfügung stellen und für Organspenden, kurz gesagt für alles, wofür die Benötigten zu schade sind. Bis sie schließlich zur Endspende angemeldet werden. Sie können keinen Schritt tun, ohne Kameras ausgesetzt zu sein, die jede ihrer Handlungen, sei sie auch noch so klein und unwichtig, zu überwachen. Und doch steht ihnen andererseits niemand im Weg, wenn sie sich innerhalb der Einrichtung verlieben. Genau das passiert Dorrit und plötzlich ist alles anders. Das Leben in der Einrichtung ist auf einmal gar nicht mehr so schlimm und auch die Kameras geraten in den Hintergrund, bis etwas passiert, was eigentlich gar nicht möglich sein dürfte… "Die Entbehrlichen“ ist ein erschreckend realistisches Buch. Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass unsere Gesellschaft sich tatsächlich in eine solche Richtung entwickelt. Umso beklemmender für mich als Leser war es, dass ich mir der Kameras, die dort um die Menschen herum waren, die ganze Zeit nur allzu bewusst war, die Dorrit ja zeitweise fast zu vergessen haben schien. Auch die Tatsache, Menschen kommen und gehen zu sehen, ohne wirklich etwas tun zu können, ging mir an die Nieren. Ebenso wie das Ende. Als ich das Buch schließlich zuschlug brauchte ich eine ganze Weile, bevor ich ein neues Buch in die Hand nehmen konnte, was bei mir sonst kein Problem darstellt. Ich stelle ein Buch als gelesen ins Regal und nehme mir das nächste. Nicht so diesmal. Ich musste wirklich den Rest des Tages pausieren und habe erst am nächsten Tag ein neues Buch in die Hand genommen. „Die Entbehrlichen“ ist ein Buch, das Eindruck hinterlässt, das nachwirkt, das man so schnell nicht wieder vergisst. Schon allein dafür hat es fünf Sterne verdient.

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  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    sabatayn76

    sabatayn76

    11. March 2012 um 22:44

    'Es gibt keine Entschuldigung mehr dafür, keine Kinder zu bekommen.' Inhalt: Dorrit Wegner muss im Alter von 50 Jahren ihr altes Leben aufgeben, ihr Haus und ihren Hund verlassen und von nun an in einer abgeschlossenen 'Einheit' leben. Sie ist eine Entbehrliche, wird überwacht, muss an psychologischen Tests teilnehmen und ihre Organe spenden. Der Grund ist, dass sie keine Kinder hat und keinen für die Gemeinschaft sinnvollen Beruf ausübt, das Ziel ist die 'Endspende' und somit der Tod. Mein Eindruck: 'Die Entbehrlichen' liest sich schnell und einfach, Holmqvist zeichnet ein erschreckendes Bild einer Gesellschaft jenseits moralischer und empathischer Normen. Ihre Zukunftsvision macht nachdenklich, obwohl mich das Buch nicht wirklich erschüttern konnte, was möglicherweise daran liegt, dass die Protagonisten wenig lebendig beschrieben wurden und mir somit eher fremd blieben. Auch die Hauptprotagonistin überzeugte mich nicht, und zu keiner Zeit hatte ich eine 50-jährige Frau vor Augen. Weniger gut gefallen haben mir zudem die meiner Meinung nach übertrieben detaillierten Beschreibungen von Nebensächlichkeiten - wen interessiert wirklich die Farbe von verschiedenen Schirmchen in diversen Drinks oder ob eine Tomate in 4 oder in 5 Scheiben geschnitten wird? Des Weiteren sind mir Fehler bei der Übertragung aus dem Schwedischen aufgefallen, z.B. 'Klamydien' (im Schwedischen 'Klamydia', im Deutschen 'Chlamydien'), sowie diverse Schreibfehler, z.B. 'Karposi-Sarkom' statt 'Kaposi-Sarkom'. Mein Resümee: Ein unterhaltsames und spannendes Buch, aber meiner Meinung nach kein großer Wurf.

