Nino Haratischwili Das achte Leben (Für Brilka)

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Inhaltsangabe zu „Das achte Leben (Für Brilka)“ von Nino Haratischwili

„Ein Solitär in der deutschen Gegenwartsliteratur.“ Deutschlandfunk Dieser Roman ist über die Literaturwelt gekommen wie ein Naturereignis: ein wuchtiges Familienepos, das am Beispiel von sechs Generationen außergewöhnlicher Frauen das ganze pralle 20. Jahrhundert mit all seinen Umbrüchen und Dramen, Katastrophen und Wundern erzählt. Vom Georgien am Vorabend des Ersten Weltkriegs bis ins Deutschland zu Anfang des neuen Millenniums spannt Nino Haratischwili den Bogen. Alles beginnt mit Stasia, Tochter eines angesehenen Schokoladenfabrikanten. Mit ihrer Geburt setzt die Geschichte ein, die fortan wie ein gewaltiger Strom mit unzähligen Nebenarmen und Verwirbelungen durch Europa zieht und den Leser bis zur letzten Seite in ihrem Sog gefangen hält. Ein unvergessliches, überwältigendes Leseerlebnis.

Eine georgische Familiensaga und der Blick auf das 20. Jahrhundert, mal nicht aus westlicher Sicht, sondern vom Osten her.

— Stephan59
Stephan59

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  • Was für ein Epos!

    Das achte Leben (Für Brilka)
    Stephan59

    Stephan59

    15. September 2017 um 19:20

    Was für ein Epos! Auf 1280 Seiten wird die opulente Familiensaga der georgischen Jaschi-Familie vom Zarenreich bis ins Nachwende-Berlin vor uns ausgebreitet, wesentlich getragen von der Linie ihrer weiblichen Protagonistinnen. Geschichte, die sich an deren Schicksal(en) beim Aufstieg der Schokoladen-Dynastie im Zarismus und der gewalttätigen Repression des aufgezwungenen Sowjetsystems gleichermaßen ablesen lassen. Die Verwerfungen und die Tragödie des Zwanzigsten Jahrhunderts bilden den eigentlichen Rahmen des Romans, aus Sicht der Ereignisse in Georgien.Stalin, tritt nur als „Generalissimus“ auf, unerreichbar und doch der Fixpunkt eines auf ihn zugeschnittenen Machtsystems. Demgegenüber greift sein Geheimdienstchef Beria, „der große kleine Mann“ direkt in die Geschehnisse ein, nimmt die Körper der Frauen in Besitz, die er begehrt, unausweichlich, der direkte Zugriff der Allmacht der Apparatschiks auf das Leben in einem totalitären System. Während die Männer der Familie alles daransetzen, in der Hierarchie des Militärs und der Nomenklatura aufzusteigen, teilzuhaben an der Macht und sich ihren Frauen räumlich wie charakterlich entfremden, sind es die Letztgenannten, die diese Macht erleiden: uns die fratzenhafte Wahrheit der Repression (Christines verätztes Gesicht) wie einen Spiegel vorhalten, denen das falsche Kind, gezeugt von einem georgischen Nationalisten, brutal aus dem Körper gerissen wird (Kitty). Es gibt keine Befreiung von dieser bis in die Körper gepflanzten Allmacht. Befreiung endet bestenfalls im Exil, in einem äußerlich fortgesetzten, doch zerbrochenen Traum von Erfolg und Selbstverwirklichung, der letztlich doch Alkoholsucht und Niedergang anheimfallen wird.Die Frauen bewahren das Geheimrezept einer umfassend glücklich machenden Schokolade, der Sucht nach einem individuellen Glück, die immer nur kurzzeitig befriedigt werden kann und das Gewissen belastet. Die Härte der Unterdrückung, die den Alltag bestimmt, ist sie Folge dieses geheimen Verrats, der Flucht in ein vergehendes Glücksgefühl oder macht die Glückserfahrung nur deutlich, wie menschenverachtend der scheinbar grenzenlose gesellschaftliche Machtanspruch den Alltag des Individuums bestimmt?Die epochale Geschichte, die uns als deutsche Literatur Einblick gewährt in das Innenleben auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs, im dem Sowjetsystem unterworfenen Georgien, macht vor allem eines deutlich: unsere Fixierung auf die deutsche Tragödie des zwanzigsten Jahrhunderts bildet nur einen Sicht auf die gemeinsame Geschichte Europas ab, bleibt für sich allein genommen bloße Bauchnabelschau. Europa speist sich aus den Erfahrungen und Erzählungen beiderseits einer künstlichen, willkürlich gezogenen Abgrenzung.Die dauernden Anreden an Brilka fand ich als Stilmittel etwas nervig. Das tut dem Gesamtbild aber keinen Abbruch: Alles in Allem: Danke für diesen grandiosen Roman.

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