Nis-Momme Stockmann

 3,2 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor*in von Der Fuchs.

Lebenslauf

Nis-Momme Stockmann wurde 1981 auf Föhr geboren. Seit 2009 schreibt er für das Theater. Sein Werk ist vielfach ausgezeichnet und in viele Sprachen übersetzt worden. 2011 erhielt er den Friedrich-Hebbel-Preis, da er «in wenigen Jahren mit seinen Stücken die deutsche Theaterszene belebt» habe, so die Jury. 2014 gewann er den Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft in der Sparte Dramatik, 2015 den Hermann-Sudermann-Preis.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Nis-Momme Stockmann

Cover des Buches Der Fuchs (ISBN: 9783499270970)

Der Fuchs

(14)
Erschienen am 22.09.2017

Neue Rezensionen zu Nis-Momme Stockmann

Cover des Buches Der Fuchs (ISBN: 9783499270970)
Orishas avatar

Rezension zu "Der Fuchs" von Nis-Momme Stockmann

Orisha
Vom Ende allen Seins

Finn Schliemann sitz auf dem Dach eines Hauses in Thule. Kinder schreien, Hunde ertrinken bellend, Hausrat schwimmt vorbei. Eine Flut hat den Ort verschluckt und nichts weiter zurückgelassen, als ein paar Freunde. Von dort aus sinniert Finn über sein bisheriges Leben: das Dorfleben als Jugendlicher, der frühe Tod seines Vaters, später der Mutter;  über seinen Bruder Reini, der für immer ein Pflegefall bleiben wird. Die Begegnung mit Katja, die alles änderte. Ihre gemeinsame Suche und die Hinweise, die er nie verstand. Denn diese Flut war vorhersehbar, so wie das Ende der Welt, in einer anderen Dimension.

 

Nis-Momme Stockmanns Buch "Der Fuchs" ist eine Dystopie sondergleichen. Ich habe noch nie etwas derartiges gelesen und bin mir auch noch immer unschlüssig, ob dieses Buch absolut brilliant oder genau das Gegenteil ist. Stockmann verbindet die Geschichte von Finn - die in diesem Kontext den realsten  - soweit eine Fiktion real sein kann - der Handlungsstränge darstellt. Daneben baut Stockmann immer wieder Passagen ein, die andere Zeitstränge, andere Personen sowie die Götter Tiamat und Abzu beleuchten. Wie diese Stränge zusammenhängen, wird nicht immer klar kommuniziert. Man  kann sich seinen Teil denken und so treffen die verschiedenen Dimensionen für mich am Ende aufeinander und führen zu dem, was da kommt - das Ende der Welt.

Stockmann schreibt aber nicht nur eine Dystopie, wie man sie tausendfach heute lesen kann. Vielmehr entwirft er ein Bild unserer Welt und unserer Gesellschaft, wo alles auf Optimierung und auf das "Besondere" ausgelegt ist. Jeder ist etwas besonderes, redet sich dies ein oder bekommt es eingeredet. Doch am Ende sind wir alle nur Menschen, die - egal wo sie leben - über die Runde kommen. Und so baut Stockmann als Kontrast die Sonderlinge ein. Jene, die aus der Mitte der Gesellschaft rausgefallen zu sein scheinen: Die drei Baschis, die das Dorf terrorisieren, Reini, der in seiner eigenen Welt lebt und Katja und Finn, von denen man nie wirklich weiß, ob sie wirklich die brillanten alles durchschauende Charaktere sind, als die Stockmann sie darstellt.

Und auch das ist eine Besonderheit, denn der Autor liefert nie klare Aussagen. Alles ist auslegbar, dehnbar in die eine oder andere Richtung und das muss man wirklich mögen.  Daneben besticht das Buch durch seine wirklich innovative Erzählstruktur, die Stockmann sogar visualisiert, um die Leserichtung zu steuern. Ich bin wirklich kein Fan von dicken Büchern, die kaum Kapitelstrukturen haben. "Der Fuchs" ist ein solches Buch, auf seinen über 700 Seiten gibt es gerade einmal 4 Teile mit je zwei Kapiteln und dennoch wollte ich es immer weiter lesen, mich mitziehen und treiben lassen. Dieses "Treiben-lassen" war dabei aber nicht immer einfach, denn Stockmann schreibt in philosophischen Art und Weise, die nicht jeder mögen wird.

Kurzum: Ein durchaus schwieriges Buch, dass innovativ mit dem Thema Dystopie und seiner Sprache umgeht und gerade dadurch besticht. 


Cover des Buches Der Fuchs (ISBN: 9783499270970)
Achtsamkeits avatar

Rezension zu "Der Fuchs" von Nis-Momme Stockmann

Achtsamkeit
Anstrengend

In dem Buch wird die Geschichte von Finn erzählt. Beginnend mit der Flut, die seinen Heimatort untergehen lässt. Dabei erinnert e sich an vergangene Kinder und spätere Jahre. Leider ist dies ein auf und ab, ein hin und her von Gegenwart, Vergangenheit, Fiktionen, Mysterien. Das fordert sehr  die Konzentration des Lesers und ist schwierig zu lesen und auch zu verstehen. So werden 714 Seiten irgendwann zu einer Qual. Sicher gibt es Leser die sich auf diesen Schreibstil einlassen können und fasziniert sind. Ich war leider enttäuscht.

Cover des Buches Der Fuchs (ISBN: 9783498061531)
LeniLeseeules avatar

Rezension zu "Der Fuchs" von Nis-Momme Stockmann

LeniLeseeule
phantastischen Gesellschaftskritik

In dem Buch der Fuchs von Nis Momme Stockmann geht es primär um den Untergang des Ortes Thule bei einer Springflut. In vielen Handlungssträngen auf unterschiedlichsten Zeit- und Raumebenen wird die Ursache für diesen Untergang gesucht. Es ist dabei jedoch nie ganz klar, was nur den Gedanken des Hauptprotagonisten entsprungen ist und was wirklich der Realität entspricht.

 

Stockmann gibt mit diesem Buch eine Gesellschaftskritik ab und impliziert, dass es so etwas wie den Zufall nicht gibt.

Die unterschiedlichen Sprach- und Schreibstile ermöglichen es dem Leser den Figuren des Romans sehr nah zu kommen und verursachen immer wieder starke Emotionen. Gerade das macht den Roman so lesenswert.

 

Die unterschiedlichen Geschichten in diesem Buch werden bis zu einem gewissen Punkt immer weiter voran getrieben und vernetzen sich zum Teil miteinander. Am Ende bleiben jedoch zu viele Fragen offen.



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