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  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    robbylesegern

    robbylesegern

    26. November 2011 um 15:10

    grandios Der fiktive Roman"Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist, läßt vor den Augen des Lesers eine Welt entstehen, von der wir nur hoffen können, dass sie nie Wirklichkeit wird. In der Welt, die beschrieben wird, werden die Menschen nach ihrer Nutzbarkeit oder auch Wertigkeit eingeteilt.Die "Benötigten" sind Personen, die entweder Kinder auf die Welt gebracht haben und in einer Beziehung leben, oder sich im Beruf oder Sport hervorgetan haben und dadurch die Produktivität und Erfolgsbilanz des Staates unterstreichen. Die "Entbehrlichen", sind diejenigen, die es nie zu Kindern oder zu einer "vernünftigen Beziehung gebracht haben", in Gelegenheitsjobs arbeiten, die sich also "nie richtig angestrengt haben" und deren Wertigkeit für das System fraglich ist. An ihrem 50. Geburtstag, werden diese "Entbehrlichen" in ein eigens dafür ausgerichtetet Sanatorium verbracht, in dem keine Wünsche offen bleiben. Hier können die" Entbehrlichen" Sport treiben, sich verwöhnen lassen , werden bedient und können sich jeden Luxus erlauben.Doch diese eigens von der Gesellschaft abgegrenzte und durch eine Glaskuppeln abgeschirmte Welt,verschleiert den Insassen durch die paradiesischen Verhältnisse, die dort herrschen, ihren eigentlichen Daseinszweck.Sie sind nämlich dringend benötigtes "Humankapital". Die Entbehrlichen werden bei medizinischen und psychologischen Tests eingesetzt und fungieren als Organspender für die Benötigten. Erst die "Endspende" beendet ihren Aufenthalt in diesem Sanatorium. In diese Welt gelangt auch Dorit Wegner an ihrem 50. Geburtstag. Sie gewöhnt sich schnell an das Leben in der "Einheit"und hat sich mit ihren Daseinszweck abgefunden, bis sie sich in einen Bewohner des Sanatoriums verliebt. Diesem emotional aufrüttelnden Roman wünsche ich eine große Leserschaft. Lassen Sie sich nicht von dem etwas eigentümlichen Cover abschrecken. Das Buch führt einem auf spannende und brilliante Art und Weise die Abgründe der Welt vor Augen. Wenn ein Mensch nur noch nach seiner Produktivität und Wertigkeit beurteilt wird, verliert man jeden Blick für Ethik. Das Unwort "Humankapital"geisterte ja auch schon durch unsere Medien, aber ich hoffe, dass diese Welt, die dieser Roman heraufbeschwört, niemals Befürworter findet. Mir wird dieser Roman auf jeden Fall noch lange in Erinnerung bleiben. EIN FANTASTISCHES BUCH !!!!!!!!!!

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  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    Nina2401

    Nina2401

    06. November 2011 um 19:20

    Dieses Buch hat mich tief beeindruckt. Es kam so ganz leise daher und hat sich tief in meine Gedanken gegraben. Der Schreibstil ist recht unspektakulär, aber durch die Ich-Form konnte ich auch an den Gedanken, Erinnerungen und Ängsten von Dorrit teil haben. Ich habe das Gefühl, die Personen aus dem Buch zu kennen. Ich durfte sie eine kurze Zeit begleiten bis zum Ende ihres Lebens. Obwohl ich selber zu den „Benötigten“ gehöre, konnte ich mich so gut in die „Entbehrlichen“ hinein versetzen. Das Buch wühlt auf, es macht traurig und nachdenklich und ich bin sehr froh, dass ich es gelesen habe. Ich werde es so schnell nicht vergessen …

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  • Rezension zu "Die Entbehrlichen" von Ninni Holmqvist

    Die Entbehrlichen
    kleinfriedelchen

    kleinfriedelchen

    20. October 2011 um 10:25

    "Ich habe wohl geglaubt, mein Leben ist mein Besitz", schwafelte ich. "Etwas, über das ich frei verfüge und über das niemand anders etwas zu sagen hat. Aber jetzt denke ich anders. Mir gehört mein Leben überhaupt nicht, es gehört anderen." Dorrit ist eine Entbehrliche. Kinderlos und ohne Mann, der sie liebt, ist sie mit ihren fünfzig Jahren eher eine Last als Bereicherung für ihre Gesellschaft und wird in das Sanatorium eingewiesen. Dort müssen sich alle Entbehrlichen für Organspenden und psychologische Experimente zur Verfügung stellen, um ihrer Gesellschaft doch noch zu dienen. Dorrit akzeptiert ihr Schicksal scheinbar widerstandslos, bis sie einem Menschen begegnet, der ihr alles bedeutet... Meine Meinung Meistens entwickeln sich dystopische Gesellschaften nach irgendwelchen Katastrophen, seien es Seuchen, Naturkatastrophen oder Terroranschläge. Doch gerade im aufgeklärten und gebildeten Schweden lief die gesellschaftliche Veränderung ganz legal ab - eine politische Partei nahm die Idee der entbehrlichen und benötigten Bürger in ihr Programm auf und wurde gewählt. Und nun wird Dorrit 50 Jahre und muss in die Reversebankeinheit für biologisches Material, da sie als Entbehrliche sonst keinen Zweck mehr erfüllt. Zeit ihres Lebens hat sie mehr Wert auf ihre persönliche charakterliche und geistige Weiterentwicklung gelegt und weniger darauf, möglichst viele Menschen von sich abhängig zu machen. Nun muss sie der Gesellschaft eben so dienen. So schlimm, wie es anfangs für Dorrit klingt, ist die Einrichtung aber gar nicht. Sie findet Freunde und die Bewohner werden mit Luxus überhäuft, können alle Delikatessen oder jegliche Designerkleidung haben, die sie sich wünschen. Wenn sie nicht gerade an Medikamenten- oder anderen Humanversuchen teilnehmen, können sie ihre Freizeit gestalten, wie sie wollen, ob Theater, Kino, Kunstausstellungen, Restaurantbesuche. Alles ist möglich. Aber alles nur innerhalb der Einrichtung, die keine Fenster nach draußen hat. Denn natürlich sollen die benötigten Kranken nicht auf die Menschen treffen, die für sie sterben müssen. Das wäre ja unethisch. "Was ist der Sinn des Lebens?", soll Dorrit dem Psychologen Arnold beantworten, der in der Einrichtung auf ihr psychisches Wohl achten soll. Dorrit ist Schriftstellerin, und hört natürlich nicht auf, sich über die Ungerechtigkeit des Systems Gedanken zu machen und sie zu Papier zu bringen. Sind alle Menschen gleich viel wert? Oder verdienen nur die, die Kinder in die Welt setzen oder einen wichtigen Beruf erfüllen, ein langes, selbstbestimmtes Leben? Hat nur deren Leben einen Sinn? "Das Leben ist ein Kapital, welches unter den Bürgern gerecht verteilt werden muss", wird sie Arnold schließlich antworten. Nur so macht das Ganze einen Sinn; nur so ist es sinnvoll, dafür zu sterben. Das Buch kommt still und wortgewandt daher, und hat mich trotzdem von der ersten Seite an gefesselt und einen großen Eindruck bei mir hinterlassen - und viele Fragen. Was wäre, wenn die Politik eines Tages den Gedanken des Blut- und Organspendens weiterdenken würde? Käme vielleicht eine ähnliche Idee dabei heraus, wie Holmqvist sie hier skizziert? Bei "Alles, was wir geben mussten", wurden die Spender gar nicht erst als Menschen betrachtet, hier dagegen sind sie einfach überflüssige Mitglieder der Gesellschaft. Und Menschen, die der eigenen Meinung nach ihr Leben irgendwie verschwenden, kennt doch jeder, oder? Dorrit steht für eine veraltete Generation, die viel Wert auf Eigenständigkeit und Selbsterfahrung gelegt hat. Sie ist viel gereist, hat sich weitergebildet und mehrere Berufe ausprobiert. Was mir erstrebenswert erscheint, zählt in der neuen Gesellschaft jedoch nichts mehr. Hier zählen nur noch Kinder und Produktivität. Wer das nicht liefern kann, gibt eben seine Organe her. Ob die Gesellschaft vom Aussterben bedroht ist, was es irgendwie verständlicher machen würde, dass so viel Wert auf Kinder gelegt wird, bleibt unklar. Und während Dorrit ihr Schicksal als Entbehrliche letztendlich akzeptiert, beende ich das Buch traurig und fassungslos und hoffe bloß, dass wir uns unsere Menschlichkeit erhalten. Damit es niemals so weit kommt.

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